Kategorie: Gesundheit Seite 6 von 7

Sparkurs an Krankenhäusern – Privatisierung als Ziel

© lynmeyer, stock.xchng

Dass unser Gesundheitssystem an allen Ecken und Enden krankt, ist ja nun nichts Neues – die permanenten Kostensteigerungen, hervorgerufen durch vielerlei Gründe (wie z.B. Wucherpreise bei Arzneimitteln, eine gesteigerte „Konsumeinstellung“ von Patienten gegenüber Medizin uvm.), spürt jeder Einzelne an den stetig steigenden Krankenkassenbeiträgen. Direkt Leidtragende der Fehlentwicklungen sind aber nicht zuletzt die Beschäftigten in Krankenhäusern, die unter zum Teil abenteuerlichen Bedingungen ihrer gesellschaftlich so wichtigen Arbeit nachgehen müssen. Zwei Artikel, auf die ich in den letzten Tagen gestoßen bin, haben mich dazu bewogen, dieses Thema, das ja auch zum Bereich der grundlegenden Fehler unseres Systems gehören, auch hier im Blog aufzugreifen. In der Jungen Welt schreibt Mirko Knoche über „Privatisierung als Ziel“ – das Schleswig-Holsteinische Uniklinikum UKSH leidet unter permenenten Etatkürzungen der Politik, mit der die schwarz-gelbe Koalition die Privatisierung der Kliniken voranzutreiben versucht:

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Gensoja – Fluch oder Segen? Sowie eine neue E-Petition gegen Gentechnik

@ kstiffler, stock.xchng

Dass der Bundesrat neulich Gentechnik im Saatgut gestoppt hat, war eine gute Nachricht. Leider ist die Gefahr, die der Menschheit und ihrer Ernährungssouveränität durch genmanipulierte und von Konzernen auf den Markt geworfene Nahrung droht, dadurch keinesfalls geringer geworden. Dies wurde mir letzte Woche klar, als ich den Vortrag von Prof. Dr. Antonio Ignacio Andrioli an der Kieler Uni lauschte, der aus eigener Erfahrung in Brasilien und seiner Forschung zum Thema Gensoja wenig Erfreuliches zu berichten wusste. Netter Weise gibt es den sehr guten und anschaulichen Vortrag am Donnerstag auf KielFM (Offener Kanal Kiel) noch einmal nachzuhören . Gesendet wird der Vortrag um 13 Uhr und um 20 Uhr. Eventuell komme ich auch an ein mp3 heran, das ich dann hier zur Verfügung stellen könnte.

EDIT: Tja, Fehlinformation, der Vortrag läuft nur im Offenen Kanal Kiel im Fernsehen… aber ich werde später eine Audiodatei extrahieren, versprochen. :-) HIER entlang zum MP3.

Gen-Soja – Fluch oder Segen? Ein wissenschaftlicher Lagebericht aus Südamerika
Do. 31.3., 13 und 20 Uhr, Offener Kanal Kiel, Aufzeichnung der Veranstaltung in der UNI
Vortrag in deutscher Sprache von Prof. Dr. Antonio Ignacio Andrioli
Direktor des Campus Cerro Largo der staatlichen Universität (UFFS) in Brasilien

Antonio Andrioli wurde 1974 in Campina das Missoes/Brasilien geboren. Ausbildung zum Agrartechniker, dann Studium der Philosophie, Psychologie und Soziologie auf Lehramt, Master in Erziehungswissenschaften. Promotion in Deutschland an der Universität in Osnabrück, Fachbereich Sozialwissenschaften, zum Thema “Bio-Soja versus Gen-Soja: Eine Studie über Technik und Familienlandwirtschaft im nordwestl. Grenzgebiet des Bundeslandes Rio Grande do Sul/Brasilien“. Während seines Aufenthaltes in Deutschland (2001–2006) hat Antonio Andrioli 152 Vorträge gehalten und für seine akademische Leistung den DAAD-Preis für ausländische Studierende erhalten.
Antonio Andrioli war Dozent an der Universität (Unijuí) in Südbrasilien und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Johannes-Kepler-Universität in Linz (Österreich), wo er seine Habilitationsarbeit schrieb. Seit Januar 2010 ist Antonio Andrioli Direktor des Campus Cerro Largo an der staatlichen Universität (UFFS) in Brasilien, die sich schwerpunktmäßig mit nachhaltiger Landwirtschaft beschäftigt.
http://andrioli.com.br/de/

Ganz aktuell gibt es übrigens auch eine neue E-Petition gegen Gentechnik, die der Bund für Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) initiiert hat – also bitte alle mitzeichnen (HIER)!

Gentechnikanbau stoppen – Petition zeichnen!
Gentechnik macht unsere Lebensmittel teuer und riskant. Mit der Petition fordert der Bund für Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Bundesregierung dazu auf, sich auf EU-Ebene für ein Anbauverbot von Gentech-Pflanzen einzusetzen. Das ist dringend notwendig, weil das europäische Zulassungsverfahren Umwelt- und Sicherheitsaspekte nicht ausreichend beachtet. Falls es dennoch so weit kommen sollte, dass neue Gentech-Pflanzen zugelassen werden, muss sich Deutschland dafür stark machen, den Anbau auf nationaler Ebene zu verbieten.

Damit das Anliegen im Petitionsausschuss persönlich vortragen und diskutiert werden kann, müssen innerhalb von nur drei Wochen – bis zum 17. April – 50.000 Bürgerinnen und Bürger die Petition mitzeichnen.

http://www.boelw.de/petition.html

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Die Auswirkungen des Billigwahns auf die Lebensmittelqualität

Kennt Ihr das auch? Irgendwie schmecken Obst und Gemüse nicht mehr so intensiv und natürlich wie dies noch vor, sagen wir mal, 10 Jahren der Fall war. Selbst Bioware hat nicht selten nur einen recht faden Geschmack, und falls man dann doch mal auf Weintrauben oder Paprika stößt, die die Geschmacksknospen zum Jubilieren bringen, ist das eher eine Ausnahme als die Regel. Lange Zeit dachte ich, dass ich vielleicht nur besonders nostalgisch veranlagt bin oder im Laufe der Zeit das Geschmacksempfinden einfach nachlässt. Aber nachdem ich mittlerweile mehrere Menschen in meinem Bekanntenkreis habe, die meine Beobachtung bestätigen, scheint doch etwas dran zu sein.

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Lesetipps: Atomkraft Sonder-Edition

Die atomare Katastrophe in Japan nimmt mittlerweile offenbar traurigerweise die grauenhaften Dimensionen an, die mancher am Wochenende, als die erste Nachrichten über die Probleme im Reaktor Fukushima 1 durchsickerten, bereits befürchtete. Nun betreibe ich hier keinen Nachrichtenblog und will keinen Ticker für die neuesten Entwicklungen vor Ort bieten, aber da dieses Unglück logischerweise die Medien beherrscht und auch auf die deutsche Innenpolitik Auswirkungen hat, will ich heute mal ein paar besonders interessante Artikel zu dieser Thematik präsentieren. Die taz berichtete schon am Samstag über den „Fukushima-Betreiber Tepco: Tricksen und täuschen“ und verdeutlicht, dass dieses Vertuschen von Problemen, das wir ja auch von deutschen Energieriesen wie Vattenfall kennen, anscheinend ein universelles Phänomen ist:

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Hühnerwahnsinn – Das eiskalte Geschäft mit dem Geflügel

Die EU-Subventionspolitik steht ja schon seit vielen vielen Jahren in der Kritik – gerade im Landwirtschaftssektor werden oft völlig falsche Anreize und Lenkungssignale gesetzt (wie man bereits in frühere Jahrzehnten mit den „Butterbergen“ und „Milchseen“ zu spüren bekam). Im Zuge der allgemeinen neoliberalen Exportorientierung der westlichen Industrieländer versucht man nun, Überschüsse in andere Regionen zu verkaufen – Dank Exportförderungen für die Landwirte funktioniert es auch hervorragend, z.B. Geflügelteile, die hierzulande als „nicht fein“ genug gelten, nach Afrika auszuführen und dort mit einem künstlich niedrig gerechneten Kampfpreis in die lokalen Märkte zu pressen. So nimmt der vom EU-Steuerbürger finanzierte Unsinn billiger und billigster Fleischproduktion immer groteskere Züge an und zerstört zudem auch noch die regionale Wirtschaft vor Ort. Die Phoenix-Doku „Hühnerwahnsinn – das eiskalte Geschäft mit dem Geflügel“ (via Nokturnal Times) geht den Zusammenhängen auf den Grund und zeichnet dabei ein wenig erfreuliches Bild unserer auf Wachstum und Expansion getrimmten Wirtschaftswelt.

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Lesetipps: Bayer zahlt erneut weniger Steuern | Langes Arbeiten schadet Gesundheit und Sozialleben | Gutt-bye

Angeblich sind die großen Konzerne ja unheimlich wichtig für das Wohlergehen des Landes, für die Arbeitsplätze, den Exportweltmeistertitel usw. usf. Leider versuchen sich die meisten größeren Unternehmen aber aus ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zu stehlen und greifen zu allen Tricks und Kniffen, um möglichst wenig Steuern zahlen zu müssen und somit möglichst wenig des erwirtschafteten Gewinns an die Allgemeinheit zurückzugeben. Der bemerkenswerte Fall von IKEA war ja neulich erst in der Fernsehsendung Monitor Thema (siehe HIER), aber selbstredend gibt es genug andere Firmen, die genauso funktionieren – die Discounter wie Aldi und Lidl beispielsweise sind durch ein undurchdringliches Geflecht von Stiftungen so konstruiert, dass die Profite ungebremst am Fiskus vorbei in die Taschen der Gesellschafter/Besitzer fließen. Aber auch solch vermeintlich honorige Unternehmen wie Bayer mischen fröhlich mit, wie der Verein Coordination gegen Bayer-Gefahren unlängst berichtete – „Bayer zahlt erneut weniger Steuern“:

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Überkonsum von rezeptfreien Medikamenten

Nun, dass das Funktionieren unseres Wirtschaftssystems auf stetig steigendem Konsum basiert, ist ja bekannt. Aus dem Grunde werden auch Konjunkturprogramme und Abwrackprämien ins Leben gerufen, und davon, den Menschen möglichst geschickt einzureden, dass ihr erst jüngst gekauftes Handy oder die Markenjeans aus dem letzten Sommer nun total out und überholt seien und so schnell wie möglich gegen etwas Neues, viel Schickeres und Cooleres ersetzt werden müssen, lebt schließlich eine ganze Branche (Stichwort „geplante Obsoleszenz“; siehe den ARTE-Beitrag „Kaufen für die Müllhalde“). Ja, es leben sogar viele Branchen vom dem ewigen (inszenierten) Wechselspiel von Moden und Trends – nicht nur Marketing- und Werbeabteilungen, auch Fernsehsender, die mit „Model“-Shows u.ä. ihre Werbeplätze für die Werbekunden attraktiv machen und die schillernd bunten Märchen vom flüchtigen Konsumglück als Lebensinhalt erzählen.

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Die Zwei-Kassen-Gesellschaft — Ungerechtigkeit mit System

Ich hoffe, Ihr seid alle gesund? Denn krank zu werden macht gerade in der heutigen Zeit immer weniger Spaß (um es mal etwas spaßig zu formulieren) – seitdem in vielen politischen Kreisen die Privatversicherung nicht nur bei der Rente, sonden auch bei den Krankenkassen massiv vorangetrieben wird (Speerspitze ist hier die FDP), entwickelt sich hierzulande eine Zwei-Kassen-Gesellschaft, die das Solidarprinzip nach und nach untergräbt. Wie die WDR-Sendung Monitor nun berichtete, werden Privatpatienten bei vielen Untersuchungen bevorzugt behandelt und erhalten auch schneller Termine als der normale Kassenpatient – dafür werden an den Privatpatienten wiederum oft viele unsinnige und überflüssige medizinische Handlungen vorgenommen, die sich für den behandelnden Arzt in klingender Münze auszahlen, dem Patienten aber nicht unbedingt etwas bringen – „Ungerechtigkeit mit System – Warum weder Kassen- noch Privat-Patienten optimal behandelt werden“. Ein solches Gesundheitssystem, bei dem solch systematische „Überbehandlungen“ belohnt werden, ist zutiefst krank, wenn Ihr mich fragt… Zumal eben die Gesamtkosten auch immer weiter steigen (sehr zur Freude der Pharmaindustrie, versteht sich), ebenso wie die Beiträge.

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Filmtipps: „Die 4. Revolution – Energy autonomy“ und „Good Food Bad Food – Anleitung für eine bessere Landwirtschaft“

Es ist doch sehr erfreulich, dass es immer wieder gute Dokumentarfilme gibt, die nicht nur aktuelle Missstände präsentieren und anprangern, sondern auch Alternativen zum derzeitigen Wahnsinn aufzeigen. Ganz neu ist beispielsweise „Die 4. Revolution – Energy autonomy“, der sich mit den Möglichkeiten einer Energiewende und -revolution beschäftigt, die diesen Namen auch verdient (nicht wie das Mogelpaket der Bundesregierung):

Wir wissen, dass wir etwas tun müssen.

Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme sind natürliche Energiequellen, die der gesamten Menschheit chancengleich, natürlich nachwachsend, kostenlos und auf lange Sicht zur Verfügung stehen. Nur das weit verbreitete Wissen um die Möglichkeiten der regenerativen Energien kann eine internationale Bewegung entfachen und die zwingend notwendige Energiewende einleiten.

EnergieAutonomie steht für eine Vision. Die Vision einer Gesellschaft, deren Energieversorgung nachhaltig, sauber und dezentral erfolgt, frei von schädlichen Emissionen und jeglicher Belastung für Mensch und Umwelt, frei von Monopolen, Kartellen und Lobbyisten, frei von politischen Abhängigkeiten und Ressourcenknappheit, zugänglich und erschwinglich für alle.

Wir brauchen ein schnell aufklärendes mitreißendes Medium, das dieses Wissen der Welt nachvollziehbar und kompakt vermittelt. Weltweit kann das ein großer Dokumentarfilm leisten. Wir haben ihn hergestellt.

  • Sein Titel: DIE 4. REVOLUTION – EnergyAutonomy .

Der Kino-Dokumentarfilm DIE 4. REVOLUTION – EnergyAutonomy beschreibt anhand seiner Protagonisten, prominenter Umweltaktivisten, Nobelpreisträger, innovativer Unternehmer und Politiker, dass der Umstieg auf 100% Erneuerbare Energien innerhalb der nächsten 30 Jahre möglich ist. Er verdeutlicht, welche Chancen die Energierevolution für eine nachhaltige ökonomische Entwicklung und soziale und ökonomische Gerechtigkeit bietet.
Der Film läuft seit 18.03.2010 in den deutschen Kinos, begleitet von einer Eventkampagne rund um den Kinostart in vielen Städten Deutschlands. Ab Dezember 2010 ist er mit viel Bonusmaterial auch auf DVD erhältlich.

  • Seine Botschaft: Der Umstieg auf 100% Erneuerbare Energien ist jetzt möglich. Einzige Voraussetzung: Wir müssen diesen auch wollen!

Eine im Anschluss geplante mehrteilige Fernsehversion und eine mit Bonusmaterial didaktisch für den Schulunterricht aufbereitete DVD sorgen für die weitere Verbreitung des Themas, bevor er in die weltweiten Kinos kommt. Der Film dient der Aufklärung und Bewusstseinsbildung und trägt damit intensiv zum Aufbruch ins solare Zeitalter bei.

Am Ende dieses Films soll für jeden ein neuer Anfang stehen!

Nicht minder spannend scheint mit „Good Food Bad Food – Anleitung für eine bessere Landwirtschaft“ zu sein, der ab dem 20. Januar in ausgewählte deutsche Kinos kommt und eigentlich Pflicht für alle sein sollte, die sich um eine lebenswerte Zukunft sorgen.

Am 20. Januar startet der Dokumentarfilm GOOD FOOD BAD FOOD in den deutschen Kinos. In GOOD FOOD BAD FOOD – ANLEITUNG FÜR EINE BESSERE LANDWIRTSCHAFT werden weltweit vielfaltige Ideen und Initiativen für einen besseren Umgang mit der Landwirtschaft aufgezeigt. Der Film lädt dazu ein, neue Formen der Agrarproduktion zu entdecken: Anbaumethoden, die funktionieren, zur Behebung bereits entstandener Schäden beitragen und nicht zuletzt zu deutlichen Verbesserungen im Bereich der Gesundheit und der gesamten Lebensumstände führen, indem sie eine nachhaltige Lebensmittelversorgung gewährleisten. Es wird thematisch dort angeknüpft, wo WE FEED THE WORLD aufhörte.

Der Film ist ein Appell die Landwirtschaft nachhaltiger und ökologisch korrekter zu betreiben und könnte vielleicht auch Sie interessieren. Weitere Informationen zum Film finden Sie unter www.goodfood-badfood.de.

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GOOD FOOD BAD FOOD – ab dem 20.01.2011 in den deutschen Kinos

Was haben französische Mikrobiologen, die Millionen Wanderarbeiter Brasiliens, Vandana Shivas experimentelle Bauernhöfe in Indien und die Landwirte der weltgrößten Bioplantage in der Ukraine gemeinsam? Alle verfolgen sie ein gemeinsames Ziel: die Verbesserung der Bodenqualität und die Wiederherstellung der Saatenvielfalt – zum Schutz der Umwelt und für gesündere Lebensmittel. Die französische Regisseurin Coline Serreau (“St. Jacques … Pilgern auf Französisch”) zeigt in ihrem neuen Dokumentarfilm Menschen, die dagegen kämpfen, dass unsere Böden durch chemische Dünger und Pestizide vergiftet werden. Und die sich dagegen wehren, dass nur wenige skrupellose Konzerne weltweit das Saatgutangebot kontrollieren und die Bauern erpressen. In “GOOD FOOD BAD FOOD – Anleitung für eine bessere  Landwirtschaft” begegnen wir faszinierenden Persönlichkeiten, die vielfältige Lösungen für die intelligentere Nutzung unserer begrenzten Ressourcen gefunden haben.

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Food, Inc. – Was essen wir wirklich?

Im November letzten Jahres kam die u.a. von foodwatch unterstützte deutsche Fassung des hochinteressanten amerikanischen Dokumentarfilms „Food Inc. – Was essen wir wirklich?“ heraus. Wir schon in „We feed the world“ von Erich Wagenhofer führt hier Erich Schlosser (Autor von „Fast Food Nation“) dem Zuschauer das Ausmaß der industrialisierten Landwirtschaft mitsamt all ihrer gefährlichen und für Gesundheit und Gesellschaft schädlichen Auswüchse drastisch vor Augen. 2011 ist zwar noch jung, aber man darf davon ausgehen, dass die dort geschilderten Prozesse auch in den kommenden Monaten weiter voran getrieben werden – es ist auch an uns Konsumenten, dieses Treiben nicht auch noch mit dem eigenen Geld zu unterstützen! Außerdem sollte man natürlich auch auf politischer Ebene darauf einwirken, diese Entwicklungen, die sich in den USA noch krasser abzeichnen, aufzuhalten. Solange natürlich weiterhin der zerstörerische Billigwahn herrscht und die Menschen sich gerne von schillernder Reklame und bunten Verpackungen hinters Licht führen lassen, ist zu befürchten, dass wir auf dieser Spirale abwärts weiter hinab rutschen.

Die WDR-Kulturzeit berichtete vor einer Weile ebenfalls von der Doku:

„Die Lebensmittelindustrie in den USA möchte nicht, dass wir wissen, was wir essen. Denn wenn man es wüsste, würde man es vielleicht gar nicht essen wollen.“ Zu dieser Einschätzung kommt Eric Schlosser, US-Journalist und Autor zu Beginn des Films „Food Inc. – Was essen wir wirklich?

Die heutigen Nahrungsmittel, so zeigt der Film, stammen mittlerweile weitestgehend aus der Fließbandproduktion. Arbeiter und Tiere werden missbraucht, die Nahrungsmittel immer gefährlicher – und das verheimlicht man uns mutwillig. Wenige multinationale Konzerne bestimmen das Nahrungssystem. Sie kontrollieren es vom Saatgut bis zum Supermarkt. Es sind Monopolisten, die längst kein Fleisch mehr von glücklichen Kühen oder Hühnern verkaufen, obwohl ihre Werbung das immer noch suggeriert.

Die Lebensmittelindustrie, so deckt der Film auf, setzt zur Mehrung des Profits längst auf hormonbehandeltes Mastvieh, genmanipuliertes Getreide und technologisch entwickelte Lebensmittel. Damit setzt sie die Lebensgrundlage zahlreicher Landwirte und die Gesundheit der Konsumenten aufs Spiel.

Die Liste der Skandale, die ans Tageslicht kommen, wird immer länger. Aber der Journalist Michael Pollan sieht darin auch Positives: „Mit jeder Enthüllung erfährt Amerika ein bisschen mehr, über die Zubereitung des Essens. Und jedes Mal wendet man sich voller Abscheu ab und sucht nach Alternativen.“

Und so fordert der Film den Zuschauer auf, Stellung zu beziehen, sich gegen die Bevormundung durch die Lebensmittelindustrie zu wehren und Verantwortung für die eigene Ernährung zu übernehmen.

Der Film beleuchtet die Situation in den USA. Und die sind uns Europäern wie so oft auch in der Industrialisierung und Technologisierung der Nahrung um einiges voraus. Bleibt aber die Frage, ob uns diese Zukunft, wie schon so oft, auch bald einholt.

Bei YouTube kann man sich den Film momentan auch online anschauen – hier Teil 1, die anderen 5 Teile findet Ihr dann bei YT:

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