Aug
16
2010

Fernsehtipp: Hauptsache billig

Morgen Abend, am Dienstag, den 17.8. um 22:35 Uhr (mal wieder schön spät…) läuft auf N3 in der NDR-Reihe „45 Minuten“ eine, wie ich hoffe, erhellende und interessante Dokumentation über den Billigwahn und die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft: „Hauptsache billig“:

Zucchini für 19 Cent das Stück, ein Damen-Jogginganzug für zwölf Euro, Badelatschen für einen Euro, der Billig-Laptop, man muss nur Schlange stehen! Wie kommen diese Preise zustande?

Ein Grund für diese Dumping-Angebote ist sicher die miserable Bezahlung der Beschäftigten bei der Herstellung. Bei einem Textildiscounter verdient man als ungelernter Neuling zwischen 3,80 und fünf Euro die Stunde brutto. Aber das ist nicht alles.

Wir machen uns auf den Weg zu den Produktionsorten der Billig-Angebote. In China werden die PCs für Löhne zwischen 80 und 100 Dollar im Monat hergestellt, in Bangladesch, wo fast alle europäischen Verkäufer ihre Kleiderwaren nähen lassen, werden noch geringere Löhne gezahlt, und in Almeria, Spanien, bauen marokkanische und lateinamerikanische Frauen für ein paar Cent unter Plastikplanen Gemüse an, das in Deutschland supergünstig zu haben ist.

Autor Mirko Tomic war mit einem Filmteam dort und hat sich die Arbeitsbedingungen angesehen, genauso wie Vertreter von Hilfsorganisationen und Gewerkschafter, die gegen die Gier nach dem Profit auf dem Rücken anderer kämpfen. Bisher vergeblich. Die kleinen Preise gewinnen am Ende immer. Auch, weil Verbraucher die Augen vor diesem Umstand fest verschließen, wenn der Preis für die Ware stimmt.

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4 Kommentare »

  • waith

    Ist das nicht die Doku vom SWR die im Frühjahr lief?
    http://www.youtube.com/watch?v=zAB_1t434JM

    Comment | 16. August 2010
  • Robert

    Die Sendung blieb mir für meinen Geschmack ein wenig zu oberflächlich. Es wurden drei Beispiele gezeigt (je ein Produkt aus Netto, Aldi und Lidl), welches hier billig zu erwerben ist, und bei dem die Produktionsbedingungen eben dem Preis entsprechen.
    Natürlich ist die Situation scheiße, aber ich für meinen Teil weiß so etwas auch. Es wurden keinerlei Lösungsmöglichkeiten gegeben, ganz im Gegenteil, bei dem ersten Beispiel mit dem Gemüse aus Spanien wurde sogar deutlich gesagt, dass jede Supermarktkette so handelt.
    Wo sind die Alternativen?

    Inhaltlich war die Sendung wohl eher auf ”Einsteiger” ausgerichtet, die noch nicht mitbekommen haben, dass es wirklich Menschen gibt die für eine Lohn arbeiten von dem sie nicht Leben können. Um diese Menschen zu erreichen lief sie aber zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Auch wäre der ein oder andere Alternativvorschlag dann gut gewesen. Wie ist es mit Gemüse vom lokalen Bauern, z.B.?

    Menschen, die eh schon in der Materie drin sind, bot die Sendung wenig neues und blieb auch zu oberflächlich. Gerade bei dem Computer-Beispiel bei Aldi wurde z.B. völlig vergessen, dass der Preis nicht nur durch die ‘günstigen’ Produktionskosten, sondern auch durch große Margen und Waren aus dem Vorjahr, zustande kommt. Die Tatsache, dass auch namenhafte Hersteller unter so schlechten Bedingungen produzieren lassen (und durch den Preis beim Endkunden eine viel höhere Gewinnspanne haben) wurde wieder nur kurz angeschnitten.

    Na ja, vielleicht sollte man sich einfach freuen dass soetwas überhaupt im Fernsehen thematisiert wird ;-) .

    Comment | 18. August 2010
  • Danke für das Feedback – ich habe die Sendung tatsächlich selbst noch nicht sehen können, aber es klingt ja so, als wenn der Beitrag dann auch nicht sooo ergiebig wäre. Aber wie Du schon schreibst, es ist natürlich löblich, dass das Thema überhauptmal auf die Agenda gesetzt wird. Obwohl man sicherlich andere Wege gehen müsste, um diejenigen zu erreichen, die diese Läden durch ihr Kaufverhalten tagtäglich unterstützen.

    Comment | 18. August 2010
  • paula

    die alternative zu waren der supermarktketten findet ihr im bioladen, wenn ihr darauf achtet, dass die sachen regional angebaut wurden und in die jahreszeit passen. erdbeeren an weihnachten gibt es weder zu fairen noch zu ökologisch vertretbaren bedingungen,

    Comment | 13. Dezember 2010

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