Mrz
18
2012

Meat free Monday

Ich denke mal, spätestens seit dem Bestseller „Tiere essen“ von J.S. Foer ist das Thema (Teilzeit-)Vegetarismus im Mainstream angekommen und wurde bei manchen Menschen das Bewusstsein für die Problematik, die mit etwas scheinbar Selbstverständlichem wie dem Fleischkonsum einhergeht, geschärft. Natürlich wäre es aus den verschiedensten Gründen – Umwelt, Ethik, Gesundheit… – sinnvoll, wenn der Fleischverzehr ganz eingestellt werden würde, allerdings ist der Ansatz, zumindest eine Reduktion zu bewirken, auch nicht so verkehrt, wenn man bedenkt, wie emotional aufgeladen für einige Leute dieses Thema ist. Dies sieht man auch bei dem Beitrag „Fleischlos-Tage: Kulturkampf in deutschen Kantinen“ der BR-Sendung quer, der den „Meat free Monday“ beschreibt, der löblicherweise mittlerweile in einigen Firmen-Kantinen üblich ist und so die Leute auch an die Vielfalt vegetarischen Essens heranführt und zeigt, dass Gemüse etc. nicht bloße Beilagen zu einer Wurst oder einem Steak sind. Ich staune bei der Gelegenheit ja immer wieder, dass so mancher Zeitgenosse es offenbar schon kaum ertragen kann, auch nur einen Tag lang mal kein totes Tier in sich reinzuschaufeln, wie man in dem Beitrag sehen kann. Traurig, wie festgefahren Menschen so sein können…

Immer häufiger machen Firmenkantinen monatliche oder wöchentliche Fleischlos-Tage und wollen damit die Umwelt schonen. Denn fast 20 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen sind auf die Fleischindustrie zurückzuführen – mehr als alle Transport- und Verkehrsabgase zusammen. Doch das hehre Ziel des Umweltschutzes überzeugt viele Arbeitnehmer dieser Firmen trotzdem nicht. Sie fühlen sich an den sogenannten Veggie-Days im wahrsten Sinne des Wortes bevormundet und boykottieren die Kantinen.

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14 Kommentare »

  • Das Problem liegt, wie immer, in der Betrachtung des Ganzen. Wie sähe die Realität aus, wenn es auf der Welt nur Vegetarier gäbe und niemand Tiere essen würde ? Dass wir Tiere töten und verzehren ist ein interpretatorisches Mittel zum Zweck. Gäbe es dieses Mittel nicht, gäbe es ein anderes, um die vorhandene Unordnung bildhaft umzusetzen. Dann säßen wir vielleicht genauso hier und würden darüber diskutieren, wie um alles in der Welt es nur sein kann, dass dieses oder jenes möglich ist.
    Soll das eine Rechtfertigung für das Töten und den Verzehr von Tieren sein ? Keineswegs, und wie man sieht beschäftigen sich mehr und mehr Menschen mit dieser Frage. Es wird nach Alternativen gesucht, während die Bilder des Fleischverzehrs innerhalb ihrer Möglichkeiten der Realisation einem Höhepunkt entgegenstreben … und auch dieser Höhepunkt ist von Nöten, damit eine nachhaltige Lösung gefunden werden kann. Das Maximum an Unordnung bringt Optimierung hervor … ausnahmslos.

    Das Entscheidende ist: Gäbe es keinen Fleischkonsum, gäbe es andere Möglichkeiten Unordnung zu realisieren.

    Gruß IP

    Comment | 18. März 2012
  • cr!t

    Aber nicht in dem Maße. In der Fleischverarbeitungs/Mastindustrie passiert soviel Mist, der gar nicht passieren müsste.
    Man braucht 10 pflanzliche Proteine um ein tierisches herzustellen, allein dadurch wird die Umwelt stark belastet.
    Fleisch ist Luxus und sollte auch als solcher gesehen werden. Anders als pflanzliche Agrarwirtschaft fördert die Fleischproduktion die Übderdüngung der Böden, Klimawandel und (z.B. durch die Lederproduktion) schlechte Arbeits- und Umweltbedingungen in der dritten Welt.
    Zudem leiden die Tiere, da sie nicht artgerecht gehalten werden und 1/3 bei der Schlachtung nicht betäubt wird
    All das würde sich dramatisch ändern, wenn wir aufhören würden an dieser eigensinnigen Lebensweise festzuhalten
    cheers

    Comment | 18. März 2012
  • Idealistin

    Tiere sind wunderbare und wichtige Geschöpfe. Jede Spezies ist wichtig für den Planeten und ist Teil des natürlichen Kreislaufes – fressen und gefressen werden. Nur so kann das ökologische Gleichgewicht erhalten bleiben. Wir Menschen sind die einzige Spezies, die sich darüber Gedanken macht bzw. machen kann – ob man Tiere nun essen darf/soll oder nicht.

    Ohne das gegenseitige Auffressen, ohne Werden und Vergehen, wäre die Erde in der uns bekannten sichtbaren materiellen Form nicht überlebensfähig.

    Ob jemand Fleisch isst oder nicht, ist seine ganz persönliche Sache und Teil seiner spirituellen Entwicklung. Je weiter sie vorangeschritten ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass jemand auf den Genuss von Fleisch verzichtet.

    Relevant ist die Art und Weise der Tierhaltung, die Respektlosigkeit vor ihrem Leiden, noch schlimmer die Sichtweise sie als Dinge einzustufen, ihnen das mitfühlende Denken, emotionale Regungen und Bewusstsein abzusprechen. Letzteres ist – meiner Meinung nach – die Ursache unseres perversen Verhaltens gegenüber Tieren, bzw. der Umgang mit ihnen.. Würden wir ihre „Sprache“ verstehen, sie sich uns mitteilen könen, dann würden vermutlich die allermeisten Menschen auf Fleisch verzichten.

    Spirituelle Völker essen Fleisch, aber nur selten z. Bsp. zu besonderen Anlässen und voller Respekt für das Tier, dass getötet werden soll. Es werden Zeremonien abgehalten, Dankgebete und Sühnegebete für die Tötung gesprochen, wobei die Tiere zumeist frei herumlaufen und natürlich Leben, bevor sie ausgewählt werden. Kein Vergleich zu unserem pervertierten tierhaltungspraktiken.

    Was wir essen ist eigentlich egal – was aber nicht egal ist, ist das Essverhalten…WAS – WIE OFT – WIEVIEL – WOHER usw… Wir sind innerlich tot,wenn wir nicht mehr mitfühlen können und nicht erkennen was wir unseren Mitgeschöpfen antun…

    LG
    Idealistin

    Comment | 18. März 2012
  • ed

    Erstmal ist schön zu sehen. dass immerhin 85% Der Beelgschaft das vegetarische Essen. Irgendwie sind die restlichen 15% extrem unkolligial, da diese extern essen gehen und sich somit dem Arbeitskollektiv entziehen.
    ich bin mittlerweile Vegetarier und Ernähre mich die halbe Woche bewusst vegan.
    Fleisch sollte wie Luxus werden. einfach mal gesetzlich den Biostandart als mindest Standart erklären. Dann würde sich vieles ändern und auch weniger gegessen werden.
    Die Textilindustrie im allgemeinen ist Schuld an den Arbeitsbedingungen, da kann man nicht einfach dem Leder die Schuld geben. Das geht auch wieder ein wenig zu weit.
    “Gäbe es keinen Fleischkonsum, gäbe es andere Möglichkeiten Unordnung zu realisieren.” Achso, mit diesen gibt es die Möglichkeiten also nicht. Also Wird erdöl nicht mehr verschwendet und die energie ist auch nur öko dabei gibt es weltweit so gut wie keine ausbeutung da wir ja den Fleischkonsum haben. Zum glück essen immer mehr Leute immer mehr Fleisch. Sonst gäbe es ja viel fieseres…

    Ich komme für mich zu dem Schluss:
    Eine Vegetarischer Tag ist zu wenig. Bei einer 5 Tage Woche sollten die Katinen 3 Tage only Vegetarisch sein, davon vielleicht einer noch Vegan. Aber der eine Tag ist schon schön, wäre noch toll die Imbissbuden betreiber etc. in die Pflicht nehmen könnte.
    Es sollte jeder selbst bestimmen wie er/sie leben will. Aber dieses immer mehr Fleisch ist einfach Falsch. Fleisch sollte wieder ein Luxus fürs Wochenende sein.

    Comment | 18. März 2012
  • Tun wir mal bitte nicht so, als ob nur Fleischkonsum zur Problematik beitragen würde. Jede Art von Tierprodukt führt letztendlich wieder zur massenhaften Ausbeutung anderer Lebewesen, Eier genauso wie Milch und Leder… Der Umgang mit Tieren ist bezeichnend für unsere “Zivilisation”. Wir nehmen uns das Recht zur Ausbeutung, zum Quälen und zum Töten einzig darauf basierend, dass wir uns für intelligenter, bewusster und wertvoller halten, bestärkt durch “ernährungswissenschaftliche” Lügen und falsch verstandene religiöse Aussagen. Genauso gehen wir auch mit anderen Menschen um, vielleicht nicht unbedingt mit dem Nachbarn, den wir kennen, aber mit der Sweatshop-Arbeiterin, die unsere Kleidung näht und dem Plantagenkind, das unser Zuckerrohr erntet. Kapitalismus ist das System des Fressens. Darum heisst es ja auch “Konsument”.

    Abgesehen von den ethischen Einwänden, ist es ökonomischer Unsinn, Verschwendung pur. Geht man dennoch in den Supermarkt, wird man feststellen, dass knapp 90% der angebotenen Produkte tierische Zutaten enthalten.

    Ich habe die Konsequenzen gezogen, wobei ich gestehen muss, dass meine jetzigen Schuhe noch aus Leder sind. Aber auch dort bieten moderne Materialien mittlerweile eine gute Alternative. Veränderung fängt bei einem selbst an. Wenn alle nur darauf warten, dass andere etwas verändern, wird gar nichts passieren.

    Comment | 18. März 2012
  • just

    Ich fände es prinzipiell okay, wenn jeder selber bestimmen könnte. Was ich nicht okay finde: Dass Fleischgenuss offensichtlich von uns allen bezahlt werden muss: die Klimaschäden betreffen uns alle, und außerdem: warum ist Fleisch so billig im Verhältnis zu Gemüse? – Da steckt massive Subventionierung und weltweite Ungerechtigkeit dahinter. Das ist das Gegenteil von Freiheit, wenn Vegetarier für die “Sünden” der Fleisch-Gierigen zahlen.
    Ich finde, unter den gegebenen Bedingungen ist es etwas lasch zu betonen, jeder solle leben, wie er wolle. Da müsste man immer dazu sagen: Ja, aber nicht auf Kosten der anderen, nicht auf Kosten der Hungernden, nicht auf Kosten der nachfolgenden Generationen, nicht auf Kosten der gequälten Tiere. Die Freiheit des einen hört bekanntlich dort auf, wo die Freiheit des anderen beginnt! Das heißt unter anderem: Fleisch müsste von den Fleisch-Essern (-Fresser will ich jetzt mal nicht sagen)auch selbst bezahlt werden, mit allen Nebenkosten. Davon sind wir aber wirklich ganz weit entfernt. Das ganze Freiheitsgerede dient doch im Großen Ganzen dazu, immer von neuem zu verdecken, dass die einen für die Fehler der anderen bezahlen (sollen). Ich habe einen grundsätzlich anderen Freiheitsbegriff.

    Comment | 18. März 2012
  • Wie immer liegt die Lösung in der Selbstverantwortung und nicht in Gesetzen, Regeln oder Moralismus.
    Jeder muss die Konsequenzen seines Handeln selber tragen, Ergo müssten die Fleischesser ihre Tiere selber schlachten. Und ggflls. auch noch vorher im Massentierhaltungsstall besuchen. Wer danach noch sein Fleisch essen mag, dem sei es gegönnt.

    Comment | 19. März 2012
  • @ ed

    Ja, ich weiß, dass mein Kommentar etwas aus dem Zusammenhang gerissen ist, da ich immer versuche eine ganzheitliche Erklärung für kontroverse Bilder zu finden, die unsere Bühne des Lebens täglich hervorbringt. Daher noch folgende Ergänzung zum Thema Fleisch:

    Und wie bei allen kontroversen Themen genügen Einzelbilder nicht, um auch nur annähernd zu erkennen, wohin der Hase läuft. Und selbst das Gesamtbild lässt sich mit dem Fortschritt immer schwerer wahrnehmen … doch einen Versuch ist es wert, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was es mit der Ernährung und dem Fleischverzehr so auf sich hat … und warum viele Menschen, und insbesondere Kinder und ganze Kerle, Pflanzenkost in der Expansion, nur allzu gerne meiden.

    http://www.gold-dna.de/update4.html#up74

    Wird an der Welt im Außen gewerkelt, ist Fleischverzehr angesagt. Wird jedoch erkannt, was diese äußere Welt im Inneren zusammenhält, darf es mehr und mehr Pflanzenkost sein. Bis irgendwann kein Fleischesser, und auch kein Fresser mehr, im Außen wandelt, weil alle Welt sich im Innern vereint. Dann kann auch schließlich auf den Verzehr von Pflanzen verzichtet werden. Wasser fließt und es wird Licht, Materie ist dann längst nicht mehr … der GARTEN lässt mal wieder grüßen.

    Gruß IP

    Comment | 19. März 2012
  • Idealistin

    vielleicht überdenkt so mancher seine einstellung zu fleischgenuss, wenn er diesen film síeht und darüber nachdenkt, ob diese tiere stellvertetend für andere stehen, die sich nicht so gut verständlich machen können.

    Comment | 19. März 2012
  • Idealistin

    Susan Savage-Rumbaugh: The real-life culture of bonobos

    Comment | 19. März 2012
  • just

    @eurotanic
    Ja, der Ansatz mit dem Selber-Schlachten hat schon einmal etwas für sich, gefällt mir. Vermutlich ist das auch ein ganz wichtiger Punkt: Ursachen und Folgen sind so weit auseinander, das alles ist nicht mehr nachvollziehbar für die Leute.
    Gesetze könnten immerhin einen einigermaßen verlässlichen Rahmen abgeben, der das Verhalten des Einzelnen “beantwortet”, und zwar so, dass wünschenswertes Verhalten bestärkt wird. Derzeit ist leider das Gegenteil der Fall: Schädliches Verhalten wird ziemlich oft belohnt. Weil die Rahmenbedingungen entsprechend sind.

    Comment | 20. März 2012
  • Ich bin mir nicht sicher, ob ein Verzicht auf Fleisch wirklich gesund ist. Aber mit einer Reduktion von Fleischverzehr bin ich (vor allem aus gesundheitlichen Gründen) ganz einverstanden.
    Wissenschaftler arbeiten ja seit einiger Zeit an der Herstellung von künstlichem Fleisch. Wenn dies ihnen gelingt und auch keine gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen damit verbunden sind, dann werden viele Probleme gelöst sein.

    Comment | 21. März 2012
  • Ja, ja, diese Wissenschaftler … ich hoffe nur Sie meinen mit künstlichem Fleisch nicht das hier:

    http://www.bild.de/ratgeber/gesund-fit/forschung/wissenschaftler-macht-aus-kot-burger-18443856.bild.html

    Gruß IP

    Comment | 21. März 2012
  • ha ha :) ) Nein, das meinte ich nicht. Was ich meinte, war aus wenigen Fleischzellen künstliches Fleisch herzustellen.

    http://www.br.de/themen/wissen/hamburger-invitro-kunstfleisch100.html

    Comment | 22. März 2012

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