Feb
16
2011

Kaufen für die Müllhalde

Unsere Wegwerfgesellschaft prangere ich hier im Blog ja des öfteren an – eine Konsumorientierung, bei der man sich nach schnell wechselnden Moden und Trends richten muss, will man nicht total „out“ sein. Arte (offensichtlich Deutschlands bester Sender) hat sich dem Thema „Die Wegwerfer“ gestern angenommen und u.a. die Dokumentation „Kaufen für die Müllhalde“ gesendet, die man sich derzeit für einige Tage auf der Arte-Website online anschauen kann. HIER findet man den Beitrag dann online. Sicherlich taucht die Sendung über kurz oder lang auch bei YouTube auf, so dass wir noch etwas länger davon haben!

Wiederholung am Freitag 18. Februar um 10.30 Uhr und Donnerstag 24. Februar um 03.25 Uhr

Heute gekauft und morgen schon Schrott? Die Haltbarkeit technischer Produkte ist oft kurz. Teilweise ist dies von den Herstellern gewollt, doch auch die Haltung vieler Verbraucher hat sich verändert. ARTE schaut auf die Wegwerfgesellschaft.

(…) Heute wollen sich viele Verbraucher nicht mehr mit diesem System abfinden. Als Beispiel für dessen verheerende Umweltfolgen zeigt die Dokumentation die riesigen Elektroschrottdeponien im Umkreis der ghanaischen Hauptstadt Accra. Neben diesem schonungslosen Blick auf die Wegwerfgesellschaft stellt Filmemacherin Cosima Dannoritzer auch die Lösungsansätze von Unternehmern vor, die alternative Produktionsweisen entwickeln. Und Intellektuelle mahnen an, die Technik möge sich auf ihre ursprüngliche Aufgabe zurückbesinnen, auf die dauerhafte Erleichterung des Alltags ohne gleichzeitige Verwüstung des Planeten.

Edit: und HIER noch die Facebook-Seite des Projekts für weitere Infos.

Edit 2: Auf YouTube ist die Doku auch aufgetaucht:

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15 Kommentare »

  • Ich hab die Sendung auch gesehen und kann sie jedem ans Herz legen. Nicht nur für technikaffine Menschen wie mich, denen Konsumverzicht in der Hinsicht weh tut, sondern auch für jeden “normalo” sehr zu empfehlen.
    Schmankerl sind meines Erachtens gewesen:
    Glühbirne die schon 100Jahre brennt und ein Kartell, welches die Lebensdauer der Glühbirne auf 1000h gedrückt hat. Eine Firma aus der ehem. DDR, die eine Glühlampe mit einer Lebensdauer von 100000 Stunden konzipierte und damit im Westen abblitzte. Nylon Strümpfe, die von der unverwüstlichkeit durch weglassen gewisser Zusatzstoffe wieder Laufmaschen ziehen und eingebaute Akkus mit MHD (maximales Haltbarkeitsdatum) bie einem ach so grünen Hersteller. Wie gesagt – unbedingt Wiederholung anschauen und wenns geht aufnehmen und so vielen wie möglich zeigen!

    Comment | 16. Februar 2011
  • Die Doku war sehr interessant.
    Einiges davon war mir bereits bekannt.
    Aber in dieser Ausgeprägtheit dennoch erschütternd.

    Hat jemand eine Idee, wie man den Film von Arte herunterladen kann?

    Leider haben auch diese Filme nur eine begrenzte Haltbarkeit.

    Soll heißen: sie werden nach kurzer Zeit gelöscht … warum auch immer.

    Comment | 16. Februar 2011
  • Also es gibt zB für den Mac ein Freeware-Programm namens Mediathek, mit dem man viele Beiträge, die die öff.-rechtlichen Sender online stellen, herunterladen kann. Auch für Windows gibt es ein vergleichbares, ich meine, es heißt auch irgendwas mit “Mediathek”.
    Hier das OSX-Programm:
    http://appdrive.net/mediathek/

    Und hier die Infos für Windows und Linux (etwas runterscrollen):
    http://www.loadblog.de/software/mediathek-film-streams-download-ard-zdf-arte/

    Comment | 16. Februar 2011
  • brody

    das gesuchte Orginalprogramm (nicht freeware, sondern opensource) findet sich unter:

    http://zdfmediathk.sourceforge.net/index.html

    habe es gerade auch aktualisiert, weil ich die Doku unbedingt brauchte. Als “Lichtler” wusste ich schon in den 80′ern vom Glühbirnen Kartell, was manchmal wie ein Mythos des Alltags klang, ich nur durch “mündliche Überlieferung” davon wusste, doch nie im Detail die Fakten, bis es in der ZEIT 1999 in der Rubrik “Stimmt’s” kurz behandelt wurde:
    http://www.zeit.de/1999/33/199933.stimmts_gluehbir.xml?page=all

    Doch was in dieser großartigen Doku gezeigt wird, verschlägt einem dann doch glatt den Atem.

    Sehr schön auch das gezeigte Dilemma der Ingenieure.
    Als Sohn eines Ingenieurs wusste ich von der Zweischneidigkeit der “Materialtests” und habe allein deswegen das Glühbirnenkartell für wahrscheinlich gehalten habe.

    In den 90′ern besorgte ich mir noch das ein oder andere Computerteil vom Wertstoffhof, bis es allg. üblich wurde, es einem zu verbieten.
    So habe ich den Doku-Teil über den Elektro Schrott in Afrika mit einer gew. Empathie verfolgt.

    Eine großartige Doku, die bei allen erschreckenden Zusammenhängen Menschen Raum gibt, die Anlaß für Optimismus gibt.

    ach ja @butterbloemchen
    “sie werden nach kurzer Zeit gelöscht … warum auch immer.”

    Stichwort “Rundfunkstaatsvertrag”
    http://www.zeit.de/online/2009/zdf-online-angebot-kuerzung

    und dann mal recherchieren, wie es dazu gekommen ist

    man kann gar nicht soviel fressen, wie man k***** möchte

    Comment | 16. Februar 2011
  • Danke @brody.

    Die Sache mit dem Rundfunkstaatsvertrag ist bekannt.
    Der Satz war auch eigentlich (stark) sarkastisch gemeint.
    Wollte jetzt hier aber nicht eine Diskussion zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen vom Zaun brechen.
    Das wäre ein Abendfüllendes Thema ;-)

    Comment | 16. Februar 2011
  • Seba

    Hallo an alle,

    ich habe gestern den besagten Film gesehen und würde gerne weiterführende Literatur zu diesem Thema lesen. Welche Autoren/ Bücher könnt Ihr mir empfehlen um noch tiefer in die Problematik einzusteigen? Wäre für Eure Hilfe Dankbar.

    Liebe Grüße

    Comment | 16. Februar 2011
  • Cosima Dannoritzer

    Hallo! Vielen Dank für Euer Interesse an meiner Doku. Hier noch ein Link zur Facebook-Seite, wo wir Infos (Debatten, Screenings, Festivals) reinstellen:
    http://www.facebook.com/pages/Kaufen-fur-die-Mullhalde/141912235870188
    Wir freuen uns über neue Freunde!
    Hier noch die englische Seite, zum Weiterempfehlen :-)
    http://ca-es.facebook.com/pages/The-Light-Bulb-Conspiracy/181469828550173?v=app_2309869772

    P.S. Der Film steht übrigens nicht unbegrenzt im Netz, weil das wegen der Archivrechte nicht geht (Internetrechte sind viel teurer, und wir haben so schon drei Jahre zur Finanzierung gebraucht…). Aber demnächst wird eine DVD erhältlich sein, mit vielen Extras, Sprachfassungen… mehr Infos demnächst auf Facebook.

    Comment | 17. Februar 2011
  • Im “Freitag” erschien heute ein ausführlicher lesenswerter Artikel zum Thema: http://www.freitag.de/wochenthema/1107-das-bewusstsein-ist-verschwendend-gering

    Comment | 17. Februar 2011
  • [...] Die Hälfte der Lebensmittel, die weltweit erzeugt werden, landet auf dem Müll. Siehe auch den Verweis bei konsumpf zur Dokumentation „Kaufen für die Müllhalde“ bei arte.Medienkrieg: Die Bundeswehr treibt mit [...]

    Pingback | 17. Februar 2011
  • chapultepec

    @Seba

    In den englischem Transkript von “Story of Stuff” werden einige Bücher erwähnt (S. S. 10, Fußnote 48, 49) [http://www.storyofstuff.com/international/pdfs/script_english_annotated.pdf ]

    In dem Transkript von der Doku “Century of Self (Teil 1) [Teil 1 beschäftigt sich mit E. Bernays (der Vater der "Public Relations ", ehem. Propaganda)]” werden auch einige Namen gennant. Ich würde mich erkundigen ob diese Bücher in dt. Sprache erhältlich sind, falls nicht und vorausgesetzt Dein Englisch ist gut genug- würde ich mir die Originale kaufen

    Google-Videolink
    http://video.google.com/videoplay?docid=6718420906413643126#

    Hier ein Transkript: http://hareloco.spaces.live.com/blog/cns!E7089CD7CF32AA20!239.entry

    “…What Bernays had created was the idea that if a women smoked it made her more powerful and independent. An idea that still persists today.

    * It made him realize that it was possible to persuade people to behave irrationally if you link products to their emotional desires and feelings *

    The idea that smoking actually made women freer, was completely irrational. But it made them feel more independent. It meant that irrelevant objects could become powerful emotional symbols of how you want to be seen by others.

    Peter Strauss – Employee of Bernays 1948-1952:

    * Eddie Bernays saw a way to sell product was not to sell it to your intellect, that you ought to buy an automobile, but that you will feel better about it if you have this automobile.*

    I think he originated that idea that they weren’t just purchasing something that they were engaging themselves emotionally or personally in a product or service. It’s not that you think you need a piece of clothing but that you will feel better if you have a piece of clothing. That was his contribution in a very real sense. We see it all over the place today but I think he originated the idea, the emotional connect to a product or service.

    What Bernays was doing fascinated Americas corporations. They had come out of the war rich and powerful, but they had a growing worry. The system of mass production had flourished during the war and now millions of goods were pouring off production lines. What they were frightened of was the danger of overproduction, that there would come a point when people had enough goods and would simply stop buying.

    * Up until that point the majority of products were still sold to the masses on the basis of need. While the rich had long been used to luxury goods for the millions of working class Americans most products were still advertised as necessities. *

    Goods like shoes stockings even cars were promoted in functional terms for their durability. The aim of the advertisements were simply to show people the products practical virtues, nothing more.

    What the corporations realized they had to do was transform the way the majority of Americans thought about products. One leading Wall Street banker, Paul Mazer of Leahman Brothers was clear about what was necessary.

    * We must shift America, he wrote, from a needs to a desires culture. People must be trained to desire, to want new things even before the old had been entirely consumed. We must shape a new mentality in America. Man’s desires must overshadow his needs.*

    Peter Solomon – Investment Banker – Leahman Brothers: Prior to that time there was no American consumer, there was the American worker. And there was the American owner. And they manufactured, and they saved and they ate what they had to and the people shopped for what they needed. And while the very rich may have bought things they didn’t need, most people did not. And Mazer envisioned a break with that where you would have things that you didn’t actually need, but you wanted as opposed to needed.
    And the man who would be at the center of changing that mentality for the corporations was Edward Bernays…”

    Comment | 17. Februar 2011
  • chapultepec

    @Seba

    Die Links tust am liebsten kopieren und einfügen, drauf klicken funktioniert nicht so gut : (

    Comment | 17. Februar 2011
  • Seba

    @chapultepec

    Vielen Dank für die Mühe und die Tipps :-)
    Habe gerade ein Buch von Serge Latouche in der Hand “Die Unvernunft der ökonomischen Vernunft”, dieser war bei der Debatte, nach der Doku, mit dabei.

    Was aber doch recht verwunderlich ist, dass es wohl nicht gerade viel Literatur für solch ein brisantes Thema gibt. Schaut man hingegen auf Bspw. den Marketingbereich wird man regelrecht zugeschüttet mit Büchern…traurig

    Comment | 17. Februar 2011
  • ed saxum

    echt interessant das ganze. Man denkt immer “früher hat doch alles länger gehalten” und das Denken wird bestätigt dabei bin ich nicht mal 30. Verbreitet hab ich die YT Fassung schon. Nur Schade, dass man nur Leute erreicht die eh schon kritisch sind.
    Achja don’t do Facebook

    Comment | 20. Februar 2011
  • “Was sind wir eigentlich?” – “Tja, keine Ahnung… Konsumenten!?” – “So ist es! Wir sind Konsumenten. Wir sind Abfallprodukte der allgemeinen Lifestyle-Obsessionen. Mord, Elend, Verbrechen… Solche Sachen interessieren mich nicht. Mich interessieren vielmehr all die Promi-Magazine und Fernsehen… 500 Kanäle… ein Namensschild auf meiner Unterhose… Aspartame… Viagra… Olestra.” – “Martha Stuart…” –”Scheiß auf Martha Stuart! Martha poliert das Messing auf der Titanic, es geht alles unter, Mann! Was geschissen auf deine Sofa-Garnitur und auf die Strinege-Streifenmuster. Ich sage: Fühl dich nie vollständig. Ich sage: Schluss mit der Perfektion. Ich sage: Entwickeln wir uns! Lass die Dinge einfach laufen.”

    Herrgott noch mal, eine ganze Generation zapft Benzin… Räumt Tische ab… Schuftet als Schreibtisch-Sklaven. Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen Jobs, die wir hassen, kaufen dann Scheiße, die wir nicht brauchen. Wir sind die Zweitgeborenen der Geschichte, Leute – Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg, Keine große Depression. Unser großer Krieg ist ein Spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir wurden durch das Fernsehen aufgezogen in dem Glauben, dass wir alle irgendwann mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars… Werden wir aber nicht. Und das wird uns langsam klar. Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten.”
    http://www.meet-teens.de/philosophisches/9043-tyler-durden-jesus.html

    Mfg

    Comment | 20. Februar 2011
  • Das komplette Video bei Youtube unter folgendem Link zu erreichen:
    Kaufen für die Müllhalde

    Comment | 22. Februar 2011

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