Jul
29
2011

Gentech-Landwirtschaft (+ YouTube-isierung des Wissens)

Okay, okay – ich habe heute ein weiteres Video von Euch, das in die Kategorie „Mit hübschen bis drolligen Animationen die Welt leichter erklärbar machen“ fällt. Dass dieses Format, das spätestens seit „The Story of Stuff“ und den Clips von Alexander Lehmann („Du bist Terrorist“) derzeit einen absoluten Boom erlebt, ist offensichtlich, denn man begegnet ihnen mittlerweile überall im Netz – bei YouTube, auf Blogs und anderen Websites. Das finde ich zunächst einmal gut, denn auf diese leicht konsumierbare Weise, die auch jüngere Menschen und diejenigen, die sich eher nur bespaßen lassen wollen, anspricht, werden deutlich mehr Leute erreicht, als wenn man knochentrockene und ellenlange Abhandlungen dazu verfasst. (Von daher sollte ich vielleicht aufhören, hier so viele Worte zu verlieren und mich lieber um eine Ausbildung als Filmemacher bemühen?) So werden Themen, die ansonsten eher links liegen gelassen werden und um die sich viele aktiv nicht weiter kümmern würden, plötzlich zugänglich, sie tauchen als kleine Geistesblitze im Meer der Event- und Spektakelkultur auf.

Soweit so gut. Aber – irgendwie beschleicht mich dabei in letzter Zeit auch ein etwas ungutes Gefühl. Denn diese Filmchen sind, um die kurzen Aufmerksamkeitsspannen der Webuser nicht überzustrapazieren, in der Regel sehr knapp gehalten. „The Story of Stuff“ gehört mit seinen gut 20 Minuten schon zu den Kloppern – die meisten anderen erreichen kaum 10 Minuten. Dies birgt meines Erachtens die Gefahr, dass schwarz-weiß gemalt wird, dass die Filme polarisieren (was nicht grundsätzlich schlecht sein muss) und nur ganz schwach an der Oberfläche kratzen – so dass der Eindruck erzeugt wird, man wüsste jetzt eigentlich genug zu dem Thema, um fundiert mitreden zu können. Oder sehe ich das jetzt zu kritisch?

Gerade bei komplexen Themen wie der Gentechnik sind die Aspekte sicher nicht in ein paar Minuten abzuhandeln bzw. kann man sie nur kurz und knapp anreißen. Als allererster Einstieg und Überblick über die Problematik ist so ein Video wie das von Greenpeace Schweiz, das ich neulich entdeckte, absolut empfehlenswert – aber es empfiehlt sich natürlich trotzdem, sich noch weiter zu informieren.

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16 Kommentare »

  • Mütze

    Innerhalb dieses Kontextes unterteile ich meine Mitmenschen in 3 Kategorien: interessiert, desinteressiert und irgendwas dazwischen. Die Leute die sich im “Dazwischen” befinden hören sich Dieses und Jenes gerne an, haben aber keine Lust darüber zu diskutieren und/oder finden sich damit ab, dass Dieses oder Jenes eben so ist und stellen resigniert fest, dass -man- daran sowieso nichts ändern könne. Zum Anderen fehlt oft die eigene Zeit, sich mit solchen komplexen Themen auseinander zu setzen, zumindest wird dies oft als Argument eingebracht, die Sache ruhen zu lassen. Eigene Meinungsbildung, selbstreflektorische Ansätze sind nach meinen Erfahrungen selten vorhanden. Selbst ich habe oft Schwierigkeiten meinen eigenen Standpunkt zu finden, da es immer zwei Seiten einer Medaille gibt, wie man so schön sagt. Darüber hinaus werde ich zugebommt mit Daten und Fakten, die sowohl die eine Seite als auch die andere schön- bzw. schlecht redet. Welcher von beiden soll -man- da nun Glauben schenken. Als Laie ist das oft nicht so einfach.

    Interessierte Menschen lassen sich, denke ich, auch von einem eher “trockenem Papier” nicht abschrecken auch wenn ein Unterhaltungsmedium da vieles erleichtern kann und auch angenehmer zu “ertragen” sei. Das Engaement liegt wahrscheinlich höher, Dinge zu hinterfragen und tiefer in ein Thema einzutauchen. Somit wären kurzminütige Clips ein guter Einstieg. Zu diesen sollten aber unbedingt immer Verweise enthalten sein, wo sich der Interessierte tiefergehend informieren kann, sonst macht das Ganze irgendwie keinen großen Sinn und Gefahr laufen könnte, wie du schon angemerkt hast, “schwarz-weiß zu malen” und als “Stammtischparole” verkommen könnte, wenn überhaupt einmal Dieses oder Jenes bei einem kühlen Bier thematisiert wird.

    Desinteressierte…nun, wo soll ich da anfangen…- Um diplomatisch zu bleiben: Jeder-hat-so-seine-eigenen-Interessen auf die er oder sie seine oder ihre Schwerpunkte setzt. Nicht jeder interessiert sich für oder gegen die Abholzung von Regenwäldern oder monnopolisierendes Wirtschaften. Viele dürften viel zu oft viel zu viele eigene Problemchen haben, um für solche Themen… -gedingst zu werden, verdammt, jetzt fällt mir das Wort nicht ein, nicht mal nach einer herrlich, erfrischenden Dusche…naja, du weißt was gemeint ist. Von daher ist es für diese Kategorie Mensch schnurzpiepe, ob ersie ein 1000-seitiges Dokument in den Händen hält oder ein 3min Youtubevideo seine kostbare zeit raubt. -
    Nur eine Meinung.

    Comment | 29. Juli 2011
  • @ Mütze: sehr guter Kommentar, dem ich auch aus eigener Erfahrung nur zustimmen kann. Ich bin zum einen immer wieder erstaunt, wie viele Leute wirklich komplett ignorant gegenüber den aktuellen Problemen sind, und zum anderen wie viele zumindest Dinge wahrnehmen, aber nicht auf ihr eigenes Verhalten übertragen…

    Comment | 29. Juli 2011
  • Idealistin

    Hallo Mütze,

    schließe mich Peter an, ein schöner Kommentar.

    Übrigens die 3 Kategorien sind ein guter Ansatz. Sinn macht es nur, wenn die Interessierten, ihrem Interesse auch Taten folgen lassen.

    Beste Grüße
    Idealistin

    Comment | 30. Juli 2011
  • Mütze

    Hallo ihr beiden habt vollkommen recht.
    Lasst uns das Angebot auf aktiv und passiv Interessierte erweitern. :D

    Ich sprech´ mich eh dafür aus knallharte Themen mit Humor und Spiegelneuronen zu begegnen ohne die Ernsthaftigkeit zu verlieren.

    Comment | 30. Juli 2011
  • Wasabi

    ob ich mich in die Kategorien einteilen lassen kann…gute Frage.
    Die Ignoranz in dieser Welt ist ungeheuerlich. Früher war ich auch ein Desinteressierter,aber ich würde mich eher als “Schläfer” betrachten. Earthling öffnete mir die Augen in Bezug auf den Umgang mit Tieren,ich habe jedoch erst 2 Jahre später gehandelt und ernähre mich heute vegan.

    Konsumpf hat mir ebenfalls die Augen geöffnet. Ich weiß nich welcher Artikel es war und wie ich auf diese Seite kam,aber ich hatte echt keinen Plan von der Verschwendung und Zerstörung die tagtäglich um mich herum und fernen Kontinenten geschieht.

    Wenn ich nicht selber ruhig und geduldig genug wäre um die “Fehler” anderer Menschen zu ignorieren,hätte ich zweifellos keine Freunde mehr und würde mich wahrscheinlich auch nicht mit meinen Eltern verstehen. Einer meiner besten Freunde ist der größte Ignorant,den ich kenne. Absolut Desinteressiert an allem politischem. Er nimmt nie Stellung und geht nicht wählen. Er ist unpolitisch,isst viel Fleisch,trinkt Wasser aus Flaschen und holt sich jedes halbe Jahr ein neues Smartphone und besitzt auch sonst sehr viel Technik und er meint es nicht einmal böse,er ist einfach nur ein desinteressierter Konsument.

    Nebenbei komme ich nicht mehr so häufig bei Konsumpf vorbei und lese auch nicht alles,weil ich das Gefühl habe,dass sich eh nichts bewegt in der Welt und mich dies deprimiert. Respekt an Peter,dass er immer noch fast täglich Einträge reinstellt,obwohl er nicht immer Rückmeldungen bekommt und der Wahn weiter geht.

    Comment | 30. Juli 2011
  • “Respekt an Peter,dass er immer noch fast täglich Einträge reinstellt,obwohl er nicht immer Rückmeldungen bekommt und der Wahn weiter geht.”

    Danke danke, aber ich bin halt nach wie vor der Meinung, dass man das aktuelle Geschehen nicht einfach so hinnehmen darf, von daher werde ich weiter posten – steter Tropfen höhlt den Stein! :-)

    Solche Freunde, wie Du sie beschreibst, also desinteressiert an tieferen Hintergründen und dem Hinterfragen des eigenen Verhaltens habe ich leider auch. Ich kann mich allerdings nicht immer zurückhalten und lasse (wohldosiert) auch die eine oder andere Info oder auch mal Kritik einfließen… Aber man muss wirklich aufpassen, dass man sich nicht als “Oberkritiker” aufspielt, der anderen “bloß ihren Spaß (= hemmungslosen Konsum) verderben” will…

    Comment | 30. Juli 2011
  • Tania-Marie

    Mir wird auch häufig vorgeworfen dass ich anderen den Spaß verderbe, alles “viel zu eng” sehe und so weiter wenn ich Manches sage was keiner (in meinem Freundeskreis) hören will…aber ich mache das vor allem aus dem Grund weil ich gerne in den letzten Jahren jemand gehabt hätte, der mich auf manche Dinge hinweist die ich jetzt langsam und mühsam über verschiedene Medien in Erfahrung bringe. Als ich vor einigen Monaten den Film “Earthlings” schaute (seitdem bin ich Vegetarierin) war ich regelrecht sauer auf meine gesamte Umwelt, dass mich in den 18 Jahren meines Lebens niemand auf Massentierhaltung und Tierquälerei hingewiesen hat und jeder zugesehen hat, wie ich gedankenlos Fleisch gegessen habe ohne dass mir bewusst war ein totes Tier auf meinem Teller liegen zu haben. Natürlich ist es vor allem meine Aufgabe, mich über solche Dinge zu informieren aber ich konnte es einfach nicht glauben dass mich nie jemand so richtig mit diesem Thema konfrontiert hat. So geht es mir auch mit dem Thema Konsum und anderen Sachen: Sobald ich mehr darüber herausfinde und mein Verhalten überdenke frage ich mich warum mir das nicht schon viel früher irgendjemand gesagt hat.
    Deswegen werde ich daran festhalten allen die ich kenne fast ständig auf die Nerven zu gehen; in der Hoffnung dass irgendjemand mal die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und etwas sagt wie “Stimmt ja! Darüber habe ich ja noch gar nicht nachgedacht! Danke dass du mich darauf hingewiesen hast!” Aber wahrscheinlich kann ich da noch lange warten^^
    Und in diesem Sinne Danke an Peter M., ich bin fast jeden Tag hier um mich inspirieren zu lassen ;)

    Comment | 31. Juli 2011
  • Idealistin

    Wasabi,

    richtig – du kannst die den Mund fusselig reden und trotzdem machen alle weiter wie bisher. Mein Reden.

    Allerdings setze ich auf den Nachahmer-Effekt.
    Besonders bei Kindern wirkt er und wo Eltern bewusster konsumieren und Kinder es nicht nur erleben, sondern auch im Freundeskreis weitertragen, kann sich –so hoffe ich- eine positve Entwicklung einstellen.

    Bei alteingefahrenen Verhaltensmustern wird sich nicht viel machen lassen- dazu sind die meisten viel zu bequem….

    Wirkliche Veränderungen kann nur von der nächsten aufwachsenden Geration erfolgen, dazu müssen wir aber schon heute Signale setzten, damit sich ein Umdenken einstellen kann.

    Übrigens war W. Grupp (Trigema) in Leer und sprach sich für den Standort Deutschland aus. Leider habe ich nicht daran teilnehmen können.

    Aber hier ist ein Link

    http://www.youtube.com/watch?v=GC40VTCJWU0

    Solche Unternehmer braucht unser Land!!! Ich hätte nicht gedacht dass ich einen Unternehmer mal so gut finden würde…

    Beste Grüße
    Idealistin

    Comment | 1. August 2011
  • Nun ja, es ist nicht alles Gold was glänzt. Herr Grupp tritt für eine Produktion in Deutschland ein. Aber er behandelt seine Mitarbeiter auch eher sehr patriarchalisch, wie man mir sagte. Aber der Ansatz, mehr in Deutschland selbst zu produzieren ist schon mal nicht schlecht, denn anders macht abhängig.
    Ich mache übrigens auch die Erfahrung, dass Viele sich nicht so viele Gedanken machen wollen, da ihnen die Zukunft dann mehr Angst macht. Vielleicht ist dass dann auch nicht gut, denn wer Angst hat, läuft wieder irgendwelchen fehlgeleiteten Ideologien hinterher.
    Was mich nur wundert ist, warum unsere doch so hochgerühmten, intelligenten Volksvertreter überhaupt einen solchen Anbau zulassen. Das ist doch nur wieder ein Beweis dafür, wie korrupt inzwischen unser Politikapparat ist. Ich hatte dazu auch schon gepostet:
    Ich könnte kotzen: so korrupt sind unsere gewählten Repräsentaten inzwischen …

    Comment | 1. August 2011
  • Vielleicht müssen wir einfach erkennen, dass Korruption, Lobbyismus und Propaganda in diesem Land und dieser Welt inzwischen ein solches Ausmaß erreicht haben, dass es der Mehrheit der Menschen gar nicht mehr möglich ist, das kleine rote Fädchen der Wahrheit in diesem alltäglichen Wust an Fehl- und Nullinformationen zu entdecken und ihm zu folgen?

    Obwohl ich persönlich ein ausgemachter Optimist bin, kann ich hier doch nur schwarzmalen: Ich sehe in keinem einzigen Bereich (wobei einzelne Bereiche auch gar nicht zielführend wären, aber das ist ein anderes Thema) auch nur den Hauch eines Ansatzes zur Umkehr. Ganz im Gegenteil. Alles rutscht in einer Linie den gewohnten neoliberalen Weg in Richtung des kapitalistischen Untergangs – und alles Rufen der Mahner, die ja sogar teilweise in der Progagandapresse erwähnt werden, verhallt vollkommen wirkungslos. Und das nicht erst neuerdings, sondern seit Jahrzehnten. Die (katastrophalen) Ergebnisse sind bekannt und allgegenwärtig – werden aber von denselben Propagandamedien regelmäßig wieder relativiert und schöngelogen.

    Die paar Superreichen ersticken allmählich in ihrer unkontrolliert wachsenden Fettschicht, während der überwältigende Rest der Menschheit dramatisch zunehmend in bitterer Armut versinkt, während zeitgleich auch die letzten Reste der Natur, der Tierhaltung und sogar der Pflanzenzucht kapitalistischen Verwertungsinteressen unterworfen und ausgebeutet werden. Nur ein Beispiel von so vielen: Schaut Euch Jean Zieglers nicht gehaltene Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele an – allein da findet man so unerhört viele Zahlen und Fakten, die uns alle – und ganz besonders die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen – eigentlich dazu veranlassen sollten, vor lauter wortloser Scham im Boden zu versinken:

    http://www.youtube.com/watch?v=74ppqi8vhlU

    Allein: die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen WISSEN das alles. Und sie ändern dennoch seit Jahrzehnten nichts – egal, welche Partei da auch involviert war. Was sagt uns das also über die Möglichkeiten der “Umkehr”, der Verbesserung der Situation für all die gepeinigten Menschen, Tiere und die Ökölogie? – Richtig: Alles wird weiter seinen gewohnten, kapitalistischen Gang gehen.

    Ändern könnte sich nur dann etwas, wenn massenweise andere Parteien gewählt werden oder wenn zumindest die Massen auf den Straßen stehen würden … aber das ist – wenigstens in Deutschland – eine so hanebüchene Utopie, dass wohl eher (um die “christliche” Partei bloßzustellen) “ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in den Himmel gelangt” (Bibel, Markus 10, 25).

    Dieser Bande ist der Himmel egal – sie will einfach nur reich sein – unermesslich reich, und das sehr gerne auf Kosten aller anderer Menschen und der Umwelt. So einfach und so ekelig ist diese Ideologie im Grunde. Ein Kampf dagegen erscheint momentan – leider – aussichtslos.

    Comment | 2. August 2011
  • @Charlie,
    besser geht es nicht auf den Punkt zu bringen!
    Über das Internet stehen alle Informationen zur Verfügung, um zu erkennen, was Du zusammengefasst hat. Nur gibt es zu viele Ablenkungen für den braven deutschen Bürger, als dass er sich da hineinversenken mag.
    Es sieht also so aus, dass erst wieder das groeß Chaos ausbrechen muss, bis sich die Menschen beginnen, sich mit dem wirklichen Ausmaß der Korruption zu beschäftigen. Dann wird aber die Zeit zu knapp sein, als das wir eine geregelte Transformation angehen können. Und dann wird es wie fast immer sein, dass die Masse irgendeinem Ideologe, der das Heil verspricht, in das noch größere Verderben hinterhergelaufen wird.
    \”Andere Parteien wählen …\”, ja das ist definitiv eine gute Alternative. Inzwischen gibt es da eine ganze reihe Alternativen. Damit diese die 5% schaffen, wäre es vielleicht gar nicht schlecht, wenn sie sich noch zusammenschließen würden.
    Ich habe noch große Hoffnung, dass die Bewegung \”echte Demokratie jetzt\” möglichst schnell viele Menschen erreicht, dass zumindest bei der nächsten Wahl das Thema Bürgerbeteiligung durchkommt. Denn so kann der Korruption schon mal eine erste Hürde entgegengestellt werden.

    Comment | 2. August 2011
  • Idealistin

    @ Charlie, Martin u.a.

    super Rede. Danke für den eingestellten Link. Das habe ich gar nicht mitbekommen.
    Ziegler hat die Wahrheit einfach beim Namen genannt. Probleme angesprochen und die „Großen“ der Geldwelt angeprangert. Unsere Politiker sind Schachfiguren im großen Wirtschaftsmonopoly, noch schlimmer, neben dem Amt sind sie aktiv in Unternehmen eingebunden als Berater, im Vorstand etc.

    Die Wirtschaftsnationen sind zwar nicht Verursacher der Missstände in Somalia, tragen aber die Verantwortung für die nicht ausreichend erbrachten Leistungen /Dienste, zur Rettung von Menschenleben.

    In einer globalisierten Welt, in der Konzerne durch andere Länder profitieren; Wirtschaftsnationen immer fetter werden sind Ausgleichshandlungen an arme Regionen einfach ein MUSS!

    Auf der Welt herrscht ein Reichtum wie niemals zuvor in der Geschichte. Was wir haben ist ein Verteilungsproblem, nicht nur bei Nahrungsmitteln, wie Ziegler aufzeigte.
    Verwerflich, dass man Banken mit Milliarden rettet, und wir Steuerzahler zahlen die Zechen für grobe Fehler von Spekulanten, die nach wie vor weitermachen wie bisher.
    Die Eurorettung ist das zweite Übel, vor allem auch, weil es im EU-Vertrag gar nicht erlaubt ist, dass Staaten für andere Länder aufkommen, wenn sie in einer finanziellen Schieflage geraten sind.! Griechenland hat von Anfang an mit gezinkten Karten gespielt, sich den Eintritt in die Eurozone ergaunert…

    Somalia hat nur ca. 10 Millionen Einwohner, also in etwa so viel wie eine große Trabantenstadt. Dürre, Bürgerkrieg, Führungslos und fundamentalistische islamische Bewegungen, keine vernünftige Infrastruktur, ein Land im Elend…
    Wäre es politisch, wirtschaftlich interessant, dann würden die USA mitmischen und darauf achten Bodenschätze oder sonstiges zu sichern… Aber es ist klein uninteressant und spielt daher keine große Rolle auf der Weltenbühne. Die Medien verteufeln nur die Piraten die Schiffe kapern. Jetzt nachdem man solange gewartet hat, bis eine ganze Bevölkerung zu verhungern droht, hat Somalia den Weg in die Schlagzeilen gefunden. Viel zu spät, zudem verhindern Fundamentalisten die Hilfe von außen- wäre ja alles gar nicht so schlimm, wie es in den Medien dargestellt wird…
    Die Spendenbereitschaft der Deutschen an Hilfsorganisationen hält sich ebenfalls in Grenzen – Afrika ist ja so weit weg. Mittlerweile denken sich auch viele, warum sollen wir ständig Geld rausrücken, wenn die Politik ihr Geld nur noch in den Ero, in die Banken pumpt und wir immer weniger Geld in der Tasche haben. Der Realverlust bei den Niedriglöhnern liegt bei 20-25% beim Nettolohn, nicht bei 2,5 wie die Statistik schreibt…
    Trotzdem spenden mehr Arme als Reiche- weil die wissen was Armut bedeutet!

    Grupp-Video

    Grupp hat die Problematik der Steuerzahler auch angesprochen und er hat Recht damit. Auch wenn er ein Patriarch ist – hat er dennoch die richtige Einstellung zum Ganzen. Außerdem kann er als Arbeitgeber nicht so schlecht sein, denn viele seiner Angestellten sind mehr ca. 20 Jahre dabei. An der Arbeitslosigkeit kann es nicht liegen, BaWü hat neben Bayern die niedrigste Quote. Er steht auch zu seinen Mitarbeitern, garantiert den Kindern der Angestellten einen Ausbildungsplatz. Ich halte ihn für jemanden mit festen Prinzipien, die er auch lebt.

    Beste Grüße
    Idealistin

    Comment | 2. August 2011
  • @ Charlie: Danke für den Vortragslink – den werde ich mal die Tage aus den Kommentaren in den Blog ziehen, damit es noch mehr Leute sehen :-)

    Comment | 2. August 2011
  • Ja, ich halte Zieglers Rede (wie fast alle seine Texte) auch für sehr wichtig und prägnant – auch wenn er sie im Video etwas “hölzern” vorträgt. Daher hier noch ergänzend ein Link zur Süddeutschen, die den Text der Rede ebenfalls (hübsch versteckt im “Kulturteil”) dokumentiert hat:

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/dokumentation-jean-ziegler-nicht-gehaltene-rede-zur-eroeffnung-der-salzburger-festspiele-1.1124001

    Mir gefriert allein beim Lesen der ersten beiden Absätze das Blut in den Adern …

    @ Martin:

    Die Sache mit den “anderen Parteien” ist in der Tat eine heikle Frage. Mir fällt da beispielsweise die Linke ein, die vieles von dem, was ich für absolut richtig halte, propagiert, und auch den Äußerungen einzelner Individuen dieser Partei stehe ich oft sehr positiv gegenüber (wie beispielsweise Frau Wagenknecht, deren letztes Buch “Freiheit statt Kapitalismus” mir sehr gefallen hat). Auf der anderen Seite erfüllt es mich mit Entsetzen, wenn ich mit ansehen muss, was diese Partei verzapft, wenn sie in Regierungsverantwortung ist, wie z.B. in Berlin.

    Ich frage mich sehr oft, wie solche Diskrepanzen zu erklären sind – und komme dabei immer wieder nur zu dem Ergebnis, dass offenbar (wie bei der SPD schon vorexerziert worden ist) versucht wird, “U-Boote” in die Partei zu schleusen, die dann bei Wahlerfolgen die Opportunisten geben. Anders ist es mir kaum erklärbar, wie beispielsweise Schröder vor 6 Jahren urplötzlich und entgegen allen vorherigen Ankündigungen einen solchen Umsturz mit seiner “Agenda 2010″ herbeiführen konnte, der die SPD auf einen weit rechts jenseits der Kohl-CDU gelegenen Kurs getrieben hat – auf dem sie bis heute herumdümpelt.

    Als weitere Alternative fällt mir dann noch die Piratenpartei ein – wobei es auch da sicherlich viel zu kritisieren gäbe. Mit einer “echten Demokratie jetzt” verbinde ich nichts, eine solche Partei ist mir bislang leider nicht bekannt.

    Comment | 3. August 2011
  • Mütze

    Ja. Die Rede Zieglers war prädestiniert dafür sie nicht vorzutragen; bzw. sie nicht vorttragen zu dürfen…um Herrn Schmidt zu zitieren: “Ich bleibe bei dem was ich gesagt habe.”

    Comment | 3. August 2011
  • seh vieles ähnlich wie oben thematisiert …

    gefährlich wird’s dann bei sowas

    http://www.youtube.com/watch?v=fjagWFEmnpg
    –> Scientology

    http://www.youtube.com/watch?v=hTheVwj64k8
    –> rechtes Lager?

    auch schöne Bsp.e dass ne “coole Animation” nicht alles ist

    Gruß

    Comment | 18. August 2011

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