Jul
20
2009

Nochmal Streifzüge – „Energiewende zwischen infantilen Phantasien und Ernüchterung“ und mehr

Nachdem ich inzwischen ein wenig intensiver in der neuen Ausgabe der „Magazinierten Transformationslust“, dem Heft Streifzüge, gelesen habe (das man sich nach wie vor HIER komplett als pdf herunterladen kann, und das kostenlos), möchte ich Euch doch noch ein paar weitere Artikel daraus ans Herz legen. Das Oberthema der aktuellen Ausgabe ist „Ressource“, und so geht es vor allem um Energiepolitik, erneuerbare Energien, aber auch um das generell maßlos Ressourcen verschlingende Wirtschaftswachstumssystem, in dem wir leben.

solar_panelSehr interessant finde ich beispielsweise Bruno Kerns Beitrag „Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar. Energiewende zwischen infantilen Phantasien und Ernüchterung“, der sicher für LOHAS & Co. etwas härtere Kost darstellen dürfte, denn er räumt mit dem Mythos auf, dass man nur einfach ein bisschen seinen Konsum „begrünen“ und benzinbetriebene Autos durch Elektroautos ersetzen müsse (wie das die Grünen planen), und schon können wir im Prinzip so weiterwirtschaften und -wurschteln wie bisher. Kern legt dar, dass ohne eine grundlegende Abkehr vom Wachstumszwang in der Wirtschaft auch solche Techniken uns nicht retten werden.

(…) Die gedanklichen Kapriolen, die man schlägt, um der schlichten Einsicht zu entgehen, dass unser Wohlstandsniveau drastisch abgesenkt werden muss, sind abenteuerlich. Die ach so verheißungsvolle Effizienzrevolution hat Fred Luks mit einer einfachen Rechnung ad absurdum geführt: Wenn der Ressourcenverbrauch in den Industrienationen bis 2050 um einen Faktor 10 sinken soll (was weitgehend Konsens ist), und wenn man gleichzeitig ein bescheidenes Wirtschaftswachstum von 2 Prozent jährlich unterstellt, dann müsste die Ressourcenproduktivität (also die Menge an Gütern und Dienstleistungen pro Einheit einer bestimmten eingesetzten Ressource) um den Faktor 27 wachsen! Ein Wirtschaftswachstum von 3 Prozent setzt bereits eine 43-fache Energie- und Ressourceneffizienz voraus. Um diese Absurdität zu verschleiern, beschränken sich die ökologisch-kapitalistischen Heilspropheten in ihren Bestsellern immer nur auf beeindruckende Einzelbeispiele. (…)

(…) Ernst Ulrich von Weizsäcker spricht offen aus, worum es geht: „Europäern, Amerikanern und Japanern zu empfehlen, sich in Sack und Asche zu kleiden und auf Wohlstand und Fortschritt zu verzichten, ist eine zum Scheitern verurteilte Strategie. Also sollte die neue Wirtschaftsweise den Charakter eines ‚neuen Wohlstandsmodells‘ haben, um politisch durchsetzbar zu sein.“ (1992, S. 12)

Hier wird übrigens auch überdeutlich, für wen dieses neue Wohlstandsmodell gilt und für wen nicht. Weltweit gesehen nimmt eine kleine Elite für sich in Anspruch, die immer knapper werdenden Ressourcen auch noch für den letzten Teil ihrer Wohlstandsparty einzusetzen. Der ressourcensparende, intelligente, ökologiekompatible Wohlstand ist bei Licht besehen chauvinistische Brutalität. Bereits jetzt sind es global gesehen nur 6 Prozent der Menschheit, die jemals in einem Flugzeug gesessen sind, während in Nigeria unter Lebensgefahr Ölpipelines angezapft werden und im Sudan der erste Klimakrieg tobt. (…)

(…) Überdeutlich wird der illusionäre Charakter der aktuellen Diskussion beim Thema „Mobilität“. Verwundert reibt man sich die Augen, wenn man in gleich zwei Ausgaben des SPIEGEL hintereinander zu lesen bekommt, dass die Biomasse der Erde sieben- bis achtmal größer ist als die Menge, die nötig ist, um den alternativen Treibstoff für unser heutiges Mobilitätsniveau zu sichern.

Leider ist diese Aussage nicht weiter belegt. Aber der Unsinn liegt ohnehin auf der Hand. Die hohen Verluste an fruchtbarem Ackerland durch Bodenerosion, die Ausdehnung der Wüsten etc. sind jedem auch nur oberflächlich Informierten bekannt. Selbstverständlich steht die Erzeugung von Biomasse in unmittelbarer Konkurrenz zur Ernährung der Weltbevölkerung. Der gegenwärtige weltweite Boom beim Anbau von Plantagen für pflanzliche Treibstoffe bedeutet letztlich, dass weltweit gesehen 800 Millionen Autobesitzer (mit entsprechend mehr Kaufkraft) gegen die 2 Milliarden Menschen konkurrieren, die heute unter der Armutsgrenze leben. (…)

Abgesehen vom (hier nicht zitierten) Schlussabsatz des Textes, in dem der Autor quasi für eine staatlich gelenkte Verteilung der Ressourcen (also eine Art Planwirtschaft) eintritt, ist die Lektüre des Artikels meines Erachtens in seiner Gänze nur zu empfehlen!

grun_parsley

© nkzs, stock.xchng

Und wo wir schon mal beim Thema Illusionen in Bezug auf die Rettung des Systems durch höhere Effizienz sind – einen recht spannenden Beitrag verfasste auch Andreas Exner mit „Sackgasse Grünpartei?“ (das sind die Grünen in Österreich), in dem er vor allem auf die Grundproblematik JEDER Partei in unserem System eingeht, nämlich im Grunde staatstragend zu sein. Das passt zu der hier im Blog entbrannten Diskussion bezüglich Anarchie & Demokratie…

Den Charakter der politischen Partei prägt ihre Orientierung auf den Staat. Sie nimmt die Interessen, die der Kapitalismus setzt, in sich auf, formiert sie, tariert Antagonismen wie jenen zwischen Kapital und Arbeit aus und setzt den resultierenden Kräftevektor in Staatshandeln um.Die von einer Partei formierten Interessen zielen grundsätzlich darauf, den Kapitalismus aufrechtzuerhalten: Lohnabhängige wollen Lohnarbeit und wollen ergo Lohn; Kapitalisten wollen Agenten des Kapitals bleiben und ergo Profit. Alle wollen Wirtschaftswachstum, denn ohne Akkumulation von Kapital läuft im Kapitalismus nichts. (…)

(…) Die Partei ist strukturell gesehen ein Stimmenmaximierungs-Apparat. Die Bedingung seiner Möglichkeit ist die Abtrennung der Einzelnen von ihren Entscheidungsmöglichkeiten. Die Abgabe der Stimme bei der Parteienwahl ist ein Mechanismus, mit dem der Staat sich Legitimität verschafft. Es ist kein Mechanismus der kollektiven Selbstbestimmung. Umgekehrt ist die Abtretung von Stimmen an eine Partei kein Mechanismus der Delegation von Entscheidungen zwecks Komplexitätsreduktion. Ihr Ergebnis ist vielmehr Repräsentation der Entscheidungsbefugnis, die den Wählenden per Wahl entzogen wird. (…)

(…) Der Partei geht es nicht wesentlich um die Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse, sondern um deren effiziente Ausnutzung zur Maximierung der eigenen Macht und Mittel. Ebenso wie der Markt dazu führt, dass sich TV-Programme angleichen, Zeitungen immer ähnlicher werden und Waschmittel nur an der Verpackung zu unterscheiden sind, tendiert jede Partei zur Mitte. Die Wirtschaftspolitik von SPÖ, ÖVP, Grünen, FPÖ und BZÖ differiert marginal. Die marginale Differenz wird dadurch bestimmt, der anderen Partei nicht zu ähnlich sein zu dürfen.

Freilich, es ist denkbar, dass eine Partei dieser Handlungslogik, die in ihr als sozialer Form angelegt ist, explizit widerspricht. Die Grünparteien der Anfangsjahre sind dafür ein Beispiel. Gerade sie zeigen allerdings auch, dass sich die Logik der Partei selbst in einer fundamentaloppositionellen Parteiarbeit letztlich durchsetzt. (…)

(…) Wohlgemerkt: Am „Green New Deal“ ist nicht zu kritisieren, dass Geldmittel für erneuerbare Energiesysteme ausgegeben, die Effizienz gesteigert und der öffentliche Verkehr verbessert werden sollen. Zu kritisieren aber ist die gefährliche Illusion, damit das ökologische Problem oder die Wirtschaftskrise zu lösen.

Die Einsicht in die Borniertheit der Parteienlogik heißt jedoch nicht, die Parteien aus ihrer Verantwortung zu entlassen. Ganz im Gegenteil ist von allen Akteuren einzufordern, sich der Realität zu stellen. Profit- und Machtproduktion sind keine legitimen Argumente. Dissidente in den Grünparteien sind explizit zu stärken und als Auflösungspunkte der Parteiform, das heißt notwendiger Teil einer emanzipatorischen Perspektive zu unterstützen.

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9 Kommentare »

  • chapultepec

    THEORIE UND PRAXIS DES OLIGARCHISCHEN KOLLEKTIVISMUS
    von Emmanuel Goldstein
    Kapitel III
    Krieg bedeutet Frieden

    „…Das Hauptziel der modernen Kriegführung (…) besteht darin, die industrielle Produktion zu verbrauchen, ohne den allgemeinen Lebensstandard zu heben. Seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts war in der industriellen Gesellschaftsordnung schon immer das Problem latent, was man mit der Überproduktion von Verbrauchsgütern anfangen sollte. (…) Nichtsdestoweniger sind die der Maschine innewohnenden Gefahren noch immer vorhanden. Vom Augenblick des ersten Erscheinens der Maschine an war es allen denkenden Menschen klar, daß damit die unabänderliche Mühsal und damit zum großen Teil auch die Ungleichheit der Menschen erledigt waren. Wenn man die Maschine wohlüberlegt mit diesem Ziel vor Augen in Dienst gestellt hätte, konnten Hunger, Überarbeitung, Elend, Unbildung und Krankheit in ein paar Generationen überwunden werden. Und tatsächlich hob die Maschine, ohne dafür besonders eingesetzt zu werden, sondern gleichsam durch einen automatischen Vorgang – indem sie nämlich ein Mehr produzierte, das zu verteilen sich manchmal nicht umgehen ließ – während eines Zeitraums von ungefähr fünfzig Jahren gegen Ende des neunzehnten und zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts sehr beträchtlich den Lebensstandard des Durchschnittsmenschen. Aber ebenso klar war es, daß ein allgemein wachsender Wohlstand das Bestehen einer hierarchisch geordneten Gesellschaft bedrohte, ja gewissermaßen ihre Auflösung bedeutete. In einer Welt, in der jedermann nur wenige Stunden arbeiten mußte, in der jeder genug zu essen hatte, in einem Haus mit Badezimmer und Kühlschrank wohnte, ein Auto oder sogar ein Flugzeug besaß, in einer solchen Welt wären die augenfälligsten und vielleicht wichtigsten Formen der Ungleichheit nicht mehr vorhanden. Wurde dieser Wohlstand erst einmal Allgemeingut, konnte er keine Vorzugsstellung mehr verleihen. Theoretisch war es zweifellos möglich, sich eine Gesellschaftsordnung vorzustellen, in welcher der Wohlstand, der persönliche Besitz von Luxusartikeln, gleichmäßig verteilt war, während die Macht in den Händen einer kleinen privilegierten Schicht lag. Aber in der Praxis konnte eine solche Gesellschaftsordnung nicht lange Bestand haben. Denn sobald alle gleichermaßen Muße und Sicherheit genossen, mußte die große Masse der Menschen, die normalerweise durch ihre Armut abgestumpft war, sich heranbilden und selbständig denken lernen. War sie erst einmal so weit, mußte sie früher oder später dahinterkommen, daß die privilegierte Minderheit keine eigentliche Funktion hatte und würde sie beseitigen. Auf lange Sicht war daher eine hierarchisch geordnete Gesellschaft nur auf der Grundlage von Armut und Unbildung möglich.

    (…)

    Das Problem bestand darin, die Industrie in Gang zu halten, ohne den wirklichen Wohlstand der Welt zu erhöhen. Verbrauchsgüter mußten zwar produziert, aber keinesfalls verteilt werden. Der einzige Weg, dieses Ziel zu erreichen, war praktisch ein immerwährender Krieg. Die Hauptwirkung des Krieges ist Zerstörung, nicht ausschließlich von Menschenleben, sondern auch von Erzeugnissen der menschlichen Arbeit. Der Krieg ist ein Mittel, um Güter, die sonst dazu benützt werden könnten, den Massen das Leben bequem und damit, auf lange Sicht, ihre Intelligenz größer zu machen, statt dessen in Stücke zu sprengen, in die Stratosphäre zu jagen oder in die Tiefe des Meeres zu versenken. Selbst wenn diese Kriegsrüstung nicht wirklich zerstört wird, so ist schon ihre Fabrikation ein bequemer Weg, Arbeitskraft zu verbrauchen, ohne etwas Konsumfähiges zu erzeugen. In einer Schwimmenden Festung zum Beispiel steckt eine Arbeitsleistung, die mehrere hundert Frachtschiffe bauen könnte. Sie wird eines schönen Tages als überholt abgewrackt, ohne jemals irgend jemandem Nutzen gebracht zu haben, und mit einem neuen riesigen Arbeitsaufwand wird eine neue Schwimmende Festung gebaut. So dienen die Kriegsanstrengungen im Prinzip dazu, jeden Überschuß, der vielleicht nach Befriedigung der unerläßlichen Bedürfnisse der Bevölkerung verbleiben könnte, aufzuzehren…“

    G. Orwell, 1984

    Comment | 20. Juli 2009
  • der “Streifzüge” Artikel hat mich ordentlich geärgert. (und ich bin kein LOHAS)

    Dass das Zeitfenster knapp wird und sich unser energieverprassender Wegwerf-Konsum Lebenstil nicht halten lassen wird, sollte bei jedem Interessierten angekommen sein. Einige Details im Artikel sind aber sehr ärgerlich, bzw. falsch:

    Zuerst z.B. zu der Aussage:

    “Machbar oder lebensfähig? Die Erneuerbaren als „Parasiten“ der Fossilen
    Die so genannten erneuerbaren Energien (im Wesentlichen Solarenergie und Biomasse) werden in ihren Möglichkeiten oftmals so hoch veranschlagt, dass es doch sehr erstaunt, warum sie sich nicht längst schon durchgesetzt haben. Ist tatsächlich nur die bitterböse Atomlobby schuld?”

    folgendes Zitat:

    “Es gibt einen Fehler in unseren Denkweisen, den wir dringend beheben müssen: Wir sehen nicht den fundamentalen Unterschied zwischen Energiequellen und Energiespeichern! Nur erneuerbare Energiequellen sind in diesem Sinne wirkliche Quellen. Begrenzte, fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas sind dagegen hervorragende, sehr wertvolle Energiespeicher. Wir halten beide Ressourcen für gleichwertig und austauschbar. Als Folge dieses gefährlichen Irrtums verzichten wir bisher weitgehend auf die Nutzung der globalen Energiequellen und leeren stattdessen weltweit die Energiespeicher. Wir müssen lernen die erneuerbaren Quellen umfassend zu nutzen, und die fossilen Speicher nur dann vorübergehend zur Überbrückung einzusetzen, wenn die Quellen mal nicht genug liefern. So und nur so ist Nachhaltigkeit und Klimaschutz erreichbar.”
    [Zitatende] Quelle: http://sonnenseite.com/Erneuerbare+Energien,Solarstromimporte+aus+der+Wueste,5,a13191.html

    Der Straufzüüge text geht weiter mit:

    “Die präsentierten Rechnungen sind in der Tat höchst unseriös. Die Energiebilanzen beschränken sich in der Regel auf den laufenden Betrieb. Nicht miteinbezogen werden die Produktionsvoraussetzungen und die gesamte erforderliche Infrastruktur. …. Einer der wenigen, die so bilanzieren, ist Howard T. Odum, der dann auch prompt für die Photovoltaik (auf der Basis von monokristallinem Silizium) eine negative Energiebilanz errechnet.”

    Die Arbeit von T.Odum stammt von 1996, ist also schlappe 13 Jahre alt. Inzwischen erreichen Solarzellen bei Ddeutlich geringerem Energieverbrauch in der Herstellung deutlich höhere Wirkungsgrade.
    Soviel zu “höchst unseriöse Berechnungen”.
    Die Berechnungen zu Erntefaktoren sind sogar in der Wikipedia richtig, also incl. Herstellung gerechnet.

    Das Ganze dann noch mit einer Werbung für Atomkraftwerke zu verbinden, schlägt dem Fass den Boden aus.
    Zur “Koexistenz” von Atomkraft und Erneuerbaren siehe z.B. http://www.klima-luegendetektor.de/2009/05/12/atomlobby-keine-friedliche-koexistenz/

    Die Argumente im Artikel sind sattsam bekannt aus Pro-AKW- bzw. Anti-Erneuerbareb- Meinungen, aber deswegen nicht richtiger.

    Comment | 21. Juli 2009
  • Danke für den Kommentar und die Richtigstellungen – als “Pro-AKW” habe ich den Artikel nun aber wahrlich nicht empfunden, primär ging es für mein Empfinden darum, dass man generell umdenken muss, sprich, unser Wirtschaftssystem “verschlanken”, entschleunigen, vom Wachstumswahn befreien, und dass man nicht einfach so weitermachen kann wie bisher, wenn man nur ordentlich erneuerbare Energien einsetzt. Wo stand denn da Werbung für Atomkraftwerke im Artikel??

    Comment | 21. Juli 2009
  • iris

    warum ist der Arikel über Ariel nicht verfügbar?
    Gruß iris

    Comment | 21. Juli 2009
  • Das hat sich als eine Art Falschmeldung herausgestellt, siehe hier:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=4077#h22

    Auch wenn ich Procter & Gamble und seine Produkte ablehne und nie kaufen würde, so will ich hier doch keine Hetzpropaganda verbreiten. :-)

    Comment | 21. Juli 2009
  • iris

    ok, vertehe..willst dich nicht mit der NWO anlegen.
    Gruß Iris

    Comment | 21. Juli 2009
  • Äh… nee, ich habe kein Problem damit, Ariel und P&G anzugreifen, nur wenn die Vorwürfe unberechtigt sind, ist das ja Quatsch und genau der miese Stil, den man zB Konzernen und PR-Agenturen (zu Recht) vorwirft.

    Comment | 21. Juli 2009
  • Die Einfügung von Pro-Akw kommt im Absatz “Ein nüchterner Blick auf die Realität”; auch eine typische Floskel aus dem Repertoire der AKW-Befürworter: Deren Argumente sind “nüchtern” oder “realistisch”.
    Dort steht dann folgendes:
    “Die Einsicht in das begrenzte Potenzial erneuerbarer Energien führte Fritz Vahrenholt – ebenso wie James Lovelock – dazu, zum Befürworter der Atomenergie zu mutieren.”

    Ein witeres zusätzliches Ärgernis stellt noch der Untertitel dar:
    Hier wird der Begriff “Energiewende”, der aus dem Transition-Town-Movement stammt, gleich auch zwischen “zwischen infantilen Phantasien und Ernüchterung” eingeornet.

    Nochmals: der Artikel hat recht, wenn er aufzeigt, dass unsere jetzige Enegieverschwendung und der darauf aufbauende Konsum-Lebensstil so nicht aufrechterhalten werden kann.

    Dennoch wirkt der ganze Artikel wie eine gezielte, gut gemachte PR-Veröffentlichung der Energieriesen, aus deren “relistischer Sichtweise”, z.B.:
    “Die heute im öffentlichen alternativen „Energiediskurs“ maßgebenden Hofpropheten, angefangen bei Ernst Ulrich von Weizsäcker über Hermann Scheer bis zu Franz Alt, reden uns seit Jahren ein, dass die nötigen Reduktionsziele …. ohne Wohlstandseinbußen, ja sogar noch mit erheblichen Wohlstandsgewinnen, erreichbar seien – durch mehr Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien.”

    Die “Maßgebenden Hofpropheten” “reden uns seit Jahren ein”??? Gehts noch?

    OK, genug geschimpft; draussen scheint unser aller Fusionsrektor mit kostenloser drahtloser Energiezustellung und ich gehe jetzt in den Garten!

    Michael

    Comment | 22. Juli 2009
  • Wie wäre es, wenn Du Deine Einwendungen direkt an die Streifzüge-Leute schickst? Die sind sicher auch daran interessiert und (soweit ich das Heft einschätzen kann) nicht Pro-AKW oder Pro-Industrie, von daher vermutlich auch dankbar für solche Richtigstellungen und Anregungen.

    Das mit dem “Befürworter der Atomenergie” ist mir beim ersten Lesen des Artikels übrigens gar nicht aufgefallen, aber so ist das mit der selektiven Wahrnehmung… :-)

    Comment | 22. Juli 2009

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