Apr
06
2012

Ei Ei Ei – Käfigeier in konventionellen Lebensmitteln versteckt

Sie sind ja schon zur regelmäßigen Rubrik in diesem Blog geworden – meine Berichte über die ganzen Tricks und Sauereien, die die Lebensmittelindustrie so in petto hat, um den Verbraucher zu täuschen, ihm minderwertige und ungesunde Produkte als Premium und begehrenswert anzupreisen. Passend zu Ostern gab es einen Bericht der WDR-Sendung markt über die Gepflogenheiten der Hersteller, Eier aus der besonders schändlichen Käfighaltung in ihren Produkten einzusetzen. Der Preis ist eben das wichtigste! Mal abgesehen davon, dass Eierkonsum eh nicht so sonderlich nötig ist, sollte man auf jeden Fall solche Zustände, wie sie im Beitrag „Ernährung: Verdeckte Käfigeier“ geschildert werden, nicht noch unterstützen. Der erste Satz der untenstehenden Beschreibung ist natürlich kompletter Quatsch, da man ja a) ganz auf Eier verzichten kann oder b) auf Bioprodukte zurückgreifen sollte:

 Viele EU-Länder kümmert das Verbot von Legehennen-Batterien wenig. Der Verbraucher hat keine Chance, den Schwindel zu erkennen und muss weiter Käfigeier essen.

Es sind Bilder, die es eigentlich nicht mehr geben dürfte: Hühner in Legebatterien, zerrupft, teils verendet. Unsere Aufnahmen von Ende Februar stammen aus einer französischen Hühnerfarm, die der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ zugespielt wurden. Dokumente belegen, dass die illegalen Käfigeier über Großhändler ihren Weg nach Deutschland finden. Wie kann das sein?

Es gibt Höfe, da werden die Eier zusammengesammelt. Dann werden sie zu Verpackungsstationen geschickt“, berichtet Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Sie werden wieder von verschiedenen Einkäufern weiterverkauft an Unternehmen, die diese Eier wieder verarbeiten für Produkte anderer Unternehmen – eine völlig intransparente Verarbeitungskette. Und genau dazwischen fehlt jegliche Kennzeichnungspflicht, die am Ende dem Verbraucher sagt, welches Ei wirklich in dem Produkt ist.

Verbraucher verunsichert

Bei einem Streifzug durch den Supermarkt finden wir etliche Lebensmittel wie Nudeln, Gebäck oder Soßen, bei denen nicht zu erkennen ist, woher die Eier stammen. Begriffe wie Eipulver oder Vollei verschleiern die Herkunft. Es kann theoretisch ein Käfigei sein.

Wir fragen bei großen Lebensmittelkonzernen nach, ob Käfigeier verwendet werden. Die Antworten fallen dürftig aus. Die Firma Kraftfoods etwa schreibt uns: „Den ausschließlichen Bezug von Ei-Halbfertigprodukten aus Boden- und Freilandhaltung prüfen wir regelmäßig, insbesondere im Hinblick auf die Verfügbarkeit.“ Ein Dementi klingt anders.

Die Lebensmittelindustrie klagt über zu wenige Eier aus alternativer Haltung. Dabei hatte sie zwölf Jahre Zeit, sich auf die Umstellung vorzubereiten. Matthias Wolfschmidt von der Verbraucherorganisation Foodwatch wirft Industrie und Politik Versagen vor. Zwölf EU-Länder seien dem Legebatterie-Verbot nicht nachgekommen. Das nutzten viele Hersteller jetzt aus: „Am Ende des Tages ist es so, dass die billigsten Eier in Gestalt von Flüssigeiern in der Industrie landen“, erklärt Wolfschmidt. „Ob die deutsche Ernährungsindustrie auf Käfigeier verzichtet, die ja illegal sind, lässt sich aus unserer Sicht nicht genau feststellen.“ (…)

Kostendruck kontra Tierschutz

Solange es Legehennen-Batterien gibt, werden auch weiter illegale Käfigeier in Lebensmitteln auf den Tellern der Verbraucher landen. Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund wirft der Politik Versäumnisse vor: „Es bleibt festzustellen, dass hier die gesamte politische Klasse auf europäischer Ebene schlicht versagt hat. Zwölf Jahre lang gab es eine Übergangsfrist. Offenbar hat niemand kontrolliert, welches Land sich daran hält. Jetzt wird darüber lamentiert, man habe keine Handlungsmöglichkeiten. Die deutsche Regierung hat Handlungsmöglichkeiten. Sie kann eine nationale Kennzeichnungspflicht einführen, sie muss mutig sein, dann kann zumindest der Verbraucher am Regal entscheiden, welches Produkt er noch will und welches Produkt er nicht mehr will.

Doch das ist reines Wunschdenken. Die Bundesregierung lehnt eine Kennzeichnung von Lebensmitteln mit Käfigeiern ab. Selbst Ostereier können Käfigeier sein. Denn sobald sie gekocht und gefärbt sind, gelten sie als verarbeitet. So einfach ist das. Der Verbraucher wird es nicht erfahren.

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3 Kommentare »

  • Hin zu kommt, dass dieses ekelige Vollei dreck stinkt wenn man den Tetrapack auf macht. Auf meiner alten in einer Tagesstätte wurde das immer für Rührei genommen an einem Vegetarischen Tag. Da hab ich dann nicht mit gegessen. Schon mies. Da kauft man sich immer Bio-Eier und wird so wieder verarscht. Deswegen versuche auch nichts zu holen was mit dem Scheiß gemacht wurde. Wenn man etwas kauft dann Bio aber selbst dann nur selten mal als kleinen Luxus.
    Am meisten macht wohl ein veganes Leben Sinn. Vegetarisch fällt mir sehr leicht (extrem viel leichter als ich damals dachte) vegan aber nicht. dennoch achte ich darauf, dass ich mich in 4 Tagen der Woche vegan ernähre.

    Man muss aber auch sagen. Die meisten Konsumenten interessieren sich nen Scheiß dafür was in ihren “Lebens”mitteln drinnen ist. und wenn man denen das mal sagt wird verdrängt, und mit Floskeln einfach weiter gemacht. Ich verstehe Eltern auch nicht die immer noch Kindersklavenschokolade für ihre Kinder holen wenn diese schon wissen woher die Schokolade kommt. Da bekomme ich immer nen richtigen Hass. Oft sind es dann noch die, die sehr auch eine politische korrekte Aussprache achten. Sprich “Neger sagt man nicht das ist rassistisch, aber kleine maximalpigmentierte Kinder dürfen ruhig als Sklaven dort für mich bis zum Tode schuften”
    Ich merke ich komme zu sehr vom Thema ab. Entschuldigung.

    Comment | 7. April 2012
  • Idealistin

    Hass bringt aber nichts, außer Frust und schlechte Laune. Leider kann man nur bei sich selbst anfangen, sich anders verhalten. Die Mitmenschen nur informieren/aufklären. Ihr Handeln bestimmen sie aber selbst.
    Generell könnte man viele der hier aufgezählten Produkte boykottieren, kein Mensch benötigt sie zum Überleben. Eine gute Alternative zum Kauf im Supermarkt ist – alles möglichst selbst machen. Weniger arbeiten, mehr leben und, weniger konsumieren. Unser Bild von Wohlergehen manifestiert sich in den meisten Köpfen mit starker Kaufkraft, guten Beruf, Haus, Auto, Urlaub und Spaß haben…und gelegentlich mal einen richtigen „Kick“ bekommen– in welcher Form auch immer, an Extremangeboten mangelt es nicht, wenn man genügend Geld und Nerven hat.
    Auch wenn ihr hier berechtigt Kritik übt, geht es überwiegend um materielle Dinge.
    Wo ist aber der (Lebens-) Sinn? Schaut man zurück in die Geschichte war es eigentlich schon immer so – Ausgebeutete, Feudalherren, die alles Beherrschen und mächtig Reibach machen, auf der anderen Seite Menschen die verhungern, versklavt werden..

    Seitdem ich in einem Seniorenheim arbeite (davor 36 Jahre im LEH, letzten 10 Jahre bei Lidl) und sehe was von einem „erfüllten“ Arbeitsleben übrig bleibt wenn man stirbt, denke ich, war´s das wirklich (wert) ? Liegt der Sinn im Werden und Vergehen? Warum sind wir da – wirklich nur Zufall. Denke und glaube ich nicht – alles ist mathematisch und läuft kontrolliert ab, in einen festen Rhythmus und in immer wiederkehrenden Wellen. Auch unsere Kulturen sind davon betroffen – aufstrebende und wieder vergehende- dann folgt die Nächste usw. Was nun – so kam mir der Gedanke, wenn eine Generation etwas anderes macht und diesen immer wiederkehrenden Kreislauf durchbricht? Wir, oder die nachfolgende Generation könnte so etwas zustande bringen- im Guten wie im Bösen. Entweder besinnen wir uns darauf zurück, dass wir Teil eines Ganzen sind und keinesfalls die Herren der Erde und kriegen noch so eben die Kurve um zurück zu rudern – oder wir machen weiter wie bisher und werden in einer Katastrophe, in einem nie da gewesenen Ausmaß enden. Erstaunlicherweise gibt es Vorhersagen – auch in der Bibel – die dass beschreiben, was zurzeit auf der Erde abläuft. In dieser extremen Form, gab es das niemals zuvor ….weder die Waffengewalt, noch die Fähigkeit der Menschen sich und den ganzen Planeten zu zerstören
    Genau betrachtet haben wir nur zwei Möglichkeiten umkehren oder untergehen.
    Wenn dass ein jeder begreifen würde, dann müsste es doch möglich sein, vernünftig zu leben, mit Umsicht und Achtung vor diesen Planeten und Allem was darauf ist, einschließlich unseren Mitmenschen. Das Problem liegt auch nicht bei den Armen dieser Welt, sie satt zu bekommen – wir sind das Problem, der Westen, Europa, Amerika und reiche asiatische Staaten – ihr Lebensstil. Ihre Gier, ihre Unersättlichkeit in Allem…wir verbrauchen alle Ressourcen, wir nehmen alles für uns in Anspruch, wir sind fett, reich und plündern die Natur aus. Bei uns ist alles schön sauber und adrett – die Fassade auf Hochglanzgeputzt – weil wir unseren Wohlstandsmüll in arme Länder karren und dort das Gift abladen, dass krank macht – weit weg und schön billig…Bei uns bemitleidet sich man ja schon, wenn man sich keine Zigaretten oder Urlaub leisten kann – wie armselig – aber nur im Geiste….
    Es ist einfach andere zu kritisieren – immer sind es nur die anderen – aber was machen wir selbst? Was kaufen wir, wie wohnen wir, was tragen wir für Kleidung, wie viel Schuhe Taschen etc, besitzen wir, wie oft fahren wir unnötig Auto usw, usf. – jeder macht mit – irgendwie…

    Wir sollten auf dass hören was Jesus sagte – Demut, Nächstenliebe und den Armen geben… Nächstenliebe ist das einzige Gut auf der Welt, das sich durch geben und schenken vermehrt und gleichzeitig uns davor bewahrt andere zu hintergehen oder zu schädigen.

    In diesem Sinne ein schönes Osterfest.

    Comment | 7. April 2012
  • [...] man sich kaum noch sicher sein, was man da isst und wo es her kommt. Auf Konsumpf gibt es einen Artikel, der sich damit befasst, wie beispielsweise Eier von Käfighännen in Fertigprodukten versteckt [...]

    Pingback | 20. Mai 2012

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