Mrz
20
2011

quer über die schwarz-gelbe Atomwende und die Gefahren der Kernenergie

Langzeitleser meines Blog wissen, dass ich die Sendung quer im Bayerischen Fernsehen sehr schätze, da hier immer wieder unbequeme Fragen gestellt und kritisch berichtet wird. Die letzte Sendung widmete der Sender komplett dem Thema Atomkraft – man kann sie sich HIER (in einzelnen Teilen) online anschauen. Zwei Beiträge möchte ich, auf Grund der hohen Aktualität des Themas, hier im Blog doch noch einmal herausgreifen (ab morgen wende ich mich im Konsumpf dann auch wieder anderen Sachen zu, versprochen!) – zum einen „Man kann nicht einmal 5 Millionen evakuieren“, ein Gespräch mit dem Strahlenbiologen Prof. Edmud Lengfelder, der sehr deutliche Worte zu dem Geschehen in Japan und dem Lavieren hierzulande findet:

Prof. Edmund Lengfelder ist einer der weltweit renommiertesten Strahlenbiologen. Er denkt, die japanische Regierung verharmlost die Situation – um zu vermeiden, dass zu sehr Panik ausbricht. Denn eine Evakuierung Tokios wäre rein logistisch schwierig bis unmöglich.

Ebenfalls klare Worte werden der schwarz-gelben Regierung und ihrem offen opportunistischen Atomkurs zuteil – „Atomwende: Wie glaubwürdig ist Schwarz-Gelb?“:

Nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie unter Rot-Grün kam unter Schwarz-Gelb die Laufzeitverlängerung. Nun kommt die erneute Wende. Viele Menschen schütteln über das Hin und Her der Politik den Kopf. Sie halten das vorübergehende Abschalten der sieben ältesten Kernkraftwerke für reine Wahlkampftaktik der Koalition, um die kommenden Landtagswahlen nicht zu gefährden. Schließlich haben nicht wenige Politiker in den letzten Tagen eine Meinungswende um 180 Grad vollzogen.

Und weil wir grad beim Thema sind – der NDR drehte letztes Jahr im AKW Gorleben und E.ON wollte nicht, dass der Störfall, der zufällig genau in der Zeit passierte und der die Ingenieure ratlos machte, gesendet wird. Der NDR tat’s dennoch – sehr schön!

Auch die Sendung Kontraste widmete sich natürlich dem Atomthema und beleuchtet die angeblich so sicheren deutschen AKW – mit unerfreulichem Ergebnis!

Interne Unterlagen der Bundesregierung, die KONTRASTE exklusiv vorliegen, belegen: Allen deutschen Kernkraftwerken droht das AUS. Experten fordern neue Sicherheitsstandards, deren Umsetzung die Energiewirtschaft Milliarden kosten würde.
In Deutschland hat die Katastrophe zu einer komplett neuen Bewertung der Atomkraft und der Frage der Sicherheit geführt.
Während die Kanzlerin vor die Presse tritt, um den neuen Kurs in der Atompolitik mit Details zu unterfüttern, wird in den Hinterzimmern noch getagt – mit Fachleuten aus den Atomaufsichtsbehörden der Bundesländer und des Bundesumweltministeriums.
Dieses Papier ist die Grundlage, wie es mit den AKW weitergehen soll. Es liegt KONTRASTE exklusiv vor. Eine Art Katalog, der vorgibt, wie in den nächsten drei Monaten, also während des Moratoriums, die Reaktoren in Deutschland überprüft werden sollen. Und: welchen Sicherheitsanforderungen die Mailer genügen müssen, damit sie überhaupt weiter laufen dürfen.
Die Forderungen aus dem Bundesumweltministerium sind äußerst brisant. Denn die Sicherheitsnormen werden massiv nach oben gesetzt. Die Hürden für die Betreiber sind so hoch, dass damit das Ende des deutschen Atomzeitalters eingeläutet werden könnte.

Verwandte Beiträge:

Drucken Drucken

4 Kommentare »

  • Vogel

    Pressesprecher läßt Frage nich zu? Ach komm’, Peter, gib’s zu, das war nich in Deutschland, das wurde in China gedreht, gelle?

    Comment | 21. März 2011
  • Das Ende des Atomzeitalters ist in greifbarer Nähe. Deutschland kann es schaffen. Wenn viele Stromkunden ein Zeichen setzen und zu Ökostrom wechseln, dann wird das auch in der Politik bemerkt und trägt zur Entscheidungsfindung in Berlin bei!

    Comment | 21. März 2011
  • Mikadozappler

    “Das Ende des Atomzeitalters ist in greifbarer Nähe. Deutschland kann es schaffen. Wenn viele Stromkunden ein Zeichen setzen und zu Ökostrom wechseln, dann wird das auch in der Politik bemerkt und trägt zur Entscheidungsfindung in Berlin bei!”

    Und das glaubst du wirklich? Wer garantiert denn das wenn du Ökostrom bestellt hast auch wirklich Ökostrom bei dir ankommt? Meiner Belesung nach ist das aufgrund der schlecht ausgebauten Netze überhaupt nicht möglich btw. nicht flächendeckend. Es wird am Ende alles kompliziert mit einander verrechnet aber du und ich als Verbraucher können das leider nicht nachvollziehen. Wer wirklich radikal etwas ändern will sollte gleich zum Selbstversorger werden, das spart nicht nur überflüssige Leitungswege, sondern vorallem auch Ressourcen, ein Dach auf dem Haus in dem er wohnt hat schließlich jeder und kleinere Stromspeicher sind effektiver (von Wasserfall mal abgesehen).

    Ich habe jedes Vertrauen in Politik und unsere jetzige Form von Demokratie verloren. Ich glaube daran das die Lobby weiter arbeiten wird und wir noch einig Jahre Atomstrom in der BRD haben werden. Ob man nun wechselt oder nicht, vollkommen egal.

    Comment | 21. März 2011
  • Es ist so, dass du immer vom nächstgelegenen Kraftwerk beliefert wirst, weil Strom an Leistung verliert, je länger er unterwegs ist. Phylikalisch ist Strom gleich Strom und vollkommen gleich, ob der jetzt aus Wasserkraft gewonnen wird oder aus Kernspaltung, spielt keine Rolle. Ökostrom bezieht sich nur auf die Gewinnung. Und da gilt es, Nachfrage zu schaffen, damit der Teilbereich aus- und die herkömmlichen Energiekraftwerke abgebaut werden.

    Comment | 2. September 2011

Kommentare per RSS Feed verfolgen. TrackBack URL

Hinterlasse einen Kommentar

*
To prove you're a person (not a spam script), type the security word shown in the picture. Click on the picture to hear an audio file of the word.
Anti-spam image

Konsumpf 2008 - Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes