Kategorie: Umwelt Seite 7 von 19

Zerstörung der Landwirtschaft durch Spekulation und Monokulturen für Biogasanlagen

Ich hatte vor einigen Wochen ja schon einmal darüber berichtet – bzw. mich auf einen Beitrag der Sendung Markt auf N3 bezogen („Der Mais ist heiß“) –, dass sich die (wie üblich) kurzsichtige Subventionierung von Maisanbau zur Erzeugung von Biogas durchaus nachteilig gestaltet. So gut die Idee ist, Reste aus der Landwirtschaft und nachwachsende Rohstoffe zur Energieerzeugung einzusetzen, um von fossilen Brennstoffen wegzukommen, so schädlich entwickelt sich dies nun nach einigen Jahren für die dortigen Landwirte, deren Pachten immer weiter steigen, so dass sich Monokulturen amerikanischen Stils ausbreiten und die Biodiversität und oft auch die Böden zerstören. Genauo bleibt natürlich die Möglichkeit der Bevölkerung auf der Strecke, sich regional selbst mit Lebensmitteln zu versorgen, wenn das, was angebaut wird, nur zur Energieerzeugung eingesetzt wird. Denn der auf diesen Felder angebaute Mais wandert ja nicht auf den Teller, sondern in besagte Biogasanlagen, die sich (Dank der Subventionen) finanziell erheblich besser rechnen als schnödes Essen.

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Radiotipp: Hängen am Beutel – das lange Sterben der Plastiktüte

Hier noch ein kurzfristiger Radiotipp – von 20:05 Uhr bis 21 Uhr läuft heute auf Deutschlandfunk das Feature „Hängen am Beutel – das lange Sterben der Plastiktüte“ (passend zu meinem Beitrag über Plastik neulich). In der Regel kann man die Beiträge auch nachträglich noch im Netz auf der DLF-Website nachhören – hoffentlich auch diesmal.

Alle hängen sie an der Plastiktüte, weltweit. Alles, was irgendwie irgendwo eingekauft wird, kommt in den Beutel; und der Müll desgleichen. Dabei weiß man doch: Bis die Plastiktüte sich in Wohlgefallen auflöst, dauert es eine Ewigkeit. Kompostierbare Tüten stoßen bislang auf wenig Gegenliebe.

Also versucht beispielsweise China der Plastiktütenflut durch ein Verbot sehr dünner Tüten Herr zu werden. In Uganda stehen dicke Tüten auf der schwarzen Liste. Los Angeles hat sie rundweg alle verbannt. Das deutsche Umweltbundesamt hält ein generelles Verbot nicht für erforderlich. Vor allem aber Italien sträubt sich vehement gegen rigide Maßnahmen; dort kursieren nicht weniger als vier Milliarden Exemplare. Und so hält sich bei allem Gegenwind die Tüte wacker. Nicht zuletzt vermutlich, weil sie eine gute Werbefläche ist. So galt die bedruckte West-Tüte in den sozialistischen Ländern seinerzeit als hochbegehrtes Kultobjekt, geradezu als Statussymbol. Und nun, wo der Abgesang auf die Plastiktüte eingeläutet ist, treten Sammler auf den Plan und horten Hunderttausende Exemplare. Eine Anti-Plastiktüten- Aktivistin aus Italien, emsige Tütennutzerinnen aus Thailand, ein Clochard aus dem Bergischen Land, ein Designexperte und ein Tütensammler, sie alle lassen sich in die Tüte gucken und mischen mit bei der Debatte über den Beutel, der an der Hand hängt.

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Neue kritische Blogs: „Kaufkrampf“ und „Mein Blog über die wichtigen Dinge!“

Ich freue mich ja immer wieder, wenn die Zahl der kritischen Stimmen im Netz zunimmt und dadurch an Gewicht gewinnt. Kritische politische Blogs und Webseiten gibt es inzwischen schon eine ganze Reihe, KONSUMkritisches ist aber zumindest in Deutschland, der Hochburg der Autoindustrie und der Discounter, leider noch viel zu selten zu hören. Um so begeisterter bin ich, Euch heute zwei neue Mitglieder der Bloggosphäre vorstellen zu können: zum einen Dirks „Mein Blog über die wichtigen Dinge!“, der seit einigen Wochen online ist und in dem viele Themen zur Sprache kommen, die mir ebenfalls unter den Nägeln brennen. Dazu gehören zum Beispiel Konzernkritik, Gedanken zum Konsumwahnsinn und der Tendenz zu immer billigeren Produkten mit all ihren Folgen für die Gesellschaft.

Ebenfalls sehr spannend und für alle interessant, die sich mit Adbusting und Culture Jamming befassen, ist der Kaufkrampf-Blog, der im Rahmen einer Seminars über „Corporate Design/Corporate Identity“ entstanden ist. Besonders schön sind die vielen dokumentierten Aktionen, in denen in die Auslage von Discountern und Supermärkten interveniert wird. So wird verpacktes Billigfleisch mit einem Aufkleber „Dieses Huhn hat 98,4% kürzer gelebt“ verziert oder zwischen all die „Werbung“-Schildchen an den Regalen einer Kauflandfiliale ein „Werd dumm“ geschmuggelt. Ich bin gespannt, was dort noch alles so an Anregungen für eigene Adbusts kommt. :-)

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Verwerten statt verbrennen – aktuelle Petition

Der Naturschutzbund Deutschland fordert in einer aktuellen Petition an den Bundestag die Einführung einer Wertstofftonne. Wie, noch eine Tonne, reichen die ganzen hässlichen Dinger vor der Tür nicht schon? Nein, es geht nicht um eine weitere Tonne, sondern darum, das bisher oft verschwenderische und wenig effiziente System („Duales System“) durch etwas Vernünftigeres zu ersetzen. Denn bislang trennt unsereins zwar schön brav den Müll, hebt Verpackungen mit dem grünen Punkt extra auf, um sie in der gelben Tonen zu versenken, doch anschließend wandert dieser Müll viel zu oft nicht ins Recycling, sondern in eine der zahlreichen Müllverbrennungsanlagen im Land. Dabei werden kostbare Rohstoffe verfeuert, die man anderweitig besser einsetzen könnte. Über diesen Unsinn, der der Umwelt kein bisschen hilft, aber den Betreibern des Dualen Systems ein feines Einkommen sichert, gab es bereits vor vielen Jahren einen ausführlichen Bericht auf Phoenix mit dem bezeichnenden Titel „Dreckige Müll-Geschäfte“ (hier Teil 1, der Rest bei YouTube; die anderen Teile haben eine bessere Bildqualität!):

Dies findet auch der Naturschutzbund, dessen Petition „Petition: Abfallwirtschaft – Einführung einer Wertstofftonne ab dem Jahr 2012“ noch bis zum 24. Oktober auf der E-Petitionen-Site des Bundestages mitgezeichnet werden kann. Zu dieser Aktion gehört auch eine eigene Website – Verwerten statt verbrennen –, ein Facebook-Profil und ein kleiner Film, der die Grundproblematik auch für die YouTube-Generation erfassbar macht:

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Hagen Rether und das Umweltbewusstsein

Dem, was Hagen Rether in der WDR-Sendung Mitternachtsspitzen am 4.9. vortrug, ist eigentlich nichts hinzuzufügen…

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Der Kampf ums Papier

Papier umgibt uns im Alltag allüberall, und auch die früheren Visionen eines „papierfreien Büros“ durch Computer & Co. haben sich absolut nicht bewahrheitet. Papier ist für unsereins ein billiger, stets verfügbarer Rohstoff, über den man sich selten Gedanken macht, dessen Produktion jedoch oftmals höchst bedenklich und naturschädigend ist. Im österreichischen Blog Auftragselfe wurde ich durch den Artikel „Papier, Papier…“ darauf aufmerksam gemacht, dass es vielerlei Gründe gibt, seinen Umgang mit Papier (wie auch mit anderen Ressourcen) zu überdenken:

(…) Wenn für unser Papier, das wir verwenden, Regenwälder und Lebensräume zerstört und Menschenrechte verletzt werden, müssen wir genauer darüber nachdenken und handeln. Papier- und Pappehersteller wie Aracruz besitzen tausende Hektar Monokulturen und über 90 % der gewonnenen Zellstoffe werden exportiert: An Konzerne wie Procter & Gamble, die damit dann Millionengewinne machen, unter anderem mit Klopapier und Taschentücher (Tempo, Pampers, Bounty…). (…)

Deutschland verbraucht beispielsweise mehr Papier als Afrika und Lateinamerika zusammen, um genau zu sein: 224 kg pro Person und Jahr (ausgerechnet von der UNEP). Jeder 5. weltweit gefällte Baum landet in einer Zellstoffmühle. Papier und sein Faserrohstoff werden aus insgesamt 130 Ländern der Erde nach Deutschland eingeführt.
Durch Sojaanbau, Staudämme, Bergbau, Ölpalmplantagen (siehe meinen Blog unter Palmöl) etc… und eben auch durch Kahlschläge für Zellstoffe und Papier schrumpft der Wald immer weiter. Gerade Primärwälder (Urwälder) brauchen Jahrtausende für ihre Entstehung, sie können nicht gepflanzt werden – einmal abgeholzt, sind sie für immer verloren. Plantagen trocknen die Böden aus, in Monokulturen gibt es keine Artenvielfalt mehr und werden anfällig für Schädlinge, dadurch kommt es zum Einsatz von Pestiziden, Kunstdünger belasten weiter die Böden und Gewässer – ein Teufelkreis. (…)

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Zum Jahr der Artenvielfalt * Saatgut – Hybrid-Technologie – bitte nur für’s Auto

Heute möchte ich Euch als Gastbeitrag den Leitartikel des neuesten Knauserer-Newsletters von Michaela Brötz vorstellen, der mir auch absolut aus der Seele spricht:

ZUM JAHR DER ARTENVIELFALT
* Saatgut – Hybrid-Technologie – bitte nur für’s Auto

Mit diesem Leitartikel möchte ich euch ein Thema näherbringen, das mir persönlich, gelinde gesagt, Bauchweh verursacht. Es geht um unser Saatgut und den riesengroßen Unfug, der damit getrieben wird. Allen voran bekleckern sich hier Firmen wie MONSANTO nicht mit Ruhm. Vielmehr wird hier unter dem Titel Urheberschutz fleissig an der totalen Abhängigkeit der Saatgut-
verwender gearbeitet und so die Ernährung der Welt – so sehe ich das – massiv aufs Spiel gesetzt. Wenn die Saatgutfirmen mit ihrem Raubbau fertig sind, dann bleibt uns auch am Acker ein ungustiöser Einheitsbrei.

HYBRIDE
Jeder kleine Hobbygärtner, der sich im Fachhandel mit Saatgut eindeckt, wird über die F1-Hybriden stolpern.
Da er im normalen Fachhandel ja kaum noch andere Produkte findet, wird er auf das gängige Angebot zurückgreifen und auch damit eine gute Ernte einfahren. Das geht so lange gut, bis unserem Hobbygärtner nicht einfällt, Samen aus der Pflanze zu ziehen, um diese Pflanze, die so wunderbar gediehen ist, auch das nächste Jahr wieder auszusäen. Doch, oh Graus, der Ertrag wird mickrig sein. Willkommen in der schönen Welt der Hybridpflanzen!

Hybride entstehen nämlich aus der Kreuzung künstlich erzeugter Inzuchtlinien, wodurch sich bestimmte Merkmale, z.B. Ertrag und Resistenz, ausprägen. Zum Beispiel werden fremdbefruchtende Arten wie Möhren, Lauch oder Kohl durch erzwungene Selbstbefruchtung reinerbig gemacht. Und obwohl diese reinerbigen „Elternlinien“ während des Inzuchtprozesses zunehmend degenerieren können, entstehen bei einer Kreuzung in der nachfolgenden Pflanzengeneration – „F1“ genannt – groß gewachsene, widerstandsfähige Nachkommen.

Dieser so genannte „Heterosiseffekt“ hat jedoch keinen Bestand – schon in der nächsten Generation spalten sich die äußerlich einheitlichen Kulturen wieder in eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzenformen auf. Sie sind für Erwerbsgärtner und Landwirte in den meisten Fällen wertlos – das Saatgut ist nicht samenfest. Das bedeutet, dass aus der F1-Generation meistens kein Saatgut für die nachfolgende Kultur gewonnen werden kann, sondern zu diesem Zweck wieder auf die beiden Inzucht-Elternlinien zurückgegriffen werden muss. Der Nachbau, und damit die Entwicklung von hofeigenen Sorten, ist mit modernen Hybriden, deren Elternlinien in den Labors großer Saatgutkonzerne unter Verschluss gehalten werden, stark eingeschränkt und meist nicht möglich, was einem „eingebauten“ Sortenschutz gleichkommt.

Durch den Einsatz von Hybriden wird die natürliche Generationenfolge aufgelöst, und die fruchtbare Weiterentwicklung, die dem Menschen seit Tausenden von Jahren die Zucht von Kulturpflanzen ermöglicht hat, kommt zum Stillstand.
Die Fähigkeit der Menschen, ihr eigenes Saatgut zu vermehren, stirbt aus. Übrig bleibt die Abhängigkeit von großen Saatgutfirmen. Damit geben wir den Nukleus unseres Seins (die Ernährung) gefährlicherweise in die Hände weniger …

ICH HÄTTE GERNE EINE LANDSORTE
Warum die Lage so dramatisch ist, dass bei bestimmten Kulturpflanzen fast ausschließlich Hybridsorten am Markt sind, liegt auch in der EU-Sortenrichtlinie.
Saatgut kann in der Europäischen Union nur nach Durchlaufen eines amtlichen Zulassungsverfahrens für die Sorten und eines Anerkennungsverfahrens für die einzelnen Saatgutpartien in Verkehr gebracht, also vermarktet werden. Private Initiativen und Erhaltungsorganisationen, die Saatgut von alten oder seltenen Sorten austauschen und weitergeben, sind von dieser Regelung nur dann nicht betroffen, wenn die beteiligten Personen nicht gleichzeitig kommerzielle Saatgutanbieter sind und bestimmte, geringe Mengenobergrenzen nicht überschritten werden. Bislang gab es jedoch keine Möglichkeit, Saatgut von Lokalsorten oder regional angepassten Sorten in größeren Mengen am Markt verfügbar zu machen, ohne das reguläre Zulassungsverfahren zu durchlaufen – eine auch aus finanzieller Hinsicht unüberwindliche Hürde.
Voraussetzung für die Zulassung ist weiters, dass eine Sorte unterscheidbar, homogen und beständig ist. Lokalsorten oder regional angepasste Sorten kennzeichnet indes gerade, dass ihre Populationen eine sehr große genetische Breite und Vielfalt aufweisen.

Das macht es nun Vereinen oder Gärtnereien sehr schwierig, alte Landsorten zu vertreiben. Tun sie es trotzdem, dann sehen sie sich mit einer fast übermächtigen Saatgutlobby konfrontiert:
Mehr dazu ….
http://www.arche-noah.at/etomite/index.php?id=205

Dennoch haben sich in den letzten Jahren nimmermüde Gesellschaften der Sortenerhaltung verschrieben und vertreiben diese teilweise auch fleißig:
www.arche-noah.at
www.prospecierara.ch
www.nutzpflanzenvielfalt.de
www.reinsaat.co.at
www.dreschflegel-saatgut.de
www.bolster.nl
www.arcoiris.it

Aber auch der Tausch über den Gartenzaun funktioniert immer noch. Ich persönlich habe bei Pflanzen, die sich durch Ableger oder Wurzelteilung vermehrt werden können, immer wieder gut getauscht. Auch das ein oder andere Bittgesuch im Forum war schon gewinnbringend, denn Pflanzen lassen sich, eingeschlagen in ein feuchtes Tuch auch ganz gut mit der Post verschicken. So sind bei mir schon Topinambur und immerwährender Kohl heimisch geworden.

WEM WAR DAS JETZT NOCH NICHT UNAPPETITLICH GENUG?
Wer jetzt glaubt, dass Hybride keine schöne Sache sind, dem stelle ich hier noch die neueste Abartigkeit aus den Hexenküchen der Saatgutkonzerne vor.

Die Terminatortechnologie
»Terminator«-Pflanzen sind genetisch so konstruiert, daß sie sterile, nicht fortpflanzungsfähige Samen erzeugen. Durch das Einfügen einer Reihe von »Unterstützer«- und »Markierungs« -Genen und von Gen-Schaltern wird es möglich, die Fortpflanzungsfähigkeit der Samen auf molekularer Ebene dadurch an- und auszuschalten, daß man die Pflanze bestimmten Chemikalien aussetzt. Samenkörner können geerntet werden. Sie lassen sich aber nicht ohne die mehrmalige Behandlung mit bestimmten Chemikalien zur Aufzucht neuer Pflanzen verwenden.

Das geht nun über die Hybridtechnologie hinaus, bei der man Saatgut mit etwas Zeit wieder rückzüchten könnte.

»Terminator« ist die Antwort auf den Traum des Agribusiness, die Weltnahrungsmittelproduktion zu kontrollieren. Seine Vertreter brauchen nun nicht mehr für teures Geld Detektive anzuheuern, um auszuspionieren, ob Bauern patentiertes, gentechnisch verändertes Saatgut von Monsanto oder anderen Herstellern wiederverwenden. »Terminator«-Mais-, Soja- oder Baumwollsamen können genetisch so verändert werden, daß sie nach einer Ernteperiode »Selbstmord begehen«. Das würde Bauern automatisch davon abhalten, Samen einzubehalten und für die nächste Aussaat wiederzuverwenden. Die Technologie wäre das Mittel, um die Patentansprüche an gentechnisch verändertem Saatgut von Monsanto oder anderen durchzusetzen.

Die Trailortechnik
Das ist jetzt der Höhepunkt der Perversion. Die Pflanzen sind so genetisch verändert, dass sie erst dann KEIMEN, wenn man sie mit einem eigenen Mittel, das man natürlich bei den Saatgutmultis kaufen kann, bespritzt hat. Das heißt, man kauft zwar Saatgut, bringt es aus und es passiert nichts, bis man nicht Mittel X drübergespritzt hat.

Zum Weiterlesen
http://www.engdahl.oilgeopolitics.net/Auf_Deutsch/Monsanto/monsanto.html
http://gruppen.greenpeace.de/aachen/gentechnik.html

Wenn man nun von solchen Technologien liest, da wird mir schon klamm. In Zukunft werden wenige Menschen über die Ernährung sehr vieler bestimmen. Keine schöne Vorstellung!
Was meint ihr? Hier könnt ihr mitdiskutieren:
http://einfach-leben.freeky.at/read.php?13,15637

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Die Schädlichkeit der Discounter am Beispiel des Wassers (II)

Dass das Trinken von Wasser aus Plastikflaschen ein großer Unfug ist, hatte ich ja neulich schon berichtet (HIER). Wie immer, wenn es darum geht, ein umwelt- und sozialschädliches Verhalten zu propagieren, sind die Discounter natürlich ganz vorne mit dabei. Vor einer Weile waren die negativen Auswirkungen des Einwegpfands ja schon Thema in der NDR-Sendung markt (siehe „Umweltbeslastung durch Discounter-Einweg“), und nun befasste sich das Wirtschaftsmagazin Plusminus ganz speziell mit der Problematik, wie die Marktmacht der Billigläden wieder einmal eine ganze Branche in den Abgrund reißt – „Preiskampf Mineralwasser  – Discounter verdrängen Brunnenbetriebe und Mehrwegflaschen“. In diesem Beitrag wird auch sehr schön das Märchen von den vielen Arbeitsplätzen, die die Discounter angeblich schaffen, widerlegt, denn wie in dem Film bei den kleineren und mittleren Brunnenbetrieben zerstören Aldi, Lidl & Co. in ihrem Umfeld, also bei ihren Zulieferern, massiv das Arbeitsplatzgefüge. Von der Ausrottung einer (regionalen) Angebots-Vielfalt mal ganz zu schweigen.

Die Deutschen sind Weltmeister in Sachen Umweltschutz. Beim Mineralwasser aber scheitern viele, weil beim Pfand keiner mehr durchblickt. Mehrweg oder Einweg? Die Flaschen sehen gleich aus, auf beides zahlen wir Pfand. Nur wer ganz genau hinschaut, erkennt die Flasche mit diesem Zeichen als Einweg. Und nur wo Mehrweg draufsteht, werden die Flaschen wieder verwendet. Ein Pfand-Wirrwarr im Kleingedruckten, das die Discounter geschickt ausnutzen. (…)

(…) Wasser in Einwegflaschen: Das Geschäft mit den Discountern machen Großabfüller wie hier im hessischen Breuna. Kosten für Arbeitsplätze, Logistik und Abfüllanlage haben sie auf ein Minimum reduziert. Wie die Kampfpreise beim Wasser genau zustande kommen, wollen sie Plusminus nicht erzählen. Mittlerweile beliefern fünf Großabfüller fast den gesamten Discountmarkt in Deutschland. (…)

(…) Umwelt hin oder her, auch beim Wasser regiert der Preis. Und da haben die Discounter mit 19 Cent für 1,5 Liter die Kunden längst an der Angel. Billig, praktisch, lecker: Der Verbraucher hat den Umweltgedanken beim Wasser schon längst verloren. Der Preiskampf um das Mineralwasser ist ein Lehrstück über die Marktmacht der Discounter und das Scheitern der Politik in Sachen Umweltschutz.

Offenbar sind viele Leute offenbar so kurzsichtig, nicht zu erkennen, dass Wasser aus dem Wasserhahn (selbst wenn man es filtert) noch viel günstiger (und viel wenige rumweltschädlich) ist als das Discountergesöff…

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Tiere essen

Man soll mir ja nicht nachsagen können, dass ich nicht jeden Hype mitmache ;-) – tatsächlich wird das Thema Vegetarismus derzeit nicht nur im Greenpeace Magazin ausführlich behandelt, sondern Dank des neuen Buches „Tiere essen“ des amerikanischen Autoren Jonathan Safran Foer (immerhin auf Platz 2 der Amazon-Bestsellerliste!) auch verstärkt diskussionsauslösend in „die Mitte der Gesellschaft“ getragen. Also dorthin, wo man sich bisher über Konsum und Essgewohnheiten wenig Gedanken machte, sondern einfach nur isst, was auf den Tisch kommt. Auf der Utopia-Plattform tummeln sich zugegebenermaßen schon eher Menschen, die bereits etwas bewusster mit ihrer Ernährungs- und Konsumgewohnheiten umgehen, dennoch ist die dort entbrannte Diskussion spannend zu lesen – „Glückliche tote Tiere essen – Plädoyer für bewussten Konsum“.

(…) „Dreckskerl! Ich kann kein Fleisch mehr essen!“ – wie der Spiegel schreibt, erreichen derartige E-Mails Jonathan Safran Foer täglich, seitdem sein Buch „Tiere essen“ in den USA erschienen ist. Wenn kluge Worte mit begabter Zunge zur richtigen Zeit gesprochen werden, besteht die Möglichkeit zum Wandel. Der 33-Jährige wird seit seinem Erstlingsroman “Alles ist erleuchtet” aus dem Jahr 2002 als literarisches Ausnahmetalent gefeiert. Erwartungsgemäß geistreich geht er auch das „Fleisch-Thema“ an. Der Amerikaner predigt nicht für den radikalen Fleischverzicht und gesteht auch seine eigene Schwäche für Fleisch ein. Er will nicht missionieren, nur aufklären.  Seine Mischung aus journalistischer Recherche, Autobiographie und Wissenschaft ist bestechend. Foer schockiert mit detailgenauen, szenischen Beschreibungen aus der Massentierhaltung, untermalt diese mit faktischen Statistiken zu Fleischkonsum und Klimawandel und berührt mit seinem persönlichen Stil. Foer bekommt in seinen Worten die Wirklichkeit der Massentierhaltung zu fassen und diese kann augenscheinlich niemanden kalt lassen. (…)

Selbst Die Zeit titelte neulich zum Bild eines blutigen Steaks ganz groß „Lasst das!“ und brachte neben einem Interview mit J.S. Foer – „Donnerstags kein Fleisch“ – auch einen längeren Artikel von Iris RadischTiere sind auch nur Menschen“, in dem sie für eine vegetarische Ernährung plädiert:

(…) Das gilt auch für den noch viel gewichtigeren Trumpf in der Hand der Vegetarier: die ungeheuere Belastung der Erde durch die Treibhausgasemissionen, die durch die Massentierhaltung entstehen. Gerade veröffentlichte das unabhängige Washingtoner Worldwatch Institute seine jüngsten Messungen, nach denen die Massentierhaltung nicht nur wie bisher angenommen für 18 Prozent, sondern sogar für über 50 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Fleisch essen ist schlimmer als Auto fahren.

Von dem unverantwortlichen Wasserverbrauch, der unwirtschaftlichen Vernichtung von Anbaufläche, der Rodung der Wälder zur Vermehrung von Weideflächen noch gar nicht zu reden. Niemand bezweifelt diese für unsere Überlebensaussichten äußerst betrübliche Diagnose. Sie ist ein starkes Argument für eine drastische Senkung des Fleischkonsums. Doch erspart auch sie uns nicht die alles entscheidende Frage, die man auch unseren ökologisch korrekten Urahnen hätte stellen müssen: Wer darf wen töten und warum? (…)

Die österreichische Zeitung Die Presse geht in „Jonathan Safran Foer: Böses Fleisch“ nicht nur der Frage nach, was Fleischkonsum alles anrichtet, sondern auch, ob es sich beim „neuen Vegetarismus“ eventuell auch nur um einen Hype, eine Modeerscheinung handelt, die nach einiger Zeit wieder in der Versenkung verschwindet:

Spätestens seit sich das deutsche Feuilleton mit Genuss auf Jonathan Safran Foers “Tiere essen” stürzt, ist klar: Vegetarier sind die besseren Menschen. Bloß: Wie lange? (…)

(…) Tatsächlich hat sich die gesellschaftliche Wahrnehmung von Vegetarismus ohnehin bereits deutlich verändert. 2007 waren laut Statistik Austria 1,4 Prozent der Männer und 3,9 Prozent der Frauen in Österreich Vegetarier, die Zahlen gehen aber deutlich nach oben. 2010 kann man gesellschaftlichen Status auch nicht mehr daran festmachen, wer das größte Stück Fleisch auf seinem Teller hat. Vegetarier sind heute keine Sonderlinge mehr wie noch vor wenigen Jahrzehnten, und vegetarische Restaurants sind in Wien keine spleenigen Kaschemmen für Grünwähler mit Birkenstock-Schlappen. Im Gegenteil: Vegetarier sind in der öffentlichen Wahrnehmung die verantwortungsbewussteren, umweltfreundlicheren Menschen. Es wird auch in Wien allmählich chic, Vegetarier zu sein. Spätestens, wenn Jonathan Safran Foers Buch in den Buchhandlungen aus der Gesundheitsecke zu den Bestsellerstapeln wandert, wird es wohl noch schicker.

Zumindest für einige Monate. Bis den meisten Hype-Vegetariern der Geschmack von Pilzen, Gemüse und Hirsebällchen zu eintönig wird. Und sie sich nach einem Steak sehnen. Aber dann hat die Frankfurter Buchmesse schon ausreichend neuen Gesprächsstoff auf den Markt geworfen.

Auch die neue kritische Nachhaltigkeitswebsite Global U-Turn (die ich an dieser Stelle übrigens durchaus auch als Surftipp empfehlen möchte!) wirft einen genaueren Blick auf die Folgen des Fleischkonsums für Gesellschaft und Planeten – „Schmeckt’s?“ lautet die Frage, schließlich ist das „Schmecken“ ja der Hauptgrund für die meisten Menschen, Fleisch trotz aller damit verbundenen moralischen wie gesundheitlichen Probleme zu sich zu nehmen:

Fleisch ist ein Stück Lebenskraft – mit diesem Satz warb die deutsche Agrar-Marketinggesellschaft CMA im Jahre 1967 für den Fleischverzehr. Gut, die CMA behauptete auch, dass Milch müde Männer munter machen würde, was unbewiesen blieb. Aber Slogans wie „Isst Du kein Fleisch, dann fehlt Dir was” (1990), “Ewig lockt das Fleisch” (1991), „Fleisch, ja klar!” (2002) und “Schweinefleisch: Macht Lust und Laune” (2004) richteten sich an eine große Zielgruppe. 94 Prozent aller Deutschen essen Fleisch. Weil es ihnen gut schmeckt, weil sie es gewohnt sind, weil Fleischessen ganz normal ist, weil man für eine ausgewogene Ernährung ja Eiweiß braucht. Richtig. (…)

(…) Der maßlose und unüberlegte Verzehr von industriell produziertem Fleisch ist schädlich. Er schadet Tieren und Erzeugern – viele Bauern hassen das moderne Mastsystem und würden gern wieder traditionell arbeiten – genauso wie Konsumenten und der Umwelt. Würde allgemein weniger Fleisch gegessen und deshalb auch weniger Getreide, Soja und Mais an Masttiere verfüttert, könnten Menschen in vielen Entwicklungsländern sich und ihre Kinder leichter ernähren. Und gleichzeitig würde das unermessliche Leid jener 4 Milliarden Kreaturen gemindert, die ein kurzes und elendes Dasein in Ställen und Käfigen erdulden müssen, nur damit sie gebraten auf unseren Tellern landen. (…)

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BP-Busting – And the winner is…

Greenpeace UK rief vor einigen Wochen dazu auf, das BP-Logo im Lichte der neuesten Katastrophe passend umzugestalten, so dass es statt des heuchlerischen grünen Images ein zutreffenderes Bild des Ölkonzerns zeichnet. Weltweit machten viele Menschen mit, und nun wurden die Sieger gekürt – den Publikumspreis bekam das wirklich sehr gelungene Adbusting des Franzosen Laurent Hunziker, das auf traurig-schöne Weise das wahre Wesen der Ölindustrie und von BP darstellt:

Den Jury-Preis gewann der Deutsche Alexander Hettich mit seinem ebenfalls treffenden Entwurf:

Diese und diverse andere kann man auf der Greenpeace-Seite herunterladen, z.B. für das Basteln von Stickern, die man wie zufällig an einer Aral (=BP)-Tankstelle, öhm, verlieren könnte z.B. ;-)

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