Sep
16
2010

Hagen Rether und das Umweltbewusstsein

Dem, was Hagen Rether in der WDR-Sendung Mitternachtsspitzen am 4.9. vortrug, ist eigentlich nichts hinzuzufügen…

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31 Comments

  • thomas

    Und was hat jetzt CO2 damit zu tun? Ach ja, das ist doch das böse Klimagas, uuuuuuuiiiiiii!!! Da ist der Hagen wohl auch der Klimamafia auf den Leim gegangen, oder waren es die Mainstreammedien?

    Comment | 16. September 2010
  • Overesch

    Hagen ist der Größte, Hut ab

    Comment | 16. September 2010
  • Markus

    Also ich bin Vegetarier weil ich auch nicht will dass Tiere unnötig leiden. Zumal ist es richtig dass Fleisch nur so gut schmeckt wegen der Gewürze die da drin sind, Tofu und Seitan kann man sehr ähnlich gut würzen. Hinzu kommt ja noch dass mir bei den ganzen Fettgrieven im Fleisch nicht nur einmal das kotzen kam.
    Aber mal ehrlich: Der Mann ist Totalitarist!
    Wenn man den Menschen alles vorschreiben müsste, wären wir ja dümmer als Planzen!

    Und hört endlich auf mit diesem Klimahysterie-Mist!
    Genau dahin soll es gehen: Alles im Leben wird vorgeschrieben! Na Mahlzeit!
    http://www.klima-ueberraschung.de/

    Trotzdem ganz guter Blog hier!

    PS: Informiert euch mal über unser Geldsystem! Das ist das größte Verbrechen an unseren Planeten und damit auch der Menschheit!

    Comment | 17. September 2010
  • Hallo Peter,

    Spitzenmäßig, wenn Hagen auch ziemlich arrogant daherkommt- er hat es auf den Punkt getroffen…

    Das verlinke ich gleich auf Utopia.

    Grüße
    Idealistin.

    Comment | 17. September 2010
  • Markus,

    man kann auch alles schönreden und blind durch die Welt laufen. Soviel zum blog-link.
    Man nehme nur das Ozonloch-es schließt sich wieder- weil das FCKW-Verbot nun endlich Wirkung zeigt!

    Eines ist unbestritten-selbst wenn die Klimaerwärmung ein natürlicher Vorgang sein sollte- was rein spekulativ ist- so beschleunigen wir zumindest den Prozess um ein vielfaches – durch den hohen CO² Ausstoß. Zudem leben wir gegen die Gesamtnatur – sowie gegen die eigene!

    Arbeitszeiten rund um die Uhr, Reizüberflutung. Alkoholexzesse, künstliche Produkte die Umweltschädigend wirken u.u.u.

    Wer will das ernsthaft bezweifeln?

    In Einem allerdings stimme ich dir zu- das ist der Geldkreislauf- da gibt es schöne kleine Filme.

    Peter – also „konsumpf „ hat in einem älteren Beitrag dieses Thema auch schon aufgegriffen…

    Gruß
    Idealistin

    Comment | 18. September 2010
  • Markus

    Idealistin: Sorry, aber es ist nicht unbestritten dass wir die Erwärmung verursachen. In den letzten 10 Jahren ist es auf der Erde sogar kälter geworden (wenn man von einer Erd-mittel-temperatur überhaupt reden kann). Auch wenn die Menschheit nicht alles richtig im Einklang mit der Natur macht, darf man nicht jede Behauptung über Umweltzerstörung sofort für bare Münze nehmen!
    Der IPCC besteht nicht mehrheitlich aus Physikern und Chemikern. Der NIPCC schon: http://www.oekologismus.de/?p=999

    Das ist nur Geldmache, an der auch die Ölmultis über die Hintertür mitverdienen, durch Anteile am Zertifikate-Handel bzw. weil sie sich doch tatsächlich von Entwicklungsländern ihre CO2-Ersparnisse abkaufen lassen wollen. Muss ich daran erinnern dass in Afrika jede Minute dutzende (hunderte?) Menschen unnötiger weise sterben?!

    Arbeitszeiten, Reizüberflutung und Alkoholexzesse kann ich vermeiden oder sie mitmachen! Sind wir den alle nur Opfer, oder was?!
    Ein Problem hab ich z.B. wenn im Internet einfach eine Werbe-Botschaft angeht und ich nirgends den „Aus“-Schalter finden kann. Das nenne ich Nötigung! (O2, die solche Scheiße veranlassen, meide ich wie die Pest!) Aber Fernsehen und diese ganze abartige Werbung, mit ihren Lügen und Übertreibungen sehen ich seit Jahren nicht mehr.
    Die Menschen bekommen was sie wollen!
    Mein Problem ist nur dass ich als nachdenkende Minderheit schon fast keine Glasflaschen im Supermarkt finde wenn ich mal Saft trinken möchte, sondern nur noch Plastik-Weichmacher-Gift. Wenn das die anderen nicht interessiert und sie ignorant sind, ist es ihr Recht mit ihrem Körper zu machen was sie wollen, aber bitte lasst mir die Alternative etwas anderes zu kaufen! Das ist mir wichtiger als anderen ständig Vorschriften machen zu wollen. Sie werden früher oder später schon merken was sie davon haben…

    Comment | 19. September 2010
  • Hallo Markus,

    mag sein, dass er recht hat, ich kann auf diesem Niveau
    ( des Professors) nicht mitreden. Dazu fehlen mir die Möglichkeiten und das Wissen. Aber unabhängig davon, zeigen Messdaten seit Aufzeichnungsbeginn, dass die Durchschnittstemperatur ansteigt. Das Abschmelzen der Pole und Gletscher untermauern diese Daten. Obwohl ich letzten Winter das Gefühl hatte, wir gehen einer Eiszeit entgegen, unsere Gasrechnung erhärtet meinen Verdacht (kleiner Scherz am Rande) Ich denke es bringt nichts darüber zu streiten, wenn es so passiert können wir vermutlich ohnehin nicht viel daran ändern.
    Trotzdem bin ich der Meinung, dass wir den CO² Ausstoß senken müssen, auch wenn wieder- übrigens wie bei fast Allem- die „Großen“ kräftig daran verdienen und wir- die Bürger- immer nur zur Kasse gebeten werden. Allein aus Umweltaspekten, ist es aber dringend notwendig, dass wir den Benzinverbrauch und somit den Schadstoffausstoß vermindern.
    Ansonsten sehe ich wohl an deinem Kommentar, dass du in etwa auf der gleichen Welle wie ich schwimmst. Werbung nervt- mich auch- aber leider- und dass muss man auch bedenken- sie finanziert viele Webseiten und machen sie erst rentabel für den Betreiber Wäre dem nicht so, dann müssten wir uns darauf gefasst machen, dass viele Seiten kostenpflichtig werden.Unterm Strich wird es teurer und nicht mehr für jeden finanzierbar.Im Fernsehen und Radio pflichte ich dir bei, besonders, wenn wie bei den Privaten Werbung laufende Sendungen unterbricht. Ich sehe zwar selten Fern, aber wenn, dann nervt es mich unheimlich. Das Problem sind die Einschaltquoten, um sie zu steigern, werden Sendungen ins Leben gerufen, die ein bestimmtes Klientel bedienen, die, die darauf abfahren und weiterverblöden. Einfach billig, reißerisch, chauvinistisch, dumm, mit Hang zum Voyeurismus.

    Glasflaschen-dito- es wird immer schwerer welche zu bekommen- TRAURIG! Trotzdem ist Mehrweg immer noch die bessere Alternative.Vilsa, Godehardt, Salvus, Gerolsteiner- alles noch im Glas, jedenfalls bei uns. Allerdings 0,5 mit Geschmack- nur noch Vilsa. Mittlerweile koche ich Tee und fülle in Flaschen ab. Ist am kostengünstigsten und schmeckt. Zucker kann man auch nach eigenem Ermessen dosieren oder weglassen. Es gibt Alternativen- man muss sie nur finden.

    Das Problem sind aber die ANDEREN denen es scheißegal ist…solange das Geld dafür da ist und es so bequem ist….
    Gruß
    Idealistin

    Comment | 20. September 2010
  • Markus

    Dass die Temperatur seit 150 Jahren ansteigt ist richtig und auch gut so. Um 1850 gab es so etwas wie eine kleine Eiszeit was auch zu Ernteausfällen führte (und auch die aufgeheizte Stimmung zur „deutschen Revolution 1848 begünstigte). Kaltes Klima ist immer schlechter für die Landwirtschaft als warmes. Das CO2 die oft besagten „giftigen“ Eigenschaften hat ist aber ein absolutes Märchen. Es wird (unglaublich viel) Geld in die Vermeidung von CO2 gesteckt, das woanders besser investiert wäre.
    http://www.parteidervernunft.de/sites/default/files/rettung_vor_den_klimarettern.pdf
    Es gibt auch Katalysatoren die Abgase bis auf CO2 und H2O reinigen können.
    Auch die „Peak-Oil-Theorie“ stimmt nicht. Öl entsteht nicht aus Fossilien, sondern aus in der Erdkruste eingelagertem Methan. Man könnte es, in unterschiedlicher Tiefe und Qualität, überall fördern. Nur einzig hat man noch nicht erforscht wie schnell es sich neu bildet.
    http://www.youtube.com/watch?v=lQKAcJu62Rs

    Mal ehrlich: Wenn es eine Energie-Quelle geben würde die uns nahezu unbegrenzte Möglichkeiten verschaffen würde. Denkst du es stehe frei zur Verfügung? Die Unternehmen würden nur noch an der Wartung der Anlagen verdienen. Es gibt Ansätze von Nikola Tesla die in diese Richtung gehen. Ich denke nicht dass die Mächtigen der Welt das möchten. Das hätte weitreichenste Folgen für unsere Gesellschaft.
    Das was wir erneuerbare Energien nennen, verbraucht oft seltenere Ressourcen als es Öl oder Kohle sind. Auch in Elektro-Auto Batterien und Windkraftanlagen sind „Seltene Erden“ enthalten die nicht umsonst so heißen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Seltene_Erden
    Hinzu kommt dass speziell in Deutschland das Stromnetz ineffektiv ist und man sich zuerst mal darauf konzentrieren sollten. Die ganzen Windparks können gar nicht richtig genutzt werden. Sie erzeugen ohnehin nur in 1/3 ihrer Lebensdauer einen Überschuss an Energie.

    Es ist nicht alles Gold das glänzt. Seit bitte vorsichtig damit den Menschen alles auf radikale Weise vorschreiben zu wollen. Wenn unser Geld wertstabiler wäre, gäbe es auch mehr Platz für Alternativen im Angebot von z.B. Supermärkten. Was die Mehrheit dann kauft kann mir egal sein, so lange es mich nicht trotzdem irgendwie schädigt. Jede Lebensform auf der Erde die nicht umfassend genug an möglichst viele Umweltbedingungen angepasst war, ist früher oder später ausgestorben.

    Gruß!

    Comment | 20. September 2010
  • Nun mische ich mich doch auch mal kurz in die Diskussion ein. :-) Was diese CO2-Geschichte angeht, so finde ich es auch seit jeher sonderbar, dass von einen Tag auf den anderen plötzlich alles an diesem Ausstoß festgemacht wird, so als wenn die einzige bedeutsame Auswirkung des menschlichen Treibens auf Umwelt & Natur nur im CO2 und dem damit vielleicht (oder auch nicht) verbundenen Klimaänderungen liegen würden. Gleichzeitig stelle ich ebenfalls immer wieder verwundert fest, dass viele der sog. „Klimaskeptiker“, also diejenigen, die eben davon ausgehen, dass CO2 und Erderwärmung nix miteinander zu tun haben bzw der Mensch darauf keinen Einfluss hat, gerne von Umweltschutz generell nicht viel halten. Fast so, als wenn sie Angst davor hätten, dass ihnen jemand ihren konsumistischen Lebensstil, basierend auf dem Raubbau an Natur und Gesellschaft, wegnehmen wolle. Wer beispielsweise meint, Autofahren sei doch gar nicht so schlimm, eben weil das mit dem CO2 doch alles Unsinn sei und Öl eben auch nicht „peakt“, der übersieht die vielen vielen negativen Auswirkungen der Autokultur auf den Planeten, die von Giftausstoß bei Produktion und Fahren über Umweltzerstörung und Vertreibung und Kriegen bei der Ölforderung bis hin zu Flächenversiegelung, Lärmbelästigung und Gefährdung menschlicher Leben im Straßenverkehr gehen. (Siehe zB http://konsumpf.de/?p=5722)

    Genau das finde ich besorgniserregend, dass diese einseitige Konzentration auf einen definitiv angreifbaren Punkt wie das CO2 und dessen (möglichen oder unmöglichen) Auswirkungen aufs Klima dazu führt, viele andere wichtige Punkte beim Thema Konsum & Umweltzerstörung in den Hintergrund zu drängen.

    Bei der Gelegenheit führe ich gerne auch das Beispiel an von jemanden, den ich mal beruflich kennengelernt habe: FDP-Mitglied und begeisterter „Alles Schall und Rauch“-Blog-Leser. Und, natürlich, „Klimaskeptiker“. Bezieht Atomstrom (billig!) und lässt aus Protest gegen Umweltschutz und Umweltpolitik den ganzen Tag bei sich zu Hause Licht brennen etc., auch wenn er nicht zu Hause ist. (Was ein Schlaglicht auf die Intelligenz von FDP’lern wirft ;-) Natürlich kommt bei ihm der Strom aus der Steckdose und dass die Stromproduktion aus Kohle und Atom eine Riesensauerei und gefährlich ist, ficht ihn nicht an. Und genau solche Leute sehe ich immer vor meinem inneren Auge, wenn ich solche „Klimaskeptiker“/“Klimalügen“-Sites sehe… Wäre schön, wenn diese CO2-Debatte nicht dazu benutzt werden würde, um quasi als Gegenentwurf zum totalen CO2-Klimaspar-Terror einen zerstörerischen Lebensstil schönzureden. Dass die CO2-Chose von vielen Seiten, von Politik und Wirtschaft, dazu benutzt wird, uns Bürger einzulullen oder abzukassieren, steht auf einem anderen Blatt – deswegen sollte man sich wahrhaftig nicht auf blinden CO2-Sparglauben einlassen, wohl wahr.

    (Was diese „Partei der Vernunft“ angeht – wenn diese Sarrazins Thesen gleich auf der ersten Seite als „unbequeme Wahrheiten“ bezeichnet, ist sie dem Demagogen auch schon schön auf den Leim gegangen. Man lese sich dazu mal den Artikel in der ZEIT durch, in dem auch einige Passagen aus Sarrazins Buch zitiert werden und die keine „unbequemen Wahrheiten“ sind, sondern Hetze, die Menschenleben in „werte“ und „unwerte“ einteilt. Das hatten wir schon mal vor einigen Jahrzehnten… Das hat also nichts mit „im Ton vergriffen“ zu tun, wie die PdV es behauptet…
    http://www.zeit.de/2010/38/SPD-Sigmar-Gabriel

    Zitat aus dem Sarrazin-Buch:
    »Es könnte beispielsweise bei abgeschlossenem Studium für jedes Kind, das vor Vollendung des 30. Lebensjahres der Mutter geboren wird, eine staatliche Prämie von 50000 Euro ausgesetzt werden. (…) Die Prämie – und das wird die politische Klippe sein – dürfte allerdings nur selektiv eingesetzt werden, nämlich für jene Gruppen, bei denen eine höhere Fruchtbarkeit zur Verbesserung der sozioökonomischen Qualität der Geburtenstruktur besonders erwünscht ist.«

    Mehr ist dazu nicht zu sagen. „Brave New World“ lässt grüßen. Wer das als „unbequeme Wahrheit“ bezeichnet (wie auch BILD, Hamburger Abendblatt usw. usf.), lebt noch im 19. Jahrhundert. Aber das nur als Randbemerkung.

    Comment | 20. September 2010
  • Markus

    Peter: Was die CO2-Debatte anbetrifft, gebe ich dir Recht! Auch wenn manche Ökos zu Fanatikern geworden sind, sollte man nicht auch noch zu einem werden, nur halt im gegenteiligem Sinn. Verschwenden und rücksichtslos zu sein (Lärm) finde ich genauso unangebracht. Es geht mir ja viel mehr darum nicht für einen Phantom-Effekt Unmengen an Geld zu verpulvern.
    Ich sage es mal vereinfacht so: Viele Menschen in Afrika würden für den Erhalt ihres Lebens gerne etwas Krach in Kauf nehmen. Es gilt das Für und Wider differenziert abzuwegen.
    So sieht das auch die PDV. Wegen einem Satz der geäußert wurde, muss man nicht gleich die ganze Partei verdammen. Dieser eine Satz kann auch nicht sämtliche Inhalte des Buches beschreiben. Es gibt Wahrheiten in diesem Buch (staatliche Lenkung erzeugt ungewollte Effekte), jedoch beschreibt der Artikel recht genau was gemeint war.
    Am Ende bin ich mit ihnen einer Meinung: Diese ganze Debatte spaltet unnötig die Öffentlichkeit und der Schwarze Peter wird nur wieder den Falschen in die Schuhe geschoben. Die Türken sind nicht daran Schuld dass sie in Deutschland ohne Arbeit besser leben als in der Türkei mit Arbeit. Aber bei aller Liebe behaupte ich, dass wir größere Probleme haben als die max. 3% Arbeitsunwilligen, ob „Ausländer“ oder nicht. Selbst mit Arbeit können viele nicht mehr ohne den „Staat“ leben, womit wir wieder beim Geldsystem sind. Aber die selben 4 Parteien werden trotzdem immer und immer wieder gewählt.
    Let’s try something else!

    Wir leben in einer Gesellschaft in der sich Umweltschutz meist nur dann durchsetzt wenn irgendwo anders die Kasse klingelt. Energie-Spar-Lampen, Solaranlagen, Windkraft und Elektro-Motoren. Damit lässt sich mehr Geld verdienen als mit einem richtigen(!) KAT, effizientem Stromnetz sowie Hanf als Rohstofflieferant für Plaste, Beton, Kraftstoff, Kleidung oder Möbel.
    Das hat auch etwas damit zu tun dass Lobbys sich beim Staat einmischen, wenige große Banken das Sagen haben und das Geld immer weniger statt mehr wert wird. Was es eigentlich sollte, denn die Waren werden auch immer mehr.
    Die Grünen wollen Motorroller verbieten und nur noch Elektroroller zulassen. Die werden um einiges teurer sein und wie schon erwähnt aus noch selteneren Rohstoffen gefertigt. Das ist der Ökowahn der mich schockt!

    PS: Solche Staats-Subventionen für das Kinderkriegen, können doch nur von einem Staatsgläubigen kommen. Perversion ist das richtige Wort dafür! Und alles nur weil man die Würzel des Übels nicht erkennen möchte! Freiheit vom Staat heißt die Lösung!

    Comment | 21. September 2010
  • @ Markus – zu dem, was Du in Deinem vorletzten Kommentar schreibst, kann ich Dir absolut Recht geben, das sehe ich im Prinzip genauso. An den Energiesparlampen sieht man ja den Schwachsinn, durch Aktionismus irgendwie Umweltschutz vorzugaukeln (und die Bürger schön zu gängeln und abzukassieren) – nur um dann im nächsten Augenblick durch die AKW-laufzeitverlängerung alles ad absurdum zu führen. Bluten dürfen wieder die Leute bei der aufgezwungenen Haussanierung…

    Gerade das Thema wichtige Geldsystem wird ja in der Politik (und der Wirtschaft) leider komplett totgeschwiegen – die Frage ist, was man als „normaler Bürger“ dagegen tun kann bzw wie man da praktisch Änderungen anregt – denn bei der weltweiten Verflechtung der Wirtschaft und dem riesigen Einfluss von Banken & Co. dürfte es nicht einfach sein, da im Privaten etwas anderes auf die Beien zu stellen. Tauschringe oder Regionalwährungen sind schön & gut, aber im derzeitigen Stadium meist nicht wirklich praktikabel (jedenfalls nicht hier in Kiel, in anderen Regionen mag das anders aussehen).

    Sich auf Thilo Sarrazin und seinen durch Statistiken verbrämten Standesdünkel (bis hin zu latentem Rassismus („Juden-Gen“)) zu beziehen in der eigenen Argumentation, halte ich dennoch für verkehrt, egal, wer das tut. Von solchen Thesen und so einem Menschenbild sollte man sich als denkender Mensch abgrenzen und den Herrn nicht durch Vokabeln wie „unbequeme Wahrheiten“ adeln… Ansonsten kenne ich die PDV nicht, kann also über deren Ansichten nicht weiter urteilen.

    Comment | 21. September 2010
  • Markus

    Wollte noch mal genau auf den kritisierten Satz der PDV eingehen:

    In dem erwähnten Zeit-Artikel steht:
    „Aber kein Zweifel: Es gibt Parallelgesellschaften, in denen die Scharia wichtiger ist als das Grundgesetz. Es gibt Hassprediger und auch eine erkennbar höhere Kriminalität. Und es gibt auch Bildungsferne und Bildungsverweigerung. Vieles davon hat mit einer sich verfestigenden Unterschicht ohne wirkliche Aufstiegschancen zu tun. Das trifft auch deutsche Jugendliche und deutsche Erwachsene, aber Ausländerinnen und Ausländer sind dort überdurchschnittlich vertreten. Aber das ist nicht die einzige Erklärung, und die unübersehbaren Probleme haben ihre Ursachen nicht nur im Integrationsversagen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und ihrer Politik, sondern auch in erheblicher Integrationsverweigerung bei einem nicht kleinen Teil der betroffenen Migranten.“

    PDV schreibt:
    „Thilo Sarrazin hat unbequeme Wahrheiten ausgesprochen. Dabei hat er sich im Ton vergriffen, aber seine statistische Analyse ist korrekt. Jedoch versäumen wir es, in der öffentlichen Debatte die wahren Ursachen der Misere zu benennen. Während die völlig abgehobene Politkaste keinerlei Handlungsbedarf sieht und die Medien das Problem verharmlosen, steigt die Wut. Es werden Bevölkerungsteile gegen einander ausgespielt, getreu dem Motto „Teile und herrsche“.

    Die „statistische Analyse“ bezieht sich hier wohl auf die „erhebliche(r) Integrationsverweigerung bei einem nicht kleinen Teil der betroffenen Migranten.“

    OK?

    Comment | 21. September 2010
  • Markus

    Peter: Ich möchte dir empfehlen dich über die PDV zu informieren. Die Gründer der Partei sehen das Geldsystem als Wurzel des Übels und möchten es ändern (keine andere PArtei zieht dass so konkret). Die Monopolisierung von Geld muss abgeschafft und dezentral werden. Die Österreichische Schule hat die Wirtschaftskrise 1929 und die Finanzkrise der letzten Jahre voraus gesagt (und dass schon in der Theorie vor über 100 Jahren). Ein Zentralbankensystem kann nicht funktionieren. Aber das nur als Vorgeschmack auf alle anderen Themen.
    Man muss sich aber ihre Änderungsvorschläge im Ganzen zu Gemüte führen, da einzelne Aussagen leicht missverstanden werden können. Das liegt unter anderem daran dass z.B. der Neoliberalismus nicht wirklich liberal ist.
    Die Artikel der Zeit und der PDV sind sich recht ähnlich (vor allem der Schlussteil), lese noch mal richtig.
    Was das Geldsystem anbetrifft, muss man noch viel mehr aufklären. Ich denke auch darüber nach wie man es noch deutlicher erklären kann, da ich selbst Probleme hatte es zu verstehen. Mit Wirtschaft hatte ich nie viel am Hut, da ich intuitiv verstand (warum weiß ich konkret erst jetzt), dass das alles ziemlicher Humbug ist. Vieles macht erst mal keinen Sinn weil von offizieller Seite meist nur die Hälfte der Geschichte erzählt wird.

    Zum Juden-Gen: Also ich denke da regt man sich etwas zu Unrecht auf. Es gibt jüdische Organisationen die Gen-Tests anbieten um heraus zu finden ob man jüdische Wurzeln hat. Dass wir alle Vorfahren haben und jene in bestimmten Regionen lebten, kann man ja nun nicht abstreiten. Es ist jedoch völlig zu kurz gefasst, Menschen anhand des IQs zu beurteilen. Gewisse Ideen können viel ändern und entstehen nicht unbedingt aus einer großen Intelligenz heraus. Zudem gibt es verschiedene Arten von Intelligenz, die alle ihre Vorzüge haben. IQ-Tests sind ja auch generell umstritten, also kein Anlass um allein daraus ein Menschenbild zu formen. Nur nach Intelligenz zu urteilen ist Schwarz/Weiß-Denken. Das mit den „unbequemen Wahrheiten“ sehe ich nur als Phrase die aus den Medien aufgegriffen wurde und, wie gesagt, auch im Zeit-Artikel ähnlich benannt wurde.

    Atom-Kraft: Sicher ist Atom-Strom billig und über die Gefahren kann man sich auch streiten. Jedoch ist die Berechnung der Langzeitkosten nur allzu schwierig. Was ist wenn ein Verfahren entwickelt wird, mit dem man den Restmüll neutralisieren kann? Zum jetzigen Zeitpunkt jedoch, ist es zu kurz gegriffen die Kosten für die Endlagerung nicht mit zu berechnen. Dann würde Atom-Strom ganz schnell viel zu teuer, vermute ich. Es kommt hinzu dass keiner über die Mengen an Uran spricht die uns noch zur Verfügung stehen. Allzu viel scheint das auch nicht mehr zu sein. Bei der ganzen Debatte geht es doch hauptsächlich um die Nutzung von, am besten, reichlich vorhandenen Energie-Formen. Wie ich bereits erwähnte liegt es eher noch an unsere, von vielen als gegeben betrachteten, Machtstrukturen, die eine Nutzung wirklich billiger Energie unmöglich macht. Wenn die Menschen nahezu unbegrenzte Energie hätten, würden sich Regierungen auch in diesem Bereich ihrer Existenz-Berechtigung entziehen.

    Have a nice day!

    Comment | 21. September 2010
  • @ Markus: was die Kosten des Atomstroms angeht, so stimmt es, dass dieser nur deshalb so billig herzustellen ist, weil viele Folgekosten nicht mit in die Kalkulation einfließen bzw. eben auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Also Endlagerung uvm. Auch müssen Atomkraftwerke nur zu einer vergleichweise geringen Summe versichert sein – für die Schäden eines GAU kämen wiederum wir alle auf, nicht die Konzerne. So kann ich natürlich „billig“ produzieren, wenn mir alle Risiken abgenommen werden. Gegen Atomkraft spricht generell ja sehr vieles – siehe: http://100-gute-gruende.de/lesen.xhtml

    Die PDV werde ich mir mal bei Gelegenheit anschauen. Dass sie das Geldsystem mit auf der Agenda haben, ist auf jeden Fall schon mal ein Pluspunkt. Haben die eigentlich irgendwas mit diesem „Global Change“-Video zu tun, das ich vor einer Weile auch mal im Blog postete? Da war mir ja zu viel Markt und Leistungsgesellschaft drin…

    Comment | 21. September 2010
  • Markus

    Ja, sie vertreten auf wirtschaftlicher Ebene die ökonomische Schule der Österreicher (gibt wirklich keinen besseren Begriff). Friedrich Hayek ist am bekanntesten, da Nobel-Preis Gewinner. Am besten wirklich mal selber lesen.
    Jedoch ein wenig möcht ich verraten: Es gibt schon liberale Grundsätze die als Basis dienen. Wettbewerb, Konkurrenz und Effizienz sind da zu nennen. Auch soll der „Markt“ so weit es niemandem schadet, von staatlichen Einflüssen befreit werden. Zentrale Stellen können auf Grund von Informationsmangel nicht für alle Menschen Entscheidungen treffen. Dies z.B. in Bezug auf Dinge die nachgefragt werden könnten. Ich für meinen Teil nehme den Wettbewerb nicht unbedingt als feindlich war und sehe soziale Belange gesichert in dem freiwilligen Geben anderer Menschen. Dass dies nicht funktionieren würde, muss man mir erst mal beweisen. Ich sehe dies nur in sofern in Gefahr in dem Knappheit herbeigeführt würde und/oder die Menschen in moralischer Hinsicht nicht aufgeklärt werden bzw. ihnen das Gegenteil eigetrichtert wird (Ellenbogen usw.). Letzteres muss ich leider aus eigener Erfahrung vom Bildungssystem behaupten. Ich selbst bin dadurch fast verrückt geworden ;-) In der Schule war die Art und Weise des Miteinanders nur dann von belang wenn es krasse Auswüchse gab. Die alltäglichen Missetaten wurden weder von den Lehrern bemerkt, noch konnten sie, wenn sie es doch taten, angebracht darauf eingehen. Meine eigenen Überlegungen wurden von meiner Umwelt nicht bestätigt. Warum dies so war, konnten mir viele nicht mal richtig erklären. Das „Der Kapitalismus“ daran schuld trägt ist nun wirklich zu kurz gegriffen, aber gerade hier im „Osten“ eine verbreitete These. Soweit erst mal…

    Cheers!

    Comment | 21. September 2010
  • Tja, der gute Herr Hayek… das, was ich bisher von ihm so gehört & gelesen habe, klang wenig ansprechend für mich, und der Auftritt, den dieser Leiter des deutschen „Hayek-Fanclubs“ in „Let’s make money“ gezeigt hat, ließ selbigen in punkto Sympathie und menschliche Wärme eher in Richtung Sarrazin tendieren. Aber dafür kann Hayek natürlich nicht unbedingt was. ;-) Dass er Nobelpreisträger ist, hat für mich nicht so viel zu sagen, sicherlich passten seine Thesen damals gut in den Zeitgeist von Wirtschaftswunder und Boom…

    Auch wenn ich früher mal als „radikal-liberal“ galt, so bin ich doch eher libertär eingestellt, deucht mir. An die gesunde Basis von Wettbewerb, Konkurrenz und Effizienz glaube ich nicht wirklich (Effizienz darf meines Erachtens beispielsweise nicht alle Bereiche des Daseins durchdringen, wie es derzeit zunehmend der Fall ist), und ich fühle mich noch eher von Konzernen & Märkten gegängelt und bedrängt als vom Staat (aber letztlich von beidem).

    Comment | 21. September 2010
  • Markus

    Die beschriebene Szene kenn ich auch und war ebenso irritiert. Aber es gab im restlichen Film nix mehr von ihm zu hören, komisch. Der ganze Film ist mit meinem jetztigem Wissen es einziges verwirrendes Patchwork, tzwar mit Wahrheiten aber zu wenig Zusammenhang. Die Inderin zu beginn sagt deutlich dass die Großkonzerne subventioniert werden um in Indien zu bleiben! Auch die Neoliberalen nehmen Hayek als Vordenker, jedoch ohne das gesamte System umzusetzen, sondern nur dass was ihnen passt. Hab leider noch nicht viel direkt von ihm lesen können da meine Stadtbibo nicht viel hergibt und ich knapp bei Kasse bin.
    Nobelpreis hin oder her. Bin auch nicht mehr allzu sehr davon überzeugt, nicht zuletzt wegen Obama. Jedoch war dies die Begründung warum er am bekanntesten ist.
    Da wir noch nie freie Märkte hatten und das Geld immer weniger Menschen gehört (und an Wert verliert), muss es zur Gängelung kommen. Das meinte ich mit Verknappung. Der Staat hat hierbei die Gewalthoheit und schreibt die Gesetze die dies möglich machen, bzw. sie werden von den Konzernen geschrieben.
    Hab mir auch die Sendung „Essen – wie wir getäuscht werden“ heut angehört. Der Sprecher geht genau auf diesem Mechanismus ein. Die Konzerne wie Nestle haben Millionen ausgegeben um so etwas wie eine „Ampel“ für Fertig-Nahrung zu verhindern. Der Staat ist das Medium für solche Vorgehensweisen. Wenn die Menschen selbst entscheiden könnten wäre das anders. Warum gibt es keinen Hersteller der von sich aus solch eine Ampel aufdruckt? Warum wird dieser offensichtliche Betrug mit Zutaten wie „Zitronensäure“ die gar keine ist, nicht bestraft?! Beispielsweise gibt es in Deutschland die „Weisungsgebundenheit“ von Staatsanwälten, als möglichen Grund. Auch das Verfassungsgericht lehnt über 3/4 aller Klagen ab. Es gibt hunderte Regularien allein für Nahrungsmittel. Auch Gesetze gegen Betrug. Warum werden sie nicht angewendet?!

    Farewell and good night!

    Comment | 22. September 2010
  • andi1789

    Dass eine Zentralplanwirtschaft, die sozusagen die naheliegendste Alternative, wenn man zuviel Marx gelesen hat;-), zu unflexibel, zu informationsbedürftig und zu bevormundend im Vergleich zur Marktwirtschaft ist, kann kaum bestritten werden. Doch daraus eine quasi-religiöse Anbetung des Marktes abzuleiten wie von Hayek, vom einen Extrem ins andere umzuschwenken, kann man wiederum kaum anders als ideologisch bezeichnen.

    Die Probleme des Kapitalismus lassen sich nicht einfach dadurch lösen, dass man sie einfach als nicht-existent betrachtet. Dass z. B. der Unternehmer tendenziell seine Mitarbeiteranzahl möglichst gering halten will, weil Maschinen pflegeleichter sind, was im Übrigen auch für die Dienstleistungsbranche zutrifft, lassen die neoklassischen Ökonomen, die von Hayeks Richtung folgen, gerne völlig außer Acht. Daraus müsste man nämlich messerscharf folgern, dass irgendwann die benötigten „Mannstunden“ immer geringer würden, was nicht sein darf, hieße das doch, Marktwirtschaft führt zu Arbeitslosigkeit.

    Nun haben sich die neoklassischen Ökonomen dafür einen Trick einfallen lassen. Die Arbeit-Freizeit-Entscheidung nennt er sich, die Leute entschieden sich wieviel ihnen eine Stunde Arbeit im Vergleich zu einer Stunde Freizeit wert ist. Zu hohe Sozialleistungen führen nach diesem Schema zu einer Zunahme von Arbeitslosigkeit.

    Und, da beißt die Maus keinen Faden ab, von Hayek war beteiligt am Aufbau des Regimes Pinochet in Chile, das bekanntlich als erstes nach neoliberalen Prinzipien geführtes Land galt.

    PS: Achtung der Ökonomienobelpreis wird von der schwedischen Zentralbank ausgelobt, er geht nicht auf Alfred Nobel zurück!

    Zu „Let’s make money!“, ich fand den eigentlich ganz gut, es ist ein Dokumentarfilm, der über manche Stilblüten, die der totalitäre Kapitalismus treibt, aufklärt, keine wissenschaftliche Abhandlung.

    Comment | 24. September 2010
  • Markus

    Der Markt sind die Menschen! Wenn mir ein Produkt oder auch schon ein Verkäufer nicht gefällt, geh ich dort nichts mehr kaufen. Das ist keine Ideologie, das ist einfach menschliches Handeln. Kein Glaube, sondern beobachtbares Wissen.
    Das Arbeitslosigkeit ein Problem ist, liegt am Geldsystem. Im Vergleich zur Warenmenge, die durch effiziente Technologie immer mehr steigt, sollte auch der Wert des Geldes steigen. Das Geld muss aber mit einen nicht einfach vermehrbaren Gegenwert unterlegt sein, beispielsweise Gold oder Silber. Das bedeutet, alles wird immer billiger und man muss für den gleichen Lohn immer weniger Arbeiten. Nun ist heutzutage das Gegenteil der Fall was am Geldsystem liegt. Die Demonopolisierung des Geldes wäre der Anfang, erst dies macht Liberalisierungen gerecht und sozial verträglich. Hayek war definitiv gegen Zentralbanken, warum er trotzdem den Nobelpreis bekommen hat weiß ich nicht. Schweden ist aber auch nicht so sehr von Globalisten durchsetzt und funktioniert anders als Deutschland. Man hat auch Hayeks Vorderungen nie in ihrer Gänze umgesetzt. Auch in Chile nicht. Man kann doch nicht sagen dass in Chile unter der Diktatur Pinochets ein lieberales Staatswesen geherrscht hätte. Diktatur und Liberalismus sollten sich gegenseitig ausschließen, wenn man verstanden hat was Liberal bedeutet!
    Den Liberalismus den wir heute erleben, hat nur teilweise etwas mit Hayek zu tun. Einige teile sind umgesetzt wirken sich aber nachteilig aus, da wir zum Beispiel immer noch Zentralbanken-ein Monopol des Papiergeldes, Minimal-Reserve Banken und meist zentralistische Staatsorgane haben.
    In „Let’s make money“ werden viele Grundlagen des Liberalismus erklärt, aber die von mir genannten Zusammenhänge werden nicht aufgeschlüsselt. Man spricht immer von Liberalisierung ohne zu sagen dass nur teilweise(!) liberalisiert wurde, wie der Finanzmarkt.

    Comment | 25. September 2010
  • Also mir persönlich kommt die Sache mit der Allmacht des Marktes bzw. der „unsichtbaren Hand des Marktes“, die alles wie auf wundersame Weise richtet, schon vor wie ein Glaubensbekenntnis – so, als wenn man eben glaubt, dass es einen gütigen Gott gibt, der alles richtet o.ä. Ich finde es auch erstaunlich, dass die Anhänger des totalen Liberalismus immer die Schuld beim Staat suchen, wenn man wieder eine Liberalisierung eines Marktes nicht richtig geklappt hat – auf die Idee, dass man eben doch nicht alles marktgängig zurichten kann, was so das Leben ausmacht, kommen mir da scheinbar viele nicht. „Der Markt“ könnte m.E. sowieso nur dann funktionieren, wenn alle sozialen Kosten internalisirt werden, so dass man eben nicht mehr zu Lasten der Allgemeinheit billig produzieren kann, um den eigenen Profit zu steigern (wäre es anders, gäbe es sicherlich keine Atomkraft zB).

    „Der Markt sind die Menschen! Wenn mir ein Produkt oder auch schon ein Verkäufer nicht gefällt, geh ich dort nichts mehr kaufen. Das ist keine Ideologie, das ist einfach menschliches Handeln. Kein Glaube, sondern beobachtbares Wissen.“

    Das klingt zwar schön, findet sich aber in der Realität halt leider nicht wirklich wieder bzw. ist es keineswegs zum Nutzen der Gesellschaft oder der Natur, wenn man nur darauf schaut, ob einem ein Produkt oder ein Verkäufer gefällt. Die Discounter sind das beste Beispiel dafür, wie ein relativ ungezügelter Konkurrenzmarkt alles zerstört und „billige“ Preise im Grund sehr hohe sind, die die Gesellschaft als ganzes zahlt…
    Wie ich auch schon öfter hier im Blog schrieb (auch damals zu dem „Global Change“-Film) möchte ich nicht in einer Gesellschaft leben, deren Grundpfeiler Wettbewerb, Konkurrenz, Eigennutz und Effizienz sind. Das ist im derzeitigen System schon schlimm genug…

    Comment | 25. September 2010
  • Markus

    Die Internalisierung der sozialen Kosten muss natürlich gegeben sein. Wenn ein Unternehmen anderen schadet, sollte es verklagt werden können. Dazu sind Gesetze ja da. Die Strafe und Prozesskosten müssen dann vom Unternehmen getragen werden und eine mögliche Umweltverschmutzung wird unattraktiv. Wer wenn nicht der Staat verhindert diesen einfachen Mechanismus?
    Das den Menschen Quantität wichtiger geworden ist als Qualität, kann ich nur mit dem künstlichen Mangel an Zahlungsmitteln erklären. Wenn die Menschen kein Geld mehr für Qualität haben, womit sollten Unternehmen ansonsten Erfolg haben?
    Wenn dir Effizienz nicht wichtig, warum bist du dann gegen Verschwendung? Das ist paradox…
    Wettbewerb soll sicherstellen dass Kostengünstig produziert wird um Rohstoffe zu schonen und Arbeitszeit zu verringern. Ansonsten könnten wir ja gleich wieder in die sprichwörtliche „Höhle“ zurück.
    Das Ego ist ein Teil jedes Menschen und nicht zu ignorieren. Man muss damit nur richtig umgehen, sowie auch akzeptieren dass es nur EIN Teil unseres Charakters ist.
    Hauptsächlich geht es mir um Freiheit. So hat die ganze Diskussion hier auch angefangen. Was die Menschen, nachdem die größten Betrugssysteme in unserer Gesellschaft beseitigt sind, damit anfangen, möchte ich nicht bestimmen. Es geht mich nichts an, so lange ich nicht darunter leiden muss. Wie gesagt müsste uns die bereits existierende Technologie einen komfortablen Lebensstandart ermöglichen. Was die Menschen damit dann anfangen kann wohl Niemand im Detail sagen. Jedoch möchte ich behaupten dass es weniger Stress, Angst und puren Egoismus geben wird. Das sagt mir meine Lebenserfahrung. Ich rede hier auch nicht von Eigennutz als Tunneldenken. Eigennutz kann auch sein, anderen eine Freude zu machen. Sicherlich ist dies dann kein Egoismus im eigentlichen Sinne. Marktwirtschaft kann dies aber auch leisten. Was ist den ein zufriedener Kunde anderes als einfach Jemand der zufrieden ist?
    Solch ein soziale(re)s Verhalten aufzuzwingen ist falsch. Der Mensch macht dies schon von sich heraus. Effiziente Herstellungsverfahren sollen doch nur den Freiraum/zeit schaffen den Menschen mit Muße seinen Lebenstraum verwirklichen zu können. Die Menschen könnten in einer „natürlichen Ordnung“ leben. Rein philosophisch gibt es in der Natur auch niemanden der den Bienen sagt zu welcher Blume sie fliegen sollen. Das wissen sie schon selbst. Und sind wir dümmer als Bienen? ;-)
    Wir brauchen natürlich auch eine Art der Vollbeschäftigung, damit man sich den Betrieb in dem man arbeiten möchte aussuchen kann und nicht umgekehrt. Wenn die Gesellschaft so ist wie beschrieben wird dies wohl kaum ein Problem sein. Ein Wachstum der Wirtschaft entsteht durch neue Technologien die zeit- und ressourcensparend sind.
    Z.B. ohne den wirklichen Wert des Tauschmittels werden wir aber immer mehr und mehr brauchen (Inflation). Ein vernünftiges „Zufrieden-sein“ kann somit nicht erreicht werden. Im Wirtschaftsunterricht wird gesagt: „Die Bedürfnisse des Menschen sind unendlich.“ Allein das halte ich für Schwachfug. Der Mensch ist kein fleischgewordener Packman, der frist und frist und frist…

    Comment | 25. September 2010
  • „Die Internalisierung der sozialen Kosten muss natürlich gegeben sein. Wenn ein Unternehmen anderen schadet, sollte es verklagt werden können. Dazu sind Gesetze ja da. Die Strafe und Prozesskosten müssen dann vom Unternehmen getragen werden und eine mögliche Umweltverschmutzung wird unattraktiv.“

    Schön wär’s, wenn das so einfach ginge. Gerade am Beispiel der Discounter sieht man ja, wie soziale Folgekosten sich gar nicht einklagen ließen, selbst wenn jemand mal den Klageweg beschreiten würde. Der Preisdruck, der durch die Discounter (also dem Markt) ausgeübt wird führt in der Folge zu immer weiterem Druck auf Zulieferer, Produzetnen, Arbeiter und Umwelt. Wie willst Du dagegen per Prozess vorgehen? Solange Profitmaximierung und Marktanteilseroberung die obersten Maximen des Wirtschaftens sind, wird sich daran kaum was ändern, schon gar nicht in komplett liberalisierten Märkten. Zumal sich eben die meisten Leute auch über die Zusammenhänge ihrer Konsumentscheidungen keinen Kopf machen – sie entweder bewusst nicht an sich heran lassen (Fleischessen!) oder doch zumindest ignorieren bzw. ihr Verhalten schönreden („ja, aber es schmeckt so gut“, „mein Einkauf ändert ja auch nichts“ etc.). Ich denke nicht, dass ein System, das Konkurrenz als Maßstab hat, sozialeres Verhalten fördert…

    „Wenn dir Effizienz nicht wichtig, warum bist du dann gegen Verschwendung? Das ist paradox…“

    Nur scheinbar. ;-) Denn bei dem Begriffspaar Effizienz/Verschwendung ist es wie mit Kapitalismus/Kommunismus – wenn man gegen den Kapitalismus ist, ist man nicht automatisch Kommunist. Und wer gegen die Allmacht der Effizienz eingestellt ist, will trotzdem keine Verschwendung bei der Produktion o.ä. Klar ist es sinnvoll, bei der Herstellung von Gütern darauf zu achten, so wenig wie möglich Energie, Rohstoffe etc zu verwenden, also hier effizient zu sein. Wogegen ich mich aber wende, ist das Diktat der Effizient über unser gesamtes Leben, das seit 20-30 Jahren immer weiter um sich greift („McKinsey-Gesellschaft“). Schüler sollten am besten schon in der Grundschule 3 Fremdsprachen können, mit 16 an die Uni und mit 19 in den Beruf, um ja fix in den Arbeitsmarkt zu gelangen und ihre Lebenszeit „effizient“ zu benutzen. Effizient heißt hier aber eben immer nur auf einen vermeintlichen wirtschaftlichen Nutzen abzielend. Also Karriere etc. Das finde ich schädlich bis gefährlich. Ich empfehle das Buch „Unser effizientes Leben- Die Diktatur der Ökonomie und ihre Folgen“ von Dirk Kurbjuweit (das ich demnächst hier im Blog auch rezensieren werde):
    http://www.perlentaucher.de/buch/13678.html

    „Und sind wir dümmer als Bienen?“

    In manchen Dingen schon ;-) Bienen zerstören nicht ihren eigenen Lebensraum…

    Comment | 25. September 2010
  • ob Bienen wirklich wissen welche Blume die richtige,also die nachhaltigste und ergiebigste ist, bezweifel ich.
    Nach dem was man beobachten konnte werden bevorzugen sie unteranderem Blüten mit höherem Nikotin- und Koffeingehalt.
    Vielleicht bevorzugen Bienen auch mal die nächstbeste Blume und nicht die „beste“?

    Ich möchte nicht auf dem Vergleich rumhacken, aber der Verbraucher weiß meistens leider eben nicht was er tut ,so halten viele Milch immer noch für unglaublich gesund.

    Comment | 25. September 2010
  • „Ich möchte nicht auf dem Vergleich rumhacken, aber der Verbraucher weiß meistens leider eben nicht was er tut ,so halten viele Milch immer noch für unglaublich gesund.“

    Und zudem wird von den Unternehmen mittels Reklame etc. auch alles dafür getan, dass der Verbraucher unwissend bleibt bzw. wird er von den Marketingabteilungen und Medien bewusst in die Irre geführt, um den Absatz der eigenen Produkte sicherzustellen…!

    Comment | 25. September 2010
  • Markus

    Ich werd noch zur Gebetsmühle, mal ehrlich!
    Ihr redet von Betrug und Propaganda! In jeden Gesellschaftssystem dass nicht totalitär ist, ist so etwas verboten!!!

    Comment | 25. September 2010
  • Ehrlich gesagt sprachen wir nicht primär von Betrug und Propaganda (nur beim letzten Kommentar) – bei der Discounter-Geschichte zB geht es darum, dass die Marktgesetze und der Eigennutz und die Uninformiertheit der Verbraucher dazu führen, dass Zerstörung und Ausbeutung weit voran getrieben werden, alles im Namen des (vermeintlich) billigen Preises und des hohen Gewinns.

    Wäre denn in Deiner Welt der komplett liberalisierten Märkte Reklame verboten? Denn Werbung ist ja immer Irreführung von Konsumenten bzw. das Herausstreichen von Produkteigenschaften bei gleichzeitigem Verschweigen der ganzen Nachteile… und soll oft genug zu unnötigem Konsum anstacheln, getreu dem Motto „gönn dir mal was“, „kauf dies, und dir geht es gut“, „übertrumpf deinen Nachbarn, indem du dir das neueste Modell von xyz (hier irgendeinen Elektronikplundernamen einfügen) kaufst“ etc. Schwer vorstellbar, dass in einer Welt des „reinen Marktes“ diese Dinge plötzlich nicht mehr vorkommen.

    Und was haben die Bienen mit Betrug zu tun? Du meintest, dass Menschen ja wohl nicht dümmer seien als Bienen, was soziales/gesellschaftliches/„natürliches“ Verhalten angeht – eine These, die zumindest angezweifelt werden darf, wenn man sich die Welt so anschaut. ;-)

    Und was war mit der Effizienz, inwieweit hatten meine Ausführungen dazu etwas mit Totalitarismus oder Betrug oder so zu tun? Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass Effizienz nur in gewissen Grenzen erstrebenswert ist und nicht so, wie es jetzt läuft.

    Comment | 25. September 2010
  • Markus

    In unserem jetzigen System werden vorteilhafte Mechanismen ins Gegenteil verkehrt, Bsp. Effizienz. Man könnte auch sagen sie werden ins Extrem getrieben, in einigen Bereichen. Das Menschen nicht wissen was gut und was schlecht ist, hat etwas mit Bildung zu tun.
    http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/deutsche-fuehlen-sich-gesund-36625.php
    Jedoch lernt man in der Schule auch nicht alles. Die Lücken werden meist von Desinformanten (Werbung) gefüllt. Die Behauptungen in der Werbung sind nachweislich oft falsch. (siehe im Link-> Steigerungsraten bei chronischen Erkrankungen wie Asthma und Diabetes) >Thema versteckter Zucker. In der Radiosendung die diese Woche hier empfohlen wurde, kam dies zur Sprache.
    http://www.inforadio.de/podcast/feeds/zwoelfzweiundzwanzig/zwoelfzweiundzwanzig.html
    Das fällt eigentlich in den Bereich Betrug, da falsche Behauptungen aufgestellt werden bzw. etwas betont wird das nichts ungewöhnliches ist (Actimel). Hinzu kommen auch noch vom Staat in Auftrag gegebene Studien, die meist das ergeben was der Staat hören will. (Was auch meinen ersten Link betrifft und man deshalb misstrauisch sein sollte)
    Menschen suchen Waren nach der Informationsebene aus die sie selbst über das Produkt haben. Falschberatung ist strafbar. Wenn die Kunden, trotz vorhanden Möglichkeiten, keine Informationen einholen sind sie selbst schuld. Die Biene kann dann halt ihr Volk nicht ernähren (>Ergiebigkeit) oder stirbt weil sie sich ihrer Nahrungsgrundlage entzieht bzw. die Blume giftig ist.

    Ich war mal mit meiner Schulklasse bei einer staatlichen Ernährungsberaterin (vor etwas 10 Jahren). Sie war die erste die mir (uns) erzählte das Milch (genauer Milchschnitte) nicht mal halb so gesund ist wie überall behauptet. Sie sagte auch sie dürfe uns das eigentlich nicht sagen!!!
    Sie ging auch auf den gegenseitigen Nutzen ein den die Milchschnitte mit diesem Sportverband (oder was da auch immer genau drauf ist) verbindet. Ähnlich wie mit Nutella und unseren wundervollen DFB-Helden (ja, das ist Sarkasmus).
    Wie gesagt, Dumpinglöhne sind ein Ergebnis der Arbeitslosigkeit und die Ergebnis z.B. auch der hohen Investionssteuern. Das Bauern im Ausland nicht fair bezahlt werden, ist ja auch staatlich abgesegnet oder wenigstens toleriert. Trotzdem kaufen Menschen immer mehr TransFair Produkte. Wenn das keiner kaufen würde, wären die schon längst weg vom Fenster.
    Wie oft wird denn im TV erklärt dass Niedrigstpreise nachteilige Auswirkungen haben? Die einfache Logik gebietet das ja schon. Trotzdem ist das nicht gerade Schulstoff. Den meisten Menschen bleibt ja auch nix anderes drüber. Zudem kommt noch hinzu das viele denken Markenartikel seien nur Abzocke.
    Lest doch bitte meine anderen Kommentare nochmal, wenn ihr etwas nicht verstanden habt. Ich wiederhole mich hier eigentlich nur noch…
    Werbung in seiner heutigen Form kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Wie gesagt, da werden Gesetze missachtet die es eigentlich schon, nur wohl nicht ausreichend formuliert sind um den genauen Fall zu bestrafen (mag jetzt nicht unbedingt Jura studieren gehen um die genauen Fehler nennen zu können). Ich stelle mir das eher als „Hinweis“ vor. Nichts zu aufdringliches, da ja kein Leben von dem Verkauf abhängt. Zudem werden Menschen doch immer immuner gegen diesen ganzen Schrott. Allein beim Autokauf kenne ich Niemanden der nicht vergleicht, natürlich durchmischt mit persönlichen Vorlieben. Bei anderen Produkten sieht das leider anders aus.
    Thema Fleisch: Man sollte den Menschen nicht verbieten Fleisch zu essen. Man könnte den Krankenkassentarif erhöhen, da es ja ungesund ist wenn man viel davon ist. Das dieser Patient potenziell eher krank wird, ist genug erwiesen. Jedoch PETA vordert dass man die Lebensmittelsteuer nicht auf Fleisch anwenden sollte, sondern die „normale“ Mehrwertsteuer (also von 7% auf 19&). Das ist aber auch wieder ein Ansatz des vorschreiben wollen. Wenn die ganze Viehhaltung nicht so stark subventioniert werden würde wären die Kadaverteile schon so teurer als heute. Man könnte sich bestimmt nicht mehr jeden Tag eine Bockwurst zum Frühstück genehmigen (wie in meiner Schule jeden Tag erlebt). Die realen Umstände (Preis) würden schon von ganz allein andere Voraussetzungen schaffen, die die Menschen anders Entscheiden lassen würden.
    Über das Recht des Menschen sich vergiften zu können wann und wie er möchte, mag ich jetzt nicht noch debattieren. So lange etwas freiwillig geschieht und niemand anderes geschädigt wird, ist das erst mal OK.

    Comment | 26. September 2010
  • Heißt denn das, dass in der von Dir vorgestellten liberalisierten Welt Reklame nicht mehr existiert? Oder dürfte sie nur keine falschen „Claims“ mehr aufstellen? Nicht mehr zu unnützen Konsum auffordern? Den Betrachter durch kranke Schönheitsidealen sich minderwertig fühlen lassen? Das Unternehmen als „grün“ darstellen, obwohl es das nicht ist? Den ganzen öffentlichen Raum zu Produktpräsentation missbrauchen? Würden große Unternehmen – wie jetzt der Fall – nicht durch ihre schiere Marketingmacht ihre Omnipräsenz (und damit ihren Marktanteil) festigen? Vielleicht bin ich nur zu blind, aber ich sehe nicht, wie eine Liberalisierung (oder auch eine Umstellung des Geldsystems) dieses und die daraus folgenden negativen Wirkungen (Marktmacht, Durchkommerzialisierung des Alltags etc.) ändern würde. Vielleicht gäbe es parallel eine Gesellschaft, die all diese Dinge der Reklametreibenden nicht mehr goutiert,so dass sich Werbung im herkömmlichen Sinne nicht mehr lohnt – ist für mich aber schwer vorstellbar, dass die Leute plötzlich nicht mehr auf Manipulation anspringen (die ja nicht aufgrund bösen Totalitarismus oder wegen des Staates existiert, sondern, weil die Firmen die menschlichen Schwächen/Eigenarten zu ihrem Nutzen benutzen).

    „Ich war mal mit meiner Schulklasse bei einer staatlichen Ernährungsberaterin (vor etwas 10 Jahren). Sie war die erste die mir (uns) erzählte das Milch (genauer Milchschnitte) nicht mal halb so gesund ist wie überall behauptet. Sie sagte auch sie dürfe uns das eigentlich nicht sagen!!!
    Sie ging auch auf den gegenseitigen Nutzen ein den die Milchschnitte mit diesem Sportverband (oder was da auch immer genau drauf ist) verbindet. Ähnlich wie mit Nutella und unseren wundervollen DFB-Helden (ja, das ist Sarkasmus).“

    Das finde ich auch einen Skandal, dass eine Ernährungsberaterin sowas nicht sagen darf! Allerdings würde Dir ein Firmensprecher von Nutella oder der Milchschnitte auch nicht ins Gesicht sagen, dass deren Produkte ungesund sind. ;-) Da bräuchte man unabhängige Experten, die die Schüler aufklären. Aber wo sollen die her kommen?

    „Thema Fleisch: Man sollte den Menschen nicht verbieten Fleisch zu essen“

    Nein, aber man muss halt darüber aufklären, wie das Fleisch entsteht, unter welchen Bedingungen, was es gesundheitlich und für die Umwelt bedeutet. Und in die Fleischproduktion die Folgekosten (auch die gesundheitlichen) mit einbeziehen.

    „Man könnte den Krankenkassentarif erhöhen, da es ja ungesund ist wenn man viel davon ist.“ / „Die realen Umstände (Preis) würden schon von ganz allein andere Voraussetzungen schaffen, die die Menschen anders Entscheiden lassen würden.“

    Das ist halt so ein zweischneidiges Schwert, alles über den Preis regeln zu wollen. So wird zwar weniger Fleisch konsumiert, was gut ist, auf der anderen Seite wird Fleisch dann ein Luxusgut, was (solaneg die Menschen in Konsum ein hohes Gut sehen) zu Neid führt und dazu, dass diejenigen, die dann vom Fleischkonsum ausgeschlossen werden, mehr Geld verdienen wollen, um sich das zukünftig auch leisten zu können. Und inwiefern ist ein höherer Krankenkassentarif etwas anderes als eine Erhöhung der MwSt? Sind doch beides Vorschriften „von oben“, ob nun staatlich oder durch „den Markt“…? Wenn Krankenkassen rein privatwirtschaftlich organisiert sind, liberalisiert, wird irgendwann mal eine Krankenkasse anfangen, die höhren Beiträge für Fleischesser aufzuweichen, um Vorteile gegenüber den anderen zu haben, und ruckzuck ist der Lenkungseffekt weg.

    „Über das Recht des Menschen sich vergiften zu können wann und wie er möchte, mag ich jetzt nicht noch debattieren. So lange etwas freiwillig geschieht und niemand anderes geschädigt wird, ist das erst mal OK.“

    Finde ich auch, da sollte man niemandem etwas vorschreiben, das muss jeder selbst wissen, was er tut. Wobei auf der anderen Seite nicht zu verkennen ist, dass heutzutage Konzerne an der Selbstschädigung gut verdienen und diese dementsprechend propagieren (von Fast Food bis hin zum Rauchen)…

    Comment | 26. September 2010
  • Markus

    Werbung wäre schon noch erlaubt, erst mal. In einem dezentralen System können die Menschen dann auch selber entscheiden wie weit das gehen darf. Die jetzigen Gesetze bzw. deren fehlende Umsetzung sind an der Lage heute Schuld. Außerdem ist dieses ganze Marketing auch extrem teurer und wir bezahlen das alle mit. Es könnte sich dann auch einfach nicht mehr lohnen.
    Das ausnutzen von Schwächen muss den Menschen bewusst werden. Da ist das Bildungssystem gefordert.
    Lese gerade das Buch „Die Deutschlandakte“ von Hans Herbert von Arnim. Dort ist unserer pseudo-demokratisches System gut erklärt. Für Bildungsinhalte z.B. sind die Kultusminister der Länder zuständig die nur einstimmig etwas beschließen können und deswegen sich nur sehr wenig rührt. Wenn du genau wissen willst warum in diesem Land nix passiert, lese dieses Buch. Wir leben nicht in Demokratie und die Menschen haben auch nicht wirklich eine freie Wahl was sie kaufen können. Informationsdefizite und Gesetze sind daran Schuld.
    Unabhängig sind private Stiftungen oder Dienstleister. So etwas vom Kaliber Eheberatung (nur als Beispiel) gibt es ja schon. Sie würden auch einem Wettbewerb unterworfen sein, in Hinsicht auf Wahrheitstreue und Qualität des angebotenen Inhalts.
    Thema Neid: So wie du das darstellst, ist es extrem vereinfacht. Nur weil andere etwas haben muss ich dass nicht auch, kann das kaum nachvollziehen. Ich brauche keine Sitzheizung und endlos viel Elektronik im Auto, die eh nur störungsanfällig ist (habe kein Auto). So einfach läuft das nicht. Du sprichst wohl eher auf Vorbildfunktionen an. Diese können sonst wie geartet sein. Unsere Medien unterstützen auch „falsche“ Vorbilder, das ist richtig. Solche Sendungen in denen gezeigt wird, in welch einer Dekadenz die Reichen leben, sind solch ein manipulatives Produkt. Wie gesagt, mit Bildung kann hier viel erreicht werden.
    Preise sind nicht von oben diktiert. Bspw. Autoversicherungen für Fahrzeuge die oft gestohlen werden, sind ja jetzt schon teurer. Der Preis gibt hier nur die Realität wieder. Ein erhöhtes Risiko bedeutet höhere Preise, das ist ein Grundprinzip der Ökonomie. Das dies in weiten Teilen heute nicht der Fall ist, liegt an den Gesetzen und herrschenden Marktmechanismen. Wenn z.B. eine Krankenkasse diesem Axiom nicht folgt, wird sie pleite gehen, früher oder später.
    Das Alkohol und Tabak erlaubt sind und andere Drogen nicht, hat auch mit einem herrschenden Filz in der Industrie zu tun, der Druck auf die Regierung ausübt. Das hat seine Entwicklung schon vor langer Zeit genommen. Es gibt in den USA als Beispiel heute Abgeordnete die nicht mehr nachvollziehen könne warum Marihuana verboten werden konnte. Ein Mann der Zeitungs- und Papierhersteller besaß, spielte ein entscheidende Rolle.
    Es ist oft nicht nicht sofort zu erkennen, wie einzelne Menschen die Gesellschaft steuern.

    Comment | 26. September 2010
  • Das klingt schon alles ganz nett, aber eben auch so, als wenn die ganze Idee der kompletten Liberalisierung nur funktionieren kann, wenn die Menschen sich auch grundlegend ändern bzw. eben aufgeklärter sind. So gesehen könnten aber, denke ich, auch manch andere Systeme plötzlich klappen, wenn man die Menschen entsprechend ändert… ;-) Ich meine, wir beide haben da schon vergleichbare Absichten – mit meinem Blog will ich ja auch aufklären, in der Hoffnung, dass es doch Leute gibt, die ihr Gewissen usw. über den Geldbeutel stellen bzw. die erkennen, welches System sie mit ihrem Geld tagtäglich unterstützen. Trotzdem, und das schreibst Du ja auch, ohne Geldsystemreform, aber auch ohne Bodenreform u.ä., wird sich auf Dauer nichts zum Guten wenden. Dezentrale Systeme mit Selbstversorgung finde ich auch gut, ohne staatliche Lenkung, aber auch ohne Gewinnerzielungszwang.

    Ich halte es für unwahrscheinlich, dass Reklame in einem liberalen System plötzlich weniger zu unnötigem Konsum anstacheln würde als bisher – wenn Wettbewerb und Konkurrenz wichtige Werte sind, will ja jedes Unternehmen die anderen übertrumpfen und ausstechen. Man könnte auch im jetzigen System schon Reklame einschränken (es gibt ja Städte wie Sao Paulo, wo keine Außenwerbung mehr erlaubt ist – und schon herrscht Ruhe) oder die Firmen zwingen, wahrheitsgetreu zu bleiben. Das unterbleibt aus verschiedensten Gründen. Nicht zuletzt auch, weil ja dann gerne geschrieen wird, dass solche Einschränkungen unstatthafte Eingriffe in das freie Spiel der Marktkräfte wären…

    „Thema Neid: So wie du das darstellst, ist es extrem vereinfacht. Nur weil andere etwas haben muss ich dass nicht auch, kann das kaum nachvollziehen.“

    Klar, so geht es mir ja auch – mir ist es egal, was andere haben oder wieviel die verdienen etc. pp. Leider gilt das aber für viele Menschen eben nicht – Medien, Reklame, Marketingabteilungen arbeiten ja gerade an kranken Vorbildern und schüren den Neid. Man denke nur an die absurden MTV-Sendungen, in denen die Reichtümer irgendwelcher Rapper im Hochglanzformat dargestellt werden – mit der Botschaft: „Reichtum, Konsum und Luxus sind geil“. Konsum als Statussymbol hat die ganzen Markenhersteller erst so groß gemacht, wie sie jetzt sind.

    Comment | 26. September 2010
  • andi1789

    Der Begriff Neoliberalismus ist einfach zu verwirrend für diese Diskussion, das sehe ich schon. Neoliberalismus hat mit dem politischen Liberalismus nicht viel zu tun.

    In der Theorie der internationalen Beziehungen bezeichnet er quasi die idealistische Position, dass irgendwann alle Völker in Frieden leben können.

    So wie er heute meist gebraucht wird, meint er eher die Abkehr vom Keynesianismus nach der Ölkrise und damit die Angebotsorientierung der Wirtschaftspolitik, besser wäre vielleicht Neo-laissez-faire. In der „dritten Welt“ äußerte sich diese neue wirtschaftspolitische Überzeugung darin, dass die Regierungen dort von Importsubstitution auf Strukturanpassungspolitik umschwenken mussten, m. a. W. kein Schutz mehr für heimische Märkte dafür Öffnung für ausländische Investoren, erstes Versuchskaninchen war Chile, dort waren Friedman und von Hayek am Start als ideologische Unterstützer. Liberal ist daran in erster Linie das Freihandelsdogma, und ideologisch darf man ein Vorgehen schon nennen, für das man sich eine schöne Theorie überlegt hat, ohne die Praxis besonders wichtig zu nehmen. Was die Sozialverträglichkeit der neoliberalen Ideen in Chile angeht, so finde ich dieses hayeksche Zitat schon sehr treffend: „Eine freie Gesellschaft benötigt moralische Bestimmungen, die sich letztendlich darauf zusammenfassen lassen, dass sie Leben erhalten: nicht die Erhaltung aller Leben, weil es notwendig sein kann, individuelles Leben zu opfern, um eine größere Zahl von anderen Leben zu erhalten. Deshalb sind die eigentlichen wirklichen moralischen Regeln diejenigen, die zum Lebenskalkül(!) führen: das Privateigentum und der Vertrag“ Quelle: http://autismuskritik.twoday.net/stories/5261924/

    In der Sandkastenwelt der theoretischen Volkswirtschaftslehre kann man Voraussetzungen an seine Preistheorie knüpfen, wie man will, etwa die, dass es kein Geld gibt. Im Arrow-Debreuschen Standardmodell ist dies der Fall, und die bildet die theoretische Grundlage für den Marktglauben von Hayekscher Prägung. Weil sich die Multifunktionalität von Geld (Wertaufbewahrung, Zahlungsmittel, Verzinsung) nicht adäquat in das Modell einbauen ließ, kam man auf die Idee, dass an der Praxis etwas falsch sein müsse. Ich vermute daher, dass von Hayeks zentralbankloses Geldsystem etwas damit zu tun hat.

    Wenn schon liberal, dann kann man doch auch gleich Silio Gesells Schwundgeldüberlegungen übernehmen, radikale Bodenreformen durchführen etc..

    Comment | 27. September 2010

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