Jan
16
2011

Wir haben es satt! Demo in Berlin, 22.1.2011

Gerade jetzt, wo die Qualität unserer Lebensmittel immer weiter in den Keller geht und entsprechende Skandale regelmäßig auf der Tagesordnung stehen, ist es vonnöten, dass die Bürger sich wehren, auch gegen mächtige Wirtschafts-Lobbys und die ihnen zudienste seienden Politiker. Deshalb findet am Samstag, den 22. Januar in Berlin auch die Demo „Wir haben es satt!“ statt, deren Aufruf ich hier gerne weiterleite:

Demonstrieren Sie mit!

Sagen Sie Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporten!

Während der Messe »Grüne Woche« in Berlin treffen sich am 22. Januar 2011 Landwirtschaftsminister aus aller Welt und internationale Agrarkonzerne auf Einladung der Bundesregierung.

Das Ziel von Monsanto, Müller Milch, BASF und Co.: die Industrialisierung der Landwirtschaft voran zu treiben.

Das heißt: Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporte.

Diese Agrarpolitik haben wir satt!

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8 Kommentare »

  • [...] (via konsumpf) Nicht zuletzt aufgrund des neuesten Dioxin-Skandals und natürlich auch wegen der an sonsten unerträglichen Situation der industriellen Massenproduktion in der Landwirtschaft (vor allem der Massentierhaltung) wird es in Berlin am 22.1.2011  eine Demo geben (Homepage der Initiative): Sagen Sie Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporten! Während der Messe »Grüne Woche« in Berlin treffen sich am Samstag, den 22. Januar 2011 Landwirtschaftsminister aus aller Welt und internationale Agrarkonzerne auf Einladung der Bundesregierung. Das Ziel von Monsanto, Müller Milch, BASF und Co.: die Industrialisierung der Landwirtschaft voran zu treiben. Das heißt: Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporte. Diese Agrarpolitik haben wir satt! Wir fordern: eine bäuerliche, ökologische Landwirtschaft. Wir wollen fair produziertes, gesundes Essen. [...]

    Pingback | 16. Januar 2011
  • Ich habe es auch so satt, so unendlich satt … ich unterstütze jede einzelne dieser Forderungen auf der Demo-Seite nachdrücklich. Ich verstehe bloß nicht, wieso all diese notwendigen und unterstützenswerten Gruppen – egal aus welchen Bereichen – nicht endlich den aus meiner Sicht einzig logischen Schluss ziehen, dass es im Rahmen des Kapitalismus vollkommen sinnfrei ist, solche Forderungen zu stellen.

    Das klingt sehr schön und verheißungsvoll: “gentechnikfreie, gesunde und fair produzierte Lebensmittel – eine bäuerlich ökologische Landwirtschaft in Europa und weltweit – eine tiergerechte und klimaschonende Landwirtschaft” – ohne jede Frage sind das erstrebenswerte Ziele, die uns weit voranbringen würden. Aber wie um Himmels Willen soll so etwas in einer auf Profitstreben und “Konkurrenz” aufgebauten Welt jemals verwirklicht werden können? Dann könnten wir von den “Eliten” genausogut erwarten, dass sie auch ohne gesetzlichen Rahmen auf einen Großteil ihres ungenutzen Vermögens verzichten, um die Natur und die Menschheit zu retten.

    Das ist absurd. – Das Potenzial ist doch vorhanden – sogar laut Propagandapresse ist eine große Mehrheit der Bevölkerung davon überzeugt, dass der Kapitalismus keine Lösungen für die anstehenden Probleme bieten kann – wieso wird nicht endlich auch in solchen Aufrufen die Systemfrage gestellt? Wann, wenn nicht jetzt, soll das geschehen?

    Ich hoffe darauf, dass viele Teilnehmer an dieser Demo, von denen es hoffentlich sehr viele geben wird, weiter denken als diejenigen, die die Texte dieser Demo-Website verfasst haben. Es ist ein Hohn, wenn ich dort beispielsweise lese, dass “faire Marktregeln für bäuerlich ökologische Landwirtschaft weltweit” gefordert werden. Die Nahrungsversorgung der Menschen darf um Himmels Willen kein “Markt” sein! Wohin das führt, haben wir doch schon viele Male beobachten können – gerade aktuell ist es wieder so, dass “die Märkte” die Grundnahrungsmittel in weiten Teilen der Welt so verteuern, dass sie fast unerschwinglich werden für so viele Menschen. Tunesien ist da nur ein Beispiel von sehr vielen.

    Wir müssen endlich weg von “Märkten” und von der hanebüchenen neoliberalen Idee, dass das gesamte menschliche Leben nach betriebswirtschaftlichen Gesichtpunkten funktionieren könne. Dieser Gedanke ist so grotesk, dass es ein Wunder ist, dass er dennoch die ganze Welt infiltriert hat. Ich habe das kürzlich in meinem Blog erst geschrieben, aber ich wiederhole es hier gerne:

    Käme ein außerirdischer Besucher an der Erde vorbei und sähe sich dieses groteske Schauspiel kurz an, wäre er schneller wieder fort als er gekommen ist. Knappe Botschaft nach Hause: “Semi-intelligente Spezies entdeckt, leider unfähig zu gesunder gesellschaftlicher Organisation; Befall durch wenige parasitäre Individuen bei gleichzeitigem millionenfachem Tod von Artgenossen. Die Spezies wird weiter degenerieren und den Planeten und damit sich selbst zerstören – Aufnahme in die Gemeinschaft der 100.000 Planeten zu errechneten 0,02% wahrscheinlich. Hinweis für die Registratur: A.A. (ad acta).” – Oder wahlweise: Am Arsch.

    Comment | 17. Januar 2011
  • Im Prinzip gebe ich Dir natürlich Recht – allerdings mag ich das klassische “es gibt kein richtiges Leben im Falschen” nicht ganz so absolut sehen. Gerade was Landwirtschaft, Ernährung, Energieversorung angeht, halte ich es für absolut vernünftig, dass man JETZT schon damit anfängt, dies umzubauen, zu regionalisieren usw., selbst wenn das restliche System noch bestehen bleibt. Also quasi eine Art schleichende Untergrabung des Systems. ;-) Außerdem wäre es wichtig, funktionsfähige (neue, alternative) Strukturen zu haben, wenn man denn irgendwann mal ein anderes System auf die Beine stellt. Dass es auch in unserem System alternative, nicht gewinnorientierte, sozial und ökologisch verträgliche Vertriebsmethoden gibt, zeigt ja zB der Kattendorfer Hof.
    http://konsumpf.de/?p=6748

    Comment | 17. Januar 2011
  • Ich halte das für ein Feigenblatt, lieber Peter. Das erinnert mich doch zu sehr an die mir nur allzu gut bekannten gut verdienenden “neokonservativen” bzw. sich selbst als “linksliberal” sehenden Haushalte, in denen brav die Grünen (oder gar die SPD) gewählt und Lebensmittel überwiegend im Hofladen des örtlichen Bio-Bauern eingekauft werden, während es parallel mindestens zwei Autos pro Haushalt gibt, mit denen die Kinder zu allerlei privilegierten Veranstaltungen gefahren werden, die sich Hartz-Opfer und Normalverdienende für ihre Sprösslinge gar nicht leisten könnten.

    Solche Leute haben sich im Neoliberalismus gut eingerichtet (sie gehören ja auch noch zu den vermeintlichen Gewinnern) und betrachten “Öko” und “Bio” als Marktsegmente, was sie im Kapitalismus ja auch sind. Welchen Sinn macht das, wenn sich weite Teile der Bevölkerung aus Geldmangel diese Dinge aber gar nicht leisten können, selbst wenn sie es wollten? Eine schleichende Untergrabung des Systems sehe ich da wahrlich nicht – da werden lediglich “neue Märkte” für diejenigen, die (noch) genug Geld dafür haben, geschaffen.

    Was die funktionsfähigen alternativen Strukturen angeht: Glaubst Du allen Ernstes daran, dass diese wenigen Projekte einen Beitrag dazu leisten können, die industriellen, perversen Großbetriebe, die heute zig-tausende Schweine, Hühner, Rinder und andere Tiere quälen, oder die Großfabriken in Spanien oder Italien, die in großem Stil Tomaten und Paprika erzeugen, ablösen könnten? Ein Strukturwandel benötigt doch ganz andere Voraussetzungen.

    “Nischen-Lösungen” bringen uns nicht weiter, das ist meine feste Überzeugung. So werden allenfalls gesellschaftliche Kräfte gebunden, die diesen Umbau ebenfalls für existenziell wichtig erachten, sich aber durch diese Scheinlösungen beruhigen lassen, während der industrielle Betrieb – man müsste schon sagen: die industrielle Vergewaltigung der Natur – für die breite Bevölkerung munter weitergeht.

    Trotzdem danke für die Entdeckung dieses Blogs – und ich freue mich darauf, dass ich gleich das Anti-Spam-Wort “Aldidreck” tippen darf. :-)

    Comment | 18. Januar 2011
  • “da werden lediglich “neue Märkte” für diejenigen, die (noch) genug Geld dafür haben, geschaffen.”

    Du hast Dir das Prinzip des Kattendorfer Hofs aber schon mal angeschaut…? Das ist ja eigentlich genau das, was man auch für die Zukunft bräuchte, also eine Art lokaler Selbstversorger für die im Umland wohnenden Menschen.

    “Was die funktionsfähigen alternativen Strukturen angeht: Glaubst Du allen Ernstes daran, dass diese wenigen Projekte einen Beitrag dazu leisten können, die industriellen, perversen Großbetriebe, die heute zig-tausende Schweine, Hühner, Rinder und andere Tiere quälen, oder die Großfabriken in Spanien oder Italien, die in großem Stil Tomaten und Paprika erzeugen, ablösen könnten?”

    Natürlich nicht “diese wenigen” – denn darum geht es ja eben AUCH, dass man die alternativen Strukturen stärkt und ausbaut.

    Wie soll übrigens Deiner Meinung nach ein Systemwechsel so konkret vor sich gehen? Übernimmt ein Exekutivkommitee plötzlich von jetzt auf gleich die Macht und verteilt alles um? Da die Bürger derzeit ja als Konsument funktionieren, wird es schwierig, einen Paradigmenwechsel schlagartig hinzubekommen, fürchte ich.

    Comment | 18. Januar 2011
  • Ja, ich habe mir dieses Prinzip angesehen und finde es auch ziemlich gut – nur im Rahmen des gegenwärtigen Wirtschaftssystems halte ich das aus den genannten Gründen für ein Feigenblatt und nicht für eine Alternative, die uns weiterbringt.

    Da drehen wir uns im Kreis – ich bin nicht der Meinung, dass man in einem auf Profitstreben ausgerichteten System alternative Strukturen aufbauen kann. Diese müssen ja per definitionem zumindest im Kern genau den Gesichtspunkten entsprechen, die das System pervertieren. Selbst dann, wenn der Profit nicht das erste, sondern “nur” noch das zweite oder dritte Ziel eines Unternehmens sein sollte, ändert das an der Problematik nicht das geringste. Nur dann, wenn ein Unternehmen dauerhaft genug Profit erwirtschaftet, kann es in diesem System dauerhaft überleben – das Geldsystem zwingt es dazu. Mache Dir klar: Es gibt systembedingt immer mehr Schulden als es Vermögen gibt, und genau diese Schulden erzwingen Zinsen, die bezahlt werden müssen – komme was wolle. Es führt da kein Weg an der Profitmaximierung vorbei. Die Unternehmen tun das nicht flächendeckend, weil sie alle von skrupellosen Gierigen geführt werden (was sicher auch vorkommt), sondern weil sie es tun müssen, wenn sie überleben wollen.

    Wie ein Systemwechsel aussehen könnte, dazu gibt es viele Ansätze. Der allererste und wichtigste Schritt wäre eine Geldreform – damit dieser schlimme und dauerhaft einfach nicht einlösbare Wachstums- und Profitzwang gestoppt wäre. Die Schriften von Prof. Bernd Senf und anderen sind da ein guter Tipp. Danach ergäben sich dann von ganz allein schon mannigfaltige Möglichkeiten – wenn es keinen sinnlosen Wachstumszwang mehr gäbe, könnten tatsächlich – wie das auch jetzt schon sinnloser Weise versucht wird – andere Dinge in den Mittelpunkt rücken, die nichts mehr mit Geld zu tun haben.

    Meine Empfehlung:
    Bernd Senf: Der Nebel um das Geld. Zinsproblematik – Währungssysteme – Wirtschaftskrisen. Ein Aufklärungsbuch. 1996
    Bernd Senf: Die blinden Flecken der Ökonomie. Wirtschaftstheorien in der Krise. 2001
    Bernd Senf: Der Tanz um den Gewinn. Von der Besinnungslosigkeit zur Besinnung der Ökonomie. 2004

    Comment | 19. Januar 2011
  • Das Thema “Geld” werde ich übrigens auch morgen in einem Blogbeitrag behandeln. :-)

    Comment | 19. Januar 2011
  • kunstseidenes

    War als Lehrling der Freien Ausbildung (->Demeter) auf der Demo dabei und ganz angetan von den vielen selbstgemachten Bannern und vielen vielen Menschen, die für Lebens-Mittel auf die Straße gehen. Wenngleich eine wirkliche Auswirkung des Protestes auf die Agrarpolitik(-verbrechen) fraglich bleibt, ist demonstrieren besser als Maul halten.
    Natürlich ist auch der Ansatz CSA (community supported agriculture) eine verkürzte Kapitalismuskritik, ich persönlich finde es aber schön, dass diese Idee bei “uns Ökos” gerade sehr in der Diskussion ist. Systemkritik ist gut und schön, m.E. muss aber konkret und jetzt etwas getan werden, und da halte ich ökologische Landwirtschaft im Zusammenhang mit nicht-profitorientiertem Absatz der produzierten Nahrung für einen guten Weg.
    Gefährlich wird es da, wo berechtigtes Verweisen auf das große Ganze zur Ausrede degeneriert, massenkompatibel und bequem vor sich hin zu leben. Einfach weitermachen, weil sich ja eh das System als solches ändern muss, auf bessere Zeiten warten und schön bei McDoof essen, wie ich es bei einigen Linken beobachte, ist keine Lösung. Davon hat die Natur nämlich gar nichts.

    Vegane Grüße,
    das kunstseidene (huch…)

    Comment | 22. Januar 2011

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