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JMStV ablehnen

JMStV, hinter dieser sperrigen Abkürzung verbirgt sich der neue Jugendmedienschutzstaatsvertrag, der ab 1. Januar 2011 in Kraft treten soll und seit einigen Tagen die gesamte Web-Gemeinde in helle Aufregung und Ratlosigkeitv versetzt sowie manche zu panischen Reaktionen wie Blogschließungen verleitet (z.B. Radio Utopie, Fixmbr, Lawblog, heise online, Netzpolitik, Carta uvm.). Die t3n-Website berichtet in „Lesepflicht für alle: 17 Fragen zum neuen JMStV“ über die Hintergründe und die möglichn Auswirkungen für Blogger, Internetschaffende und die Demokratie in unserem Lande – wieder einmal zeigen die Politiker, wie auch schon bei dem Unsinn mit den Stoppschildern zum versuchten Schutz vor Kinderpornografie, dass sie, höflich formuliert, hinter dem Mond leben:

Dieser Artikel richtet sich an alle in Deutschland, die im Internet Inhalte anbieten. Seien es private Blogs oder große Social Networks. Sie alle müssen sich ab dem 1. Januar 2011 mit dem in Kraft tretenden neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) befassen. Dieses Gesetz bringt zwar nicht viele neue Regelungen mit sich, dafür aber viel Verunsicherung. Die Anbieter erhalten eine Wahl, Inhalte wie Texte, Videos oder Forumsbeiträge nach Eignung für bestimmte Altersstufen von Kindern und Jugendlichen zu kennzeichnen. Alternativ können sie den Zugang zu diesen Inhalten einschränken oder sie nur zu bestimmten Zeiten zugänglich machen.

Das Gesetz wird von großen Teilen der Netzgesellschaft, Politikern, Juristen und Medienpädagogen als undurchführbar und in Auswirkungen für die unsere Kultur und Demokratie als katastrophal angesehen. Dem schließen sich die Autoren dieser Übersicht ebenfalls mit der Hoffnung an, dass die geplanten Änderungen nicht in Kraft treten. (…)

Da ich diesen unseligen Staatsvertrag auch für schädlich bis schwachsinnig halte, verlinke ich nach der gestrigen Petition zur Unterstützung von Wikileaks gleich zur nächsten Onlineaktion – „JMStV ablehnen!“. Am besten gleich mitmachen und damit zeigen, dass das Treiben der Politiker nicht einfach so hingenommen wird.

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Stoppt die Einschüchterungs-Kampagne gegen Wikileaks!



Die „Enthüllungs-“ und „Whistleblower“-Website Wikileaks ist derzeit ja eines der heißesten Themen in der Medienlandschaft und beschäftigt Journalisten, Blogger, Redakteure rund um den Globus. Erstmals Anfang des Jahres durch die Veröffentlichung eines Videos, das den Beschuss von Journalisten und unbewaffneten Zivilisten im Irak durch einen amerikanischen Helikopter dokumentierte, in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, gelang der endgültige „Durchbruch“ zum neuen Staatsfeind Nr. 1, nachdem man begonnen hatte, diverse Diplomatendepeschen online zu stellen. Einige Zeitschriften wie Der Spiegel durften schon vorab reinschauen und konzentrierten sich dann quotenwirksam auf die boulevardesken Elemente, die Wikileaks aufdeckte. Naja, das wisst Ihr ja sicher auch schon alles. Dass bei den oberflächlichen Berichten über die Wikileaks-Inhalte viel Brisantes (absichtlich?) unter den Tisch gekehrt wurde und man statt dessen von der Teflon-Kanzlerin Merkel erfuhr, darüber gab es in der letzten ARD-Sendung Monitor einen interessanten Beitrag, der auch die Frage nach Pressefreiheit und Zensur stellt – „Mehr als Klatsch und Tratsch – die wirklichen Enthüllungen von Wikileaks“:

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Musiktipp – Some Velvet Coast Compilation #1 – Legale kostenlose Musik

Wie der eine oder andere von Euch ja vielleicht weiß, betreibe ich neben dem Konsumpf auch noch den Indie-Musik-Blog Coast Is Clear, wo ich jeden Tag unbekannte Bands mit ihrer Musik vorstelle. Nun gibt es seit zwei Tagen die erste Blog-Compilation, die ich mit der Some Velvet Morning-Radiosendung aus Bremen herausgebracht habe, und die eine Vielzahl an Indie-Bands aus der ganzen Welt enthält – tendenziell eher gitarrenorientiert, aber auch ein paar Elektroperlen (Coldwave…). Natürlich alles legal, alles kostenlos, also ein perfektes Vorweihnachtsgeschenk und Konsum ohne Reue. :-)

>> Hier geht’s zur Downloadseite des Some Velvet Coast-Samplers

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Buchbesprechung: Caroline Glathe „Kommunikation von Nachhaltigkeit in Fernsehen und Web 2.0“

Das Wort „Nachhaltigkeit“ wird ja seit einiger Zeit geradezu inflationär benutzt – viele Unternehmen schmücken sich in ihren Werbekampagnen mit „nachhaltigen“ Versprechungen, die sich bei näherem Hinsehen als Mogelpackung entpuppen: Nachhaltigkeit bedeutet für viele bereits, ein Produkt in den Markt zu drücken, dass die Umwelt etwas weniger zerstört. Dass dies großer Unsinn ist, ist vermutlich jedem halbwegs denkenden Menschen klar. Wie der Nachhaltigkeitsbegriff allerdings genau definiert ist, war mir  ehrlich gesagt bis zur Lektüre des Buches „Kommunikation von Nachhaltigkeit in Fernsehen und Web 2.0“ von Caroline Glathe auch nicht so recht klar. Denn Nachhaltigkeit in der heutigen Auffassung umfasst (sofern es sich nicht auf den Bereich der Forstwirtschaft bezieht) oft drei Dimensionen – die ökologische Dimension (Schutz der Ökospähre), die ökonomische Dimension (wirtschaftliche Entwicklung unter Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte) und die soziale Dimension (Verteilungsgerechtigkeit). (EDIT: Wie ich darauf hingewiesen wurde, umfasst die original Definition

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Heute geschlossen – Kaufen Sie nichts!

Wie mittlerweile jeder wissen sollte ist heute, am 27. November, internationaler Buy Nothing Day (siehe HIER und HIER). Erfreulicherweise hat sich auch das für meinen Geschmack leider oft etwas zu LOHAS-nahe Nachhaltigkeitsprotal Utopia dem Thema angenommen und mit „Heute geschlossen – Kaufen Sie nichts!“ nicht nur einen lesenswerten Einleitungsartikel zu der Aktion geschrieben, sondern auch eine nette Produktgalerie von verschiedenen Nichts-Varianten erstellt. Sehr amüsant!

(…) Gerade die kommenden Wochenenden arten für viele Menschen in reine Shopping-Exzesse aus. Jeder kennt die Bilder von mit Einkaufstüten bepackten Menschenmassen, die sich durch die Innenstädte schieben. Für viele heißt Weihnachten einfach nur Einkaufen bis zum Umfallen: Geben um noch mehr zu Bekommen. Ein Zustand, der den Aktivist und Künstler Ted Dave im Jahr 1992 auf die Idee brachte, in Vancouver den „Buy Nothing Tag“ ins Leben zu rufen. (…)

(…) „Alles in der Wirtschaft ist darauf angelegt, heute, jetzt, hier, sofort etwas zu kaufen. Ich war davon völlig erschöpft und dachte, vielleicht ist es eine gute Idee, endlich einmal eine Shopping-Pause einzulegen“, sagte Initiator Ted Dave damals. Er beschloss, einen Tag im Jahr festzulegen, an dem Menschen nichts kaufen sollten. Ted Dave suchte sich dafür den letzten Samstag im November aus. In Nordamerika ist dies der Tag nach Thanksgiving (Ernte-Dank-Fest) und zugleich auch der Beginn der langen Einkaufswochenenden für Weihnachten. Er entwarf ein paar Poster, die er in Vancouver und Umgebung plakatierte – heute ist seine Aktion weltweit wichtig und bekannt. (…)

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Blogputz

© frecuencia, Stock.xchng

Heute mal nur etwas in eigener Sache – vielleicht ist es dem einen oder andern schon aufgefallen, aber ich habe ein wenig an meinem Blog herumgebastelt. Am auffälligsten ist sicherlich, dass nun am Ende eines jeden Artikels eine kleine Liste anderer Beiträge steht, die thematisch passen und deshalb einige Leser noch interessieren könnten. Vor allem vor dem Hintergrund, dass sonst ältere Postings, die aber dennoch wichtig sind, vergessen werden, schien mir das sinnvoll. Genauso, wie ich (oben in der Reiterleiste zu erkennen) eine neue statische Seite namens „Best of“ eingerichtet habe – über die Jahre, seitdem ich den Konsumpf nun betreibe, habe ich eine ganze Menge geschrieben (785 Beiträge, um genau zu sein), von dem nicht alles auch heute noch zwingend spannend ist (wie bei Fernsehtipps usw.). Weil so die Gefahr besteht, dass die wirklich relevanten und auch noch längerfristig bedeutsamen Beiträge in der Masse untergehen, habe ich eine Auswahl der mir am Herzen liegenden Artikel auf der Best of-Seite aufgeführt, gegliedert nach verschiedenen Themenbereichen. Diese Seite werde ich, wenn es meine Zeit zulässt, in der nächsten Zeit weiter komplettieren. Natürlich lohnt es sich dennoch, auch einfach mal so in den Archiven meines Blogs zu stöbern.

Bei der Gelegenheit habe ich gleich einige ältere Beiträge auf den neuesten Stand gebracht und u.a. die dort verlinkten, zwischenzeitlich offline gestellten Videobeiträge wieder ergänzt:

Ist vielleicht vor allem für neue Leser des Blogs interessant, dort einmal reinzuschauen.

Und wo ich schon mal dabei bin, habe ich mir auch gleich ein paar Gedanken zu meinem flattr-Engagement gemacht. Seit einigen Monaten ist der Button des Micropaymentdienstes automatisch in meine Postings integriert, und mein Resümée ist durchwachsen. Ein paar Euro (3–5) fallen zwar an jedem Monatsende für mich ab und helfen mir bei der Finanzierung der Serverkosten, aber die Tatsache, dass ich gleichzeitig auch Paypal damit „füttere“, lässt mich zu dem Entschluss kommen, das Experiment ab Dezember erst einmal auf Eis zu legen. Ich werde flattr aber weiter im Auge behalten und finde die Grundidee ausgesprochen gut! Wer mir trotzdem was spenden möchte, kann mir ja gebrauchte, unnummerierte Scheine per Postumschlag zuschicken. :-)

Nachtrag: Nachdem ich den Artikel „Flattr – Geld verdirbt den Charakter“ bei Fixmbr gelesen habe, fühle ich mich in dem Entschluss noch bestärkt. Und hoffe, dass es irgendwann eine andere Micropayment-Methode geben wird.

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Online-Marketing auf Abwegen – No spam for me

© costi, stock.xchng

Wer von meinen Lesern selbst einen Blog betreibt, wird das kennen – nach einigen Monaten, sobald man einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat und auch in den Suchmaschinen weiter vorne auftaucht, beginnen sich plötzlich E-Mails im Postfach zu häufen. Zum Teil sind dies sehr erfreuliche Zuschriften von Lesern, die Lob (oder auch mal Kritik) aussprechen, Tipps und Hinweise geben oder einfach Fragen zu diesem oder jenem Thema haben. Solche Mails machen natürlich Spaß, zeigen sie doch, dass man mit dem, was man schreibt, auch ein bisschen was bewirkt und bewegt. Dann gibt es natürlich die Pest des Internetzeitalters, die tumben und stumpfen Spammails, die von sonstwoher reinflattern und zum Glück von den Spamfiltern größtenteils umgehend in die Ablage P (wie Papierkorb) weitergereicht werden. Und dann gibt es da eine dritte Art an Zuschriften – Werbemails, die zumindest scheinbar einen gewissen Zusammenhang zu dem aufweisen, worum es im eigenen Blog geht. Gerade bei einem konsum- und auch werbekritischen Blog wie Konsumpf sind solche Anfragen natürlich reichlich unbedacht bis sinnlos (das als kleiner Wink mit dem Zaunpfahl für alle, die mich in Zukunft mit so etwas behelligen wollen) und zeigen oft nur, dass sich die Absender keine große Mühe gemacht haben, sich das Zielobjekt ihrer Marketingaktion einmal vorher näher anzuschauen.

Um Euch mal einen Blick hinter die Kulissen zu geben möchte ich Euch heute ein paar schöne (?) Mails vorstellen, die mich in der letzten Zeit erreichten. Halbwegs sinnvoll und zur Ausrichtung meines Blogs passend scheint da noch die Zuschrift einer Dame, die anfragte, ob ich nicht eine tolle neue Aktion vorstellen wolle, nämlich eine Art Carrot Mob für Hotels (wer in einer gewissen Zeitspanne ein Zimmer in einem bestimmten Hotel bucht, sorgt dafür, dass diese Pension das so eingenommene Geld für Energiesparmaßnahmen investiert). Reisen für das Klima? Suuuper Idee… Der naturgetr.eu-Blog hat diese Mail ebenfalls erhalten und sie passend kommentiert – „Lasst mich in Ruhe, Marketing-Tanten dieser Welt“. Seinen Worten kann ich mich nur anschließen:

(…) Ich kann nur sagen: Pfui, schämt euch in Grund und Boden! Mit angeblich grünen angeboten Leuten was vorzumgaukeln, um Profit zu machen! Verachtenswert ist das – nicht nur, wenn Großkonzerne das tun, sondern auch wenn kleine und mittelständische Unternehmungen diesem schlechten Beispiel folgen. Es geht euch doch nicht um Nachhaltigkeit oder um ein anderes/besseres Leben sondern nur ums Geld, oder warum erstellt ihr Blogs, Twitter-Accounts und andere Medienkampagnen, deren Inhalte ausschließlich aus Werbung für “grünen Konsum” bestehen?

Und Blogger (bzw. private, nicht-kommerzielle Blogs) für diese Zwecke einspannen zu wollen ist obendrein noch recht schäbig, vor allem dann, wen ihr die Blogs nicht mal selbst lest, sondern sie nur von einer gekaufen Liste habt. (…)

Deutlich dreister fand ich allerdings die Mail eines Betreibers einer Website für Onlinegames (oder sowas in der Art), der mir diese wundevolle Nachricht zukommen ließ (ich habe nur Namen und Website gelöscht, ansonsten ist alles unverändert, also auch die wunderbare sprachliche Geschliffenheit etc.):

Hallo,

Mein Name ist Max —- und ich arbeite für “—-” (Unsere Website http://www.—.net) als Marketing-Agent – nice to meet you!

Zurzeit arbeite ich meine Kampagne und ich denke, dass Ihre Website %yoursite%

könnte möglicherweise eine hervorragende Werbeplattform für meine Websites.

Ich kontaktiere Sie bezüglich dieses Problems. Ihre Website ist einfach zu lesen, hat gute Infos und angenehme Schnittstelle – ist es, was mich reizte, Sie zu kontaktieren.

Ich hoffe, du wirst die Idee der Verbindung zu meiner Website im Gegenzug für mich Verlinkung zu Ihrer Website zu betrachten. Solche Link-Tausch sollte verbessert unser Ranking-Status in Google und anderen Suchmaschinen.

Bitte schickt mir eine Mail, wenn Sie Interesse haben, Wir könnten Details und andere damit zusammenhängende Fragen in den nächsten Buchstaben zu diskutieren.

Vielen Dank,
Max …

Die meisten Anfragten solcher Art ignoriere ich natürlich, aber diesmal juckte es mich doch in den Fingern – meine Antwort darauf war kurz und bündig:

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Die Viral Video Awards 2010

Heute muss ich doch mal ein wenig die Werbetrommel rühren – und zwar für die Viral Video Awards 2010, die im Rahmen des Internationalen Kurzfilmfestivals in Berlin vergeben werden. Nominiert sind neben einigen normalen viralen Kampagnen mit kommerziellem Hintergrund (die ich für besonders perfide halte, weil man lustige oder originelle Filme dreht, die von Leuten freiwillig weiterverschickt werden, die sich aber im Kern eben um ein bestimmtes Produkt oder ein Unternehmen drehen) auch zwei gelungene kritische Kurzfilme, die ich hier im Blog ebenfalls schon präsentiert hatte – zum einen der „Have a break“-Beitrag von Greenpeace zu Nestlés Palmöl-Einsatz (die Kampagne zeigte Wirkung und Nestlé wechselte den Lieferanten), zum anderen den Beitrag „Schön! Färber!“ der Kampagne für Saubere Kleidung, der sich mit den Arbeitsbedingungen bei Zulieferbetrieben für die Discounter beschäftigt. Stimmt doch mit ab und sorgt dafür, dass ein Film mit ernsthaftem Hintergrund gewinnt (und das jeweilige Anliegen nochmal ins Licht der Öffentlichkeit gelangt) – hier geht’s zu Video 1, hier zu Video 2.

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Uebermorgen.tv: Die Zukunft der Reklame


Zu den erfreulichsten Errungenschaften, die die öffentlich-rechtlichen Sender im Internet zustande brachten, gehörte für mich immer zweifelsohne Der Elektrische Reporter, ein kostenloser Videopodcast, der sich mit Trends und Entwicklungen und Problemen der (Medien-)Gesellschaft befasste und dies in sehr stilvoller und oft auch unterhaltsamer Art und Weise präsentierte. Nach einiger Zeit wurde der Reporter leider auf Eis gelegt, doch nun gibt es ein neues, wiederum kostenlos verfügbares Format derselben Macher – Uebermorgen.tv. Gleich in der ersten Folge wird ein Thema angegangen, das mich hier im Blog bekanntermaßen auch von Anfang an intensiv beschäftigt und umtreibt, nämlich „Die Zukunft der Werbung“, deren heutige Form und Verbreitung (aufdringlich, verlogen, bedrängend, nervtötend) hoffentlich keine Zukunft hat. Ähnlich sieht das auch Uebermorgen.tv:

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Konsumaniac – Online-Edutainment-Spiel

Den Wahnsinn unseres Konsumzeitalters kann man Jüngeren sicherlich besonders gut in spielerischer Form vermitteln. Nicht ohne Grund sind z.B. die kritisch-satirischen Filme von Alexander Lehmann („Du bist Terrorist“, „Rette Deine Freiheit“) oder auch „The Story of Stuff“ so beliebt, denn dort werden komplexe Zusammenhänge aufs Wesentliche reduziert und amüsant und unterhaltsam dargereicht. Einen vergleichbaren Weg schlägt auch die österreichische Forum Umweltbildung („Österreichisches Portal zur Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung“) ein – in ihrem Onlinespiel „Konsumaniac“, das auch für den Einsatz in Schulen konzipiert ist, will sie die Auswirkungen, die Konsumentscheidungen jedes einzelnen haben, beleuchten und zeigt darin ebenfalls, welche Probleme beim ganz normalen Einkauf im Supermarkt oder Kleidungsgeschäft lauern – die Hintergründe von billigen Preisen und miesen Produktionsbedingungen kommen hier ebenso zur Sprache wie die Gefahren der Verschuldung für den Konsum. Ebenso werden Alternativen wie Second Hand-Läden oder Car Sharing vorgestellt. Also alles sehr löblich!

Willkommen beim neuen KonsuManiac, dem spielerischen Blick hinter die Kulissen von Lebensstil und Konsum

Wir kennen alle das Gefühl in Mitten eines samstäglichen Konsumrausches zu sein: Eingequetscht zwischen der Vorfreude am soeben Gekauften und dem Stolz des/der „Neubesitzenden“ pocht es leise aber aufdringlich – das schlechte Gewissen: KonsumfetischistIn,  KonsuManiac!!! Genährt aus den letzten Berichten über Kinderarbeit und untermalt von neuen Infos über das Sündenregister einzelner Produktmarken kommen die ersten Fragen, ob das eine oder andere Produkt auch wirklich notwendig gewesen ist bzw. ob es nicht eine nachhaltigere Alternative gegeben hätte. Aber, muss es überhaupt immer nur Konsum sein, der uns Befriedigung verschafft, oder gibt es einen nachhaltigeren Lebensstil, der Freude schafft, ohne dem täglichen Konsumwahn zu verfallen?

Wie sieht nun ein nachhaltiger Lebensstil aus? Inspiriert von dieser Frage hat das FORUM Umweltbildung im Auftrag des BMFLUW ein neues interaktives Tool entwickelt: den KonsuManiac. Zielte die erste Version des KonsuManiac auf nachhaltige und vor allem bewusste Konsumentscheidungen (ein Schwerpunkt, der immer noch im Bereich „Check Deinen Einkauf“ erhalten ist), geht der neue KonsuManiac einen Schritt weiter: Als Alternativen zur modernen Identifizierung über Produkte und „Shoppen“ wollen wir spielerisch Ideen und Beispiele aufführen, die Lebensfreude und Aktivität mit den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung verbinden. Aktuelle Trends wie Upcycling, DIY oder Tauschkreise sollen erste Einblicke in eine Bewegung geben, die im scharfen Kontrast zum alltäglichen und sinnleeren Konsumwahnsinn steht. In Zukunft wird unser KonsuManiac auch in weiteren Bereiche wie etwa bei Urlaub oder Freizeitgestaltung aufzeigen, dass ein nachhaltiger und bewusst gewählter Lebensstil nicht nur eine gesellschaftliche Notwendigkeit darstellt, sondern viel mehr auch Spaß und Freude bedeutet.

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