Nov
23
2012

Starbucks, Google & Co. – die schmarotzenden Großkonzerne

So, bevor der Blutdruck zum Wochenende hin gar zu tief in den Keller sackt, hier ein kleiner Aufreger aus der ARD-Sendung Monitor, um das Blut wieder in Wallung zu bringen – „Google, Starbucks & Co.: Milliardengewinne fast steuerfrei“. Natürlich ist es für regelmäßige Leser meines Blogs nichts wirklich Neues, zu erfahren, dass die großen Unternehmen ihre Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit machen und ihre Marktmacht durch politisches Zutun (oder zumindest politisches Nichtstun) weiter wächst, zum Schaden kleinerer Anbieter. Ich denke da nicht nur an die obskuren, ausschließlich der Steuervermeidung dienenden Firmenkonstruktionen bei Aldi & Lidl, sondern z.B. auch an Ikea.

Internationale Unternehmen wie Starbucks, Google, Facebook oder Apple machen in wohlhabenden Ländern wie Deutschland Milliardenumsätze – doch Steuern zahlen sie darauf kaum. Mit legalen Tricks verlagern sie ihre Gewinne statt dessen in Länder mit niedrigen Steuersätzen. So machte Google 2010 international einen Gewinn von 5,8 Mrd. Dollar und zahlte darauf nur 3% Steuern. Bei anderen Unternehmen sieht es ähnlich aus. Die EU könnte nur mit Zustimmung aller Mitgliedsstaaten dagegen vorgehen. Doch weil einige EU-Länder selbst von dem System profitieren, gilt das als sehr unwahrscheinlich. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat trotzdem kämpferisch verkündet, gegen diese Steuertricks vorzugehen. Was er verschweigt: In Deutschland ermöglicht es die Regierung den Konzernen, ihre Steuerzahlungen geheim zu halten – so dass die Öffentlichkeit die schlechte Steuermoral vieler Konzerne in Deutschland nicht nachvollziehen kann

P.S.: Und denkt dran, dieses Wochenende ist Buy Nothing Day – der perfekte Anlass, von obigen Firmen schon mal nichts zu kaufen.

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5 Kommentare »

  • [...] Konsumpf: Starbucks, Google & Co. – die schmarotzenden Großkonzerne: Es geht eigentlich mehr um die Reportage des Monitors. 1001 “legale” Steuertricks für Weltkonzerne. [...]

    Pingback | 23. November 2012
  • Das Problem steckt aber im System selbst. Wir bestrafen immer noch gesellschaftliches Engagement und fordern von Unternehmen einen möglichst hohen Gewinn. Das Thema wird auch bei Fefe aufgegriffen.

    Und, um ehrlich zu sein: Ob der Staat mit dem Geld besseres anstellen würde als Google & Co. würde ich nicht einfach so unterschreiben angesichts von solchen Zahlen.

    Comment | 23. November 2012
  • Interessant in diesem Zusammenhang übrigens auch das Geschäftsgebaren von amazon:
    http://www.zeit.de/2012/47/Internet-Kaufhaus-Amazon-Kuendigungsfristen-Leiharbeit

    Comment | 23. November 2012
  • chapultepec

    @Sebastian:

    richtig, der Staat ist nicht unbedingt besser, ABER da hat die Bevölkerung mindestens einen minimalen Einfluß auf das Wirken der Regierung. Unternehmen sind in diesem Sinne komplett anders. Sie sind niemanden Rechenschaft schuldig und der Einfluß der Bevölkerung ist so gut wie nichtexistent. Unternehmen sind ökonomische Diktaturen, keine politische (obwohl durch die hohe Konzentration an Geld sie sich einen hohen politische Einfluß erkaufen können) auch keine militärische aber immer noch eine Diktatur, ihre Struktur ist totalitär…

    Comment | 24. November 2012
  • Google ist quasi Monopolist auf dem Markt und hält mit 90% Marktanteil eine Stellung ein, die sich in den nächsten Jahren sich nicht ändern wird. Das Schlimme daran ist, dass große Unternehmen noch hohe Geldbeträge an Agenturen leisten, die das Ranking beeinfluss zu Lasten der kleinen Unternehmer.

    Comment | 26. Januar 2013

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