Jun
05
2013

Billig. Billiger. Banane.

Die ARD-Doku „Billig. Billiger. Banane.“ schildert sehr gut, wie aus der Banane ein Ramschprodukt wurde – und sie macht wieder einmal deutlich, wie schädlich der Billigwahn und die Discounterschwemme für die Gesellschaft und die Umwelt ist. Denn der Preisdruck der großen Billigketten sorgt dafür, dass unhaltbare Zustände in dn Ernteländern aufrecht erhalten werden und gleichzeitig eine Art „Grundrecht auf billig“ in den Köpfen der Käufer entsteht. Interessant ist nämlich die Umfrage, die in der Dokumentation erwähnt wird – 80 % der Konsumenten finden gute Arbeits- und Sozialbedingungen wichtig, aber nur 13 % sind auch bereit, dementsprechend einzukaufen (= FairTrade & Bio). Diese Konsumentenschizophrenie, von der unser Wirtschaftssystem lebt, hat eine niederländische Supermarktkette dadurch ausgehebelt, dass sie nur noch FairTrade-Bananen im Sortiment hat. Woraufhin der Gesamtumsatz im Banenenbereich im Unternehmen nicht etwa gesunken, sondern sogar gestiegen ist. Derzeit könnt Ihr Euch die Doku noch in der Mediathek anschauen – HIER. Oder bei YouTube, s.u.

Über eine Million Tonnen Bananen essen die Deutschen jedes Jahr. Damit haben sie eine Spitzenposition in Europa – mit enormer Preismacht. Denn ein Drittel des gesamten EU-Bananenimports landet auf heimischen Ladentischen, in den Supermärkten und bei den Discountern. In einem gnadenlosen Preiskampf verkommt hier die gelbe Frucht zur Ramschware.

Der Preis für Bananen ist seit 20 Jahren nicht gestiegen. Der Film deckt die erstaunlich große Macht deutscher Supermarktketten auf und zeigt, welch dramatische Folgen unser Billigwahn für Arbeiter und Umwelt in den Anbauregionen Lateinamerikas hat.

Trotz möglicher Alternativen greifen die Kunden vor allem zu den Billigangeboten. Entgegen aller Lippenbekenntnisse fristen Bio- und Fair-Trade-Bananen ein Nischendasein. Der über ein Jahr lang recherchierte Film zeigt in eindringlichen Bildern: Die wahre „Bananenrepublik“ liegt heutzutage nicht mehr in Lateinamerika, sondern in Deutschland.

Klicke auf diesen Link, um den Inhalt von YouTube anzeigen zu lassen.
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4 Comments

  • Johannes

    Ich finde die Bio-Bananen bei Alnatura für 1,99 Euro/kg das ganze Jahr über eigentlich auch noch sehr günstig, gerade im Vergleich zu anderen Obstsorten.

    Comment | 6. Juni 2013
  • Unter anderem aus den hier gegannten Gründen, bin ich kein Bananenkäufer.

    Aufgefallen ist mir nichts desto Trotz häufiger, dass im REWE die „BIO“-Bananen deutlich billiger (1,59€) sind, als die von Chiquita (1,89€).
    Wie das funktionieren soll und was REWE unter BIO versteht, weiß ich nicht.

    Comment | 6. Juni 2013
  • […] (via) Dieser Beitrag wurde unter Modernes Leben abgelegt am 8. Juni 2013 von robert. […]

    Pingback | 8. Juni 2013
  • ausbeuterische arbeitsbedingungen und der einsatz von gefvährlichen pestiziden werden übrigens auch in der doku „bananas*“ von frederik gertten und in der oxfam-studie „bittere bananen“ dargestellt. http://www.oxfam.de/sites/www.oxfam.de/files/20111230_oxfambananenstudie_2072kb.pdf
    außerdem stehen einige fruchtkonzerne wie zum beispiel chiquita wegen verbindungen zu paramilitäts, die in kolumbien regelmäßig gewerkschafter ermorden, in der kritik
    http://sauraandlimon.wordpress.com/2013/03/09/blutige-cola/

    Comment | 17. Juni 2013

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