Nov
25
2008

Werbung gegen Realität, Teil 4: H&M

Der SWR sendete letzte Woche in ihrem TV-Magazin Report Mainz einen interessanten Beitrag über das schwedische Modehaus H&M – „Ausgebeutet für deutsche Billigmode?”. Denn obwohl H&M sich in Imagekampagnen als besonders sauber hinstellen (mal abgesehen davon, dass die Firma in ihrer Reklame ein sehr krankes, da besonders dürres Frauenideal transportiert), basiert doch immer noch vieles von ihrem Angebot auf der Ausbeutung von Arbeitnehmern in armen Ländern. D.h., damit unsereins sich schön billige Mode von der Stange kaufen kann, müssen anderswo schlimme Arbeitsbedingungen hingenommen werden. Mittlerweile ist man ja auch von den ganzen günstigen Angeboten der großen Ketten soweit „verdorben”, dass man Preise von 2 oder 3 Euro für ein T-Shirt für normal und angemessen hält und zurückzuckt, wenn man mal ein Hemd aus Fairtrade-Produktion sieht, das beispielsweise 15 oder 20 Euro kostet – was ja einem realeren Preis bei fairen Bedingungen und ökologischem Rohstoffanbau entspricht. Gerade die Discounter, allen voran KiK und die 1€-Läden, betreiben die Preisdrückerei offensiv als Geschäftsmodell und setzen damit die Arbeiter in den ärmeren Ländern der Welt weiter unter Druck. Die großen, weltweit operierenden Modekonzerne machen sich dies zunutze und sorgen für einen Preiskrieg in den Produktionsländern – sollte es mal in einem Land zu Lohnsteigerungen kommen, drohen die Firmen einfach damit, in eine benachbarte Region abzuwandern, die „unternehmerfreundlicher“ ist, also sich noch weniger um Menschen- und Arbeitsrechte kümmert. Dies ist die hässliche Seite der Globalisierung – eine Seite, die die Modefirmen in ihrer Reklame und Außendarstellung natürlich bewusst überspielen.

Mit verbindlichen Richtlinien will das schwedische Modeunternehmen H&M sicher stellen, dass ihre Produkte unter guten Arbeitsverhältnissen hergestellt werden. Doch die Wahrheit sieht leider anders aus, wie wir herausgefunden haben.

EDIT: Das Video ist zum Glück derweil auch bei YouTube verfügbar, nachdem es (12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag sei „Dank”) aus der ARD-Mediathek entfernt werden musste:

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6 Kommentare »

  • NoName

    Oh mein Gott. Ich gehe gerne in H&M einkaufen eigentlich nur dort aber wenn man dann soetwas sieht, verderbt es die Lust dort wieder einkaufen zu gehen.
    Die Menschen die für H&M nähen, müssten einen höheren Lohn bekommen und fair behandelt werden!!!!!!

    Comment | 7. Januar 2011
  • [...] http://konsumpf.de/?p=1029 http://www.greenaction.de/beitrag/zwischen-menschenrechtsverletzung-und-greenwashing [...]

    Pingback | 25. Mai 2011
  • NoDevilsInHell

    Gehen wir genau dagegen vor!
    Kampagne H&M Zwanzig Zwölf.

    Kauft ein Jahr lang nicht bei H&M ein! 2012 ohne H&M.
    Auch wir haben die Macht, etwas zu ändern, denn wir wollen nicht daran mitmachen.

    Comment | 29. August 2011
  • patsii

    an NoDevilsInHell:
    an für sich finde ich die idee gut, aber ich glaube, es gibt noch sehr viele andere unternehmen, die ihre Ware bei ähnlichen arbeitsbedingungen herstellen lassen. aber deine einstellung (auch wir haben die macht, etwas zu ändern) ist super!! :)

    patsii

    Comment | 29. Januar 2012
  • changemaker

    An die modeinteressierten H&M-Verweigerer (falls ihr doch einmal etwas Neues braucht): Kirsten Brodde gibt einen guten Überblick über die ethisch einwandfreien Stecknadeln im stinkenden Marken-Misthaufen. Ihre GRÜNE LISTE auf http://www.kirstenbrodde.de zeigt, dass (und vor allem: wo) die Mode-Welt besseres und originelleres zu bieten hat als billige H&M-Teile.

    Praktisch:
    K Brodde stellt unterschiedliche Preis-Kategorien vor und kommentiert soziale und ökologische Standards.

    Hilfreich:
    Anhand ihrer Kommentare fällt es leicht, relativ rasch zur gewünschten Stilrichtung zu gelangen, egal ob man etwas Elegantes, Sportliches oder Zeitloses sucht

    Inspirierend: Es gibt auf ihrer Seite auch einen Link zu “Klamottentausch” – immer eine sinnvolle (und obendrein die kostengünstigste) Option – eigentlich jederzeit in privatem Rahmen möglich

    Comment | 2. Februar 2012
  • zicky

    Echt krass!! Ich finde die Behandlung der Menschen in den Nähfabriken dort ziemlich schlimm, denn man muss bedenken, dass auch sie ganz normale Menschen sind, wie wir!!!!

    Comment | 25. Januar 2013

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