Kategorie: Ernährung Seite 12 von 19

Surftipp: Kentucky Fried Cruelty / Kentucky Fried Chicken (KFC) quält Hühner

Dass die ganzen Fast-Food-Ketten mit ihrer minderwertigen Kost, ihrem Fokus auf möglichst billiges Fleisch, auf viel Fett und Süßes, der Gesundheit der Weltbevölkerung so einiges antun, ist ja nun nichts Neues. Dass Burger für 1 oder 2 € nur zustande kommen können, wenn die Zutaten unter möglichst industriell-rationellen Umständen angebaut und erzeugt werden, dürfte auch jedem klar sein, wenn er einen Moment innehält. Wie gut wird es einem Rind wohl gegangen sein, dass da durch den Fleischwolf gedreht wird und am Ende für einen Spottpreis verscherbelt wird? Massentierhaltung ist hier das Stichwort.

Natürlich betrifft dies nicht nur die Marktführer McDoof und Burger King, sondern z.B. auch die auf Geflügelkram spezialisierte Kette Kentucky Freid Chicken. Diese geht bei der „Herstellung“ ihrer Hühner offenbar so besonders skrupellos vor, dass die Tierschutzorganisation PETA eine eigene Aktion ins Leben gerufen hat – Kentucky Fried Cruelty, zu der es auch eine eigene Website gibt, sogar auf Deutsch („Kentucky Fried Chicken quält Hühner“). Sie wollen darüber aufklären, welche Geschäftspolitik die Kunden mit ihren Einkäufen unterstützen und wie die grausamen Bedingungen aussehen, unter denen das Gefügel für KFC entsteht. Auch diverse MusikerInnen und „Promis“ wie Bryan Adams, Pamela Anderson oder P!nk haben sich der Aktion angeschlossen und rufen zum Boykott dieser Schnellimbisse auf.

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Konsumaniac – Online-Edutainment-Spiel

Den Wahnsinn unseres Konsumzeitalters kann man Jüngeren sicherlich besonders gut in spielerischer Form vermitteln. Nicht ohne Grund sind z.B. die kritisch-satirischen Filme von Alexander Lehmann („Du bist Terrorist“, „Rette Deine Freiheit“) oder auch „The Story of Stuff“ so beliebt, denn dort werden komplexe Zusammenhänge aufs Wesentliche reduziert und amüsant und unterhaltsam dargereicht. Einen vergleichbaren Weg schlägt auch die österreichische Forum Umweltbildung („Österreichisches Portal zur Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung“) ein – in ihrem Onlinespiel „Konsumaniac“, das auch für den Einsatz in Schulen konzipiert ist, will sie die Auswirkungen, die Konsumentscheidungen jedes einzelnen haben, beleuchten und zeigt darin ebenfalls, welche Probleme beim ganz normalen Einkauf im Supermarkt oder Kleidungsgeschäft lauern – die Hintergründe von billigen Preisen und miesen Produktionsbedingungen kommen hier ebenso zur Sprache wie die Gefahren der Verschuldung für den Konsum. Ebenso werden Alternativen wie Second Hand-Läden oder Car Sharing vorgestellt. Also alles sehr löblich!

Willkommen beim neuen KonsuManiac, dem spielerischen Blick hinter die Kulissen von Lebensstil und Konsum

Wir kennen alle das Gefühl in Mitten eines samstäglichen Konsumrausches zu sein: Eingequetscht zwischen der Vorfreude am soeben Gekauften und dem Stolz des/der „Neubesitzenden“ pocht es leise aber aufdringlich – das schlechte Gewissen: KonsumfetischistIn,  KonsuManiac!!! Genährt aus den letzten Berichten über Kinderarbeit und untermalt von neuen Infos über das Sündenregister einzelner Produktmarken kommen die ersten Fragen, ob das eine oder andere Produkt auch wirklich notwendig gewesen ist bzw. ob es nicht eine nachhaltigere Alternative gegeben hätte. Aber, muss es überhaupt immer nur Konsum sein, der uns Befriedigung verschafft, oder gibt es einen nachhaltigeren Lebensstil, der Freude schafft, ohne dem täglichen Konsumwahn zu verfallen?

Wie sieht nun ein nachhaltiger Lebensstil aus? Inspiriert von dieser Frage hat das FORUM Umweltbildung im Auftrag des BMFLUW ein neues interaktives Tool entwickelt: den KonsuManiac. Zielte die erste Version des KonsuManiac auf nachhaltige und vor allem bewusste Konsumentscheidungen (ein Schwerpunkt, der immer noch im Bereich „Check Deinen Einkauf“ erhalten ist), geht der neue KonsuManiac einen Schritt weiter: Als Alternativen zur modernen Identifizierung über Produkte und „Shoppen“ wollen wir spielerisch Ideen und Beispiele aufführen, die Lebensfreude und Aktivität mit den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung verbinden. Aktuelle Trends wie Upcycling, DIY oder Tauschkreise sollen erste Einblicke in eine Bewegung geben, die im scharfen Kontrast zum alltäglichen und sinnleeren Konsumwahnsinn steht. In Zukunft wird unser KonsuManiac auch in weiteren Bereiche wie etwa bei Urlaub oder Freizeitgestaltung aufzeigen, dass ein nachhaltiger und bewusst gewählter Lebensstil nicht nur eine gesellschaftliche Notwendigkeit darstellt, sondern viel mehr auch Spaß und Freude bedeutet.

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Fernsehtipps: „Schmutzige Schokolade“ und „Da wird mir übel“ am Mittwoch, den 6.10.

Schokolade is(s)t i aller Munde, doch die meisten Menschen denken nicht darüber nach, unter welchen Bedingungen die Inhaltsstoffe ihrer Milka- oder Nestlé-Schokolade eigentlich hergestellt wird. Klar ist – wer solche Süßigkeiten in Nicht-Bio-Qualität kauft, unterstützt damit auf jeden Fall schon mal Massentierhaltung, denn die Milch für diese Industrieware muss natürlich so billig wie möglich hergestellt werden. Und wenn die Schokolade nicht fair gehandelt wurde, bedeutet das oft genug auch Ausbeutung in den Anbauländern. Darüber berichtete ich hier im Blog auch schon einmal (HIER), und nun wird die Dokumentation „Schmutzige Schokolade“ in der ARD gezeigt, und zwar am Mittwoch, dem 6.10. um 23:30 Uhr (klar, wie immer, wenn ein wichtiges Thema angesprochen wird, das die Menschen in ihrer satten Konsumzufriedenheit aufschrecken könnte, wird so etwas in die Nachtstunden verschoben). Zu dem Projekt gibt es eine eigene Website – www.thedarksideofchocolate.org – und auch eine Facebook-Gruppe. Monsters & Critics schreibt zu dem Film:

Ein Kind aus Burkina Faso kostet 230 Euro. Zu diesem Preis zumindest wurde es Miki Mistrati angeboten, als er undercover auf einer Kakao-Plantage an der Elfenbeinküste recherchierte. Der investigative dänische Dokumentarfilmer reiste nach Afrika, um den Gerüchten um Kinderarbeit und Kinderhandel auf den Plantagen weltweit führender Schokoladenhersteller nachzugehen. Was er vor Ort sah, zeigt nun die schockierende Dokumentation ‘Schmutzige Schokolade’ (eine Koproduktion des NDR), die erstmals in der ARD zu sehen ist und in anderen Ländern Europas bereits für Aufsehen sorgte. Auch hierzulande dürfte manchem Zuschauer der Appetit auf den süßen Kakao vergehen. (…)

(…) In Skandinavien, Belgien und Portugal sorgte die erschütternde Dokumentation bereits für Aufsehen. Demnächst soll sie unter anderem auch bei Al Jazeera und in Australien zu sehen sein. Der mehrfach preisgekrönte Filmemacher hat die Hoffnung, dass die Konsumenten etwas gegen die Misstände in Afrika bewegen werden. Er selbst will auch künftig seinen Teil dazu beitragen und das Thema weiterhin publik machen: Bis zum Ende des Jahres soll eine Fortsetzung von ‘Schmutzige Schokolade’ entstehen.

Wem das noch nicht genügt, der kann sich ja um 0:50 Uhr (also in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag) im ZDF die Dokumentation „Da wird mir übel“ über die Tricks der Nahrungsmittelindustrie anschauen; das Ganze gibt es bereits jetzt in der Mediathek – HIER.

Was exakt in jener Wurst steckt, in die sie da gerade genussvoll gebissen haben, werden viele wohl gar nicht so genau wissen wollen. Denn schlecht schmeckt sie nicht, diese rote, wohlgeformte … – was eigentlich? Die Wahrheit über unser Essen kann schwer verdaulich sein. Trotzdem räumt “Da wird mir übel” mit den vielen Beschönigungen, Verschleierungen und Irreführungen beim Anpreisen von industriell gefertigten Lebensmitteln gründlich auf.

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Detroit: Gemüse statt Autos

Die Wirtschaftskrise hat so manche festgefahrene Struktur ins Wanken gebracht. Detroit, früher Hochburg der Autoindustrie und nicht erst seit der Finanzkrise auf dem absteigenden Ast, verliert rasant an Einwohnern – und diese stemmen sich mit neuen Methoden gegen diesen Abwärtsstrudel. Arte berichtete unlängst in ihrer Reportage „Detroit – Gemüse statt Autos“ über die wiedergefundene Lust der dortigen Menschen an der Selbstversorgung – vielleicht ja mal ein US-Trend, den in Europa zu übernehmen sich ausnahmsweise mal lohnen könnte. Schaut Euch den Beitrag möglichst bald an, da man ja leider nicht mehr wissen kann, wie lange diese Inhalte noch im Netz zu sehen sind! [via Projekt Life]

Ungenutzte Parkplätze, alte Industriezonen, vernachlässigte Hausgärten: Den neuen Biobauern von Detroit ist es völlig gleich, wo sie neue Anbauflächen schaffen. Ihre Stadt soll grüner werden, nicht weil es schöner aussieht, sondern damit die Einwohner ihr eigenes Obst und Gemüse auf dem Teller haben.

Schon vor der Wirtschaftskrise war Detroit, Stadt des amerikanischen „Rust Belt“, keine reiche Stadt. Seit aber die Autobauer bankrott gehen, die Zulieferer ihre Fabriken schließen und die Immobilienkrise die Menschen massenhaft aus ihren Häusern warf, hat sich die Lage verschärft. Die Schlangen vor den Suppenküchen werden immer länger. Zehntausende haben keinen Job mehr.

Auch für diese Arbeitslosen sind die die „Urban Farmer“, die Stadt-Bauern, eine Hoffnung. Anstatt die Hand aufzuhalten, pflanzen sie lieber Tomaten an. Das Projekt schafft Jobs und macht die Stadt unabhängiger. Bis zu 15% des Obstes und Gemüses der Stadt kommen schon von den neuen Feldern der Stadt-Bauern. Einer der Aktivisten ist Greg Willer. Er will Schluss machen mit der Abhängigkeit vom Industrie-Essen. Bisher arbeiten die Bauern mit bescheidenen Mitteln, doch ihr Erfolg lockt Investoren an. John Hantz zum Beispiel will 30 Millionen Doller in die Gründung eines städtischen Handelsbetrieb stecken.

Unsere Reporter haben die neuen Biobauern getroffen und dabei neben Althippies und Biopionieren auch coole Teenager entdeckt, die statt auf der Straße rumzuhängen, nun zur Harke greifen.

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Heute europaweite Premiere: „Water makes money“

Noch ein schneller Filmtipp – heute, am 23.9., hat die kritische Dokumentation „Water makes money“ in vielen deutschen und anderen europäischen Städten Premiere. Da der Film leider vielerorts nur ein einziges Mal läuft, lohnt es sich vermutlich, sich heute auf den Weg zu machen.

Durch einen Klick auf die Karte findet Ihr die Vorführungsorte:

Hier die Ankündigung der Kieler Attac:

Do. 23. 9. 20 Uhr Kommunales Kino in der Pumpe, Haßstr. 22, Kiel – Premiere des Films “Water Makes Money”
Leslie Franke, Herdolor Lorenz. D 2010. 82 Min. Musik Konstantin Wecker
Europaweite Premiere mit Rosa-Luxemburg-Stiftung und Attac-Kiel
Nach “Wasser unterm Hammer” und “Bahn unterm Hammer” der neue Film:
Public-private partnership – das schien vielen klammen Kommunen vor einigen Jahren der Königsweg aus der Verschuldung. Überall wurden Einrichtungen elementarer Existenzvorsorge privatisiert, vom Nahverkehr, Strom- und Gasversorger bis zum Wasserwerk.
Inzwischen ist die Euphorie dem Katzenjammer gewichen: in Europas Städten stiegen Preise und schwanden Einflußmöglichkeiten, in ärmeren Weltregionen ist die ohnehin dürftige Versorgung bedrohter denn je, weil Investitionen in Infrastruktur nicht die erwünschte Rendite versprechen. Während die „Gelddruckmaschinen“ der Multis in deutschen Gemeinden schnurren, wollen in Frankreich, Heimat der größten „global player“, ausgerechnet hier, wo Veolia und Suez 8 von 10 Bürgern mit Wasser versorgen, viele Kommunen die Kontrolle zurückholen. Dieser Film zeigt, wie Konzerne ihre Monopolstellung erreichen konnten und was Paris und andere französische Gemeinden aus der Herrschaft von Veolia & Co gelernt haben.
Der Film hat auch einen starken Kieler Bezug, denn mit den Stadtwerken wurde auch das Wasser privatisiert und das Bündnis Kielwasser wird einleitend darauf mit zwei kulturellen Beiträgen hinweisen.
Infos über die Premierenorte und das Filmprojekt insgesamt findet Ihr unter www.watermakesmoney.com/de/premiere.html

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Der tödliche Burger

Das ist ausnahmsweise mal ein Werbespot, der mir gefällt – in Auftrag gegeben hat ihn eine US-amerikanische Ärztegruppe, die darauf aufmerksam machen will, wie ungesund die McDoof-Kost ist. Es ist geplant, ihn tatsächlich mehrfach im US-Fernsehen auszustrahlen, sehr zum Zorn des Burger- und Frittenkonzerns, der den Ärzten „Propaganda“ vorwirft und den Clip „skandalös und verlogen“ nennt. Etwas, das das Unternehmen in der eigenen Reklame natürlich NIEMALS einfallen würde… man denke nur daran, wie McD die Verbraucher bezüglich der Herkunft des Fleisches in die Irre führt (siehe den Beitrag von foodwatch zu dem Thema) oder so tut als wäre eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit ihren Produkten der Normalfall.

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Radiotipps: „Essen – wie wir getäuscht werden“ und „Abschied vom Homo Oeconomicus“

Heute mal nur auf die Schnelle zwei spannende Hörfunk-/Podcast-Hinweise. Zum einen brachte inforadio rbb vor einigen Tagen ein Interview mit dem Foodwatch-Gründer Thilo Bode – „Essen – wie wir getäuscht werden“. Diesen Podcast kann man sich derzeit noch als mp3 herunterladen oder auf der rbb-Website direkt anhören. Lohnt sich auf alle Fälle, da es um viele Facetten der Lebensmittelindustrie und ihrer Verbrauchertäuschung mittels Reklame, Lobbyismus und Sponsoring geht.

Und heute um 17.05 Uhr auf SWR2 läuft diese Sendung, die auch als mp3 noch im Netz zur Verfügung steht (>> Link):

SWR2 Forum – Abschied vom Homo oeconomicus – Wie rational verhält sich die Wirtschaft?

Es diskutieren:
Prof. Dr. Armin Falk, Wirtschaftswissenschaftler, Universität Bonn
Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Köln
Olaf Storbeck, Wirtschaftskorrespondent des “Handelsblatts”, London
Gesprächsleitung: Jürgen Heilig

Nur wer hohe Anreize erhält, leistet viel. Wenn Aktienanalysten in der Vergangenheit erfolgreich waren, dann sind sie das auch in der Zukunft. Das predigt die klassische Wirtschaftstheorie. Doch die jüngste Finanzmarktkrise hat den Glauben an den rational denkenden Unternehmer und Banker zutiefst erschüttert. Die ordoliberale Überzeugung, wonach die Wirtschaft ähnlich funktioniert wie Eisenbahnstellwerke oder Kraftwerke, ist ins Wanken geraten. Sogenannte “Verhaltensökonomen” stellen der aus dem späten 19. Jahrhundert stammenden Vorstellung vom “Homo oeconomicus” die Erkenntnis entgegen, dass Menschen keineswegs nur rational handeln, dass sie nicht umfassend informiert und auch nicht ausschließlich auf ihren eigenen Nutzen bedacht sind. Wie ticken Unternehmer und Banker?

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Hagen Rether und das Umweltbewusstsein

Dem, was Hagen Rether in der WDR-Sendung Mitternachtsspitzen am 4.9. vortrug, ist eigentlich nichts hinzuzufügen…

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Surftipp: Mundraub – Freies Obst für freie Bürger

Bevor der Herbst mit voller Wucht über uns hereinbricht, möchte ich Euch doch noch diesen feinen Surftipp ans Herz legen – die Website Mundraub bietet eine Übersicht über freie, nicht bewirtschaftete Obstbäume, deren Früchte normalerweise unbemerkt verrotten, während sich die Menschen für viel Geld im Supermarkt abgepacktes Obst kaufen. Da der Traum der Selbstversorgung für viele Menschen hierzulande schwer verwirklichbar ist, ist es doch schön, auf diese Weise wenigstens einen kleinen Teil seines Lebensmittelbedarfs dekcen zu können. Alles weitere erzählen die Initiatoren des sehr löblichen Projekts auf ihrer Site:

Wir möchten, dass kein herrenloses Obst mehr am Baum verrottet und machen deshalb Mundraub salonfähig.

Wir wissen, dass jedes Jahr herrliche Früchte an zigtausenden von herrenlosen oder vergessenen Obstbäumen an Landstraßen, in verlassenen Gärten oder auf Grundstücken von Menschen mit wenig Zeit verderben. Oft handelt es sich dabei um sehr kostbare alte Sorten. Und das in unserer nächsten Umgebung.

Wir haben uns deshalb überlegt, wie ihr dem Rest der Welt über diese kostbaren Ressourcen berichten könnt. Die Initiative mundraub.org bietet euch eine Plattform, wilde oder herrenlose Obstbäume zum Abernten in der MundraubMap zu taggen, um sie anderen Menschen ins Bewusstsein zu bringen. Gratis, als euer Geschenk und als Geschenk der Natur. Wenn Ihr was zurück schenken wollt so werdet Ihr in der nächsten Version Informationen zu Aktionen finden, an denen Ihr Euch beteiligen könnt – oder die Ihr vielleicht selbst organisiert!

Wir sind uns bewusst, dass vermeintlich herrenlose Bäume – wie zum Beispiel an einer verlassenen Landstraße – jemandem gehören könnten. Ob Bund, Land oder Privatperson – wir wollen nicht zum Diebstahl animieren! Mit dem Wachsen der Plattform werden wir uns gemeinsam darum kümmern, dass die Besitzer ihre Bäume für alle sichtbar freigeben. Damit ihr ohne schlechtes Gewissen nach Herzenslust mundrauben könnt. Dazu bitten wir alle – Besitzer, Mundräuber, Anwohner – Missbrauch vorzubeugen. Damit die Schätze gebraucht und nicht missbraucht werden.

Wir hoffen, dass ihr die Schätze vor eurer Haustür wieder entdeckt und dass ihr für Bioäpfel und Ökokirschen aus Übersee, zumindest zwischen Juli und November, bald nur noch ein weises Schmunzeln übrig habt…

Wahre Mundräuber…

1. gehen behutsam mit den Bäumen, der umgebenden Natur und den dort lebenden Tieren um
2. lassen beim leisesten Zweifel über die Freigabe eines Baumes die Finger von den Früchtchen,
3. und haben Freude daran, dem fruchtigen Ort etwas zurückzuschenken – sei es einfach durch ein gutes Gespräch rund um kostbares Obst, einen Besuch im nahegelegenen Hofladen oder Café oder sogar durch ein Engagement bei der Pflege von Obstbäumen.

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Zum Jahr der Artenvielfalt * Saatgut – Hybrid-Technologie – bitte nur für’s Auto

Heute möchte ich Euch als Gastbeitrag den Leitartikel des neuesten Knauserer-Newsletters von Michaela Brötz vorstellen, der mir auch absolut aus der Seele spricht:

ZUM JAHR DER ARTENVIELFALT
* Saatgut – Hybrid-Technologie – bitte nur für’s Auto

Mit diesem Leitartikel möchte ich euch ein Thema näherbringen, das mir persönlich, gelinde gesagt, Bauchweh verursacht. Es geht um unser Saatgut und den riesengroßen Unfug, der damit getrieben wird. Allen voran bekleckern sich hier Firmen wie MONSANTO nicht mit Ruhm. Vielmehr wird hier unter dem Titel Urheberschutz fleissig an der totalen Abhängigkeit der Saatgut-
verwender gearbeitet und so die Ernährung der Welt – so sehe ich das – massiv aufs Spiel gesetzt. Wenn die Saatgutfirmen mit ihrem Raubbau fertig sind, dann bleibt uns auch am Acker ein ungustiöser Einheitsbrei.

HYBRIDE
Jeder kleine Hobbygärtner, der sich im Fachhandel mit Saatgut eindeckt, wird über die F1-Hybriden stolpern.
Da er im normalen Fachhandel ja kaum noch andere Produkte findet, wird er auf das gängige Angebot zurückgreifen und auch damit eine gute Ernte einfahren. Das geht so lange gut, bis unserem Hobbygärtner nicht einfällt, Samen aus der Pflanze zu ziehen, um diese Pflanze, die so wunderbar gediehen ist, auch das nächste Jahr wieder auszusäen. Doch, oh Graus, der Ertrag wird mickrig sein. Willkommen in der schönen Welt der Hybridpflanzen!

Hybride entstehen nämlich aus der Kreuzung künstlich erzeugter Inzuchtlinien, wodurch sich bestimmte Merkmale, z.B. Ertrag und Resistenz, ausprägen. Zum Beispiel werden fremdbefruchtende Arten wie Möhren, Lauch oder Kohl durch erzwungene Selbstbefruchtung reinerbig gemacht. Und obwohl diese reinerbigen „Elternlinien“ während des Inzuchtprozesses zunehmend degenerieren können, entstehen bei einer Kreuzung in der nachfolgenden Pflanzengeneration – „F1“ genannt – groß gewachsene, widerstandsfähige Nachkommen.

Dieser so genannte „Heterosiseffekt“ hat jedoch keinen Bestand – schon in der nächsten Generation spalten sich die äußerlich einheitlichen Kulturen wieder in eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzenformen auf. Sie sind für Erwerbsgärtner und Landwirte in den meisten Fällen wertlos – das Saatgut ist nicht samenfest. Das bedeutet, dass aus der F1-Generation meistens kein Saatgut für die nachfolgende Kultur gewonnen werden kann, sondern zu diesem Zweck wieder auf die beiden Inzucht-Elternlinien zurückgegriffen werden muss. Der Nachbau, und damit die Entwicklung von hofeigenen Sorten, ist mit modernen Hybriden, deren Elternlinien in den Labors großer Saatgutkonzerne unter Verschluss gehalten werden, stark eingeschränkt und meist nicht möglich, was einem „eingebauten“ Sortenschutz gleichkommt.

Durch den Einsatz von Hybriden wird die natürliche Generationenfolge aufgelöst, und die fruchtbare Weiterentwicklung, die dem Menschen seit Tausenden von Jahren die Zucht von Kulturpflanzen ermöglicht hat, kommt zum Stillstand.
Die Fähigkeit der Menschen, ihr eigenes Saatgut zu vermehren, stirbt aus. Übrig bleibt die Abhängigkeit von großen Saatgutfirmen. Damit geben wir den Nukleus unseres Seins (die Ernährung) gefährlicherweise in die Hände weniger …

ICH HÄTTE GERNE EINE LANDSORTE
Warum die Lage so dramatisch ist, dass bei bestimmten Kulturpflanzen fast ausschließlich Hybridsorten am Markt sind, liegt auch in der EU-Sortenrichtlinie.
Saatgut kann in der Europäischen Union nur nach Durchlaufen eines amtlichen Zulassungsverfahrens für die Sorten und eines Anerkennungsverfahrens für die einzelnen Saatgutpartien in Verkehr gebracht, also vermarktet werden. Private Initiativen und Erhaltungsorganisationen, die Saatgut von alten oder seltenen Sorten austauschen und weitergeben, sind von dieser Regelung nur dann nicht betroffen, wenn die beteiligten Personen nicht gleichzeitig kommerzielle Saatgutanbieter sind und bestimmte, geringe Mengenobergrenzen nicht überschritten werden. Bislang gab es jedoch keine Möglichkeit, Saatgut von Lokalsorten oder regional angepassten Sorten in größeren Mengen am Markt verfügbar zu machen, ohne das reguläre Zulassungsverfahren zu durchlaufen – eine auch aus finanzieller Hinsicht unüberwindliche Hürde.
Voraussetzung für die Zulassung ist weiters, dass eine Sorte unterscheidbar, homogen und beständig ist. Lokalsorten oder regional angepasste Sorten kennzeichnet indes gerade, dass ihre Populationen eine sehr große genetische Breite und Vielfalt aufweisen.

Das macht es nun Vereinen oder Gärtnereien sehr schwierig, alte Landsorten zu vertreiben. Tun sie es trotzdem, dann sehen sie sich mit einer fast übermächtigen Saatgutlobby konfrontiert:
Mehr dazu ….
http://www.arche-noah.at/etomite/index.php?id=205

Dennoch haben sich in den letzten Jahren nimmermüde Gesellschaften der Sortenerhaltung verschrieben und vertreiben diese teilweise auch fleißig:
www.arche-noah.at
www.prospecierara.ch
www.nutzpflanzenvielfalt.de
www.reinsaat.co.at
www.dreschflegel-saatgut.de
www.bolster.nl
www.arcoiris.it

Aber auch der Tausch über den Gartenzaun funktioniert immer noch. Ich persönlich habe bei Pflanzen, die sich durch Ableger oder Wurzelteilung vermehrt werden können, immer wieder gut getauscht. Auch das ein oder andere Bittgesuch im Forum war schon gewinnbringend, denn Pflanzen lassen sich, eingeschlagen in ein feuchtes Tuch auch ganz gut mit der Post verschicken. So sind bei mir schon Topinambur und immerwährender Kohl heimisch geworden.

WEM WAR DAS JETZT NOCH NICHT UNAPPETITLICH GENUG?
Wer jetzt glaubt, dass Hybride keine schöne Sache sind, dem stelle ich hier noch die neueste Abartigkeit aus den Hexenküchen der Saatgutkonzerne vor.

Die Terminatortechnologie
»Terminator«-Pflanzen sind genetisch so konstruiert, daß sie sterile, nicht fortpflanzungsfähige Samen erzeugen. Durch das Einfügen einer Reihe von »Unterstützer«- und »Markierungs« -Genen und von Gen-Schaltern wird es möglich, die Fortpflanzungsfähigkeit der Samen auf molekularer Ebene dadurch an- und auszuschalten, daß man die Pflanze bestimmten Chemikalien aussetzt. Samenkörner können geerntet werden. Sie lassen sich aber nicht ohne die mehrmalige Behandlung mit bestimmten Chemikalien zur Aufzucht neuer Pflanzen verwenden.

Das geht nun über die Hybridtechnologie hinaus, bei der man Saatgut mit etwas Zeit wieder rückzüchten könnte.

»Terminator« ist die Antwort auf den Traum des Agribusiness, die Weltnahrungsmittelproduktion zu kontrollieren. Seine Vertreter brauchen nun nicht mehr für teures Geld Detektive anzuheuern, um auszuspionieren, ob Bauern patentiertes, gentechnisch verändertes Saatgut von Monsanto oder anderen Herstellern wiederverwenden. »Terminator«-Mais-, Soja- oder Baumwollsamen können genetisch so verändert werden, daß sie nach einer Ernteperiode »Selbstmord begehen«. Das würde Bauern automatisch davon abhalten, Samen einzubehalten und für die nächste Aussaat wiederzuverwenden. Die Technologie wäre das Mittel, um die Patentansprüche an gentechnisch verändertem Saatgut von Monsanto oder anderen durchzusetzen.

Die Trailortechnik
Das ist jetzt der Höhepunkt der Perversion. Die Pflanzen sind so genetisch verändert, dass sie erst dann KEIMEN, wenn man sie mit einem eigenen Mittel, das man natürlich bei den Saatgutmultis kaufen kann, bespritzt hat. Das heißt, man kauft zwar Saatgut, bringt es aus und es passiert nichts, bis man nicht Mittel X drübergespritzt hat.

Zum Weiterlesen
http://www.engdahl.oilgeopolitics.net/Auf_Deutsch/Monsanto/monsanto.html
http://gruppen.greenpeace.de/aachen/gentechnik.html

Wenn man nun von solchen Technologien liest, da wird mir schon klamm. In Zukunft werden wenige Menschen über die Ernährung sehr vieler bestimmen. Keine schöne Vorstellung!
Was meint ihr? Hier könnt ihr mitdiskutieren:
http://einfach-leben.freeky.at/read.php?13,15637

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