Mai
18
2009

Surftipp: Erklärung von Bern / Kinderarbeit für Schokolade

Nicht nur die aktuelle Ausgabe des Greenpeace Magazins befasst sich mit einem Thema, über das viele Konsumenten in den westlichen Industrieländern vermutlich wenig Gedanken machen, wenn sie ihre 60 Cent-Schokolade im Supermarkt kaufen – nämlich dem bitteren Beigeschmack, den solch niedrige Preise und die industrielle Massenproduktion für die Menschen in den Kakao-Produzentenländern haben.

Fast zehn Kilogramm Schokolade verspeist der Durchschnittsdeutsche jedes Jahr. Für diesen alltäglichen, selbstverständlichen Genuss schuften in der Elfenbeinküste Kindersklaven, oft gerade mal zehn Jahre alt, unter katastrophalen Bedingungen in Kakaoplantagen.

schoggihase_ausverkauft_endNein, auch in der Schweiz hat sich deshalb eine eigene Initiative gegründet, die sich aktiv dafür einsetzt, diese Zustände bei der Schokoladeherstellung bzw. Kakaoernte, vor allem die Kinderarbeit, nicht länger zu dulden – die Erklärung von Bern.

Obwohl die Schweiz als Schokoladenland gilt, ist bei uns kaum bekannt, dass in vielen Schokoladesorten Kinderarbeit steckt.
60 Prozent des weltweit gehandelten Kakaos kommt aus Westafrika. Kinderarbeit und Kindersklaverei ist auf den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste gängig und werden von den Schokoladeherstellern seit Jahren bewusst in Kauf genommen.

Die Schweizerischen Schokoladenkonzerne gehören zu den grössten der Welt. Sie haben die Möglichkeit, die ausbeuterische Kinderarbeit zu beenden.

Darum fordert die EvB
* die Ausbeutung von Kindern auf Kakaoplantagen zu verhindern.
* Kakaopreise zu zahlen, die den Bauern erlaubt, faire Löhne an erwachsene Beschäftigte zu zahlen.
* den Kakaobauern durch Abnahmegarantien eine finanzielle Sicherheit zu schaffen.

KonsumentInnen haben Macht. Machen Sie Druck. Fragen Sie mit der Postkarte der EvB die Hersteller ihrer Lieblings-Schoggi, ob in dieser Schokolade garantiert keine Kinderarbeit steckt. Verlangen Sie von den Konzernen, alles zu unternehmen, damit nie wieder Kinder für Schweizer Schoggi leiden müssen.

Die Aktivitäten meiner speziellen „Freunde“ von der Genbude Nestlé kommentiert die EvB folgendermaßen:

Nestlé blockt den Dialog ab. Die firmeneigene Website ist mit CSR- und anderen Berichten sehr grosszügig gestaltet, Informationen zum Kerngeschäft sind jedoch nicht zugänglich. Das soziale Engagement vor Ort wird facettenreich beschrieben, das Hauptproblem, nämlich die konkreten Arbeitsbedingungen, wird hingegen mit keinem Wort erwähnt. Es geht nicht an, dass die Konsumierenden mit solchen Ablenkungsmanövern abgespiesen werden.

Nestlé hat als weltweit zweitgrösster Akteur im Kakao-Buisness direkte Kontrolle über die Lieferkette. Der Konzern besitzt damit reichlich Möglichkeiten, dem Elend auf den Plantagen entgegen zu treten. Der Ursprung der Missstände liegt nicht einfach bei den Kakaobauern, sondern bei den Strukturen des internationalen Kakaohandels, welche von mächtigen Unternehmen wie Nestlé massgeblich beeinflusst werden. Nestlé könnte mit dem Preis, den sie für Kakao bezahlt, die Lebensbedingungen der Bauern nachhaltig verbessern. Daher sollte der Konzern über seine konkrete Preispolitik offen kommunizieren und die Konsumierenden nicht mit Feigenblatt-Projekten abspeisen.

(c) International Labour Rights Forum

(c) International Labour Rights Forum

Wie sehr Aufklärung im Konsumbereich dringend nötig ist, zeigte mir eine Erfahrung, die ich unlängst in einem Supermarkt hatte – dort reagierte die Kassiererin auf den Hinweis eines Freundes, der mit mir Gepa-Schokolade kaufte, dass in der „normalen“ Industrie-Schokolade ja Kinderarbeit stecke, mit der gleichgültigen Aussage, dass die Kinder dort auf diese Wiese wenigstens etwas verdienen. Solange diese bräsige, satte Ignoranz den Grundtenor in unserer Gesellschaft darstellt, wird sich sicherlich nichts ändern, behaupte ich mal so.

Fraglich bleibt für mich bei all diesen eindeutig löblichen Aktionen natürlich immer, ob es überhaupt möglich ist, in diesem System der Profitmaximierung und des „ewigen“ Wirtschaftswachstums für faire Bedingungen weltweit zu sorgen oder ob nicht vielmehr bei der Fortführung der kapitalistischen Produktionsweisen immer eine kleine Gruppe privilegierter Menschen (zu denen wir in Deutschland bzw. Europa fraglos gehören) auf Kosten des Großteils der Welt lebt. Mit dieser Frage setzte sich neulich auch Klaus-Werner Lobo in seiner jetzt!-Kolumne in der Süddeutschen Zeitung auseinander – Zum Beispiel Konsum – LOHAS werden die Welt nicht retten.

(…) Weil es erstens unmöglich ist, weltweit agierende Konzerne mit Tausenden Zulieferbetrieben so umfassend zu kontrollieren, dass man sie „freisprechen“ könnte. Zweitens hat jeder Multi, der seine Profite auf Basis der Unterschiede zwischen armen und reichen Ländern erwirtschaftet, ein systematisches Interesse daran, diese Unterschiede aufrecht zu erhalten: Das liegt nicht an „bösen“ oder unwilligen ManagerInnen, sondern an einem Wirtschaftssystem, das Ausbeutung ökonomisch belohnt und so zur Geschäftsgrundlage macht.

(…) Ein Beispiel für die Blauäugigkeit vieler Lohas ist auch das deutsche „Internetportal für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil“ Utopia. „Kaufe dir eine bessere Welt“, heißt es da, als ob es nicht im Gegenteil darum ginge, die Welt vor ihren Verkäufern zu retten. Weil man „nicht von Spenden oder anderen gemeinnützigen Zuwendungen abhängig sein“ will, finanziert sich Utopia „durch das private Engagement der Gründer und erste Kooperationen“. Darunter auch Konzerne wie OTTO und Henkel. OTTO stand 2006 im „Schwarzbuch Markenfirmen“ noch für „Ausbeutung, sexuelle Belästigungen und andere Missstände in Zulieferbetrieben“, die Kampagne für Saubere Kleidung vermutet, dass China, die Türkei und Indien die Hauptlieferländer für Textilien sind. Überall dort sind desaströse Arbeitsbedingungen die Regel. Im Dezember 2006 wurde einem OTTO-Lieferanten sogar Kinderarbeit vorgeworfen. Immer mehr Utopia-User beklagen sich übrigens, dass ihr Account wegen kritischer Bemerkungen gelöscht worden sei.

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22 Kommentare »

  • “…dort reagierte die Kassiererin auf den Hinweis eines Freundes, der mit mir Gepa-Schokolade kaufte, dass in der „normalen“ Industrie-Schokolade ja Kinderarbeit stecke, mit der gleichgültigen Aussage, dass die Kinder dort auf diese Wiese wenigstens etwas verdienen.”

    Anscheinend haben die Leute einfach die Vorstellung, die Kinder gehen brav um neun zur Arbeit, machen irgendwann ‘ne Stunde Mittagspause, haben um fünf Feierabend und bekommen dafür so viel Kohle, dass ihre Familie nie wieder hungern muss. Klar ist da nicht so viel, wie man bei uns an Lohn erhält, aber hey – das sind ja auch Entwicklungsländer, das kann man nicht vergleichen, für die primitiven Menschen da ist das doch ein kleines Vermögen, und bestimmt bekommen die lieben Kleinen jedes Wochenende eine Tafel Schokolade als Bonus.
    Siehe auch Kaffeewerbung, in der glückliche schwarze Frauen vor umwerfender Naturkulisse Kaffee ernten und dann mit seeligem Gesicht in den Bohnen herumrühren!

    Und falls -falls- man von diesem Irrglauben mal befreit wird, dann verdrängt man eben. Kenne ich von mir selbst nur zu gut.

    Comment | 18. Mai 2009
  • m.ro

    “Fraglich bleibt für mich bei all diesen eindeutig löblichen Aktionen natürlich immer, ob es überhaupt möglich ist, in diesem System der Profitmaximierung und des „ewigen“ Wirtschaftswachstums für faire Bedingungen weltweit zu sorgen oder ob nicht vielmehr bei der Fortführung der kapitalistischen Produktionsweisen immer eine kleine Gruppe privilegierter Menschen (zu denen wir in Deutschland bzw. Europa fraglos gehören) auf Kosten des Großteils der Welt lebt.”

    Ja Peter, eine gute Frage. Mit dieser beschäftigen sich viele Menschen. So z.B. auch Eric Hobsbawm in einem aktuellen, wie ich finde sehr spannendem Interview:
    http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/maerkte/:Eric-Hobsbawm-Es-Blut-Blut/700669.html

    Stern: “Unverantwortliche Banker”, sagt die Kanzlerin, “hemmungslose Gier”, erklärt der Bundespräsident, hätten die Grundlagen des Gemeinwesens verzockt. Mich erinnert das an mittelalterliche Deutungsversuche. Gab es früher eine Dürre, hieß es: Wir haben gesündigt, Gott straft uns dafür. Und nun soll wieder eine Todsünde, Gier, schuldig am Schlamassel sein – der strafende Gott ist nun der strafende Markt!
    Eric Hobsbawm (EH): Die Politiker müssen so reden, sie können ja wohl schlecht zugeben, dass nicht der einzelne Mensch, sondern das System an sich falsch ist. Der Markt ist nicht moralisch. Die reine Marktwirtschaft ist auf Habgier aufgebaut – und auf sonst gar nichts, das ist das System.

    Stern: Vielleicht ist es einfach so: Der Mensch ist habgierig – fertig, aus, Nikolaus.
    EH: Nein. Nein. Auch Karl Marx hat ja nie gegen gierige Kapitalisten argumentiert, er war gegen ein System, das notwendigerweise Habgier schafft. Der Mensch, mein fester Glaube, kann anders sein. Aber im Kapitalismus sucht jeder seinen Vorteil, jeder ist dazu verdammt, sonst geht er unter.

    Stern: Die Banker, sagen Sie, haben also nichts übertrieben?
    EH: Sie haben sich absolut systemimmanent verhalten. Profit. Gewinn. Maximales Wirtschaftswachstum. Die marktradikalen Theorien sind ja wunderbar – wenn man von der Wirklichkeit absieht. Man konstruiert sich ein System, nennt es Freiheit, und in der Theorie funktioniert es: Jedermann, jeder Mensch, jede Firma sucht für sich den Vorteil, den rational kalkulierbaren Vorteil, und der Markt, jenseits des menschlichen Urteils, regelt alles zum Guten. Eine primitive Ideologie. Das Wissen von Leuten jedoch, die den Kapitalismus analysiert und verstanden hatten, wurde dagegen verspottet und vergessen: Leute wie Marx und Schumpeter wussten, dass der Kapitalismus etwas Instabiles ist, dass er sich entwickelt und revolutionär voranschreitet, aber auch zwangsläufig zusammenbricht, dass er stets anfällig ist für Krisen von unterschiedlicher Dauer und bisweilen großer Heftigkeit.

    Stern: Und nun rufen selbst die ungestümsten Freunde der Marktwirtschaft nach dem Staat.
    EH: Ja, das ist doch eine nette Ironie der Geschichte.

    Stern: Und Sie freuen sich, recht zu haben.
    Eh: Ich empfinde eine gewisse Schadenfreude, ja.

    Stern: Ähnlich empfand Karl Marx 1857 in einer Krise, er amüsierte sich: “Dass die Kapitalisten nun überall von den Regierungen öffentliche Unterstützung verlangen, ist schön.”
    EH: Ja, und sie glauben auch nun, dass nach einer kurzen Zeit des staatlichen Eingriffes alles wieder zum Alten zurückkehren werde. Aber das wird nicht passieren.

    Stern: Warum denn nicht?
    EH: Es ist ganz einfach: Entweder hören wir mit der Ideologie des grenzenlosen Wachstums auf, oder es passiert eine schreckliche Katastrophe. Entweder wandelt sich die Gesellschaft, scheitert aber dieser Versuch, dann kommt die Finsternis. Heute geht es um das Überleben der Menschheit.

    Comment | 18. Mai 2009
  • Zufall oder Schicksal, dass ich gerade – während ich das gelesen habe – eine Tafel Schokolade(Milka) esse.^^

    Produziert Milka auch so “menschlich”?

    Comment | 18. Mai 2009
  • Ja, Milka wird unter den selben (unmenschlichen) Bedingungen hergestellt wie alle billige industrielle Schokolade großer Konzerne. Da schmeckt’s zumindest mir gleich nicht mehr. Außerdem sollte man Milka generell meiden, da diese Marke zu Kraft Foods gehört und selbige wiederum zu 100% zu Phillip Morris, einem der ganz großen verbrecherischen Konzerne – und wer will schon seine Lebensmittel von einem Tabakkonzern kaufen??

    Comment | 18. Mai 2009
  • Ein Raucher, Schnupfer oder Kautabakabhängiger^^

    Comment | 18. Mai 2009
  • Phillip Morris gehört aber zu den besonders schlimmen Firmen, die sollte man nicht noch unterstützen. So gut schmeckt Milka ja auch gar nicht, da gibt es viel Besseres (und sei es nur Ritter Sport; die zahlen, soweit ich weiß, ihren Arbeitern in Südamerika wenigstens halbwegs anständiges Geld bzw. haben sie dort eigene Plantagen). ich empfehle ja die Gepa Fairtrade Bio-Vollmilch-Schokolade immer wieder gerne. :-)

    Comment | 18. Mai 2009
  • Darf man der Schokolade im EineWelt-Laden trauen? ;)

    Comment | 18. Mai 2009
  • Vermutlich schon. :-) Ich finde ja, man fährt schon mal gut, wenn man möglichst wenig bis gar keine Produkte großer Konzerne/Marken kauft – zudem unterstützt man dann nicht deren Geschäftsgebaren und die immer weiter zunehmende Marktmachtkonzentration.

    Comment | 18. Mai 2009
  • @ m.ro – danke für das Interview, ja, das klingt gut und durchaus zutreffend. Hobsbawms Worte zum Wirtschaftswachstum kann ich nur unterstreichen, der Mann hat vollkommen Recht. Nur leider sehen dass viele Menschen, vor allem die Entscheider in den wichtigen Positionen, wohl anders…

    Wobei ich ja übrigens auch der Lösung “mehr Staat”, die vielerorts jetzt als Allheilmittel angepriesen wird (Die Linke etc.) eher skeptisch gegenüberstehe.

    Comment | 18. Mai 2009
  • @ kunstseidenes – ja, ich fürchte auch, dass die meisten Menschen sich keine Gedanken drüber machen, unter welchen Bedingungen etwas hergestellt wird bzw. welche Umweltsauereien da oft auch begangen werden. Entweder WISSEN es die Leute echt nicht oder, wie Du schreibst, sie verdrängen es erfolgreich. Generell geht uns das wohl allen so, sonst könnte man vor Schuldgefühlen gar nichts mehr kaufen/essen/benutzen…

    Comment | 19. Mai 2009
  • Idealistin

    Hallo Peter,

    ich würde ja gerne die großen Konzerne meiden…. Das Problem dabei ist: Wer blickt da überhaupt noch durch? Markenfirmen produzieren auch Handelsmarken, Alternativmarken (Aldi Handelsmarken-Welche Marke steckt dahinter?) , um sich im Niedrigpreissektor oder im gehobenen Preisklassen Marktanteile zu sichern.
    Das Probelm bei Schokolade, besteht darin, dass eben der überwiegende Anteil der Kakaobohnen und die daraus entstehenden Produkte unter diesen Bedingungen geerntet werden. Zwar esse ich fast ausschließlich Ritterschokolade-mehr als der Durchschnittsdeutsche :-( , aber auch Alfred R. muss seinen Kakao irgendwo beziehen…. Boykott, so denke ich, fügt den Kindersklaven und ihren Familien großen Schaden zu. Unsere Firmen denken gar nicht daran, mehr zu bezahlen- ganz im Gegenteil.

    Also, stellt sich für mich die entscheidende Frage wo kann man ansetzen und wer und wie? Letztendlich möchte man ja helfen, und nicht die Arbeiter um ihre Arbeit bringen, indem man durch Kaufverweigerung die Umsätze einbrechen lässt und in diesen Ländern die so lebensnotwendigen Arbeitsplätze zerstört. Was in reichen Ländern durch Boykott machbar wäre, da unsere Sozialsysteme Arbeitslose “auffangen”, kann in den ärmsten Regionen dieser Welt ein Todesurteil für die Arbeitnehmer und deren Familienmitglieder (durch verhungern)bedeuten…
    Allerdings der in Deinem Beitrag erwähnte Kommentar der Kassierin zeigt mal wieder wie gleichgültig und ahnungslos viele in der Bevölkerung sind… [Bin ich auch, aber hoffentlich nicht so blöd :-) ]
    Selbst die angeblich gebildenten Menschen bilden da oftmals keine Ausnahme! Hierzulande hat sich eine Selbstsucht entwickelt die ich persönlich schon als pervers einstufe. Wie können viele Menschen von einer besseren Welt träumen, wenn nicht jeder Einzelne bereit ist, etwas dafür zu tun?

    Let´s go!

    Comment | 19. Mai 2009
  • Du hast natürlich schon Recht, was den Boykott etc. angeht – allerdings heißt das dann irgendwie auch, dass man gar nichts machen kann und alles so weiterläuft? Irgendwas muss man daran ja ändern. Ich boykottiere (ignoriere) seit längerem die großen Industriemarken und kaufe meine Schokolade halt Bio & Fairtrade (schmeckt einfach auch besser) – so haben diejenigen, die den Kakao ernten, mehr davon, und ich unterstütze keine Ausbeutung und auch keine zunehmende Marktmacht, die nur wieder zu Lasten der Verbraucher etc. geht. DAS kann im Prinzip jeder machen. Keiner wird gezwungen, Milka oder Nestlé-Erzeugnisse zu kaufen… (die höheren Preise sind natürlich ein Problem, aber zuviel Schokolade ist eh ungesund ;-)

    Comment | 19. Mai 2009
  • arne

    ich glaube nicht, dass man über boykotz etwas großartig wirdverändern können, es gibt eben probleme die haben größtenteils politische ursachen, dass da kein land in sicht ist, ist allerdings deprimierend..

    zu ritter schokolade… im aktuellen greenpeace magazin gibt es da ein interview mit dem geschäftsführer von der marke, keine ahnung ob das schon im netz ist.

    Comment | 19. Mai 2009
  • Ich denke, dass es aber auf jeden Fall wichtig ist, so wenig Geld wie möglich den Firmen zu geben, die besonders am Ausbeutungsrad drehen. Wieso sollte ich mein sauer verdientes Geld solch einer Firma wie Nestlé oder Kraft/Phillip Morris geben (oder gar Aldi/Lidl), von denen ich weiß, dass es nur dazu verwendet wird, die jeweiligen Imperien noch weiter auszubauen? Nee nee, ohne mich. Verändern muss sich natürlich auch (vor allem?) politisch was, aber eben auch im Verhalten und Denken der einzelnen Leute.

    ich glaube, die Artikel der aktuellen Ausgaben des Greenpeace Magazins kommen immer erst vollständig ins Netz, wenn das jeweils folgende Heft erschienen ist.

    Comment | 19. Mai 2009
  • Bei LIDL/KiK/ALDI ist es auch schwer, weil man natürlich will, dass die Kassierer(meist -Innen) bessere Bedingungen kriegen, die Kassiererinnen sind aber gleichzeitig auf das Geld angewiesen, und verdienen so immernoch mehr als mit Hartz4. Nur dass Eben das Geld, das man im Falle des Nicht-Boykotts zahlt, um den Kassiererinnen den Lebensunterhalt zu sichern, zwar diesen Geld einbringt, aber das meiste immer noch in die Taschen derer, die es gar nicht brauchen fließen. Das ist eigentlich ein kleines Dilemma…

    Comment | 19. Mai 2009
  • PS: In Sachen Schokolade muss ich auch sagen, dass man die Familien ja auch nicht arm macht, indem man keine Milka-Schokolade mehr kauft, wenn man stattdessen einfach auf den Eine-Welt-Laden umsteigt. Denkt ihr, na toll, aber für diese FairTrade-Schokolade arbeiten ja nicht die gleichen, wie für Milka und Co. Wenn aber (was leider unwahrscheinlich ist) jeder auf FairTrade umsteigen würde, würden eben die Bauern/Kinder von den Ausbeutern (die vielleicht auch gar nicht freiwillig Kakao ernten) den steigenden Bedarf bei FairTrade füllen. Außerdem würden dann auch Läden wie LIDL oder ALDI FairTrade verkaufen, weil es beliebter ist.

    Comment | 19. Mai 2009
  • @ Punksympathisant – tatsächlich ist das mit den Discounter-Angestellten ein gewisses Dilemma. Allerdings sollte man dazu auch wissen, dass die Discounter de facto keine Arbeitsplätze geschaffen haben, sondern in der Summe sogar Arbeitsplätze im Einzelhandel dadurch vernichtet wurden, dass diese Art der Geschäfte (wenig Angestellte für viel Ladenfläche) sich ausgebreitet hat. In den USA ist es so, dass für jeden Arbeitsplatz, der bei WalMart entsteht, 1.5 besser bezahlte kaputt gehen. Deshalb unterstützt man bei Lidl/Aldi letztlich nur den Sozial- und Arbeitsplatzabbau insgesamt und hilft niemandem damit (außer den Herren Albrecht und Schwarz und ihrem üppigen Bankkonto…), denn wenn es die Discounter nicht mehr gäbe, würden die Menschen ja trotzdem nach wie vor einkaufen gehen, nur dann eben bei anderen Geschäften.

    Comment | 20. Mai 2009
  • Idealistin

    @Punktsymphatisant,

    nur ganz kurz zu der Ansicht über Lidl und Aldi…..

    Es ist keineswegs so, dass die Kassierinnen/Verkäuferinnen zwingend über dem Hartz IV Satz liegen! Ich arbeite bei einem von beiden und kann nur sagen, bei 60/80 Stunden- Vertägen (ist die Regel) verdient man je nach Familienstand nicht genug, um sein Leben zu finanzieren. Demenstprechend muss ich widersprechen: Es gibt nicht wenige die bei den “Vorzeige-Discountern” arbeiten und sehrwohl auf staatliche Hilfen angewiesen sind…und sei es auch nur Wohngeld! Ansonsten hat Peter Recht mit seiner Antwort.
    Siehe Lidl-Schwarzbuch (Verdi-Blog-Erfahrungsberichte)

    Comment | 20. Mai 2009
  • Warum arbeitest du dann überhaupt bei einem der Discounter wenn du das auch nicht toll findest, und es dir mit Hartz-IV besser ginge?

    Oder du gehst zur Konkurrenz ;)

    Comment | 20. Mai 2009
  • Idealistin

    @ Punktsymphatiant,

    hast Du schon mal versucht einen neuen Arbeitsplatz zu suchen- wenn Du fast 50 bist? wie ich Deinen Jargon in manchen Kommentaren entnehme- bist Du jünger. Zudem ist man, wenn man auf HartzIV angewiesen ist (was ich nicht bin!) der letzte A…. ohne jegliche Privatsphäre. Dir wird alles genommen, sogar das letzte bißchen Menschenwürde! Ausserdem ist es so, das Aufgrund der Preiskriege und Überkapazitäten am Markt, mittlerweile fast jedes größere Einzelhandelsunternehmen, fleißig von den Discountern abgekupfert hat- leider natürlich nur die negativen Seiten für die Angestellten -zugunsten des Profits- bei manchen des “Überlebenskampfes” halber. Ich habe mich schon in Unternehmen beworben die mir 5€ die Stunde angeboten haben?! Das ist ein Lohn- Niveau das 15 jährige Schüler im Fereinjob schon übersteigen! Es wird allerhöchste Zeit für einen flächendeckenden Mindestlohn. In diesen Punkt, kann man Aldi und Lidl nichts vorwerfen- die Bezahlung stimmt (relativ im Vergleich) aber alles andere….

    Comment | 23. Mai 2009
  • KaNoGo

    Ich habe eure Beiträge nun sehr interessiert verfolgt und ich muss sagen, seit ich mich intensiv mit dem Thema Kinderarbeit und Schokolade auseinander gesetzt habe, kommt bei mir nur noch die Schokolade “Mascao” ins Haus.
    Zu erst einmal ist sie von EZA und somit Fair gehandelt, zum anderen ist sie qualitativ um Welten besser als jede Milka, die es zu kaufen gibt.
    Für Qualität zahle ich aber auch gerne einen höheren Preis.
    Bei vielen Schokoladeprodukten wird nämlich Soja-Lecitin zur Bindung der Schokoladebestandteile verwendet, wobei bei der “Mascao” noch gute 48 Stunden conchiert wird, damit der zarte Schmelz entsteht.
    Mascao gibt es in den verschiedensten Sorten und enthält statt “normalem” Zucker, Vollrohrzucker.

    Auf die Frage, wie man sicher sein kann, dass eine Schokolade keine Kinderarbeit enthält, ist die Antwort: Aufs Fairtrade Siegel achten.

    Comment | 14. Februar 2011
  • Hallo,
    nachdem ich die Doku “Schmutzige Schokolade” vor einigen Monaten im TV gesehen habe, habe ich viel recherchiert und eine Website zum Thema “Fairer Konsum” ins Leben gerufen (befindet sich aber noch im Aufbau). Hier findet ihr Auszüge aus dem Greenpeace-Interview mit Ritter Sport:

    https://sites.google.com/site/fairbrauchen/fairer-konsum/links

    Ich selbst kaufe mittlerweile nur noch fair gehandelte Schokolade. Schwieriger finde ich es aber, den fairen Handel in Bezug auf Kleidung zu unterstützen, da ich im Weltladen nur T-Shirts und zwei Pullis zur Auswahl gefunden habe. Auch vielen Lebensmitteln, die ich vorher ganz selbstverständlich gekauft habe, stehe ich skeptisch gegenüber, seit ich weiß, dass sie sehr wahrscheinlich mit Hilfe von Kinderarbeit produziert wurden (z.B. Gewürze, Kokosprodukte, viele Reis- und Bohnensorten, alles, was Rohrzucker, Soja, Sonnenblumenbestandteile, Guarkernmehl, etc. enthält (sprich viiiiiele Bio-Produkte)). Ich schreibe auch viele Firmen an, um zu zeigen, dass mir als Verbraucher fairer Handel wichtig ist. Das ist meiner Meinung nach ein wichtiges Feedback an die Firmen. Je mehr Konsumenten kritisch nachfragen, um so mehr wird die Bereitschaft der Unternehmer steigen, zumindest teilweise auf fair gehandelte Produkte umzusatteln (das hoffe ich zumindest!).

    Comment | 5. Januar 2012

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