Mrz
23
2011

Die Auswirkungen des Billigwahns auf die Lebensmittelqualität

Kennt Ihr das auch? Irgendwie schmecken Obst und Gemüse nicht mehr so intensiv und natürlich wie dies noch vor, sagen wir mal, 10 Jahren der Fall war. Selbst Bioware hat nicht selten nur einen recht faden Geschmack, und falls man dann doch mal auf Weintrauben oder Paprika stößt, die die Geschmacksknospen zum Jubilieren bringen, ist das eher eine Ausnahme als die Regel. Lange Zeit dachte ich, dass ich vielleicht nur besonders nostalgisch veranlagt bin oder im Laufe der Zeit das Geschmacksempfinden einfach nachlässt. Aber nachdem ich mittlerweile mehrere Menschen in meinem Bekanntenkreis habe, die meine Beobachtung bestätigen, scheint doch etwas dran zu sein.

Der Verdacht, dass der Billigwahn auf dem deutschen Markt nicht nur die Preise, sondern auch die Qualität abgesenkt hat, ist so besonders abwegig nicht, sondern sollte jedem, der kurz mal zum Nachdenken innehält, klar sein. Auch die WDR-Sendung markt berichtete unlängst über die Entwicklung der Lebensmittelpreise in Deutschland (u.a. auch vor dem Hintergrund des Booms der „Bio“kraftstoffe, über die vorgestern schon berichtete). Der Beitrag „Lebensmittel: Galoppierende Preise“ ist eigentlich nur mittelspannend, enthält aber vor allem ein sehr bemerkenswertes Zitat:

(…) Und das hat am Ende auch Auswirkungen auf die Qualität, insbesondere bei importierten Lebensmitteln, wie Professor Horst erklärt: „Wir werden manchmal von ausländischen Unternehmen angesprochen auf die Preissituation im deutschen Markt. Und da wird uns gesagt: Wir liefern nicht mehr nach Deutschland, wir kriegen unsere Preise nicht. Aus Italien waren es die Tomaten. Da wurde mir gesagt: Die erste Qualität liefern wir nicht nach Deutschland, die zweite auch nicht, aber die dritte.“ (…)

Anders formuliert: in seinem Wahn, immer für alles möglichst wenig auszugeben, zerstört sich der deutsche Vebraucher die Basis gesunder und schmackhafter Ernährung. Wir dürfen uns also bei Aldi, Lidl & Co. dafür bedanken, dass der durch sie ausgelöste Preiskrieg, in den die anderen Supermarktketten genauso eingestiegen sind, das Niveau der Nahrung auf breiter Front absenkt! Ähnliches hatte auch schon mal Franz Kotteder in seinem Buch „Die Billig-Lüge – die Tricks und Machenschaften der Discounter“ angemerkt – ein Grund, weshalb Discounterware bei Tests nicht selten ganz ordentlich abschneidet, sei, dass die Qualität generell nach unten gegangen sei und somit der Vergleichsrahmen bei den Tests auch tiefer gehängt wurde. Eine negative Entwicklung, die natürlich dadurch noch befeuert wird, dass die Einkommensschere in diesem Land weiter auseinanderdriftet und somit immer mehr Leute mit immer weniger Geld auskommen müssen…


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22 Kommentare »

  • Wasabi

    Das Gemüse aus dem Garten schmeckt ehrlich gesagt nicht wirklich intensiver als vom Discounter.

    Comment | 23. März 2011
  • Du meinst, Paprika und Tomaten aus dem Garten? Es ging ja vor allem um die Importwaren. Da ich seit Jahren nicht mehr beim Discounter war und auch kein Gemüse oder Obst in solchen Läden kaufen würde, kann ich das aktuell nicht mehr vergleichen, ich erinnere mich aber noch an widerliche Clementinen und komplett geschmacksneutrale Erdbeeren von Aldi…

    Comment | 23. März 2011
  • m.ro

    @wasabi: Deine Aussage ist irgendwie nichtssagend. Eigener Garten? Wie gezogen und gepflegt? Warum Du keine Unterschiede schmeckst, kann auch durchaus bei Dir liegen? Raucher? Alkoholiker (= mind. ein Bier am Tag)?

    Ich behaupte einfach mal das Gegenteil: aus dem eigenen Garten schmeckt es vielfach intensiver als gekauftes Obst und Gemüse! Und jetzt? Kann auch keiner was gegen sagen. Und meine ich trotzdem so.

    Der Typ im Video, im Hintergrund steht auch noch Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie, sieht mehr tot als lebendig aus. :-)

    Comment | 23. März 2011
  • Ein Aspekt ist auch der, dass wir durch „überoptimierte Speisen“ unseren Geschmack ruinieren … Eine Asia-Pfanne ohne Glutamat schmeckt nach einer Weile irgendwie „falsch“ … Wer nur Obst und Gemüse aus eigenem Anbau isst, nimmt deutlich mehr Nuancen wahr als jemand, der seine Speisen immer nur kauft.
    Wenn ich an die Erdbeeren denke, die wir früher (auf dem Land) selbst geerntet haben, und jene, die ich heute (als Großstädter) im Laden kaufe, stelle ich fest: Gekaufte Erdbeeren schmecken entweder richtig erdbeerig gut oder erstaunlich fade. Der Zwischenbereich mit all seinen Nuancen, den die eigene Ernte brachte, scheint zu fehlen. Und da sich die Erinnerung immer an Extremen orientiert (also in dem Fall an den wirklich leckeren, die es irgendwann mal im Discounter gab), scheinen auch die anderen langweiliger zu schmecken – selbst die, die uns früher gut geschmeckt haben. Da es im Gegensatz zum eigenen Garten in einem Discounter Erdbeeren aus aller Herren Länder gibt, ist dort die geschmackliche Vielfalt insgesamt viel größer bzw. das Geschmacksspektrum (über die Monate gesehen) breiter, was die Chance/Gefahr erhöht, an solche Extreme zu geraten, die die eigene Wahrnehmung verschieben.
    Das nur als persönliche Beobachtung / Erfahrung in Ergänzung zum oben gesagten (das leider auch noch stimmt, deshalb kauf ich keine Erdbeeren mehr ;-) .

    Comment | 23. März 2011
  • @m.ro: Man darf auch nicht vergessen, dass da Gemüse aus dem eigenen Garten normalerweise im Sommer angebaut wird und nicht erst im Container/Lager reift. Ich habe mal gehört, dass man bei Dosentomaten besseren Geschmack auch im Winter bekommt, weil sie zur normalen Erntezeit verarbeitet werden und nicht erst ganz Europa auf dem Weg zum Supermarkt durchqueren mussten.

    Problematisch in dem Zusammenhang ist natürlich auch der Verbraucher selbst, bzw. seine mangelnde Bereitschaft, Geld für Nahrungsmittel auszugeben. Darüber hinaus findet meiner Ansicht nach auch eine gewisse Gewöhnung der Menschen an intensiven und vollen Geschmack durch Fertigprodukte statt. Als Beispiele seien hier Erdbeeraroma aus Schimmelpilzen, Zucker und Glutamat genannt. Wer viel Fertigprodukte konsumiert, gewöhnt sich dementsprechend natürlich auch einen einen gewissen, standadisierten Industriegeschmack, welcher dann wirklich nur noch durch Aromastoffe oder Lebenmittel, welche von Natur aus einen sehr intensiven Geschmack haben, geprägt wird.

    Grüße, Fabian

    Comment | 23. März 2011
  • Wasabi

    @m.ro:
    Eigener Garten, Zucchini,Tomaten und Karotten aus dem Hochbeet.
    Nichtraucher,Alkohol nur sporadisch.

    Der Vorteil an Gartengemüse ist die Größe.
    Zucchinis werden wesentlich größer als ich dachte, mit unseren Gartenzucchinis könnte man jemanden den Schädel einschlagen und sie verlieren auch mit zunehmender Größe kaum an Geschmack.
    Wir haben nun zwei sehr subjektive und sich gegeneinander überstehende Beobachtungen. Vielleicht irre ich mich auch und das Gemüse wird dieses Jahr ein wahrer Hochgenuss.

    Ich denke wirklich Klarheit kann nur ein direkter Vergleich schaffen.

    Bei Früchten aus dem (Garten o. wild wachsend) habe ich eher das Gefühl mehr schmecken zu können, das liegt wohl unteranderen daran,dass die Früchte genau dann wachsen und reifen wenn sie es auch wirklich sollen.

    @Peter: Respekt. Ich könnte nicht auf den Discounter verzichten. Wenn ich fragen darf: Wie häufig gehst du Einkaufen und welche Lebensmittel verzehrst du hauptsächlich?

    Comment | 24. März 2011
  • @ Wasabi: Jeder (der nicht am Existenzminimum leben muss) kann auf Discounter verzichten ;-) Ich gehe alle 2-3 Tage einkaufen, 2 Mal die Woche auf dem Wochenmarkt (dort kaufe ich all mein Gemüse & Obst, auch Milch, Käse und Brot), hin und wieder im Bioladen und sporadisch im Edeka um die Ecke. Discounter habe ich seit Jahren nicht mehr betreten, inbesondere seitdem mir klar geworden ist, was für ein Geschäftsmodell man da mit seinem Geld unterstützt und welch fatale Auswirkungen das auf die Gesellschaft und die Umwelt hat. Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Und so viel teurer sind die Sachen, die ich anderweitig kaufe, auch für mich dann auch wieder nicht (vielleicht in %, aber nicht in der absoluten Endsumme).
    Siehe:
    http://konsumpf.de/?p=2353
    http://konsumpf.de/?p=2766

    Comment | 24. März 2011
  • Wasabi

    Auf Discounter verzichten stell ich mir bei unseren Lage extrem knifflig vor.
    Bioläden sind von hier aus nicht mit dem Auto erreichbar und Einkäufe für drei Personen lassen sich schlecht in der Straßenbahn mitnehmen. Zudem ist die An-und Rückfahrt recht lange.
    Wochenmärkte sind von 7-13 uhr, also kommen also nicht in Frage.
    Bliebe nur Gemüse per Versand.
    Zudem sind viele Lebensmittel einfach mal um ein vielfaches teurer(Hafer mehr als das 3fache).

    Ich mach mir noch einmal Gedanken,aber es scheint mir doch extrem knifflig und aufwendig zu sein.

    Comment | 24. März 2011
  • Es gibt ja auch noch “normale” Supermärkte, die wenigstens etwas weniger schlimm sind. Denn mit dem Einkauf beim Discounter fördert man, wie gesagt, die schlechtestmögliche Variante, sich zu versorgen. Mittel- und langfristig sind die Folgen verheerend, von der zurückgehenden Lebensmittelqualität über die Zerstörung der Umwelt bis hin zu der Ausbeutung von Mitarbeitern und Zulieferern hierzulande und anderswo. Ich empfehle da auch die Lektüre des Buches “Die Billig-Lüge” von F. Kotteder, neben meinen erwähnten Artikeln (und den Dutzenden anderen hier im Blog).

    “Bioläden sind von hier aus nicht mit dem Auto erreichbar ”

    Äh, wie weit sind die Läden denn entfernt? Bzw. welches Auto schafft denn die Strecken nicht?

    “Wochenmärkte sind von 7-13 uhr, also kommen also nicht in Frage.”

    Hm, wie wär’s jemanden (Bekannten) zu fragen, der um die Zeit einkaufen gehen kann? Ich hab’s als Selbstständiger da natürlich gut, ich kann mir meine Zeit frei einteilen. :-) Den Einkauf auf dem Markt kann ich jedenfalls nur empfehlen und ziehe ihn jedem Einkauf bei irgendeine Supermarkt vor (vom Discounter mal ganz zu schweigen).

    “Zudem sind viele Lebensmittel einfach mal um ein vielfaches teurer(Hafer mehr als das 3fache).”

    Die Frage ist halt, wieviel das dann aber tatsächlich in € ausmacht. Wenn etwas doppelt so teuer ist, für das ich 2 oder 3 € im Monat ausgebe, ist das ja keine so gewaltige Summe. Klar läppert sich sowas auch, dennoch muss man sich dann immer fragen, was einem bessere Ernährung und Nachhaltigkeit wert ist. Da ich aus Prinzip nichts kaufen möchte, das von den großen Konzernen oder Ketten stammt, sind ein paar Euro mehr dann für mich auch kein Argument, nur um zu sparen etwas zu erwerben, das ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann und von dem ich weiß, dass ich negative Entwicklungen noch durch mein Geld belohne.

    Comment | 24. März 2011
  • Doch, doch, das stimmt- ich bekomme die ökokiste(Biogemüse und Obst “Abo”), man merkt den Geschmacksunterschied definitiv, ich habe vor kurzem sogar eine Vergleich gemacht(Gurke/Tomaten Supermarkt und aus der Kiste).
    Doch, da ist ein Unterschied, ein ziemlich großer sogar.

    Was das Gemüse aus dem Garten anbetrifft, das hängt ja auch von vielen Faktoren ab, die Erde, die Züchtung, Dünger, Sonne usw.

    Ich wiederhole mich ungern ;-) aber, die Bio-Gemüse Kiste kostet für 2Personen 12 Eu in der Woche, es ist reichlich drin.Man muss auch nicht jede Woche eine Lieferung bekommen(ich habe auch nicht viel Geld).

    http://www.oekokiste.de/

    In England hat man doch vor einiger Zeit festgestellt, dass Kinder den Geschmack von frischen Kräutern, Tomaten usw. überhaupt nicht mehr kennen, weil sie nur noch diesen Fertigfrass zu sich nehmen. Diese Feritgprodukte sind z.B. für mich persönlich so überwürzt, salzig oder verzuckert, ich esse so etwas überhaupt nicht mehr.
    Liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich nicht im Kapitalismus aufgewachsen bin, und lernte solche Produkte erst mit 14 jahren kennen.
    Da war nix mehr zu machen – für die Konsumgesellschaft verloren. ;-)

    @Wasabi, sonst Fahrrad-anhänger anschaffen und auf den Wochenmarkt, wenn man kurz vom Schluss kommt gibt es vieles günstiger.:-)Und, Du wirst staunen, so viel teuer ist das alles nicht, das wird einen eingeredet.Seitdem ich mein Bio-Gemüse habe, bin ich fitter, bessere haut, klare kopf(na ja, meistens… ;-) ), Du wirst auch Deiner Gesundheit was gutes tun und der Umwelt auch.

    Peter, das könnte Dich vielleicht interessieren:The Hidden Story of Big Sugar
    http://www.macrobiotics.co.uk/sugar.htm

    Comment | 24. März 2011
  • Ich muss sagen, mir haben die Sachen aus dem Garten auch schon immer besser geschmeckt, als die von einem Discounter (die ich auch weitestgehend versuche zu meiden, weil ich deren Machenschaften als moralisch nicht mehr vertretbar empfinde).

    Am liebsten hätte ich einen kleinen Garten, in dem ich selbst etwas anbauen könnte, jedoch habe ich um mich herum nur Häuser und die Schrebergärten sind zum einen recht weit weg und zum anderen darf man in den meisten Verordnungen nur noch Rasen anpflanzen, anstatt, wie früher eigentlich gedacht, Obst und Gemüse.

    Da ich nichtmal einen Balkon habe, werde ich dieses Jahr ein Experiment wagen und zwar werde ich auf meinen Fensterbänken Gemüse in Kästen anpflanzen.
    Bin schon gespannt wie das wird – wobei ich mir denken kann, dass es aus dem Garten immer noch ein Stück besser schmecken wird.

    Comment | 26. März 2011
  • m.ro

    Zum Kostenargument hatte ich auch schon mal in einem anderen Beitrag was geschrieben. Meist sind das die gleichen Leute, die eh keinen Überblick und deswegen auch wenig Verständnis für Zusammenhänge haben. Es ist definitiv günstiger (in EURO) auf dem Markt Biolebensmittel zu kaufen als im Discounter und Supermärkten konventionelle Ware. Es kommt dabei nämlich nicht auf den einzelnen Preisvergleich an, wie etwa Tomatenpreis im Discounter versus Tomate Bio. Da schneidet die Lidl-Tomate natürlich besser ab. Aber auch nur anhand des Kriteriums Preis. Ob man das, was wie Tomate aussieht, überhaupt Tomate nennen dürfte, wird dann gar nicht gefragt.

    Nein, es geht um das Ganze. Die Menschen, die sich “gut” ernähren, übernehmen Verantwortung für sich selbst und ihren Körper. Die Zusammensetzung des “Warenkorbs” eines Haushalts, in dem nachhaltig und gesund gedacht wird, ist von dem der Masse komplett verschieden. Nur als Beispiel: Fleisch, als großer Kostenfaktor, wird weniger bis gar nicht gekauft – wenn, dann ist es natürlich teurer im Einzelvergleich.

    Die Leute, die mit den höheren Kosten argumentieren, kapieren es einfach nicht. Mit ein Grund ist der von Amato genannte klare Kopf. Mit Kaffee, Zucker, Zigaretten, Alkohol, Fleisch vernebelt man sich nun mal die Birne. Deswegen empfinden sie sich auch oft als Opfer – Opfer des Systems, Opfer der Politiker, Opfer der bösen Unternehmen. Einfach mal fragen, was man selbst machen/ändern kann. Verantwortung übernehmen, heißt das grob gesagt. Zum Schöpfer des eigenen Lebens werden.

    Comment | 26. März 2011
  • Wasabi

    Im Bioladen kosten 500g Haferflocken ~1,5€.
    Beim Discounter kosten 500g Haferflocken 35cent.

    Wenn ich es hochrechne, würde ich im Monat 10€ mehr für Haferflocken bezahlen.
    Mit den restlichen Hauptnahrungsmitteln zusammen ist das noch gut verkraftbar(schmerzhaft teuer wird es allerdings bei Nüssen in Bio-Qualität,da zahlt man gut mal den 8fachen preis).

    Das mit dem “klareren Kopf” verstehe ich nicht. Was genau in nicht-bio Lebensmitteln vernebelt einem denn die Sinne,dass man mit Verzicht auf diese fitter und klarer im Kopf wird?

    Comment | 27. März 2011
  • Mini Matz

    an Wasabi:
    Das mit der Nichterreichbarkeit eines Bioladens per KFZ verstehe ich nicht. Wenn nur die Straßenbahn hilft, dann sollte es ein Fahrrad mit Anhänger auch mal locker tun. Macht fit und hält gesund!
    Solltest Du beinamputiert sein nehme ich diesen Post zurück!

    Comment | 28. März 2011
  • Wasabi

    Der Bioladen liegt in der Innenstadt,ziemlich schlecht erreichbar und wenn man Pech hat,kann man nicht parken.
    Ich selber fahre kein Auto,nur Fahrrad.

    Comment | 28. März 2011
  • m.ro

    @ wasabi: Du isst über 4kg Hafer im Monat? Echt?

    Den “klaren Kopf” kennen Menschen, die sich bewusst ernähren. Darüber zu erzählen ist nicht möglich. Da kannst Du einem Stubenhocker auch versuchen zu erzählen, wie gut sich frische Luft in den Lungen anfühlt und wie glücklich Bewegung macht. Glaubt er nicht. Was ich sagen möchte: Erfahrung selbst machen.

    Fast alle großen Denker, Künstler und “Sportler” waren bspw. Vegetarier und hatten einen Sinn für das Ganze.

    Nur mal als Anregung ein paar Namen, die sich zwar unterscheiden, von denen aus die Recherche über Bewussheit beim Essen leichter fällt als so ganz ohne Infos: Dr. Bruker, Dr. Schnitzer, Henning Müller-Burzler… es gibt noch andere und noch viel mehr Kritiker. Falls Du mal was von einem Udo Pollmer in die Hände bekommen solltest, dann leg es schnell wieder weg. Der ist ein Auftragsschreiber für die Industrie. Schau Dir ihn mal selbst an: übergewichtig, schlechte Haut, als ich ihn mal in einer Talkshow gesehen hatte auch noch unsymphatisch ohne Ende. Letzteres ist natürlich subjektiv.

    Wenn Du so auf Haferflocken stehst, kannst Du Dir etwa einen Flocker anschaffen. Dann kaufst Du Dir Hafer (keine Flocken) und machst sie dir immer frisch. Dabei gehen dann auch nicht die guten Inhaltsstoffe verloren. Vergleich das mal mit einem Apfel, ist bildhafter. Wenn du den aufschneidest und liegenlässt, oxidiert er und wird braun. So ziemlich alles reagiert mit Sauerstoff, nur sieht man es nicht so deutlich.

    Nochmal zu der Argumentation mit den Preisen. Ändere ich meine Ernährung nicht und kaufe alles wie bisher nur in Bioqualität, dann wird es natürlich teurer. Das Interessante jedoch ist, dass bei gesunder Ernährung mit Sicherheit sich auch das Einkaufsverhalten ändert. Ich wage die Behauptung, dass Menschen in westlicher Zivilisation nicht mehr wissen, was gesund ist. Außer eben die, die in einer Familie, in der dies wichtig ist, auf die Welt gekommen sind.

    Comment | 28. März 2011
  • klops

    das hat nichts mit Wahn zu tun sondern damit das wir in einem Billiglohnland leben. Die niedrigen Lebensmittelpreise erfüllen einen Ökonomischen Zweck. Nach Marx ist eine Arbeitskraft genausoviel Wert wie für seine Reproduktion notwendig ist. Je geringer die Lebenshaltungskosten sind, destso weniger Löhne müssen gezahlt werden, destso mehr Profit.

    Comment | 28. März 2011
  • Wasabi

    Wenn man sich von Saft&limo,Schokolade,Keksen,Mikrowellenpopcorn etc. ernährt, wird es schon einmal teuer, klar!
    Wenn man sich diese teuren,unnötigen Kalorien einfach spart, spart man auch Euros.

    4kg Hafer sind 100-150g am Tag,gibt Kraftsportler wie wesentlich mehr essen.
    Haferflocken selber machen? Vorerst nicht, hab noch genügend andere “Projekte” ;)

    Nochmal zum klaren Kopf:
    “Da kannst Du einem Stubenhocker auch versuchen zu erzählen, wie gut sich frische Luft in den Lungen anfühlt und wie glücklich Bewegung macht. Glaubt er nicht.”
    Ich könnte mich als Stubenhocker bezeichnen, obwohl ich mitlerweile regelmäßig Kraftsport mache. Mit dem Fahrrad fahr ich auch viel(bin ich zu gezwungen),Ausdauersport ist momentan aufgrund von Asthma und Fußschmerzen nicht möglich.
    Ich weiß aber auch wie es ist nicht immer in der Bude zu hocken.
    Sagen wir so: Bewegung kann glücklicher machen,die Schlafqualität verbessern, aber ich bezweifle das man dafür an die frische Luft muss.
    Sonneneinwirkung bringt das Serotonin/Melantonin-Verhältnis wieder ins Lot(wahrscheinlich wissenschaftlich nicht wirklich korrekt ausgedrückt…) und macht dadurch auch ausgeglichener und glücklicher.

    Wenn ich jetzt die restlichen Produkte mit Zucker entsorgen würde, die ich hin und wieder esse, und mein Gemüse vom Markt kaufen würde anstatt tiefgekühlt beim Discounter, welcher Effekt könnte mich da erwarten?

    Einige Veganer/vegetarier berichten davon, dass sie sich seit der Umstellung auf vegan/vegetarisch sich besser fühlen,spüren,dass sie mehr Energie haben.Ich spür rein gar nichts.
    Viele berichten, dass sie,nachdem sie mit Sport anfangen haben ausgeglichener und ruhiger sind, weniger grübeln und besser schlafen können. Ich spür rein gar nichts.

    Manchmal ist es auch einfach nur der Ausbruch aus dem Trott, der dazu führt, das man sich besser fühlt.
    Manchmal hat man Symptome und weiß nicht warum.

    Als ich im Urlaub war mit einem Freund,den ich seit Lebzeiten kenne, konnte ich ziemlich gut schlafen, obwohl die Bedingungen denkbar schlecht waren: Das Bett war eher ungemütlich und ungewohnt, die Schlafhygiene war grauenhaft(spät ins Bett gegangen und Mittags aufgestanden) und ich habe zu dieser recht viel geraucht und wir haben auch häufiger getrunken(mach ich heut beides nicht mehr, wie weiter oben erwähnt) zudem recht viel Koffein und Softdrinks.
    Als ich wieder Zuhause war, hatte ich prompt in der ersten Nacht Albträume und habe mit der Zeit wieder in mein altes und unbefriedigendes Schlafmuster zurückgefunden.
    Woran lags? Die Faktoren sind zahlreich: Mehr Sonneneinwirkung,mehr sozialer Kontakt,größere Distanzen,die mit dem Fahrrad überwunden werden mussten,Abstinenz von Pornographie(welche auch süchtig machen kann,was sich bei manchen in Symptomen äußert)?

    Ich könnte auch bei mir Zuhause suchen: Stimmt was nicht mit meiner Matraze,?ist die Luft zu stickig(ist sie definitiv!)? “Jodzwang”?
    Stört mit der Krach von der Autobahn/Flugschneise? habe ich irgendeine psychologische Abneigung gegen mein Schlafzimmer oder gegen mein Umfeld? Elektrosmog? Schlaf ich auf einer Wasserader oder sowas? Sind die Wände schimmelig?

    Ich kann die Faktoren isolieren, helfen tuts nicht viel.
    Ums noch einmal zu erwähnen: Obwohl ich alles falsch gemacht habe, konnte ich problemlos schlafen.

    Um dahin zurückzukehren wo wir waren:
    Ich glaube nicht das der Verzicht auf stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und Fleisch “klarer im Kopf” macht.
    Je nachdem wie du “große Denker”,Künstler und “Sportler” beurteilst, könnte ich dir auf Anhieb eine Menge nennen, die Fleisch gegessen haben.
    Manchmal macht man mehr oder weniger große Änderungen im Leben und fühlt sich dadurch besser und führt es auf Dinge zurück,die eher Begleiterscheinungen dessen sind und die unbewussten Dinge machen den Unterschied.

    Ich würde meine Meinung sofort ändern, wenn es Evidenz dafür gibt,dass nicht-Bio-Gemüse eine Chemikalie(oder mehrere) in signifikanten Mengen enthält,dessen Verzehr nachweißlich zu Leistungseinbrüchen,Müdigkeit und schlechterem Hautbild führt.

    Comment | 28. März 2011
  • Übrigens ging es MIR ja auch erst einmal gar nicht unbedingt um Bio vs. Nicht-Bio, sondern um Discounter vs. vernünftig und nachhaltig einkaufen. Das hat mit der eigenen Gesundheit zwar auch, aber nicht nur was zu tun, sondern eben mit den vielen schlimmen Folgen der Billigbuden, die ich ja in den verlinkten Artikeln genauer aufdrösele. Die rein egozentrische Perspektive “was bringt mir das unmittelbar für Vorteile?” halte ich in dem Zusammenhang nicht für allein ausschlaggebend. Jedenfalls ist sie das nicht bei mir. Ich kann kein Geschäftsprinzip mit meinem Geld unterstützen, das besonders aktiv an der Zerstörung der Welt arbeitet…

    In Bezug auf Hühnerfleisch gab’s übrigens vor ner Weile mal einen schönen Vergleich von Discounter, Wiesenhof, teurer konventionellen Aufzucht und demeter – das demeter-Hühnchen hat gewonnen, zB auch im Geschmackstest. Siehe:
    http://www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2010/1025/01_haehnchen.jsp

    Und konventionelle Viehhaltung bedeutet heutzutage auch meist Gensoja-Verfütterung, welches am Ende in Milchprodukten etc. landet… (deswegen kaufe ich sowieso nur Bioland-Milch)

    Comment | 28. März 2011
  • Wasabi

    Ich hatte auch schon im Kopf gehabt mich für das off-topic zu entschuldigen.

    Wenn ich mir nochmal in den Kopf rufe, wie Discounter ihre Ware verschwenden und frische Lebensmittel in die Tonne werfen,unter welchen Bedingungen die Tomaten in Andalusien angebaut werden,wie mies die Angestellten bei Lidl bezahlt werden und andere Dinge, kommt mir auch der Wunsch die Discounter möglichst schnell hinter mir zu lassen.
    In unserem Stadtteil konkurrieren auf einer einzelnen Straße keine 100 Meter jeweils voneinander entfernt 4 Discounter und der Bioladen liegt in der Pampa, es ist zum heulen.

    Comment | 28. März 2011
  • “Ich hatte auch schon im Kopf gehabt mich für das off-topic zu entschuldigen.”

    Ach was, hier in den Kommentaren darf es gerne off topic werden. :-) (Siehe diese Apple-Diskussion neulich.)

    “kommt mir auch der Wunsch die Discounter möglichst schnell hinter mir zu lassen.”

    Sehr löblich, das kann ich nur unterstützen!

    Comment | 28. März 2011
  • m.ro

    @wasabi: 4kg Hafer im Monat find ich jetzt auch nicht zu viel. Jedoch hat es mich erstaunt, treffe nicht viele Menschen, die so viel essen. Oder überhaupt Haferflocken mögen. Wie gesagt, wenn Du schon so viel Hafer isst, dann kannst Du, meiner Meinung nach, auch stark an die “Selbstproduktion” denken. Ist ne kleine Investition in einen Flocker – entweder manuell zum kurbeln oder elektrisch. Ich hab einen zum kurbeln, dauert mit allen Handgriffen ca. eine Minute für ne Portion. Aber solange Du denkst, dass die monatelange in einer Packung gelagerten Haferflocken das gleiche sind wie frisch geflockte, “lohnt” es sich für Dich natürlich nicht.

    Der Vergleich mit dem Stubenhocker war nur eine Metapher, ein Beispiel, der nichts mit dir persönlich zu tun hatte. Glaube vs. Erfahrung.

    Du fragst nach Evidenzen. Ich sagte, dass Du Dir die Evidenzen für den klaren Kopf am besten selbst schaffst (s. Metapher und Thema Glauben vs. Erfahrung). Denn je nach Ideologie, Ansatz etc. erzählt Dir jeder Experte was Anderes. Mir ging’s dabei gar nicht um Nicht-Bio versus Bio. Sondern ganz allgemein um die Lebensführung. Dazu gehören für mich neben der Ernährung auch die von Dir angesprochene Psyche sowie Umwelteinflüsse.

    Comment | 29. März 2011

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