Apr
10
2011
1

Lesetipps: Kreditnehmer sind die neuen Sklaven | Das BGE à la Götz Werner | BILD ist kein journalistisches Produkt

Schon etwas älter, aber leider immer noch hochaktuell, ist das Interview, das die Süddeutsche Zeitung vor einer Weile mit Margrit Kennedy geführt hat, die sich besonders intensiv mit der Thematik alternativer Währungssysteme bzw. der Struktur unseres momentanen Geldsystems beschäftigt und u.a. die Zinsabhängigkeit als ein großes Übel der Jetztzeit beschreibt. „Kreditnehmer sind die neuen Sklaven“, so der etwas plakative, aber letztlich zutreffende Titel des Interviews:

(…) SZ: Wut und Angst – das sind starke Gefühle, die Sie in Ihren Büchern im Zusammenhang mit unserem, wie Sie es nennen, “pathologischen Wirtschaftswachstumszwang” verbinden. Was macht Sie so wütend?

Kennedy: Was mich wütend macht, ist, dass es eigentlich so einfach zu verstehen ist: Das exponentielle Wachstum, das durch unser Geldsystem angeheizt wird, ist auf Dauer nicht durchzuhalten auf einem endlichen Planeten. Das kann man jedem einigermaßen intelligenten Menschen mit Volksschulabschluss in fünf bis zehn Minuten erklären. (…)

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Mrz
25
2011
4

Löbliche neue Initiativen im Netz: Krötenwanderung jetzt!, Bild? Ohne mich! und Savemynature

Quasi täglich gibt es interessante und fördernswerte neue Projekte im Internet, die auf die eine oder andere Weise versuchen, den Wahnwitz des jetzigen politischen und wirtschaftlichen Treibens wenigstens einzugrenzen oder Menschen bewusst zu machen. Drei neue Aktionen/Initiativen möchte ich heute kurz vorstellen – da wäre zunächst die von Attac ins Leben gerufene „Krötenwanderung jetzt! Bank wechseln, Politik verändern“, die zum Ziel hat, das schändliche Tun der Großbanken (die Kriege, Atomkraft und vieles andere finanzieren) zu kritisieren und die Leute dazu aufzurufen, diesen Instituten ihr Geld zu entziehen:

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Mrz
17
2011
10

Fernsehtipp: Bedingungslos glücklich – Freiheit und Grundeinkommen

© mjio, stock.xchng

Wenn mal was Gescheites im Fernsehen läuft, dann doch meistens auf 3sat oder Arte – wie sich auch morgen Abend wieder zeigt, denn dann läuft um 20:15 Uhr auf 3sat die Dokumentation „Bedingungslos glücklich – Freiheit und Grundeinkommen“, die sich eben mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen beschäftigt. Einer Idee mit revolutionärer Sprengkraft, da sie eine Neubewertung des Faktors Arbeit und auch der Bedeutung der Arbeitskraft des einzelnen nach sich ziehen würde, wenn man sie denn in die Tat umsetzt. Vermutlich gäbe es auch viele Probleme und Fallen, doch diese auszuloten und im Vorfeld zu diskutieren, sollte eine hohe Priorität haben – mehr, als das ewige Wachstumsdogma und die Ideologie von der Vollbeschäftigung, nach der unsere Politiker offenbar gerne streben.

Auch in einer Zeit, in der man die großen Utopien ad acta gelegt hat, treiben neue soziale Ideen die Menschen rund um den Globus an. Eine dieser Ideen ist das bedingungslose Grundeinkommen für alle Bürger eines Staates oder sogar alle Menschen weltweit.

Damit wären sie frei, nur die bezahlte Arbeit zu verrichten, die sie wirklich tun möchten, und könnten zugleich wichtige Arbeiten, die kaum oder gar nicht entlohnt werden, zum Wohle des Gemeinwesens leisten. Das stärkt die individuelle Verantwortung ebenso wie die gesellschaftliche Solidarität, sagen die Befürworter, und könnte auch zur Lösung der kommenden Wirtschafts- und Energiekrisen beitragen.

In Deutschland und der Schweiz ist die Bewegung zum Grundeinkommen in den letzten Jahren stark gewachsen – das Engagement geht quer durch alle Parteien und Schichten. Im November 2010 beschäftigte sich sogar der Deutsche Bundestag mit einer Petition zum Grundeinkommen. Verschiedene renommierte Institutionen haben Modellrechnungen vorgelegt, die zeigen, dass Grundeinkommen auch finanzierbar ist. Erste Modellversuche im Ausland verliefen erfolgreich.
Von der Utopie zum neuen Lebensgefühl

Stellen wir uns vor, in Deutschland oder in der Schweiz würde das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt. Was könnte das für jeden einzelnen von uns bedeuten? Die Dokumentation von Sabine Jainski und Ilona Kalmbach beleuchtet die aktuelle Diskussion mit prominenten Befürwortern und Gegnern. Sie zeigt, wie aus einer utopischen Idee ein sehr reales neues Lebensgefühl heranwächst: von der Lebensgemeinschaft auf dem Land bis zum erfolgreichen Unternehmen, von der Köchin bis zur Lehrerin, vom Blogger bis zum Wirtschaftsprofessor nehmen immer mehr Menschen ihre Zukunft selbst in die Hand.

In der Ankündigung des Films finden sich zudem schon sehr interessante Fragestellungen und potentielle Antworten darauf – also unbedingt auch mal anklicken!

Das Wichtigste in Kürze:

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Jan
20
2011
32

Wie entsteht Geld – Das Füllhorn der Banken

Brieftasche Geld

@ mzacha, stock.xchng

Immer wieder weisen Leser meines Blogs darauf hin, dass das vielleicht wichtigste Problem, das heutzutage gelöst werden muss, um die Zerstörung durch unser aktuelles System aufzuhalten, mit dem Geldwesen zu tun hat. Auch ich habe das ja im Laufe der Jahre immer mal wieder thematisiert – ein Geldsystem, bei dem „Werte“ durch die Banken quasi aus dem Nichts geschaffen werden können und das durch die von ihnen ausgelösten Schulden und vor allem Zinsen dazu führt, dass massive Umverteilungen automatisch stattfinden und zudem die Wirtschaft immer wachsen muss, ist nicht nachhaltig und untergräbt unausweichlich Gesellschaften und Staaten. Erstaunlicher Weise ist dieses eminent wichtige Thema aber selbst bei kritischen Medien oder Blogs (NachDenkSeiten etc.) kaum je auf der Tagesordnung und wird auch (meines Wissens nach) von keiner der größeren Parteien irgendwie verfolgt. Dabei ist es gerade in den Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise dräuender denn je, selbst wenn die Geldthematik so manchen wegen der vermeintlichen Sperrigkeit und Abstraktheit abschrecken dürfte.

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Jan
07
2011
4

Die „Robin Hood-Steuer“ – eine sinnvolle Sache?

Schon seit längerem gibt es Überlegungen und Konzepte, wie man die Banken und ihre Finanztransfers so eindämmen kann, dass ihre Kollateralschäden zumindest begrenzt werden und auch die Gesellschaft als Ganzes vom Hin- und Herschieben von Finanzpositionen („Zocken“) profitieren kann, statt immer nur die Kosten tragen zu müssen. Die Tobin-Steuer, eine Überlegung des US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers James Tobin ist so ein Modell – hier würde für die Banken ein sehr geringer Prozentsatz (zwischen 0,05 und 1 %) von den jeweiligen Devisen-Transaktionen fällig werden, um so zum einen Spekulieren weniger profitabel zu machen (Eindämmen von Daytrading zum Ausnutzen von kleinen Währungsschwankungen) und zum anderen die so gewonnenen Milliarden für sinnvolle Zwecke einsetzen zu können. Einige Länder in der EU, sogar die Bundesregierung, haben sich schon positiv dazu geäußert, wollen diese Steuer aber nur einführen, wenn alle Staaten mitmachen. Mit anderen Worten: es wird nichts passieren und bei reinen Absichtserklärungen bleiben (sag ich mal so dreist).
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Sep
02
2010
9

Durch Sparen aus der Krise?

Heute nur mal ein kurzer Beitrag von Plusminus aus dem Juni, der einen Blick auf das gesamtwirtschaftliche Umfeld wirft und in dem auch der Wirtschaftswissenschaftler Bernd Senf zu Wort kommt, der für zinsfreies Geld eintritt – „Durch Sparen aus der Krise?“:

„Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt“, so schwur die Kanzlerin unlängst Abgeordnete und Bürger auf einen harten Sparkurs ein. Aber wer hat denn da eigentlich über wessen Verhältnisse gelebt? Von dem Aufschwung vor der Krise haben die meisten Arbeitnehmer und Rentner so gut wie gar nicht profitiert: Trotz Wirtschaftswachstum sind Einkommen und Renten real sogar gesunken. So wurden Exporte ins Ausland billiger. Aber kann man sich mit Sparpaketen wirklich aus der Krise heraus sparen? (…)

(…) Die harte Sparpolitik verschont die eigentlichen Verursacher der Krise, ob Finanzmärkte oder große Anleger, kritisiert Senf:
„Die Gläubiger wollen sich ja keinen Verzicht auferlegen, aber sie fordern es von der Bevölkerung. Da kann sehr viel Unmut entstehen, auch gegenüber dem Euro.“ Ein Teilverzicht auf Zinsgewinne oder Umschuldung als Entschärfung der Schuldenproblematik? An den Finanzmärkten ein skandalöser Gedanke, weil dies Verluste für Anleger bedeutet, aber die Staaten wären deutlich entlastet – und das würde wiederum allen Bürgern zu Gute kommen.

Senf hält sogar eine völlig neue Form der Geldschöpfung für möglich. Er plädiert für die Einrichtung einer vierten Gewalt im Staate: er nennt sie Monetative, die neben Legislative, Exekutive und Judikative steht. Diese staatliche, aber regierungsunabhängige Institution solle berechtigt sein, Geld zu schöpfen – und zinsfrei dem Staat zur Erfüllung seiner Aufgaben zu Verfügung zu stellen. (…)

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Aug
13
2010
1

Die Gier der Kirche Teil II

Nachdem ich letztens schon einmal über die Gier der Kirche bei Kirchenaustritten berichtete, muss ich heute unbedingt noch diesen ärgerlich machenden Bericht von Frontal 21 posten: „FDP-Kritik an Kirchenfinanzen“. Denn die beiden großen Kirchen in Deutschland erhalten nicht nur über die Kirchensteuer viel Geld, sondern ebenfalls über einen mehr als 200 Jahre alten Vertrag! So fließen mehrere hundert Millionen Euro jedes Jahr zusätzlich ins klerikale Säckel – Geld, für das der Steuerzahler aufkommen muss, also alle, egal, ob sie Mitglied dieses Vereins sind oder nicht. Und dieses Geld wird keineswegs unbedingt sinnvoll ausgegeben, sondern oft, um den feudalen Lebensstil einiger Kirchenfürsten zu finanzieren. Dass keine der Regierungen es gewagt hat, an diesem längst überholten Vertrag zu rütteln, wirft auch auf die Politik kein gutes Licht – in diesem Zusammenhang muss man der FDP tatsächlich mal Lob zollen, die diese Zustände bereits seit 1974 zu beenden trachtet. Allzu intensiv scheint sie sich allerdings auch nicht dafür eingesetzt zu haben, dass sich etwas ändert…

[...] Aufgrund alter Rechtstitel werden aus den Landeshaushalten bundesweit etwa 460 Millionen Euro Steuermittel pro Jahr an die katholische und die evangelische Kirche gezahlt. Diese Zahlungen sind häufig mit einer Dynamisierungsklausel verbunden und steigen dadurch jedes Jahr. Das kritisiert der Präsident des Landesrechnungshofes Schleswig-Holstein, Aloys Altmann. “Dies war nie zeitgemäß”, so Altmann gegenüber Frontal21. “Wir sind der Auffassung, dass ein modernes Land es sich nicht leisten kann, Ewigkeitsverträge mit Dynamisierungsklauseln abzuschließen.” [...]

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Aug
12
2010
4

„Milliardäre spenden – aber für was?“

@ dleafy, stock.xchng

Letzte Woche geisterte es groß durch die gesamte Medienlandschaft (z.B. taz, Spiegel) und auch das Web2.0 – angeregt durch Bill Gates und Warren Buffett haben 40 Milliardäre in den USA die Absichtserklärung abgegeben, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu spenden. Dies löste die verschiedensten Reaktionen aus – von begeistertem Lob über skeptische Beäugung bis hin zur Ablehnung dieser Initiative und vor allem der Motive der edlen Spender. Tatsächlich ist das Ganze durchaus nicht so leicht zu beurteilen, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Natürlich ist es einem Milliardär erst einmal positiv anzurechnen, wenn er sich von einem Teil seines Vermögens trennt, um damit (hoffentlich) sinnvolle soziale oder Umweltschutzprojekte zu fördern – das ist allemal besser, als das Vermögen nur zu horten und zum eigenen Nutzen zu mehren.

Allerdings muss man auch sehen, dass manche dieser Milliardäre zuvor ihr Geld aber genau mit solchen Geschäften gemacht haben, die dafür gesorgt haben, dass solche sozialen Projekte überhaupt notwendig sind – sprich, sie haben sich direkt oder indirekt (über Investitionen/Aktien) an den Konzernen und Wirtschaftsstrukturen beteiligt, unter denen große Teile der Welt leiden. Von daher sind manche der so angehäuften Milliarden eh ungerechtfertigt angehäuft worden und die Abgabe eines Teiles davon weniger großzügig als nur logisch. Das ist ein wenig so, als wenn ich irgendwo einbreche und hinterher die Hälfte zurückgebe, um mich dann als Wohltäter feiern zu lassen… Von daher hat man es als Millionär oder Milliardär nicht so leicht, sein Vermögen sinnvoll einzusetzen, ohne dass Hintergedanken vermutet werden.

Zu den kritischen Stimmen dieses Spendencoups zählt u.a. auch der Naturgetr.eu-Blog, der sich fragt „Milliardäre spenden – aber für was?“ und damit die Überlegung anregt, dass die Verwendung der Spenden keineswegs nur auf nützliche Projekte beschränkt ist und so vielleicht eher der Publicity dient, als wirklich zu hefen

[...] Für was genau gespendet wird, kann sich jeder Millardär selbst aussuchen, in welche Richtung das jeweils geht, kann man auf The Giving Pledge (unter dem jeweiligen Namen) nachlesen. Nun, in machen Fällen ist ja aus der Vergangenheit bekannt, wozu und unter welchen wirtschaftlichen und medialen (d.h. propagandistischen) Umständen solche Spenden angelegt werden.

Vielleicht sollten die aufgrund ihres Reichtums doch recht realitätsfernen und weltfremden Spender mal jemanden mit Überblick und Alltagsbezug fragen, wozu man Geld spenden sollte – da käme sicher nicht Genforschung oder Hirnforschung raus (wofür manche der Milliardäre spenden) sondern z.B. gegen Welthunger, für sauberes Trinkwasser, gegen Kinderarmut, für Bildungschancen (insbesondere in der so genannten Dritten Welt) und dergleichen mehr. [...]

Auch im Spiegelform ging es diesbezüglich hoch her – ein User namens o.huxley meinte dazu:

[...] FAZIT:Es geht um intelligente Vermögensverwaltung.
Milliardäre spenden ihr Geld , dieses wird wiederum in bestimmte Werte investiert(Aktien usw.). Durch den Deckmantel einer humanitären Stiftung/Organisation sind folglich illegale Investments um ein vielfaches einfacher.
Es stehen neue, viel effektivere Möglichkeiten zur Geldmaximierung offen.
Die erwirtschafteten Gewinne können ausgeschüttet und geteilt werden oder ihre Funktion in einer gemeinsam angestrebten Agenda wiederfinden. Das eine schließt das Andere nicht aus.

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Jul
14
2010
4

Die Gier der Kirchen

Über so manches Übel unserer heutigen Gesellschaft habe ich hier in meinem kleinen Blog ja schon berichtet, manches Unwesen angeprangert und viele unselige Entwicklungen gegeißelt. Gerade die durch dieses unser Wirtschaftssystem geförderte Tendenz, der Profitmaximierung vieles unterzuordnen und nur auf den eigenen Vorteil aus zu sein, zeichnet das Wirtschaftstreiben aus, vor allem im größeren „globalisierten“ Maßstab gesehen. Eine Determinante, die unser Leben immer noch mitbestimmt, habe ich dabei allerdings bisher ausgespart – die Kirche. Nicht aus Pietät oder moralischen Gründen, sondern weil das Thema Religionskritik eigentlich etwas für andere Blog ist und hier irgendwie zu weit führte. Dennoch animiert mich der Beitrag „Kirchenaustritt: Gebühren und Schikanen“, den Panorama unlängst sendete, nun doch einmal das ganz und gar weltlich-geldliche Streben der Kirchen, vor allem der katholischen, zumindest schlaglichtartig zu beleuchten:

Die Zahl der Kirchenaustritte ist auf Rekordniveau. Immer mehr Menschen kehren der Kirche den Rücken. Und jeder abtrünnige Gläubige bedeutet für die Kirche auch weniger Geld. Aber die Kirche schaut nicht tatenlos zu: Die beiden großen Kirchen in Deutschland und auch einige Gemeindeverwaltungen legen Austrittswilligen zum Teil unerwartete Hürden in den Weg. [...]

Der Spiegel berichtete vor einigen Wochen ja ebenfalls über die Unsummen, mit denen das kirchliche Treiben vom Staat, und damit von Steuerzahler, quersubventioniert wird – „Geheime Parallelwelt“:

Prunksucht, Diebstahl, undurchsichtige Kassen: Die katholische Kirche wird von Finanzaffären erschüttert. Während an der Basis gespart werden muss, bleibt manchen Bischöfen kaum ein Wunsch unerfüllt. [...]

“Die katholische Kirche hat das angeborene Recht, unabhängig von der weltlichen Gewalt, Vermögen zur Verwirklichung der ihr eigenen Zwecke zu erwerben, zu besitzen, zu verwalten und zu veräußern”, so steht es im Kirchenrecht. Dieses “angeborene Recht” und die dahinterliegenden Milliarden zu verteidigen ist eine der zentralen Aufgaben der Bischöfe. [...]

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Jan
19
2010
6

Zwei Fernsehtipps: „Verführer Supermarkt“ und „Geld für alle!“

Schnell zwei Tipps für alle TV-Gucker – heute Abend (Di., 19.1.) um 23:15 22:30 Uhr läuft im NDR die Doku „Verführer Supermarkt“:

Jeder Deutsche kauft durchschnittlich dreimal wöchentlich ein. Doch was landet in seinem Einkaufswagen und weshalb? Eine Spurensuche nach Mogelpackungen, Qualitätsmängeln und verdeckte Preiserhöhungen.

Für “45 Min”, das neue Dokumentationsformat im NDR Fernsehen, sind die Autoren Carsten Rau und Hauke Wendler in die Welt hinter den Einkaufsregalen eingetaucht. Sie haben Märkte besucht, die Auszeichnungen erhalten haben, vor allem aber Umsatz machen sollen. Sie haben Kaufleute getroffen, die Mogelpackungen kritisieren und sie dennoch in ihren Märkten anbieten. Und immer wieder haben sie eine Antwort gehört: “Der Kunde kann doch selbst entscheiden.” – Kann er das wirklich?

Die aufwendig realisierte Dokumentation zeigt erstmals auch neue Technologien aus der Marktforschung. Virtuelle Einkaufswelten, in denen jeder Blick, jeder Griff ins Regal analysiert wird. Zum Wohle des Kunden, sagen die Marktforscher. Um ihnen noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen, kritisieren Verbraucherschützer.

Und morgen (Mi., 20.1.) gibt es um 23:30 Uhr in der ARD die Sendung „Geld für alle!“:

US-Städte verwahrlost, Dubai “pleite”, Spekulanten im Gold- und Zinsrausch, Unternehmer in der Kreditklemme. Die deutsche Kanzlerin ist sauer auf ihre Banker, der Bundespräsident besorgt. Die “Bad Boys” agieren – die “Bad Banks” reagieren. Was hat sich seit der globalen Finanzkrise eigentlich geändert – außer, dass die Staaten unglaublich viel ärmer geworden sind und die Schaffenden um ihre Jobs bangen? Warum scheinen alle nationalen und internationalen Regeln nicht zu greifen? Die Experten streiten über Folgen der Finanzkrise und über neue Chancen. Die Politiker laborieren an den Symptomen. Frage nur: Ist unser Finanzsystem im Kern überhaupt “gut und funktional”? Gehen wir mit unserem Geld richtig um? Und taugen Begriffe wie “Wachstum” und “Arbeit” noch als praktische Symbole für den Weg in eine bessere Welt?
Die beiden ARD-Reporter und -Präsentatoren Tobias Schlegl und York Pijahn machen sich auf die Suche nach Alternativen. Gibt es realistische Möglichkeiten, den Zyklus der Krisen zu mildern, gar zu sprengen?

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