Apr
12
2012

Initiative ALLE GEGEN BILD

Na, bei dieser neuen Initiative mache ich natürlich gerne mit – ALLE GEGEN BILD bzw., da der Server grad überlastet ist, die Aktion auch bei CAMPACT:

Absage an die BILD-„Zeitung“

Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der BILD-”Zeitung” plant der Springer-Verlag, am 23. Juni 2012 allen deutschen Haushalten eine BILD zu schicken. Die Initiative „Alle gegen BILD“ und Campact bieten die Möglichkeit, der Zustellung einfach und rechtswirksam zu widersprechen.

Über die Websites www.alle-gegen-bild.de und www.campact.de kann man per Online-Formular der BILD eine Absage erteilen. Das Ziel der Initiative ist es, der Springer-Werbeaktion öffentlich eine Stimme entgegenzusetzen, die darauf hinweist, dass die BILD keine allgemein akzeptierte Zeitung ist und weiterhin Ziel von Kritik sein muss. Jede Absage wird den logistischen Aufwand für Springer erhöhen sowie die geplante Auflage senken.

Auch außerhalb des Netzes wird die Kampagne ihren Protest gegen die Machenschaften der BILD-„Zeitung“ in den nächsten Monaten sichtbar machen. Auf der Kampagnenseite werden alle Aktionen, auch von Gruppen und Einzelpersonen, die sich selbstständig einbringen wollen, dokumentiert.
Es gibt viele Gründe, die BILD als Leitmedium abzulehnen und ihr den Werbeerfolg einer verteilten Auflage von 41 Millionen Exemplaren zu vermiesen. „Als Aktivistinnen und Aktivisten sozialer Bewegungen sind wir die Hetze der BILD-’Zeitung’ gegen alle emanzipatorischen Bewegungen, nationalistische Berichterstattung und ihr Beharren auf einem sexistischen Frauenbild leid“, sagt Nadja Ratkow von der Anti-BILD-Initiative.

Sie fügt hinzu: „BILD spricht nicht, wie manche meinen, einer breiten Bevölkerung nach dem Munde, sondern trichtert ihr ihre eigenen Standpunkte und Sichtweisen mit sensationslüsternen Überschriften ein. Der BILD-Slogan ‚Bild Dir Deine Meinung‘ müsste eigentlich lauten: ‚Bild Dir unsere Meinung‘.“

Unter dem Motto „BILD für alle“ plant der Springer-Konzern am 23. Juni 2012,  anlässlich des 60-jährigen Bestehens der BILD-“Zeitung“, allen 41 Millionen deutschen Haushalten eine Gratis-Ausgabe zu liefern. Doch wir wollen dieses Blatt nicht einmal geschenkt haben, deshalb wehren wir uns.

 Nur mit einem Schreiben an den Springer-Verlag kann man einer Zustellung der Zeitung rechtswirksam widersprechen. Das Ziel unserer Initiative ist es, dass dies massenhaft geschieht, um den logistischen Aufwand dieser Propagandaaktion zu erhöhen und darüber hinaus die Auflage der BILD-“Zeitung“ und damit ihre Einnahmen durch Werbeanzeigen zu drücken.

 Doch das ist nicht alles: Wir wollen wieder eine öffentliche Diskussion über die Machenschaften der BILD und des Springer-Verlages anstoßen. Es darf nicht dabei bleiben, nur der Zustellung zu widersprechen. Es gilt mit kreativen Aktionen und inhaltlicher Konfrontation der BILD, ihrer Methode und Weltanschauung entgegen zu treten.

 

 Ein Imperium macht Politik

Die BILD ist Teil der Axel Springer AG, einem der einflussreichsten Medienkonzerne Europas, der sich nicht nur auf Zeitungen beschränkt, sondern auch Zeitschriften, Druckbetriebe, Pressevertriebe, Fernseh- und Radiosender, Onlinedienste sowie TV-Produktionen besitzt. Durch zahlreiche Beteiligungen, Fusionen und Zukäufe wächst der Medienriese seit Jahren auch international. Eine solche Konzentration wirtschaftlicher Macht ist nicht nur für die Entwicklung von Arbeitnehmerrechten und Arbeitsbedingungen in diesem Bereich äußerst bedenklich, sondern auch politisch brisant. Als Medienimperium versucht Springer, Politik zu beeinflussen und die Dominanz des medialen Meinungsspektrums zu erlangen. So musste das Kartellamt im Jahr 2006 die Übernahme von Sat1 und ProSieben durch Springer verbieten, weil es eine unzulässige Medienkonzentration gewesen wäre. Doch nach wie vor strebt der Springer-Konzern nach dem „Ausbau der führenden Marktstellung“ (Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer AG).

 Die scheinbare Vielfalt der Springer-Publikationen hat zum Ziel, bestimmte Inhalte in verschiedene gesellschaftliche Schichten und Milieus zu tragen. Dabei kommt der BILD-”Zeitung” eine besonders üble Rolle zu. Zur Steigerung ihrer Auflage konstruiert BILD täglich Skandale, dringt in die Privatsphäre von Menschen ein und setzt sie unter Druck. Sie schürt vorhandene Ressentiments und verzichtet ganz bewusst auf die differenzierte Betrachtung von komplexen Sachverhalten. Das zahlt sich aus: Im Krisenjahr 2008 hat der Konzern mit Katastrophenmeldungen soviel Gewinn gemacht wie seit langem nicht mehr. Angesichts der weiten Verbreitung von BILD, WELT, B.Z., Hamburger Abendblatt & Co. erscheint die in diesen Medien propagierte Meinung vielen als die einzig legitime. BILD spricht nicht, wie manche meinen, einer breiten Bevölkerung nach dem Munde, sondern trichtert ihr ihre eigenen Standpunkte und Perspektiven mit nicht zu übersehenden Überschriften ein. Der BILD-Slogan “Bild Dir Deine Meinung” müsste daher eigentlich lauten: “Bild Dir unsere Meinung”.

 

„Angst, Hass, Titten und der Wetterbericht“

Die BILD wirkt aktiv einer wirklichen Gleichstellung von Frau und Mann entgegen, indem sie an chauvinistischen Rollenbildern festhält und Frauen tagtäglich als Sexobjekte abbildet. Alle Lebensweisen, die nicht in ihre Geschlechterschubladen passen, werden von ihr systematisch diskriminiert. Mit ähnlichen Mitteln kriminalisiert sie Menschen mit Migrationshintergrund, indem sie mit einer Rhetorik der Eskalation und der Bedrohung Überfremdungsängste einer vermeintlich “einheimischen” Mehrheit schürt.

 Die BILD gibt vor, die Interessen von normalen Beschäftigten zu vertreten, von denen sie am häufigsten gelesen wird. Tatsächlich vertritt sie in gesellschaftspolitischen Debatten, wie um den Mindestlohn oder Tarifverhandlungen, überwiegend die Interessen von Unternehmen. Noch schlimmer trifft es diejenigen, die vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind. Ihnen werden Faulheit und Sozialschmarotzertum vorgeworfen.

 Wo auf der einen Seite Bevölkerungsschichten gegeneinander ausgespielt werden, wird auf der anderen Seite eine nationale Einheit beschworen. Die Debatte um die Euro-Krise zeigt, wie die BILD ganze Bevölkerungen gegeneinander aufhetzt. Den “fleißigen” Deutschen werden “faule” Griechen, Spanier oder Portugiesen entgegengestellt und für die Krisenfolgen hierzulande verantwortlich gemacht. Mit diesen Diffamierungen trägt die BILD bewusst zu einem gesellschaftlichen Klima bei, in dem nationalchauvinistische Positionen wieder salonfähig werden.

Deshalb: Die BILD spricht nicht für uns und wir wollen auch nicht, dass sie zu uns spricht!

Verwandte Beiträge:

Drucken Drucken
Kommentare: 14 | Aktionen,Konzernkritik,Medien | Schlagwörter: , , , , |

14 Kommentare »

  • frieda

    Wie wär’s denn mit einer Initiative “ALLE GEGEN BERTELSMANN”? Aber dazu seid ihr genderdressierten Vollidioten viel zu feige.

    Comment | 12. April 2012
  • @frieda: ??????
    Gegen Bertelsmann findest Du hier im Blog nun ja jede Menge Sachen und entsprechend kritische Informationen. Vielleicht also nächstes Mal vorher informieren bevor man so pöbelnd irgendwo hereinplatzt?
    http://konsumpf.de/?p=463
    http://konsumpf.de/?p=1492

    Abgesehen davon ist “ALLE GEGEN BILD” nicht meine Initiative, da habe ich keine Aktien drin, außer dass ich sie unterstütze.

    Comment | 12. April 2012
  • na

    wie wäre es denn mal mit ner Bildzeitungsverbrennung oder generell ein Aufruf zum BILD-Boykott! Also ich mach mir zu “Bitte keine Werbung” zusätzlich ein Klebchen an meinen Postkasten: “Bitte keine Verblödungs – Bild am 23.Juni” oder so..Naja ich lass mir noch was nettes einfallen.

    Comment | 12. April 2012
  • robert

    Ich habe den Gedanken jetzt noch nicht komplett zuende gedacht, aber irgendwas in mir sagt dass es auch nicht so 100%ig toll ist, denen auf die Nase zu binden wo man wohnt und dass man an ihrem Produkt nicht interessiert ist… eine weitere Datenbank und ein weiteres Label, unter dem man zu finden ist…

    Comment | 12. April 2012
  • Ich dachte “DER STÜRMER” gibt es schon länger. Hab da aber mit gemacht.

    Comment | 13. April 2012
  • Interessante Protestidee. Obwohl ich denke, der Titel “Alle gegen Bild” sei übertrieben und verzerrt. Es gibt nicht wenige, die das Bild gut finden.

    Comment | 13. April 2012
  • Fraud

    Ich finde diese Aktion abstoßend. Da geht man diesem Blatt und dessen Leser(!) gezielt aus dem Weg und dann senden die einen diesen Müll ungefragt ins Haus. Mein Anwalt ist schon ganz “Geil” auf diese Individuen. Ich würde mir im übrigen sehr gut überlegen, diesen Leuten Adressdaten zukommen zu lassen. Der Missbrauch ist garantiert….

    Comment | 13. April 2012
  • na

    Robert, das ist schon richtig gedacht, ebenso was Fraud schreibt.

    Comment | 13. April 2012
  • Was ist denn los in Deutschland. Da wird der Koran in Millionenauflage verschenkt … und nun auch die Bildzeitung … was kommt denn als nächstes ?

    Gruß IP

    Comment | 13. April 2012
  • @IP

    das ist diese kostenlos Kultur von den Piraten

    Comment | 13. April 2012
  • na

    @IP
    vielleicht nennt man das auch verteilen und herrschen ;-)

    Comment | 14. April 2012
  • @na das versuchen die Zeugen mit ihren Wachturm ja schon lange

    Comment | 14. April 2012
  • Gute Aktion! Ich hab vor eineinhalb Monaten auf meiner Seite auch schon dazu aufgerufen und darüber informiert, wie man die Zustellung der Bild untersagen kann, aber mit einer solchen Kampagne wird die Sache natürlich wirkungsvoller. Ich stelle hier trotzdem mal den Link ein und hoffe, dass das in Ordnung ist.
    Beste Grüße

    http://www.ybersinn.de/2012/01/26/pupsende-eis-penisse/

    Comment | 15. April 2012
  • chapultepec

    Nein zur Aktion „BILD für ALLE“
    von Jens Berger
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=12884

    Comment | 17. April 2012

Kommentare per RSS Feed verfolgen. TrackBack URL

Hinterlasse einen Kommentar

*
To prove you're a person (not a spam script), type the security word shown in the picture. Click on the picture to hear an audio file of the word.
Anti-spam image

Konsumpf 2008 - Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes