Feb
08
2010
0

Fernsehtipp: Der Kunde als Knecht

Hier noch ein schneller Fernsehtipp – heute Abend um 20:15 Uhr läuft auf 3sat die interessante Doku „Der Kunde als Knecht“, in der die sogenannte „kundenaktive Selbstbedienung“ unter die Lupe genommen wird:

Der Kunde als Knecht? (3Sat, heute, 20:15 - 21:00)

“Wir bauen Möbel selbst zusammen, ersetzen im SB-Lokal den Kellner und buchen unsere Reisen im Internet. Hauptsache, König Kunde verursacht keine Personalkosten. Unterhaltsam klärt Sigrid Falin in einem dreiwöchigen Selbstversuch, “Warum wir alles selber machen”.

Drucken Drucken
Kommentare: 0 | Fernsehen, Wirtschaft | Schlagworte: , , |
Feb
08
2010
0

Wie Käufer manipuliert werden

Einen spannenden Podcast des Bayerischen Rundfunks, der perfekt zum Thema meines blogs passt, möchte Euch heute ans Herz legen: „Wie Käufer manipuliert werden“, in dem es um die neuesten „Errungenschaften“ und Erkenntnisse auf dem Feld der Konsumforschung und dem Beeinflussen der potentiellen Käufer geht. „Manipulieren“ erscheint mir in dem Zusammenhang zwar ein wenig hoch gegriffen, weil man natürlich durch bloße Reklame und Beschallung niemanden dazu bringen kann, gegen seinen Willen irgendwas zu kaufen (außer, man steht mit einer gezogenen und entsicherten Waffe hinter demjenigen :-), aber es geht um die tiefer liegenden, langfristig wirkenden Mechanismen von Imageaufbau etc.

Wir werden mit Werbung regelrecht überflutet: Kauf mich! Und vielleicht werden wir in Zukunft sogar immer öfter kaufen, weil die Industrie uns mit “Neuro”-Marketing konsequent manipuliert. Eine Sendung von Martin Schramm

>> mp3

Drucken Drucken
Feb
07
2010
1

Fehlende Transparenz bei Spenden – und die BILD-„Zeitung“

Da ich diese Woche ja schon ein paar kritische Worte zur BILD-„Zeitung“ hier im Blog geäußert habe, will ich diesen kleinen Zyklus mit einem weiteren Beitrag beenden, der zeigt, wie sehr die BILD Meinungsmache betreibt und wie weit sie des öfteren von Wahrheit und journalistischer Integrität entfernt ist. Im Beitrag „Fehlende Transparenz bei Spenden“ im NDR-Medienmagazin ZAPP geht es um die unsaubere Verquickung von Promi-Selbstdarstellung und der Reklame für halbseidene Projekte:

Wenn es ums Spendensammeln geht, scheuen Medien keine Schlagzeile und Promis keinen Auftritt. Wenn es allerdings darum geht, wo die Gelder bleiben, sind die Auskünfte meist spärlich.

Drucken Drucken
Kommentare: 1 | Fernsehen, Medien, Reklame | Schlagworte: , , , , |
Feb
04
2010
0

Den Kopfpauschalen-Wahnsinn stoppen!

Die Regierungskoalition ist ja drauf und dran, eines der Lieblingskinder der FDP – die unselige Kopfpauschale bei der Krankenversicherung – umzusetzen. Dass die FDP ihrem Klientel damit was Guts tun will, ist klar, denn fortan sollen alle Menschen, unabhängig vom Einkommen, die gleiche Summe für ihre Krankenversicherung berappen. Noch ungerechter geht es wohl kaum. Glücklicherweise regt sich bei CDU/CSU Widerstand und auch die Aktionsplattform Campact hat eine neue Online-Unterschriftenaktion dazu gestartet – also bitte alle mitmachen! >> hier entlang

Drucken Drucken
Feb
03
2010
4

Britisches Militärlabor sprengte lebende Schweine zu Forschungszwecken in die Luft

norwegian_pig

© jannbr, stock.xchng

Eigentlich sollte man sich ja über nichts mehr wundern, was menschliche Ignoranz und Grausamkeit angeht, schon gar nicht, wenn es ums Militär geht. Dennoch sorgte diese Schlagzeile dann schon für Wutaufwallungen, nicht nur bei mir: „Britisches Militärlabor sprengte lebende Schweine zu Forschungszwecken in die Luft“:

Tierversuche zu Forschungszwecken, die die Wirkung von Medikamenten, Kosmetika und anderen Einflüssen auf den menschlichen Organismus untersuchen, sind grausam und durch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu unserem Wohl zu rechtfertigen. Der Mensch als selbsternannte Krönung der Schöpfung hat diesen Begriff nicht verdient, denn solche Versuche sind nichts anderes als eine unbeschreibliche Tierquälerei.

Dass man jedoch zu Forschungszwecken lebende Schweine in die Luft sprengte, um Auswirkungen von Explosionen auf den Organismus zu untersuchen, kann man nicht glauben. Nach Angaben der Times in der online-Ausgabe vom 24.Januar wurde von derartigen Versuchen berichtet. Diese perversen, sadistischen Untaten kommen aus der militärischen Ecke und sollen sich im Jahr 2002 ereignet haben.

In dem geheimen militärischen Forschungslabor Porton Down der britischen Regierung bei Salisbury in Wiltshire, dass während des Ersten Weltkrieges, 1916, zur Forschung der chemischen Kriegsführung mit Giftgas und chemischen Kampfstoffen gegründet worden war, wurden lebende Schweine mit Sprengstoff getötet, um in der “Simulation” die Auswirkungen auf in die Luft gesprengte Ziele von terroristischen Angriffen zu untersuchen, hiess es.

Die Schweine wurden extra mit einer weissen Haut gezüchtet, um der menschlichen näher zu kommen und die Versuchsergebnisse somit authentischer zu erhalten.

In einer Reihe von Tests in dem biologischen und chemischen Forschungszentrum in Wiltshire wurden achtzehn grosse Schweine in Schutzdecken gehüllt und weniger als drei Meter davon entfernt Bomben gezündet. Die Schutzdecken sollten wahrscheinlich Kleidung ersetzen. Die Wissenschaftler liessen die Schweine bis zu einem Drittel ausbluten, um zu sehen, wie lange sie am Leben gehalten werden konnten. Die Schweine wären betäubt gewesen und keines hätte überlebt.

Bevor die Tiere in die Luft gesprengt wurden, hatte man ihnen Rohre in die Blutgefäße und Blasen eingefügt und ihre Milz war entfernt worden. In ein grosses Blutgefäss im Unterleib hatte man einen Draht hineingesteckt, der während der Explosion zerrissen wurde. (…)

Allerdings erscheint es auch wieder etwas verlogen, wenn Leute sich nur über solche Sauereien (entschuldigt das Wortspiel) und über Tierversuche zu kosmetischen Zwecken  erregen, nicht jedoch an die tagtäglich millionenfach im Namen des ungebremsten und möglichst billigen (danke, McD!) Fleischkonsums denken und an den dort herrschenden „normalen“ Verhältnissen der industriellen Tierausbeutung Anstoß nehmen.

Drucken Drucken
Feb
02
2010
4

Aktuelle Adbusts: CDU, BILD-„Zeitung“ und Coca Cola

Es gibt mal wieder ein paar schöne Adbusts, also Parodien auf Reklamekampagnen, im Netz zu bewundern, die ich Euch hier vorstellen möchte. Zunächst eine Reaktion auf die CDU-Vorschläge, Hartz IV-Empfänger zum Arbeitsdienst zu zwingen – ein paar kreative Menschen bemächtigten sich dazu einer Kampagne einer Jobbörse (Originale siehe HIER) und bastelten die Motive per Photoshop passend um [via Fefe und Prototypen]:

cduadbust2

cduadbust31
Die letzte Keine Anzeige des Greenpeace Magazins war auch mal wieder so recht nach meinem Geschmack, attackierte sie doch die widerwärtige Bild-„Zeitungs“-Reklame, in der Promis und bekannte Menschen des öffentlichen Lebens sich nicht zu blöd sind, ihr Gesicht für dieses Revolverblatt hinzuhalten. Von einigen Leuten wie JB Kerner oder Mario Barth würde man eh nichts anderes erwarten, als dass sie sich für jede Firma verkaufen, der mit genug Scheinen wedelt, aber dass selbst Gregor Gysi oder Richard v. Weizsäcker dieser Postille ihren guten Namen leihen, ist schon sehr erbärmlich und macht nicht etwa BILD glaubwürdiger, sondern eher die Mietpromis (noch) unglaubwürdiger. (Siehe dazu auch meinen offenen Brief an JB Kerner.) „Wir werben ohen Skrupel für Volksverdummung“ textet das Greenpeace Magazin folgerichtig:

keine-anzeige-bild-zeitung

Und hier noch etwas zum Thema Coca Cola und der Wasserdurst dieses Konzerns in Indien (und anderswo):

coca_cola_in_india_686909

Watersucking Coke in India von Carlos Latuff [via]

Drucken Drucken
Kommentare: 4 | Adbusting, Humor, Konzernkritik, Reklame | Schlagworte: , , , , |
Feb
01
2010
4

Kleine Presseschau: „Konsum hat sich seit 1960 versechsfacht“ & mehr

many_presents_

© modish, stock.xchng

Wieder mal bin ich im Netz über ein paar interessante Artikel gestolpert, wie man so schön sagt, deren Lektüre ich hiermit anregen möchte. Da ist zum einen die Studie „Konsum hat sich seit 1960 versechsfacht“ vom Washingtoner Worldwatch-Institut (kommentiert auf Wir Klimaretter), die verdeutlicht, dass unser westlicher Lebensstil, der auf Konsum und Verschwendung basiert, eine tödliche und törichte Sackgasse darstellt:

Das Washingtoner “Worldwatch”-Institut hat einen grundlegenden Wandel unseres Konsumverhaltens gefordert. Wie die Nachrichtenagentur epd berichtet, müsse im Kampf gegen Klimawandel und Umweltzerstörung in Zukunft deutlich werden, dass Kaufen nicht zu Glück, Zufriedenheit und gesellschaftliche Akzeptanz führe, heißt es in einem am Dienstag in Washington veröffentlichten Bericht der US-amerikanischen Umweltinstitutes. (…)

(…) Angetrieben werde das unverantwortliche Kaufverhalten von massiven Werbeschlachten der Wirtschaft: 2008 hätten Unternehmen weltweit 643 Milliarden Dollar für Kampagnen ausgegeben. In China und Indien steigen den Angaben zufolge die Ausgaben für Werbung jährlich um mehr als zehn Prozent. (…)

Was kann dagegen getan werden? Nun, US-Psychologen meinen nun, man sollte die Umwelt-Appelle beenden und statt dessen eher menschliches Streben nach Anerkennung nutzen. So geschildert von Meredith Haaf in der Süddeutschen Zeitung – „Argumente? Wen kümmern Argumente?  Wer den Klimawandel bekämpfen will, muss die Menschen nicht überzeugen, sondern erziehen: zu Eitelkeit und Neid“. Ein interessanter Ansatz, der allerdings auch recht neoliberal klingt. Dennoch sollte man wohl beim Versuch, die Menschen zum Umdenken zu bewegen, auch solche psychologischen Effekte nicht außer Acht lassen:

(…) Sollen wir wirklich verinnerlichen, dass Klimaschutz notwendig ist, sollte man uns besser manipulieren als aufklären, dazu hat die American Psychological Association (APA) gerade eine Studie [1] veröffentlicht. Sie erklärt, wie durch ein paar Tricks jeder von uns zum Klimaschützer gemacht werden kann, indem unser Hang zu Eitelkeit, Neid und Selbstdarstellung angestachelt wird. Anders gesagt: Wir tun alles, um die Umwelt zu schützen, solange wir es nicht merken und dabei gut aussehen. Junge Menschen reagieren nun mal eher auf Lifestyle-Argumente als auf Ökomoral.  (…)

(…) Sollen wir wirklich verinnerlichen, dass Klimaschutz notwendig ist, sollte man uns besser manipulieren als aufklären, dazu hat die American Psychological Association (APA) gerade eine Studie veröffentlicht. Sie erklärt, wie durch ein paar Tricks jeder von uns zum Klimaschützer gemacht werden kann, indem unser Hang zu Eitelkeit, Neid und Selbstdarstellung angestachelt wird. Anders gesagt: Wir tun alles, um die Umwelt zu schützen, solange wir es nicht merken und dabei gut aussehen. Junge Menschen reagieren nun mal eher auf Lifestyle-Argumente als auf Ökomoral. (…)

(…)  Es ist ein bisschen wie in der Schule - Wettbewerb, Wissensdurst und der Hunger nach Anerkennung müssen nur richtig stimuliert werden, schon verbessern sich die Noten. Und wenn wir schon in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook freiwillig intimste Details preisgeben, warum nicht auch unsere Ökobilanz ins Netz stellen, um ein bisschen damit zu prahlen? (…)

bloedDie Dummdreistigkeit der Woche kommt mal wieder von der BILD-„Zeitung“. Druckte diese Postille doch neulich groß in ihrer „Gewinner/Verlierer“-Rubrik die deutschen Discounter Aldi & Lidl als Gewinner ab, weil sie in England die dortigen Ketten überholen. Der unfassbar ignorante und fast schon zynische Kommentar der BILD dazu „Sorry, das ist eben deutsche Wertarbeit“ (siehe HIER)! Wer so etwas schreibt und abdruckt, scheint die letzten Jahre irgendwo im Wolkenkuckucksheim oder unter einem Stein in den Bergen verbracht zu haben (bzw. verdient, wie die BILD, bestens an den Reklameaufträgen von Lidl) – die vielen schlimmen Folgen für die Gesellschaft, die durch diesen deprimierenden „Erfolg“ der Discounter ausgelöst werden bleiben hier ebenso unberücksichtigt wie auch die Tatsache, dass der Großteil der Aldi/Lidl-Waren sicherlich weder Wertarbeit noch überhaupt in Deutschland hergestellt wurde (die Aktionsware stammt aus Asien und viele der Lebensmittel von sonstwoher). Natürlich kann man von so einem Blatt wie der BILD auch nichts anderes erwarten…

Drucken Drucken
Jan
31
2010
3

Mobile Werbetafeln verpesten und verstopfen Los Angeles

mobile-billboard-2-475x262

Reklame nimmt bekanntlich seit jeher keine Rücksicht auf visuelle und andere Umweltverschmutzung – Hauptsache grell, Hauptsache auffällig, egal, wen man damit behindert, stört und nervt. Der Rubel muss schließlich rollen und der Konsument ordentlich kaufen! In Los Angeles rollt jedoch seit einer Weile noch viel mehr, wie Ban Billboard Blight zu berichten weiß – „Mobile Billboards: Bringing More Air Pollution, Traffic Congestion, Parking Problems“. Los Angeles stöhnt ohnehin schon unter einem viel zu hohen Verkehrsaufkommen, Staus und einer der schlechtesten Luftqualität der USA. Verzweifelt versuchen die Stadtoberen, den öffentlichen Nahverkehr aufzustocken, um dem Treiben Herr zu werden. Dies wird nun durch herumfahrende Trucks mit montierter Reklame konterkariert – diese LKW fahren kreuz und quer mit ihren Kommerzbotschaften durch die Stadt, verschmutzen die Luft weiter und belegen zudem auch noch Parkplätze (von der optischen Beleidigung des menschlichen Auges ganz zu schweigen). In San Francisco hat man solchen Bullshit bereits aufs Korn genommen, aber nicht überall hat man diese Weitsicht und erfrischend kritische Einstellung. Man lese sich bitte die offizielle Stellungnahme der Stadt durch – das sind mal erfreulich klare Worte in Richtung der Reklamefritzen!

So how should we regard the rapidly-growing phenomenon of mobile billboards mounted on trucks and trailers and driven through the streets or left sitting for days in highly sought-after parking spaces? As inevitable manifestations of commercial enterprise, or as destructive, anti-social assaults on our shared public spaces that ought to banned forthwith?

Some cities have done just that. San Francisco, for one example, and it’s worth reading the purpose section of its ordinance:

By their nature, commercial advertising vehicles are intended to distract, and aim to capture and hold the attention of, members of the public on or adjoining public streets, including drivers, pedestrians, bicyclists, and others. Moreover, such vehicles display commercial advertising from a mobile platform, including while the vehicle is moving within the flow of traffic, potentially stopping, starting, or turning abruptly, accentuating the inherent tendency of such advertising to seize attention and to distract. Additionally, the use of motor vehicles to display commercial advertising creates exhaust emissions. For these reasons, the Board of Supervisors finds that commercial advertising vehicles create aesthetic blight and visual clutter and create potential and actual traffic and health and safety hazards.

mobile-billboard-300x221

Drucken Drucken
Kommentare: 3 | Reklame, Wirtschaft | Schlagworte: , , , |
Jan
30
2010
5

Ihr Platz (im Überwachungswahn)

Tja, das wusste ich noch gar nicht – auch die Drogeriekette Ihr Platz gehört zum Schlecker-Konzern. Und offenbar werden da die Sitten des Discount-Widerlings mitsamt seinen endlosen Skandalen nahtlos weitergeführt, wie diese Woche durch die Nachrichtenkanäle flimmerte, z.B. „Schlecker-Tochter überwchte Mitarbeiter – Datenschützer ermitteln gegen Drogeriekette “Ihr Platz”“ (0815-Info):

Nach den schweren Vorwürfen zu Lohndumping, unwürdigen Arbeitsbedingungen und Mitarbeiter-Ausbeutung sieht sich die Schlecker-Tochter “Ihr Platz” nun mit Ermittlungen der Datenschützer konfrontiert. Wie NDR Info berichtet, werden Kunden und Mitarbeiter bei der Drogeriekette mit Videokameras überwacht. (…)

Also wieder ein Laden, den es zu meiden gilt.

Drucken Drucken

Konsumpf 2008 - Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes