Jan
20
2011

Wie entsteht Geld – Das Füllhorn der Banken

Brieftasche Geld

@ mzacha, stock.xchng

Immer wieder weisen Leser meines Blogs darauf hin, dass das vielleicht wichtigste Problem, das heutzutage gelöst werden muss, um die Zerstörung durch unser aktuelles System aufzuhalten, mit dem Geldwesen zu tun hat. Auch ich habe das ja im Laufe der Jahre immer mal wieder thematisiert – ein Geldsystem, bei dem „Werte“ durch die Banken quasi aus dem Nichts geschaffen werden können und das durch die von ihnen ausgelösten Schulden und vor allem Zinsen dazu führt, dass massive Umverteilungen automatisch stattfinden und zudem die Wirtschaft immer wachsen muss, ist nicht nachhaltig und untergräbt unausweichlich Gesellschaften und Staaten. Erstaunlicher Weise ist dieses eminent wichtige Thema aber selbst bei kritischen Medien oder Blogs (NachDenkSeiten etc.) kaum je auf der Tagesordnung und wird auch (meines Wissens nach) von keiner der größeren Parteien irgendwie verfolgt. Dabei ist es gerade in den Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise dräuender denn je, selbst wenn die Geldthematik so manchen wegen der vermeintlichen Sperrigkeit und Abstraktheit abschrecken dürfte.

Darauf weist auch der Block Das Narrenschiff in seinem Beitrag „Das Füllhorn der Banken – Wie Geld entsteht“ hin, der u.a. der Frage nachgeht, inwieweit die Bevölkerung durch Medien & Politik vielleicht gar bewusst falsch oder gar nicht darüber informiert wird, wie dieser für uns alle so wichtige Bereich des Lebens eigentlich funktioniert:

(…) Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Medien über diese Sachverhalte nicht oder nur falsch informieren. Die Geld-”Elite” hat kein Interesse daran, dass ihr Füllhorn in Frage gestellt wird – obwohl das System über kurz oder lang zum Kollaps führen muss – Grundkenntnisse in Mathematik reichen aus, um sich das auszurechnen. Wahrscheinlich setzen diese Leute ihre Hoffnungen darauf, dass sie bis dahin genügend Sachwerte (Immobilien, Land, Industriebetriebe, Gold, Schmuck, nicht zuletzt Patente auf alles mögliche etc.) angehäuft haben, damit sie auch nach dem Zusammenbruch des Geldsystems wieder zur “Elite” gehören – was ja in der Vergangenheit auch prima geklappt hat. Auch nach dem Zusammenbruch 1945 waren es dieselben Leute, die wieder Drahtzieher waren.

Das war schon öfter Thema in diesem Blog, und es bleibt dabei: Ohne eine grundlegende Neuausrichtung des Geldsystems ist alles andere nur Makulatur. Es ist sinnlos, zum Beispiel über alternative Wirtschafts- und Gesellschaftsformen (die freilich auch dringend notwendig sind) nachzudenken, wenn nicht zeitgleich den Banken und damit der selbsternannten “Elite” ihr Füllhorn genommen wird. Sonst bleibt die Menschheit im ewigen Kreislauf von Wachstumszwang und logischem Zusammenbruch gefangen, bis die Erde zerstört ist oder sich eine dauerhafte Orwell’sche Alptraum-Diktatur durchgesetzt hat. (…)

Er bezieht sich dabei auch auf den hochinteressanten Beitrag „Beim Geld geht es um die Wurst“ des ntv-Moderators Reimund Brichta, der schon seit langem (zusammen mit Michael Mross) zu den wenigen Menschen im den Mainstreammedien gehört, die das von den meisten Menschen als gottgegeben hingenommene Konstrukt Geld kritisch beleuchten und hinterfragen. Seinen Artikel kann ich nur wärmstens empfehlen, gibt er doch eine gute Einführung in die gesamte Problematik – es wäre zu hoffen, dass auch der normale ntv-Zuschauer diese Gedanken mitbekommt…

Die wenigsten Leute haben schon einmal dabei zugesehen, wie Wurst gemacht wird. Und das ist auch gut so. Denn wer es einmal beobachtet hat, kann leicht den Appetit verlieren. Beim Geld ist es ähnlich: Jeder hat es im Portmonee und auf dem Konto, aber im Prinzip weiß kaum jemand, wie es gemacht wird oder wo es herkommt. Und auch das ist gut so. Denn je mehr man übers Geld erfährt, desto eher kann man das Vertrauen in es verlieren. Dabei ist Vertrauen beim Geld mindestens so wichtig wie Appetit bei der Wurst. Im Prinzip ist Vertrauen sogar das Einzige, aus dem Geld besteht.

Wie bitte? Geld soll nur aus Vertrauen bestehen? Aus sonst nichts? Gibt es denn keinen materiellen Wert, der es wertvoll macht? Schließlich kann man sich doch fast alles dafür kaufen, was man will! Das stimmt zwar, und deswegen glauben viele auch, hinter Geld stecke eine Art Garantie. Zum Beispiel, dass man es notfalls in etwas wahrhaft Werthaltiges eintauschen kann, etwa in Gold. Mitnichten. Wer diesen Traum weiter träumen will, sollte jetzt lieber aufhören zu lesen … (…)

Seit jeher ist auch Egon W. Kreutzer ein scharfzünginger Beobachter dessen, was auf den Finanzmärkten und der Politik so geschieht. In einem seiner letzten Paukenschläge befasst er sich auch eingehend mit dem Wesen des Geldes und den Klimmzügen, die unternommen werden, um es in der jetzigen Form zu bewahren – „Rettung einer Illusion“.

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32 Kommentare »

  • Hi,
    der Titel Ihres Beitrags klingt sehr interessiert, aber Sie beantwortet nicht wie Geld entsteht und den Prozess der Geldschöpfung. Ich kann Ihnen hierzu Bücher von Herrn Prof. Bernd Senf sehr ans Herz legen.
    “bei dem „Werte“ durch die Banken quasi aus dem Nichts geschaffen werden können und das durch die von ihnen ausgelösten Schulden und vor allem Zinsen dazu führt, dass massive Umverteilungen automatisch stattfinden und zudem die Wirtschaft immer wachsen muss, ist nicht nachhaltig und untergräbt unausweichlich Gesellschaften und Staaten”

    Das Geld aus dem Nichts geschaffen wird, ist nicht ganz richtig. Geld wird dadurch geschaffen oder geschöpft, wenn irgend ein Wirtschaftssubjekt einen Kredit bei der Bank aufnimmt und somit dieser Kredit in den realen Kreislauf fliesst. Darüber hinaus steht der Kredit dann als Forderung bei der Bank in der Bilanz. Es ist richtig, dass die Bank mehr Geld, was sie nicht hat, vergibt als sie im Besitz hat. Sie kann um ein vielfaches ihrer Einlage Geld vergeben, sobald aber Wirtschaftssubjekte versuchen würden ihre Einlage von der Bank zu holen, würde die Bank in enorme Schwierigkeiten kommen. Nichtsdestotrotz baut der Kapitalismus, der im Westen vorherrscht, auf Schulden auf. Ohne Schulden läuft nichts und sparen bringt auch nichts. Zu viel Sparen führt zu einer Depression und zu viel Schulden zu einer Inflation. Mehr dazu können sie gerne in meinem Blog lesen.

    Daher erübrigt sich dieser Satz von Ihnen: “Erstaunlicher Weise ist dieses eminent wichtige Thema aber selbst bei kritischen Medien oder Blogs (NachDenkSeiten etc.) kaum je auf der Tagesordnung”

    Comment | 20. Januar 2011
  • Wer das alte Geld durch Akzeptanz verwendet, verleiht diesem Geld Kaufkraft, erklärt sich also freiwillig mit den Agenden der Geldelite einverstanden.

    Sinnvoller ist es, es Egon W. Kreutzer gleichzutun und eigenes Rheingold zu verwenden, also eigenem Tauschmittel durch Akzeptanz Kaufkraft zu verleihen.
    http://www.rheingoldregio.de

    Comment | 20. Januar 2011
  • Danke, sehr schöne Artikel. Wenn das Thema nicht so traurig wäre.

    Comment | 20. Januar 2011
  • “der Titel Ihres Beitrags klingt sehr interessiert, aber Sie beantwortet nicht wie Geld entsteht und den Prozess der Geldschöpfung. ”

    Haben Sie sich die verlinkten / zitierten Beiträge von Herrn Brichta und Herrn Kreutzer auch angeschaut…?

    Comment | 20. Januar 2011
  • Servus,

    ich habe gerade den Artikel hier und den Beitrag von Herrn Brichta gelesen.

    Ich komme nicht umhin zu fragen: wo ist die Neuigkeit?

    Dass das Geldsystem eigentlich nur auf Illusion und Vertrauen besteht, sollte schon ewig bekannt sein.

    Geld ist letztlich das, was wir daraus machen.

    Und dass die Privatbanken nur geringe Reserven haben, ist auch bekannt.
    Wenn also alle gleichzeitig “ihr” Geld haben wollen, ist Ende im Gelände. Und auch dies sollte altbekannt sein.

    Es fällt mir schwer zu glauben, dass die meisten Menschen das nicht wissen.

    Andererseits … wenn alles funktioniert, interessiert es keinen, wie etwas funktioniert. Erst wenn es nicht mehr geht.

    Comment | 20. Januar 2011
  • “Es fällt mir schwer zu glauben, dass die meisten Menschen das nicht wissen.”

    ich denke, dass bestimmt 95% der Leute (wenn nicht mehr) nciht wirklich wissen, wie das Ganze funktioniert. Und wie Du schon sagst – wenn es irgendwie zu funktionieren scheint, denkt man auch lieber nicht darüber nach…

    Comment | 20. Januar 2011
  • chapultepec

    ich empfehle an dieser Stelle das Video “Money is debt” ; )

    http://video.google.com/videoplay?docid=6433985877267580603#

    Comment | 20. Januar 2011
  • Hallo,
    bin ebenfalls der Ansicht, dass die Geldthematik und -problematik viel zu sehr vernachlässigt wird und immer dankbar für Artikel (bzw. Weiterleit-Artikel ;-) ) und fundierte Meinungen. Da Geld ja bekanntlich die Welt regiert, befürchte ich auch, dass sinnvolle Steuern und Ideen (à la RobinHoodTax / FinanzTransaktionsSteuer etc.) wegen eben diesem Druck nicht in die Tat umgesetzt werden.*
    Was mir an diesem Artikel übrigens etwas gefehlt hat ist die Einbindung (od. Kritik) des relativ bekannten ‘Wie funktioniert Geld?’-Videos (s. YouTube o.ä.). Bin diesbzgl. sehr auf Meinungen gespannt.
    MfG vom Blog um die Ecke
    Roland
    P.S.: *es sei denn das relativ träge dt. Volk tut auch mal was und knüpft ans Demojahr 2010 an.

    Comment | 21. Januar 2011
  • ach, bevor ich es vergesse … im aktuellen Mikrofairkel.de -Artikel verwies ich auf die (gar nicht SO schlecht aufbereiteten) Tobi Schlegl Videobeiträge. Einer hiervon befasst sich mit der ‘Alternativsuche Geld’ und ist über eine Playlist bei uns verlinkt
    http://www.youtube.com/user/mikrofairkel#p/c/075E92E2465681B2/0/8IIzS3JpBDI

    Comment | 21. Januar 2011
  • Mein Blog heißt “Das Narrenschiff”, aber das nur am Rande. ;-) Ich verstehe jedenfalls so manche Kommentare hier nicht und kann nur jedem dringend empfehlen, sich mit dem Thema vertraut zu machen. Wenn man z.B. weiß, dass kein Land der Welt seit 1945 jemals auch nur einen Cent seiner “Staatsverschuldung” zurückgezahlt hat und das ganze Gerede von der “Tilgung” dieser Schulden Blödsinn ist, dann merkt man auch, wohin der Hase läuft: Die privaten Banken, bei denen sich die Staaten in diesem System “verschulden”, erwarten überhaupt nicht, dass diese “Schulden” jemals zurückgezahlt werden – es geht in jedem Falle immer nur um die (bei steigender “Verschuldung” auch steigenden) Zinszahlungen. Das bedeutet, dass ein Staat immer mehr real erwirtschaftetes Geld an private “Geldgeber” abführen muss, die das Geld vorher gar nicht hatten, weil sie es real nicht verliehen, sondern bei Kreditvergabe erst erschaffen haben.

    Wenn das nicht kafkaesk ist, weiß ich auch nicht mehr, wie paradox diese Welt noch werden muss, bis es zum Aufschrei kommt. Und ganz anders, als butterbloemchen oben geschrieben hat, weiß doch kaum jemand darüber Bescheid, wie das mit dem Geld funktioniert. Man stelle sich doch nur mal kurz vor, wir würden das alle so machen: Der Nachbar braucht einen neuen Rasenmäher, hat aber gerade kein Geld übrig, also fragt er Herrn Schmidt von nebenan. Der sagt: Klar, ich gebe dir die 200 Euro, auch wenn ich sie gar nicht habe, und du zahlst mir das dann in Raten inkl. Zinsen zurück. Ja, gäbe es da auch nur einen, der sich nicht an die Stirn tippen würde? Und bei den Banken tun wir das nicht? Das ist grotesk.

    Fragt sich niemand, wieso dieses Wirtschaftssystem, dem wir ausgesetzt sind, ein immerwährendes Wachstum erzwingt? Ganz abgesehen davon, dass ewiges Wachstum absurd ist und eher einem Krebsgeschwür gleicht, ist es diese Geldproblematik, die als alleinige Ursache auszumachen ist. Wenn jemand (und das in großem Stil) Geld aus dem Nichts erschafft und dafür Zinsen verlangt, ist die zwangsläufige Folge, dass wesentlich mehr Geld erwirtschaftet werden muss, als vorher da war, um diesen Kredit tilgen zu können.

    Anschaulich dargestellt ist das in dem Video über den “Goldschmied Fabian”:
    http://video.google.com/videoplay?docid=-2537804408218048195#

    Comment | 21. Januar 2011
  • “Mein Blog heißt “Das Narrenschiff”, aber das nur am Rande.”

    Upps, sorry, schon korrigiert. :-)

    “Anschaulich dargestellt ist das in dem Video über den “Goldschmied Fabian”:

    Also dieses Fabian-Video finde ich eher eins der schwächeren aus diesem Bereich, da es mit seiner latent verschwörungstheoretischen Fundierung (ein paar böse Goldschmiede/Banker haben sich abgesprochen, um die Welt zu unterjochen) eher abschreckt als Leute zum Nachdenken bringt. Dafür ist die Materie zu komplex, als dass man es so simplifizieren könnte, denke ich. “Geld als Schuld”/”Money as debt” erscheint mir da schon angemessener, und sicherlich gibt es auch noch einige andere Dokus, die die Angelegenheit etwas nüchterner, sachlicher darlegen.

    “Ich verstehe jedenfalls so manche Kommentare hier nicht”

    Worauf beziehst Du Dich da?

    Comment | 21. Januar 2011
  • @butterbloemchen
    Du vermißt den Punkt. Banken verleihen kein Geld, sondern schaffen es. Es geht nicht darum, daß die Banken das Geld “nicht da haben”. Da muß die Zentralbank nur ausreichend drucken, dann “ist es da”. Es geht auch nicht um Vertrauen, sondern um umfassende Blödheit der Verwender des alten Geldes, die nicht wissen wollen, wie sie um ca 90% ihrer Leistung betrogen werden.
    @charlie
    Du bist noch am nächsten dran im Geldverständnis. Fokussier Dich nicht so sehr auf den Zins, denn der ist dann unproblematisch, wenn er ausgegeben würde. Fokussier Dich auf die Geldschöpfung und frag Dich doch einmal selber, weshalb Du durch Verwendung des alten Geldes dieses unterstützt.
    @alle
    Es ist wieder einmal typisch, daß das alte Geld als alternativlos gedacht wird.
    Die hier vorgeschlagenen Korrekturen sind doch MickyMaus oder kontraproduktiv
    Demojahr? Robin-Hood Tax? Weltfinanzsteuer?
    Demojahr verkennt völlig die politischen Verhältnisse, als würden Demos etwas ändern, wenn sie nicht von oben finanziert werden. Robin Hood Tax verkennt und vernebelt den Geldschöpfungsprozeß, an dem anzusetzen ist. Weltfinanzsteuer wird schon kommen. Die gehirngewaschenen Gutmenschen können es ja kaum erwarten, bis Goldman Sachs u.a. die Völker global melken.
    Die einfachste Methode ist, das Geldsystem selber in die Hand zu nehmen, da man es ja eh durch seine Leistungen kaufkräftig macht, und dies ist hier nicht zu denken. Da macht es geistig “tilt”. So wundert es mich nicht, daß oben verlinktes Rheingold nicht wahrgenommen wird.
    Schafft Euch doch Euer eigenes Geld (oder versucht es wenigstens einmal zu denken) anstatt Euch freiwillig in den Hintern treten zu lassen.

    Comment | 21. Januar 2011
  • @ guadelupe: Wie schätzt Du eigentlich die Gefahr ein, dass ein etwaig erfolgreich laufendes alternatives Währungssystem ab einer gewissen Größe/Verbreitung am Ende wieder “kassiert”/unterdrückt wird wie damals in Wörgl? Einfach so werden sie diejenigen, die jetzt am meisten vom aktuellen Währungssystem profitieren, sich ihre schönen Gewinne und Druckmittel (im doppelten Sinne ;-) ) ja vermutlich nicht aus der Hand nehmen lassen…

    Comment | 21. Januar 2011
  • @Peter M.
    Die Bundesbank hat eine 72-seitige Analyse zum Thema veröffentlicht. Auszüge hier:
    http://www.rheingoldregio.de/index.php?menu=28&id=86
    Von daher Null Gefahr.
    Ein dezentrales Tauschmittel kann nicht unterdrückt werden. Wie denn? Bei Millionen Menschen deren 30 Tauschmittel mit der Polizei einsammeln?
    Rheingold funktioniert als Gutschein. Gutscheine zu verbieten würde nicht nur viele Gesetzestexte neu zu formulieren erfordern, sondern auch die Interessen von McDonald, Miles&More usw. usf. tangieren.
    Da ist es erfolgversprechender auf die Doofheit der Leute zu spekulieren, die Geld erst gar nicht verstehen wollen und sich gerne in den Hintern treten lassen.
    Die philosophischen Vordenker der Geldelite, fast alle Anhänger Malthus und eh Eugeniker halten die Masse eh für doof. (Julian Huxley googlen)Die Zukunft wird zeigen, ob die recht behalten.

    Comment | 21. Januar 2011
  • meine bank schafft sich kein eigenes geld…nehme ich an.
    sie vergibt kredite mit hilfe des geldes, welches die gemeinschaft eingezahlt hat, also alle bankkunden. da es eine gläserne bank ist, kann ich als kunde bis zu einem gewissen grade sogar entscheiden, wofür die bank die kredite vergeben darf und wofür nicht…denn schließlich ist es ja mein geld, dass da als kredit vergeben wird…zum teil wenigstens. eine regionalwährung habe ich mir auch schonmal angesehen. da störte mich jedoch, dass man ständig tauschen muss, dass das alternative geld nicht ruhen darf, jeden monat würde ein gewisser betrag abgezogen und nur wenn ich tausche, verhindere ich, dass ich in den dispo gerate…das war mir dann doch zu stressig…ständig arbeiten ;-)
    mein tipp: genossenschaftsbanken

    Comment | 21. Januar 2011
  • @ Peter:

    Das denke ich nicht, sonst hätte ich das Video ja nicht empfohlen. ;-) Ich finde da allerdings auch keine Verschwörungstheorien – jedenfalls keine, die nicht eine gewisse Existenzberechtigung hätten. Schließlich ist dieses Geldsystem ja nicht über Nacht zufällig entstanden – da haben sich eine Menge Leute schon eine lange Zeit Gedanken gemacht, und all die kleinen Schritte, die letztendlich dazu geführt haben, belegen das ja auch. Das ist indes keine “Verschwörung” gewesen, sondern einfach eine groß angelegte Aktion interessierter Kreise, die ihren Reichtum vermehren wollten – wie das eben immer so ist im Kapitalismus. Wie erfolgreich das verlaufen ist, haben diese Leute wahrscheinlich auch nicht abgesehen oder für möglich gehalten.

    @ guadalupe:
    Die Geldschöpfung und der Zins sind zwei Seiten derselben Münze. Ohne den Zins wäre das jetzige Füllhorn der Banken nicht im Entferntesten so ergiebig. Mein Beispiel der Staatsverschuldungen zeigt das ja deutlich – in diesem Sektor hat man von Anfang an darauf spekuliert, dass einzig die Zinsen, nicht aber der ursprünglich “verliehene” (eigentlich aus dem Nichts erschaffene) Betrag zurückgezahlt werden. Und das geschieht bis heute – die Schulden steigen, werden niemals getilgt, die Zinszahlungen steigen ebenfalls, und das zur Verfügung stehenden Geld wird für jeden Staat dadurch automatisch immer knapper. Die Zinsproblematik ist also essenziell. Und das Gefasel in den Medien von einem “Schuldenabbau” ist absurder Unfug – handelt es sich doch immer nur um eine “Verringerung der Neuverschuldung”. Der Staat zahlt auch 2011 noch für Scheinschulden, die er im Jahre 1948, 1949, 1950 ….. aufgenommen hat. Ein Ende ist da nicht vorgesehen und auch nicht absehbar – das muss zwangsläufig in den Kollaps führen. Keine “Produktivität” kann dauerhaft so stark wachsen, um dieses (exponentiell!!) zunehmende Ungleichgewicht aufzufangen.

    “Regiogeld” ist nach meinem Verständnis keine umfassende Lösung für dieses globale Problem. Das kann allenfalls eben – wie der Name schon sagt – regional wirken, und auch da nur in ausgewählten Segmenten. Wir kommen nicht um eine globale Lösung herum, und die kann meines Erachtens nur darin bestehen, das vorherrschende Geldsystem komplett abzuschaffen und neu zu strukturieren. Ansätze gibt es da ja genug – aber solange sich die zuständige Wissenschaft diesem Thema nahezu geschlossen verweigert und noch nicht einmal den Ist-Zustand realistisch beschreiben kann, sind wir von diesem Ziel weiter entfernt als von der benachbarten Galaxie.

    Was ist also wahrscheinlicher: Die schöne Enterprise-Zukunft, in der Geld bloß noch eine Anekdote der Geschichte ist, über die man sich süffisant lustig macht, wenn man mal wieder eine Zeitreise in dieses finstere Mittelalter unserer Gegenwart unternimmt – oder die Orwell/Huxley/Bradbury-Variante, in der die vorherrschende Umverteilung abgeschlossen ist und eine kleine Minderheit über die große Mehrheit herrscht?

    Comment | 23. Januar 2011
  • @ Charlie: Du bist ja immer zu interessanten Zeiten im Netz unterwegs. ;-)

    Was Fabian angeht, so kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass der Film, anders als zB “Geld als Schuld” oder etwas seriöser wirkende Dokus (also ohne Zeichentrick & Märchenonkelstimme), durch diese impilzite Aussage, dass da eine ganz kleine Gruppe sich aufgemacht hat, die Welt zu unterjochen (was ich auch für unglaubwürdig halte), bei manchen einen schalen Beigeschmack hinterlässt, also einen, der die anderen grundlegenden Aussagen über das Geld, die dort getroffen werden, in ein etwas fahles (Zwie-)Licht stellt. Ich mag den Clip jedenfalls nicht mehr Bekannten empfehlen (wie ich das am Anfang noch gemacht hatte).

    Und es gibt ja auch ein paar andre Kritikpunkte an dem FIlm:
    https://www.xing.com/net/geldwert/kaufkraftverlust-des-geldes-71294/der-fehler-im-geldsystem-17941622/
    http://www.politikforen.net/showthread.php?t=61116
    http://forums.whyweprotest.net/threads/scientology-und-rechtsextreme-propaganda.31499/

    Die Autoren scheinen also schon aus einem latent verschwörungstheoretisch angehauchten Umfeld zu stammen (dafür spricht auch die Danksagung am Ende des Films an den unsäglichen & unerträglichen Kopp-Verlag!), so dass zumindest bei mir ein ungutes Gefühl bleibt – wer weiß, an welchen Ecken in dem Film Sachen verzerrt dargestellt oder weggelassen wurden, um eine gewisse Aussage zu erzeugen… (das ist selbstredend ein wenig bei jeder Doku so, die einen sehr komplexen Sachverhalt in wenigen Minuten darzustellen versucht, logo) Was natürlich an der grundlegenden Kritik am Geldsystem nichts ändert.

    Comment | 23. Januar 2011
  • @charlie
    Rheingold ist kein Regiogeld.
    Oder auch richtig: Jedes Geld ist ein Regionalgeld. Die angestrebte Welteinheitswährung einer gnadenlosen Elite ist -noch- Zukunftsmusik, wird aber bereits vorbereitet und von Wasserträgern, die sich eben nicht mit dem Geldsystem beschäftigen wollen, als “wir brauchen eine globale Lösung” begrüßt.
    Es sind die Leute, die Euro verwenden, die das alte Geldsystem stützen. Also entweder Euro verwenden und aufhören zu meckern oder Alternativen nutzen. Verwenden die Leute Euro nicht mehr, erweist sich die Wertlosigkeit des Euro sofort.
    @PeterM.
    “Verschwörungstheorie” ist ein Trigger, der das Gehirn abschaltet. Besser aus dem Wortschatz streichen, dann denkt es sich leichter. Verschwörungen sind normaler Bestandteil des täglichen Lebens, einfach mal Mäuschen in einem Büro spielen. Geheimdienste machen nix anderes.
    Der Satz “Ich glaube nicht an Verschwörungstheorien” heißt nichts anderes als, “ich bin gehirngewaschen und glauben nur an die von der Elite vermittelten Verschwörungstheorien a la 9/11 und Ali Osama bin Baba mit seinen Teppichmessern, alle anderen Verschwörungstheorien, wenn sie nicht von Bild und Spiegel propagiert werden, lehne ich folglich ab.”

    Comment | 23. Januar 2011
  • Der Satz “Ich glaube nicht an Verschwörungstheorien” heißt nichts anderes als, “ich bin gehirngewaschen und glauben nur an die von der Elite vermittelten Verschwörungstheorien a la 9/11 und Ali Osama bin Baba mit seinen Teppichmessern, alle anderen Verschwörungstheorien, wenn sie nicht von Bild und Spiegel propagiert werden, lehne ich folglich ab.”

    Sorry, aber das ist, um’s mal etwas harsch zu sagen, Quatsch. Mir scheint sich mittlerweile eine Art sektierischer Glauben rund um “9/11″, “Klimalüge” u.ä. gebildet zu haben, bei der die Gläubigen für sich in Anspruch nehmen, im Besitz der allein seligmachenden Wahrheit zu sein (weswegen man meint, alle anderen als “Ungläubige” bzw. wie Du jetzt als “gehirngewaschen” diffamieren zu dürfen) und – was mich besonders abschreckt – wo man sich nicht selten auch in einem bedenklichen, obskuren bis latent rechten Umfeld bewegt. Mir vorzuwerfen, ich würde Bild und Spiegel alles glauben, weil ich nicht auf die NWO-/Bilderberger/9-11 etc.-Kiste anspringe und solche “Wahrheiten” nicht vorbehaltlos weiterverbreite (was ja nicht heißt, dass da nicht auch manch Richtiges dran sein kann), ist schon unsinnig.

    Comment | 23. Januar 2011
  • Ja, ja die Verschwörungstheorien.
    Ojeminee der Kopp-Verlag! Ich habe meine ADAC-Mitgliedschaft gekündigt, weil die Werbung für diesen Verlag machen. Ein Film, der sich auf diese Quellen beruft ist schlicht lächerlich aber auch gefährlich.

    Zu Verschwörungstheorien fand ich auch folgende Beiträge hilfreich:

    “British historian Antony Beevor wrote in January 2009 that “studies of internet sites reveal an unholy alliance between left-wing 9/11 conspiracy theorists, right-wing Holocaust deniers and Islamic fundamentalists”. He claimed that 9/11 and other conspiracy theories are a result of a “Wikipedia age” phenomenon that author Damian Thompson dubbed “counterknowledge”. It allegedly involves people “seizing upon one or two minor discrepancies in a government report, then joining up all the wrong dots to create a monstrous fable”. He believes “counterknowledge” is potentially greater threat to liberal democracy than Adolf Hitler and Joseph Stalin(http://en.wikipedia.org­/wiki/9/11_conspiracy_theories­#Criticism, 14:30 Uhr, 28. Dezember 2009).”

    mein hoffentlich letzter MERKZETTEL bzgl. Verschwörungstheorien:
    was ich in diesem blog las, spürte ich beim ansehen der infokrieger-seiten, vermutete ich beim betrachten der meisten verschwörungstheorien…dieser blog klärte mich wieder etwas mehr auf…
    “Wie faschistisch sind die Infokrieger?
    Die schmutzige Flut verschwörungstheoretischer Agitation, die von allerlei Spinnern und Sektierern im web 2.0 unter Selbstbezeichnungen wie „Infokrieger u.ä. verbreitet wird, hat mittlerweile unübersehbare Ausmaße angenommen. Trotz der scheinbar dezentralen Form der Verbreitung in unzähligen Blogs und Foren handelt es sich um einen erstaunlich homogenen Diskurs. Dieser weist zahlreiche Strukturelemente auf, die sich auch schon im klassischen Faschismus finden…(http://www.freitag.de/community/blogs/bememabel/wie-faschistisch-sind-die-infokrieger/; 14:46 Uhr; 31. Dezember 2009).”

    Comment | 23. Januar 2011
  • urb

    Guter Beitrag! Allerdings sehe ich keinerlei Unterschied zwischen der Veränderung einer Gesellschafts- und Wirtschaftsform einerseits und des Geldwesens andererseits. Die Ökonomie bildet die Grundlage des Zusammenlebens, und das inzwischen weltumspannend. Das Geldwesen ist nicht zu ändern, ohne die Form gesellschaftlichen Zusammenlebens zu ändern, und umgekehrt. Und an diesem Punkt wird es schwierig. Eines sollte jedenfalls klar sein: Es bringt nichts, wenn man einige Zwischensicherungsstufen einbaut, wie beispielsweise Gold. Ein Tauschmittel sollte in einem natürlichen und gerechten Verhältnis an die menschliche Arbeitskraft rückgekoppelt sein. Und da ist in Zeiten der vollkommenen Virtualisierung des Geldes kein Land mehr zu sehen.

    Ich möchte dich, Peter, und alle Diskutanten in diesem Zusammenhang auf zwei Beiträge auf der Hyperbaustelle hinweisen und euch auch dort zur Diskussion einladen:

    Utopistik der Ökonomie (http://www.hyperbaustelle.de/u-blog/2011/01/09/utopistik-der-okonomie-teil-2/)

    Das Gespenst des Kapitals von Joseph Vogl (http://www.hyperbaustelle.de/u-blog/2011/01/24/das-gespenst-des-kapitals/)

    Comment | 24. Januar 2011
  • was ich in diesem blog las

    Ich hoffe mal, Du meinst nicht meinen damit? :-)

    spürte ich beim ansehen der infokrieger-seiten, vermutete ich beim betrachten der meisten verschwörungstheorien…dieser blog klärte mich wieder etwas mehr auf…
    “Wie faschistisch sind die Infokrieger?
    Die schmutzige Flut verschwörungstheoretischer Agitation, die von allerlei Spinnern und Sektierern im web 2.0 unter Selbstbezeichnungen wie „Infokrieger u.ä. verbreitet wird, hat mittlerweile unübersehbare Ausmaße angenommen. Trotz der scheinbar dezentralen Form der Verbreitung in unzähligen Blogs und Foren handelt es sich um einen erstaunlich homogenen Diskurs.”

    Ja, den unguten Eindruck habe ich auch oft bei vielen dieser Websites – da herrscht eine erstaunliche Einhelligkeit der Meinungen bzw. wird sowieso nur eine einzige “Wahrheit” (die eigenen Thesen nämlich) als zulässig angesehen. Wer es wagt, diese “Wahrheiten” zu kritisieren, ist gleich Teil des “bösen Systems” und bestärkt so manchen Verschwörungstheoretiker damit noch mehr in ihrem Glauben.

    Comment | 24. Januar 2011
  • @ Peter:

    Über den unsäglichen Kopp-Verlag müssen wir nicht streiten, da sind wir wohl einer Meinung. Die Version von “Fabian”, die ich bis zum Schluss angesehen habe (und die ich hoffentlich auch verlinkt habe … *schwitz*), enthielt keinen solchen Hinweis. – Man darf auch nicht vergessen: Alles lässt sich wunderbar instrumentalisieren. Es wäre ein Leichtes, irgendeinen anderen Film zu nehmen, ihn am Schluss mit dubiosen Hinweisen zu versehen und dann ins Netz zu stellen. Das ändert aber an der Aussage des jeweiligen Filmes nichts.

    Auf der anderen Seite ist es frappierend zu verfolgen, wie die neoliberale Ideologie seit Jahrzehnten Triumphe feiert – und das (von wenigen Ausnahmen abgesehen) weltweit. Wer stolpert da gedanklich nicht, wenn er Berichte über Dänemark, Irland, Griechenland, die Niederlande, England, die USA, China und 100 weitere Nationen liest, in denen überall dieselben katastrophalen Entwicklungen stattfinden? Ich möchte das nicht “Verschwörung” nennen – aber zufällig passiert das gewiss auch nicht. Das, was geschieht, bestimmt die Finanz”elite” – da sind wir uns doch wohl einig? Diese selbsternannte “Elite” besteht aber nur aus (gemessen an der Weltbevölkerung) sehr wenigen Personen (Stichwort “kleiner Kreis”). Man muss also gar keine Verschwörungen bemühen, um zu verstehen, dass im Kapitalismus eine kleine Minderheit die Geschicke der Mehrheit lenkt.

    Dennoch ist es ja gut, dass es verschiedene Meinungen gibt – nur so kann ja ein befruchtender Dialog stattfinden. :-) Und was die “interessanten Zeiten” betrifft, die ich nutze, während Du vermutlich selig von einer besseren Welt träumst: Das hat rein berufliche Gründe. ;-)

    @ guadalupe:

    Ich bin kein “Wasserträger” und ich plädiere auch nicht für eine “Welteinheitswährung” (auch wenn das – wenn es vernünftig getan werden würde – sicher eine sinnvolle, wenn auch kaum sozial gerecht gestaltbare Lösung wäre). Ich halte lediglich eine “Konkurrenzwährung”, die neben dem existierenden Euro geschaffen wird, für keine wirkliche Lösung des Problems. Solange es dieses perfide Geldsystem noch gibt, müssen wir es leider benutzen.

    @ Siddtheclown:

    Siehe oben – es ist lächerlich, einen Beitrag aufgrund seiner (vermeintlichen?) Quelle zu verdammen. Man sollte sich lieber ein eigenes Bild machen – gerade in einem Umfeld, in dem es ein Leichtes ist, Beiträge zu instrumentalisieren.

    Was Du ansonsten über die “Infokrieger” und ähnliche Sektierer schreibst, kann ich aber nur bestätigen: Mir erscheint das wie eine Kopie der amerikanischen “Tea-Party”, die ja nichts anderes als eine neue Form des alten Faschismus propagiert und dafür auch gerne auf “verschwörungstheoretische” Ansätze zurückgreift. Das haben die Nazis damals ja auch gerne getan – aus den Geschichtsbüchern ist uns allen hoffentlich noch die angebliche “jüdische Weltverschwörung” ein Begriff, die auch damals schon für die schlimmen Auswüchse des Kapitalismus herhalten musste. Dass die Rechten jetzt wieder auf den Zug aufspringen und bloß auf das Antisemitische (nicht aber auf Ausländerhetze – siehe u.a. Kopp-Verlag) verzichten, sollte uns alle hellhörig machen. Wer sich da mal informieren will, sollte dringend die Webseite der von den “Infokriegern” propagierten “Partei der Vernunft” (PKV) besuchen und sich das Parteiprogramm durchlesen: Das ist mehr als entlarvend.

    Noch ist das ein kleiner, nicht ernstzunehmender Haufen – aber genauso hat ja auch die braune Bande vor 90 Jahren angefangen.

    Comment | 25. Januar 2011
  • “Die Version von “Fabian”, die ich bis zum Schluss angesehen habe (und die ich hoffentlich auch verlinkt habe … *schwitz*), enthielt keinen solchen Hinweis. ”

    Doch, auch die Google-Video-Version enthielt den Hinweis mit dem Kopp-Verlag – die Filmemacher danken denen explizit, wie auch Secret.tv (noch so was Merkwürdigem). Keine Ahnung, ob das nachträglich reinmontiert wurde…

    Ansonsten kann ich dem, was Du zur Finanzelite schreibt, natürlich nur zustimmen – allerdings hätte man das in dem Film halt etwas anders darstellen sollen, meiner Meinung nach. Eben weniger als geplante Weltbeherrschung einiger weniger Goldschmiede als vielmehr eine langsame Entwicklung, die am Ende dazu führt(e), dass nur wenige die Macht in den Händen halten. Auch ohne, dass sie sich vor hunderten von Jahren explizit abgesprochen oder zusammengeschlossen hätten.

    Comment | 25. Januar 2011
  • chapultepec

    Mich stört allerdings auch den verschwörerischen Unterton bei “Money as Debt”. Ich habe es dennoch empfohlen, weil ich die Informationen für wichtig und richtig halte. Ich glaube auch nicht an eine Weltbeherrschungsverschwörung, es liegt vielmehr -meines Erachtens- in der Natur der Sache. Andere würden sagen: es ist “systemimmanent” ;) . Wenn jemand über Macht verfügt, so ist es doch kein Wunder, dass dieser versucht sie mit allen Mitteln zu behalten. Das findet doch auf allen Ebenen statt (Familie, Beziehung, Arbeit etc.). Das heisst natürlich nicht, dass dies gerechtfertigt sei.

    Ich halte das verschwörerische Denken auch nicht nur für falsch sondern auch gefährlich, weil diese die Haltung mancher Menschen verstärkt, den Schuldigen woanders zu suchen statt sich selbst in den Spiegel zu schauen bzw. sich an der eigenen Nase zu fassen.

    Konzerne, Banken und andere Machtstrukturen sind dafür geschaffen worden Macht auszuüben -das ist IHRE Aufgabe!- Profit zu maximieren, nicht die Welt zu retten! Das die Medien sich zu Komplizen der (Rüstung-, Lebensmittel-, Pharma-)Konzerne und Finanzinstitutionen entwickelt haben, haben wir uns selbst zu verdanken.

    Niemand hat uns gezwungen Ihre Lügen zu glauben, wir leben ja schliesslich nicht in einer Diktatur. Wenn Menschen plötzlich sagen: “es ist eine Verschwörung!” so riecht es m. E. zu sehr nach enttäuschter Liebe. Nach dem Motto: Unsere Institutionen, unsere Regierung, unsere Kultur, (unsere Rasse), wir selbst sind grundsätzlich gut und rein (aufgeklärt, zivilisiert), aber jetzt kommen diese Amerikaner, dieser Ausländer, diese Islamisten, diese Eliten und verschmutzen und verderben alles!

    Das finde ich grundsätzlich falsch. Keiner ist grundlegend gut oder grundlegend böse. In uns steckt sowohl Gutes als auch Schlechtes. Es liegt an uns Institutionen zu erzeugen die das Gute in uns fördern . Die jetzigen fördern nur das Schlechte. Dass die Mächtigen, die von Ihnen erzeugten Institutionen mit allen Mitteln verteidigen werden sollte niemand wundern und dass sie die, die Ihre Interessen nicht vertreten attakieren werden ist auch zu erwarten. Das machen sie doch seit Jahrtausenden…

    Comment | 25. Januar 2011
  • chapultepec

    diese Haltung “wir sind gut, ihr seid schlecht” erklärt m. E. ebenfalls warum Menschen so entsetzlich einfach, die Lügen der eigenen Regierung und ihrer Qualitätspresse schlucken. Sie möchten weiterhin in der Illusion leben, sie seien doch die Guten vom Film. Deswegen weigern sich so viele die eigene Regierung das Vertrauen abzusprechen, egal wie oft man belegt, dass diese sich verbrecherisch verhalten hat. Böse sind immer die Anderen (die Russen, die Chinesen oder wer auch immer auf Platz eins der offiziellen Feinde steht). Und deswegen gehen sie das nächste Mal wieder wählen und wenn sie mal von allen enttäuscht sind, wählen sie die Rechtsradikalen. An den Institutionen selbst wird nicht gerüttelt

    Comment | 25. Januar 2011
  • © chapultepec: danke für Deine beiden Kommentare, damit sprichst Du mir absolut aus der Seele!

    Böse sind immer die Anderen (die Russen, die Chinesen oder wer auch immer auf Platz eins der offiziellen Feinde steht).

    Genau das erlebte ich gestern beim ZDF Spezial zum Bombenanschlag in Moskau – da wurde den Russen vorgeworfen, nach Anschlägen immer sofort die Schuldigen bei fremdländisch aussehenden Islamisten oder Tschetschenen zu suchen und nicht näher nachzuforschen. In dem Moment musste ich doch grinsen, denn wir erinnern uns ja noch an die unglaublich bedrohliche Terrorgefahr auf deutschen Weihnachtsmärkten, wo man auf Geheiß der Obrigkeit hin auf fremdländisch aussehende Personen achten sollte usw. usf. Da wird also gerne mit zweierlei Maß gemessen – hier die transparente und perfekte Demokratie, dort der Despotismus (was in Bezug auf Russland auch nicht ganz falsch ist, aber dennoch)…

    Comment | 25. Januar 2011
  • chapultepec

    die vom ZDF sind ja witzig! (gilt aber genauso für die gesamte dt. Qualitätspresse). Was hat denn die amerikanische Regierung nach dem Anschlag gemacht? Den Bündnisfall in weniger als 24h ausgerufen [1], die rot-grüne Regierung erklärt daraufhin “wir sind alle Amerikaner” und unterstützt den Angriffskrieg[2,3]! Man hätte tatsächlich ein paar Spiegel in der Sendung verteilen können, damit sie sich alle zuerst selbst in den Spiegel schauen, bevor die über andere urteilen. Heuchler in Reinkultur!

    1. s. “Der NATO-Bünsdnisfall – Teil I” 02:55 [mm:ss], http://edvan.fadeout.ch/ref/?customerId=30&channelId=43&broadcastId=282&wide=

    2. Deutschlands “Kampfeinsatz”: Jenseits des Rechts
    Die Demokratie in Afghanistan ist eine Farce – und die Grundlagen dafür wurden auf dem Bonner Petersberg in Deutschland gelegt. Von Dieter Deiseroth
    http://www.fr-online.de/politik/doku—debatte/jenseits-des-rechts/-/1472608/2798492/-/index.html

    3. J. Rose, “Das Prinzip der 3 Affen”, http://www.offene-linke-ansbach.de/AFB/Audio/rose_juergen/3affenprinzip.mp3

    Comment | 25. Januar 2011
  • @ Peter:

    Ok, vom Kopp-Verlag und ähnlichen Gruppierungen distanziere ich mich ausdrücklich – das sind in meinen Augen Trittbrettfahrer aus dem ultrarechten Spektrum, die ganz andere Ziele verfolgen und einfach ignoriert werden sollten, um ihnen keine Plattform zu bieten. Das ändert nichts daran, dass ich den Film als Einstieg in das Thema gut finde, denn ich kann da keine Verschwörungstendenzen entdecken, die über ein vertretbares Maß hinausgehen. Aber sei’s drum – es gibt auch andere Wege für den Einstieg – es sind ja schon einige genannt worden. Es bleibt wichtig, dass mehr Menschen mit diesem Thema konfrontiert werden – es ist und bleibt das essenzielle Thema, über das breit aufgeklärt werden muss, damit überhaupt ein Bewusstsein dafür entstehen kann, dass es dringender Änderungen bedarf.

    Es ist schon grotesk, dass wir, die wir doch im so genannten Informationszeitalter leben, im Internet darüber diskutieren müssen, dass eine breite Öffentlichkeit mit Informationen versorgt werden muss, damit sie das System, in dem sie lebt, überhaupt ansatzweise verstehen kann … – Ich denke, dass es angesichts solcher Erkenntnisse nur noch ein kleiner Schritt für so manchen Zeitgenossen ist, in verschwörungstheoretische Denkweisen abzudriften.

    Deshalb ist ja auch die Gefahr so groß, dass viele Menschen den Rattenfängern auf den Leim gehen, wie das aktuell gerade in den USA (“Tea-Party”) der Fall ist, und auch in einigen europäischen Ländern (Niederlande, Ungarn u.v.a.).

    Anders als chapultepec halte ich die hiesigen Verhältnisse aber nicht für allzuweit von einer Diktatur entfernt – eine Demokratie jedenfalls ist das gewiss nicht, was uns umgibt. Begriffe wie “Bananenrepublik”, “Oligarchie”, “korruptes System”, “Finanzdiktatur” treffen es da schon besser. Es geht nicht um das Gemeinwohl in diesem Land oder in der EU, auch nicht um das Mehrheitswohl, an keiner Stelle und zu keinem Zeitpunkt. Das gesamte Konstrukt dieses Staates und der EU ist verkommen zu einem Wirtschaftsförderungsmodell, in dem fein ausgelotet wird, wie das Wohl der Superreichen in Bezug zur Bevölkerung an die Rahmen der ausgehöhlten Verfassungen weiter positiv angepasst werden kann.

    Ich kann chapultepec insofern auch nicht folgen, dass die Menschen selbst schuld an dieser Entwicklung seien – denn angesichts der allumfassenden Propaganda ist es für viele eben sehr schwierig oder gar unmöglich, die Realität wirklich wahrzunehmen und entsprechende Konsequenzen – beispielsweise bei Wahlen – zu ziehen. Das hat wenig damit zu tun, ob sich jemand für “gut” und einen anderen für “böse” hält – wenn dieser Mensch schlicht und ergreifend nicht mit den nötigen Informationen versorgt wird, kommt er immer zu einem falschen Schluss.

    Nein, niemand wird dazu gezwungen, den Massenmedien wie der Tagesschau und anderen blind zu glauben – aber der Weg dahin, dass in einer breiten Bevölkerung die Erkenntnis angekommen ist, dass die Tagesschau heute dieselbe Funktion erfüllt wie die Aktuelle Kamera in der DDR, ist noch sehr, sehr lang. Die Schuld dafür aber den Menschen zuzuschieben, halte ich für perfide. Auch im Bereich der Medien sollte der Grundsatz gelten, dass nicht das Opfer, sondern der Täter im Visier der Anklage stehen muss.

    Comment | 26. Januar 2011
  • chapultepec

    @Charlie

    Ich glaube auch nicht, dass wir in einer Demokratie leben, eher in einer wirtschaftlichen Diktatur.

    Ich frage mich aber (ohne bis jetzt eine zufriedenstellende Antwort zu finden) wieso jetzige Machtstrukturen, Propagandamaschinen und andere Institutionen so ein leichtes Spiel haben, wenn es darum geht die breite Masse in sog. “demokratischen Gesellschaften” in Unkenntnis zu halten? Wieso ist es so leicht für sie die Unterstützung der Bevölkerung für einen Angriffskrieg zu gewinnen und diese dazu noch die Rechnung zahlen zu lassen (ich will ja nicht mal die Bankenrettung erwähnen)? Sachen zu konsumieren, die sie selbst, ihre Mitmenschen (in Inland und Ausland)versklavt und umbringt und ihre Umwelt zu zerstören? Und das alles obwohl die Information über ihre Machenschaften z. T. frei verfügbar ist!

    Wie oft habe ich mit Menschen geredet, die ganz bewußt den Kopf in den Sand stecken möchten. Die davon nichts hören möchten. Die sich nicht vorstellen können, das ihre Regierung vor einem Kriegsverbrechertribunal gehört, wie oft!

    Sicher die Machtstrukturen verbreiten Propaganda rund um die Uhr und haben genug freiwillige Diener und viel Geld, aber das ist m. E. nur das halbe Bild.

    Comment | 26. Januar 2011
  • @ chapultepec (Sorry für die späte Antwort):

    Doch, es ist nach meinem Dafürhalten genau diese Dauerpropaganda, die so viele Menschen davon abhält (freilich mehr oder minder unbewusst aufatmend), die notwendigen gedanklichen Schlüsse zu ziehen. Es ist eben ein sehr heikler, schwieriger Schritt, aus dem eigenen “heilen” Weltbild der “funktionierenden Demokratie und Marktwirtschaft” herauszutreten und den nackten Tatsachen ins fiese Antlitz zu blicken – die Konsequenzen sind für sehr viele Menschen immens und extrem bedrohlich. Und das auch ganz real – nicht nur dann, wenn es um mittelständischen Wohlstand geht.

    Es ist eine klar definierte Grenze, die da überschritten werden muss, bis man die aktuellen Geschehnisse, die man verurteilt, nicht mehr nur einzelnen Akteuren aus Politik und Wirtschaft in die Schuhe schieben kann, sondern die Systemfrage stellen muss. Diese Grenze ist – vollkommen zu recht – eine Angstgrenze. Denn was danach kommt, entzieht sich jeder Prognose. Ich glaube, das ist einer der Hauptgründe, weshalb sich so viele Menschen scheuen, diese Frage wirklich ernsthaft zu stellen und statt dessen weiter an den Symptomen des kapitalistischen Unterganges herumkritisieren und diese zu ändern versuchen.

    Hinzu kommt, dass das kapitalistische Geld- und Wirtschaftssystem ein (gemessen an menschlichen Lebensjahren) langwieriges System ist: Es hat nun seit dem letzten “Neustart” wieder knapp 70 Jahre gedauert, bis die vorhersehbare Exponentialkurve wieder im Unendlichen verschwindet und das System vor dem Aus steht. Davor gab es zweifelsfrei viele Jahrzehnte, in denen es vielen Menschen sehr gut ging und eine stetige Verbesserung der Situation spürbar war – aber auch das freilich nicht überall auf der Welt und für alle Menschen, sondern nur für jene wenigen in den “priviligierten” Staaten. Kommentare aus Asien oder Afrika aus dieser Zeit sehen sicherlich vollkommen anders aus.

    All diese Gedanken und Fakten kann man zwar frei einsehen – noch sind unsere Bibliotheken ja frei zugänglich und auch im Internet findet man dazu genug Quellen -, aber in unseren Medien kommen sie nicht vor (bzw. nur in Alibi-Gestalt auf 3sat um 3 Uhr nachts). Es bleibt also dabei: So, wie die Menschen “informiert” werden, handeln sie auch. Das ist logisch und inzwischen sogar wissenschaftlich belegt. Wenn sie also beispielsweise von allen Seiten einen “XXL-Aufschwung” eingehämmert bekommen wie momentan, dann glauben sie ihn auch – sogar dann, wenn auf dem eigenen Konto davon nicht nur nichts, sondern sogar ein Minus zu sehen ist. Das hat George Orwell in seinem heute mehr denn je lesenswerten Roman “1984″ trefflich beschrieben.

    Wenn Du darin nur das halbe Bild siehst – welches ist denn Deiner Meinung nach die andere Hälfte?

    Comment | 30. Januar 2011
  • chapultepec

    ich glaube wir sind uns in vielen Punkten einig und wer die andere Hälfte des Bildes darstellt habe ich bereits früher klargemacht. Die Frage ist hier -finde ich- lediglich wie groß der Anteil der Bevölkerung ist, der bereitwillig die Propaganda der staatlichen und privaten Institutionen glaubt. Du glaubst dieser Anteil ist klein. Ich bin mir da nicht so sicher…

    Comment | 2. Februar 2011

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