An dieser Stelle will ich Euch heute wieder einen kleinen Gastbeitrag von Helmut Schnug vom Kritischen Netzwerk (das immer einen Besuch wert ist!) vorstellen, in dem er ein schon älteres, aber thematisch (leider) immer noch top aktuelles Buch vorstellt, das bestens zum Thema des Konsumpf passt.
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Der verkaufte Käufer. Die Manipulation der Konsumgesellschaft.
Autor: Wolfgang Menge
Verlag: Fritz Molden, Wien/München/Zürich (1. Auflage 1971)
ISBN-10: 3-217-00354-3 // ISBN-13: 978-3-217-00354-5
oder
Fischer Taschenbuch ISBN: 3-436-01711-6
Schon vor 40 Jahren schlugen erste Konsumkritiker Alarm. Das interessante historische Zeitdokument gibt es als Tb oder gebunden für ca. 3-6 € (inkl. Porto) und hat nichts an Bedeutung verloren – im Gegenteil: die Verbraucher lassen sich immer mehr verarschen. Achselzuckend und gleichgültig frönt der Verbraucher seiner Gier nach mehr statt sich mal endlich bewußt zu werden, welche Macht er doch eigentlich hat.
Zum Inhalt:
Das Warenangebot wird immer größer – die Irreführung des Käufers auch. Wir kaufen, die Verkaufsstrategen lenken. Was wir nach Hause tragen, ist nicht immer das, was wir eigentlich kaufen wollten oder glaubten, gekauft zu haben.
Ein Blick hinter die Fassaden der Schönfärberei, der schmeichelnden und täuschenden Werbetricks. Man verkauft uns Werbeslogans. Die Ware, für die wir dann bezahlen, ist weniger wichtig. Der Kunde ist längst nicht mehr König. Ahnungslos tappt er in die Fallen, die die Verkäufer ihm gestellt haben. Die Fülle von Beispielen für ökonomischen Machtmissbrauch und professionelles Rosstäuschertum macht aus diesem Buch eine kritische Schule für Verbraucher; dargestellt u.a. anhand der Bereiche Nahrungsmittel, Kraftfahrzeuge und Arzneimittel.
Buchvorstellung im Magazin DER SPIEGEL 41/1971: hier bitte weiterlesen


Eigentlich gilt der Sommer ja eher als Saure-Gurken-Zeit in der Presselandschaft – weil Urlaub herrscht und Schulferien sind und die Hitze und die Sonne sowieso aufs Hirn schlagen und zu Müßiggang und Herumhängen animieren. Aus diesem Grunde erscheinen in so mancher Zeitung in den Sommermonaten auch eher unspektakuläre, vielleicht sogar langweilige oder künstlich aufgeblasene Meldungen, um das sogenannte „Sommerloch“ zu füllen. Leider hat der immer weiter voran schreitende qualitative Verfall der Mainstreammedien dafür gesorgt, dass das ganze Jahr hindurch inzwischen Zeilen geschunden und mit halbseidenen Themen um Aufmerksamkeit gebuhlt wird – und das auch abseits des Boulevard, der sowieso seit jeher auf diese Weise sein Geld verdiente.
Wunderbar, da hat die 


Das Thema Lobbyismus begleitet mich ja nun schon von den Anfängen des Konsumpfs an. Man kann eigentlich auch kaum über die Zustände in der Welt, über das Wirtschaftssytem, seine Folgen für Umwelt und Menschen, über mediale Kampagnen und Beeinflussung im Sinne der großen Konzerne referieren, ohne quasi automatisch über den Begriff „Lobbykratie“ zu stolpern. Dieses Schlagwort bezeichnet meines Erachtens sehr gut und treffend, wie sehr wir uns gerade in den westlichen Staaten von den einstigen idealen der Demokratie entfernt haben und wie immer mehr Entschiedungsgewalt von den sogenannten Volksvertretern in die Hände der Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen übergeht. Natürlich nicht offiziell und auch nicht unbedingt sofort zu erkennen, aber spätestens seit dem Siegeszug der Public Relation-Industrie, die die Wünsche der Wirtschaft so geschickt verpackt und mit Zuckerguss versieht, dass die Bürger und Politiker sie möglichst widerstandslos schlucken.
