Am Rande beobachtet, erfreuliche Edition

Man könne ja schier verzweifeln in diesen Zeiten, wenn man sich in der Welt so umschaut. Doch zum Glück gibt es auch Entwicklungen und Anregungen, die nach vorne zeigen. So hat der österreichische landscaping-Blog „10 Schritte zu einem zukunftsfähigen Lebensstil für Einsteiger“ zusammengestellt. Hier befasst sich der Autor mit der Frage, was wir heute konkret tun können, um umzudenken und unser Tun & Handeln im „banalen Alltag“ nachhaltiger zu gestalten. Für manche dürften diese skizzierten Schritte schon selbstverständlich sein, aber es sind dennoch auch neue Anregungen enthalten.

dog-1123262Sehr Erfreuliches gibt es auch aus der Schweiz zu berichten – seit Neuestem gelten dort die weltweit schärfsten Tierschutzgesetze, die sogar gegen die Lobbys einiger Tierhalterverbände durchgesetzt wurden.

Zum Beispiel dürfen Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel nur noch paarweise gehalten werden. Hundebesitzer müssen mit ihrem Liebling einen Kurs absolvieren, um die Grundbedürfnisse des Tieres kennenzulernen. Kühe haben ein Anrecht auf mindestens 90 Tage Freigang im Jahr und dürfen nicht länger als zwei Wochen am Stück im Stall stehen. Kälber dürfen nur noch in Gruppen großgezogen werden. Pferde, Schafe und Ziegen müssen Blickkontakt zu Art­genossen haben.

Minipanzer, also die sog. SUVs oder auch Geländewagen, sind bekanntlich eine im wahrsten Sinne des Wortes große Pest – hässlich, spritschluckend, gefährlich für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Sie symbolisieren natürlich gut die voranschreitende Ignoranz einer Gesellschaft, in der nur der eigene Vorteil zählt und man gerade mal von 12 Uhr bis Mittag denkt. Um so erfreulicher, dass u.a. die „Finanzkrise“ jetzt den Niedergang dieser Teile einzuläuten scheint. Telepolis berichtet vom nahenden „Ende der SUVs“:

… scheint nun das Ende der SUVs gekommen zu sein, jener spritfressenden und schweren Angeberautos, mit denen manche Kleingeister mit ihrer gewünschten Größe und Durchsetzungskraft auch ihre Gleichgültigkeit gegenüber Umwelt- und Klimafragen demonstrieren wollten. Der Markt für normale Autos ist dieses Jahr in den USA “nur” um 16 Prozent eingebrochen, der für SUVs um 40 Prozent. Da wird mancher bislang stolzer Besitzer Schwierigkeiten haben, seine plötzlich zum Dinosaurier gewordene Kiste noch gebraucht loszuwerden.

Der Spiegel schreibt süffisant „Anti-Allrader-Bewegung: Dresche für den SUVosaurus“:

Inzwischen ist Allradler-Verunglimpfung ein Breitensport. Seit der Absatz von SUVs einbricht, schmieren auch die Sympathiewerte dieser Autogattung ab. Der größtmögliche Geländewagen, so die bei vielen Menschen neuerdings vorherrschende Überzeugung, ist akut vom Aussterben bedroht. (…) Vielmehr zeigt es, dass nicht der Spritpreis dem Allradler den Garaus machen wird, sondern der Mangel an gesellschaftlicher Akzeptanz und das soziale Stigma, welche neuerdings mit dem Fahren dieser Autos verbunden sind.

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Atomstromfreies Internet

Oh oh, das geht ans Eingemachte… Wer nur zu Hause sitzt und die Welt via Internet erlebt, lebt doch eigentlich ein relativ CO2-neutrales Leben? Leider nicht wirklich. Zwar verbraucht der eigene PC oder Mac nicht unbedingt übermäßig viel Strom (hängt natürlich vom Modell ab), aber wer hat schon einmal darüber nachgedacht, welche Energiemengen benötigt werden, um die Infrastruktur des Netzes, die ganzen Server etc., am Laufen zu halten? Das Greenpeace Magazin brachte zu diesem Thema vor einer Weile den interessanten Artikel „Stromfresser Internet – Verbrauch lässt sich halbieren”. Dort wird vorgerechnet:

Allein die Suchmaschine „Google“ – bei der täglich etwa 280 Millionen Anfragen eingehen – läuft auf 450.000 Servern, schätzt Jonathan Koomey von den Lawrence Berkeley National Laboratories. Der Wissenschaftler hat jetzt den Stromverbrauch der Server weltweit überschlagen: 123 Milliarden Kilowattstunden waren es 2005. Nach anderen Schätzungen könnte der Verbrauch dieses Jahr bei 208 Milliarden Kilowattstunden liegen – das entspricht der Leistung von 23 Atomkraftwerken.

(…) Die gute Nachricht: Die Einsparpotenziale sind enorm. Der Energieverbrauch der deutschen Server ließe sich durch effiziente Technologien – etwa durch eine bessere Kühlung der Server – binnen vier Jahren halbieren, ergab eine Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums. Jeder Betreiber kann zudem einfach auf Ökostrom umsteigen.

Doch auch jeder User kann etwas für die Verbesserung der Energiebilanz beim Surfen tun – beispielsweise statt seine kostenlose E-Mail-Adresse bei einem „normalen“ Anbieter zu haben, der seinen Strom aus Atomkraft oder Kohle bezieht, empfiehlt sich der Wechsel zu einem Anbieter mit Ökostrom. Auf der Website Atomstromfreies Internet könnt Ihr Euch z.B. schnell, einfach und kostenlos eine Mailadresse bei Greenpeace Energy/Solar Generation sichern.

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Wer selbst einen Blog oder eine Website betreibt, sollte darauf achten, einen Webhoster zu wählen, der auf „grüne Energie“ setzt (siehe auch den Beitrag „Anbieter von ökologischem Webhosting“ bei Nachhaltig beobachtet). Aber aufgepasst: auch hier lauern Fallstricke. So wirbt beispielsweise die Domainfactory mit klimaneutralem Hosting, doch wer genau hinliest, erkennt, dass die Server ganz normal wie immer betrieben werden, das Unternehmen dafür eine Kompensationszahlung an ein Klimaprojekt in Indien leistet (vergleichbar mit dem Vorgehen vieler Fluglinien). Das ist zwar besser als nichts, dennoch erscheint es mir sinnvoller, gleich direkt beim Energieverbrauch des Providers anzusetzen – echtes „green hosting“ bieten zum Beispiel Host Europe oder NetRoom an. Eine (nicht vollständige) Übersicht findet Ihr auch bei Ecologee.net.

Übrigens hat die Computerzeitschrift Chip gerade ein eigenes Sonderheft zum Thema Nachhaltigkeit, Energiesparen und Klimaschutz im IT-Bereich namens „Die grüne Ausgabe“ herausgebracht, das mir durchaus ganz interessant erscheint.

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Buchtipp: Lobby Planet Berlin

logo_lobbyplanet-berlin_140Heute rühre ich mal ein wenig die Werbetrommel, aber natürlich für etwas Sinnvolles – der Förderverein LobbyControl, eine „Initiative für mehr Transparenz und Demokratie“, hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Lobbyisten in unserem Land verstärkt auf die Finger zu schauen und ihre Versuche zu dokumentieren, die Politik im Sinne jeweiliger Interessensgruppen (und zum Schaden der meisten Bürger) zu beeinflussen. Nun hat der Verein den Lobby Planet Berlin herausgebracht, ein 168seitiges Buch mit vielen Infos darüber, wo einzelne Interessensvertretungen sitzen und was sie so bezwecken.

Der Lobby Planet Berlin führt anhand von 55 Stationen anschaulich in den Berliner Lobbydschungel ein. Er stellt Ihnen zahlreiche Lobbyorganisationen, Kampagnen und Netzwerke vor und erläutert ihre Methoden und Tricks.

Dabei geht es nicht immer zimperlich zu. Zahlreiche Beispiele von der Finanzlobby über die Tabakindustrie bis zur Klimapolitik machen anschaulich, wie unethische Lobbypraktiken, privilegierte Zugänge und Machtungleichgewichte demokratische Prozesse untergraben.

Bestellen kann man dieses erhellende Buch für 7,50 € + Porto direkt beim Verein, Neumitglieder erhalten es gratis.

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Ignoranz ist unausrottbar

Neulich vor meiner Wohnung – so parkt der moderne Autofahrer, dem alles egal ist (bezeichnenderweise mit dem wohl eine Sonderstellung garantierenden Kennzeichen KI-NG):

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Miro – Demokratisch fernsehen

Wer heutzutage den Fernseher anschaltet, muss auf der Suche nach halbwegs gehaltvollem Inhalt durch jede Menge visuellen Schund & Schrott waten. Selbiger wird in verblödender, von Reklame zerfressender Manier durch die vielen Privatsender – die wiederum einigen wenigen großen Medienkonzernen verpflichtet sind – tagtäglich nonstop ausgestrahlt. In meist etwas geschickter verpackter, dennoch (bzw. gerade deswegen) oft ebenso der Des- bzw. Pseudoinformation und Einlullung dienenden Weise finden wir solche „Inhalte“ auch zuhauf im öffentlich-rechtlichen Sendebereich (niemand, der z.B. Polittalkshows wie von Anne Will o.ä. sieht, sollte sich der Illusion hingeben, hernach irgend etwas Substantielles über ein Thema erfahren zu haben). Ist Fernsehen also letztlich demokratieschädlich, weil nur gemainstreamte „Informationen“ ausgestrahlt werden, die die Menschen vom Bilden eigener, nicht vorformatierter Meinungen abhalten (sollen)? Wie schwierig es ist, mit Anliegen abseits der ökonomischen Verwertungslogik Gehör zu finden, erlebt beispielsweise auch Kalle Lasns Adbusters Magazine, das versucht, ihre aufklärerischen Uncommercials bei einzelen Sendern unterzubringen und regelmäßig abblitzt.

Es geht aber auch anders. Das Internet befreit denjenigen, der möchte, schon seit einiger Zeit von der tumben Beschallung mit Einheitssoßen-Radio, weil man hier eine riesige Auswahl an kostenlosen und werbefreien Inernetsendern finden kann. Auch im TV-Bereich ist Rettung in Sicht – der gratis erhältliche Open Source Miro TV-Player soll Fernsehen zu einer demokratischeren Angelegenheit machen. Die Website Solidarische Ökonomie schreibt zu diesem interessanten Projekt:

Mit dem Open Source Media Player Miro hat die Zukunft des offenen Fernsehens begonnen. Der Mediaplayer ist ein Produkt der Participatory Culture Foundation, die sich die Demokratisierung des Mediums Fernsehen zur Aufgabe gemacht hat. Über 3400 verschiedene Kanäle können derzeit über Miro abgerufen werden.

Mehr als 100 Kanäle widmen sich sozialen Bewegungen und zeigen Bilder von Aktionen, die man im konventionellen Fernsehen nicht zugesicht bekommt. Auch zu Wissenschaft, Technik und Kultur sind interessante Kanäle zu finden.

>> Zur Miro-Website

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Weise Worte (2)

„Der moderne Kapitalismus braucht Menschen, die in großer Zahl reibungslos funktionieren, die immer mehr konsumieren wollen, deren Geschmack standardisiert ist und leicht vorausgesehen und beeinflußt werden kann. Er braucht Menschen, die sich frei und unabhängig vorkommen und meinen, für sie gebe es keine Autorität, keine Prinzipien und kein Gewissen – und die trotzdem bereit sind, sich kommandieren zu lassen, zu tun, was man von ihnen erwartet, und sich reibungslos in die Gesellschaftsmaschinerie einzufügen; Menschen, die sich führen lassen, ohne daß man Gewalt anwenden müßte, die sich ohne Führer führen lassen und die kein eigentliches Ziel haben außer dem, den Erwartungen zu entsprechen, in Bewegung zu bleiben, zu funktionieren und voranzukommen. […] Jeder glaubt sich dann in Sicherheit, wenn er möglichst dicht bei der Herde bleibt und sich in seinem Denken, Fühlen und Handeln nicht von den anderen unterscheidet.“

(Erich Fromm, Die Kunst des Liebens, 8. Auflage, S. 100f.)

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Feldversuch mit genmanipulierten Kartoffeln / Cholera-Genen verhindern

Pressemitteilung des Umweltinstituts München vom 23. Dezember 2008, die ich an dieser Stelle gerne weiter verbreite, denn es geht um einen mal wieder unglaublich leichtfertig und gefährlich klingenden Plan der Genforschung… – eine Mustereinwendung gegen diese Pläne könnt Ihr Euch HIER als pdf herunterladen.

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Böse Überraschung zu Weihnachten:

Cholera-Gene auf ostdeutschen Äckern

Die Universität Rostock will genmanipulierte Pharma-Kartoffeln anbauen

München, 23. Dezember – Die Universität Rostock will von 2009 bis 2012 einen Freilandversuch mit genmanipulierten Kartoffeln in Ostdeutschland durchführen. Die Pflanzen sollen Arzneimittel produzieren. Einen entsprechenden Antrag hat heute das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht.

Einem Teil der Pflanzen wurden Gene des Cholera-Bakteriums eingebaut. Sie sollen einen Impfstoff bzw. ein Impfstoff-Hilfsmittel herstellen. Andere Gen-Kartoffeln sollen einen Impfstoff gegen die Kaninchenseuche RHD produzieren, eine weitere Linie den Stoff Cyanophycin. Dieser könnte laut Antrag der Universität Rostock, der dem Umweltinstitut München vorliegt, in der Bau- oder Waschmittelchemie eingesetzt werden. Der Versuch soll an den Standorten Üplingen (Sachsen-Anhalt) und Thulendorf (Mecklenburg-Vorpommern) durchgeführt werden. In Üplingen sollen die Pharma- Kartoffeln sogar in einem Gentechnik-Schaugarten wachsen und ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen unter anderem Schulklassen gezeigt werden.

Das Umweltinstitut München lehnt den Anbau genmanipulierter Pharma-Pflanzen strikt ab und fordert von Landwirtschaftsministerin Aigner und dem ihr unterstellten BVL als Genehmigungsbehörde, das geplante Experiment der Universität Rostock zu unterbinden. Nach Ansicht von Andreas Bauer, Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München, ist es ausgeschlossen, im Freiland die Kontrolle über gentechnisch veränderte Pflanzen zu behalten. Eine Kontamination der Lebensmittelkette durch Pharmazeutika produzierende Pflanzen sei daher nicht auszuschließen. „Pharma-Pflanzen haben nichts auf dem Acker zu suchen, zumal wenn der öffentlich zugänglich in einem Gentechnik-Schaugarten liegt. Die Sicherheit unserer Lebensmittel darf durch die riskante Ausweitung der Agro-Gentechnik nicht noch weiter gefährdet werden“, so Bauer.

Harald Nestler, Vorstand beim Umweltinstitut München, kritisiert zudem den Zeitpunkt des Auslegungsbeginns: „Es ist ein Skandal, dass die Auslegungs- und Einwendungsfrist einen Tag vor Weihnachten beginnt. Das legt den Verdacht nahe, dass hier klammheimlich und ohne großes Aufsehen ein hoch brisanter Versuch durchgewinkt werden soll. Ministerin Aigner muss die Serie der gentechnikfreundlichen Entscheidungen ihrer Behörde endlich stoppen und dem Schutz von Gesundheit und Umwelt Geltung verschaffen.“ Nestler ruft zu Protestschreiben an Landwirtschaftsministerin Aigner und zu Einwendungen gegen das geplante Experiment bei der zuständigen Genehmigungsbehörde auf. Eine E-Mail-Protestaktion sowie eine Mustereinwendung stellt das Institut unter der Adresse www.umweltinstitut.org/cholerakartoffel zur Verfügung.

Dass der Widerstand gegen riskante Experimente mit Pharma-Pflanzen in Deutschland erfolgreich sein kann, zeigt der massive Protest gegen Freilandversuche in den vergangenen Jahren. Mehr als 100.000 Menschen haben sich an den Aktionen des Umweltinstituts München gegen genmanipulierte Pflanzen beteiligt. 75.000 Einwendung allein gegen genmanipulierte Pharma-Erbsen in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) hatten dazu geführt, dass das freisetzende Unternehmen, die Novoplant GmbH, in der Folge keine Geldgeber mehr fand. Es musste zu Beginn des Jahres 2008 Insolvenz anmelden.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das:
Umweltinstitut München e.V.
Andreas Bauer
Tel. (089) 30 77 49-14
ab@umweltinstitut.orgDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

[via]

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Fröhliche Weihnacht und so

Auf Grund des bevorstehenden Heiligabends gibt es heute lediglich zwei eher heiter-besinnliche Beobachtungen am Rande. Zum einen dieses schöne Fundstück von Google Trends – amüsant zu sehen, wie gegenläufig sich die Suchbegriffe Kekse (blaue Kurve) und Abnehmen (rote Kurve) gerade zur Weihnachtszeit und in den Tagen danach entwickeln. Manchmal erzählt einem Statistik mehr über eine Gesellschaft als 1000 Worte:

kekse-vs-abnehmen

Und hier noch für alle Unentschlossenen das ultimative und absolut unverzichtbare Last minute-Weihnachtsgeschenk: der Mactini.

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Surftipp: IG Plakat | Raum | Gesellschaft

Nicht nur dem Autoren des ZEIT-Artikels „Du kannst uns nicht entkommen”, den ich hier neulich vorstellte, geht die zunehende Zuplakatierung und das Ausbreiten von Reklame im öffentlichen Raum zu weit – sehr genervt sind offenbar auch einige Bürger von Zürich. Denn dort existiert seit einiger Zeit der Verein „Plakat | Raum | Gesellschaft”, das sich dafür einsetzt, die Stadt zumindest teilweise wieder von der Werbedomianz und den überlebensgroßen Plakaten zu befreien (eine Verringerung der Werbeflächen um die Hälfte wird angestrebt).

Der Gewinn?
– mehr Selbstbestimmung, welchen Werbebotschaften man sich aussetzt
– ein öffentlicher Raum, der diesen Namen verdient
– ein schöneres Orts- und Landschaftsbild

Gewisse Plakate muss man Hunderte von Male betrachten und hat keine Möglichkeit, sein Nichtinteresse zum Ausdruck zu bringen. Dies steht in auffallendem Gegensatz zur Möglichkeit, in anderen Lebensbereichen per Knopfdruck oder Weiterblättern ungefragter Werbung auszuweichen. Aussenwerbung widerspricht auch dem Kredo der International Advertising Association, welche sich dem Prinzip der «Wahlfreiheit für alle Bürger» verschrieben hat.

Plakatwerbung führt zu einer visuellen Abwertung des Ortsbildes.

vandalismusDie standardisierten Werbeträger sind nicht dazu gemacht, sich in die Umgebung zu integrieren. Vor dem Hintergrund einer natürlich gewachsenen Umgebung wirken rechteckige Plakate wie eine Faust aufs Auge. Dies ist auch der Grund, weshalb sich in prestigeträchtigen Zonen wie der Zürcher Bahnhofstrasse kein einziges Werbeplakat findet (mit Ausnahme einiger Telefonkabinen).

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Bertelsmann verleibt sich jetzt auch den Brockhaus ein

Als wenn das Bertelsmann-Imperium nicht schon groß und mächtig genug sei – seit letzter Woche ist es beschlossene Sache, dass die ARVATO AG, eine Tochterfirma des Bertelsmann-Konzerns, die Rechte am Brockhaus übernehmen wird (siehe die Meldungen z.B. in der FAZ und der Leipziger Internetzeitung). An eine Fortführung des Lexikons in Buchform wird dabei nicht unbedingt gedacht, vielmehr will sich das Unternehmen vor allem die große Wissensbasis und die Marke einverleiben. Das letzte Wort in dieser Sache wird dann das Kartellamt haben, das die bisherige Ausbreitung von Bertelsmann aber auch nicht nennenswert behindert hat.

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