Dez
18
2013

Native Ads: Werbung oder Journalismus?

Über Schleichwerbung, PR, Advertorials, Sponsoring und Ähnliches, welches das mediale Angebot und das öffentliche Leben immer stärker durchziehen und vergiften, habe ich mich hier im Blog ja schon des Öfteren kritisch geäußert. Nun kommt ein neuer Reklametrend aus (natürlich) den USA – Native Ads. Und damit der Versuch, Inhalt und Reklame im Internet noch stärker miteinander verschmelzen zu lassen, die das NDR-Medienmagazin ZAPP berichtet – „Native Ads: Werbung oder Journalismus?“:

Schöne neue Online-Werbe-Welt: Der aktuelle Trend heißt Native Advertising, kommt natürlich aus den USA und soll 2014 auch Deutschland erobern. Anders als bei klassischer Online-Werbung wie Bannern oder den wenig beliebten “Pop-Up”-Werbefenstern, bettet sich Native Advertising als natürliches Element in den Website-Inhalt ein und wird thematisch integriert. Das bedeutet der Nutzer wird nicht durch sich plötzlich öffnende Anzeigenflächen gestört. Die Werbung wirkt vielmehr, als gehöre sie zum redaktionellen Angebot – nur, dass die betreffenden Beiträge durch einen kleinen Sponsorenhinweis gekennzeichnet sind.

Native Advertising ist dabei nicht auf reine Online-Medien wie die “Huffington Post” oder BuzzFeed beschränkt. Auch ein Traditionstitel wie die “Washington Post” setzt bei ihren Online-Angeboten auf Native Advertising. Die “New York Times” plant die Einführung im nächsten Jahr. In Deutschland sind spezialisierte Blogs bislang in Sachen Native Advertising aktiv. Doch laut Werber Marcel Hollerbach interessieren sich auch deutsche Regionalzeitungen für den neuen Trend.

Kritiker wie Stefan Plöchinger, Online-Chef der “Süddeutschen Zeitung”, warnen vor Native Advertising: “Was ich bisher gesehen habe, ist für mich nichts anderes als verkappte Werbung im Redaktionsmantel”. Und das, so Plöchinger, habe negative Folgen für die Glaubwürdigkeit des gesamten Angebots: “Auf lange Sicht werden es die Nutzer jedem Medium übel nehmen, wenn sich die Grenzen zur Werbung so verwischen.”

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Kommentare: 3 | Internet,Kommerz,Medien,Reklame | Schlagwörter: , , , |

3 Kommentare »

  • Tim

    Gibt es jetzt schon überall und nennt sich: PR. Früher waren vor allem Auto-, Reise- und Gesundheitsberichterstattung bis zum Anschlag PR-durchsetzt, heute ist es fast überall der Fall.

    Plöchinger liegt mit seiner (angeblichen) Meinung allerdings ziemlich daneben, denn den meisten Lesern sind Werbeinhalte in Redaktionstexten völlig wurscht. Mit wenigen Ausnahmen werden Medien ja auch hauptsächlich zu Unterhaltungszwecken konsumiert.

    Comment | 18. Dezember 2013
  • Beobachter

    Es gibt sehr effektive Filter dagegen,die fähig sind den Inhalt zu analysieren und Ad-Words und den dazugehörigen Artikel zu eliminieren. Dafür sind leider tiefere Kenntnisse im Umgang mit dem Computer notwendig.

    Comment | 19. Dezember 2013
  • bubu

    Gibt es schon seit Jahren in den Printmedien.
    Regt mich vor allem in ‘Bio’Zeitschriften auf.
    Da werden dann Brotaufstriche in den Himmel gelobt,
    bis man sich fragt hä? und dann schaut man ein bisschen
    rum und unten am Rand, ganz klein, steht dann ‘Anzeige’.
    Vom Layout sieht es aber aus wie ein seriöser
    Zeitungsbericht. Irgendwie pervers.
    Zumal das weniger informierte Leute für bare Münze nehmen.

    Comment | 3. Januar 2014

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