Mai
01
2011

Der Körper der Frauen – das kranke Frauenbild in TV & Medien

Das Frauenbild in Reklame und Medien ist ja schon seit längerem höchst bedenklich – es wir deinseitig ein gewisses Schönheitsideal propagiert, vermeintlich besonders schöne Menschen gezeigt und diese als Vorbilder hingestellt. Spätestens seit dem Siegeszug des Privatfernsehens und der kompletten Kommerzialisierung dieses Mediums, die dazu geführt hat, dass solche Sendungen wie Germany’s Next Top Model oder Red in den Äther geschissen werden und die Unterschiede von eigentlichem Programm zu den eigentlichen Werbeblöcken verschwimmen, wird den Zuschauern, jungen wie alten, Ultraschlankheit, jugendlicher makelloser Teint u.ä. als primäres Lebensziel suggeriert. Der Mensch wird in dieser Kunstwelt zum Produkt, das sich gut präsentieren und verkaufne muss. Dass das vermeintlich so „perfekte“ Aussehen, welches auf dem Bildschirm und auf Reklameplakaten zu erkennen ist, viel mit nachträglicher Manipulation (Photoshop usw.), aber auch mit plastischer Chirurgie und Ähnlichem zu tun hat und keinesfalls erstrebenswert oder natürlich ist, fällt dabei gerne unter den Tisch.

Der Auftragselfe-Blog machte mich dabei auf die italienische Dokumentation „Il Corpo delle donne“ (Der Körper der Frauen; >> Website) aufmerksam, der sich mit dem sexistischen und einseitigen Frauenbild im italienischen Fernsehen befasst (das offensichtlich NOCH erbärmlicher ist als das deutsche Pendant) und dazu aufruft, sich gegen diesen visuellen Terror, der junge Frauen (aber auch Männer) unter permanenten „Optimierungsstress“ setzt, zur Wehr zu setzen.

Fast täglich sind wir diesen Bildern ausgesetzte: auf Plakatwänden, in Zeitschriften, im Internet oder im Fernsehen – der “perfekte” Körper der Frau. Perfekt gestylt, “Idealmaße”, immer lächelnd, keine Falten.

Dieses Bild wird uns durch sämtliche Medien vermittelt, es fällt vermutlich gar nicht mehr auf, so alltäglich ist es. Fakt ist auch: viele junge Mädchen treibt dieser Körperwahn in die Magersucht oder Depression. Es ist ein unrealistisches Bild, die Frau wird zum Lustobjekt degradiert, der Körper ist alles was zählt…

Die 24-minütige Dokumentation zeigt viele Ausschnitte aus dem italienischen Fernsehen und stellt die Frage, warum sich die Frauen nicht dagegen wehren, nur als Sexobjekt oder Dekogegenstand zu fungieren. “Warum präsentieren wir uns nicht in unserer Wahrheit?” fragt Zanardo.

Ich erinnere bei der Gelegenheit auch noch einmal an den Spot, den Adbusters vor einigen Jahren einmal zu der Thematik Schönheits-/Schlankheitswahn und der Rolle, die Medien wie auch Kosmetikindustrie darin spielen, gedreht hat. Die Botschaft ist klar und deutlich: diese von Hollywood & Co. aufgebauten Vorbilder und die von ihnen ausgehenden Signale ans „gemeine Volk“ machen am Ende krank und unglücklich – und sorgen zudem für einen ungerechtfertig starken Fokus auf Mode udn andere Oberflächlichkeiten.


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4 Kommentare »

  • tordis

    zu diesem thema kann ich auch das buch “bodies” von susie orbach empfehlen.

    Comment | 1. Mai 2011
  • Danke für das Behandeln dieses wirklich wichtigen Themas.

    Ich denke, es ist leider noch ein wenig mehr, als nur die Medien und die Werbung, die uns alle da unter Druck setzen. Wir machen das auch ganz gut gegenseitig.

    Und klar äußert es sich momentan besonders über die Werbung – aber meiner Meinung nach liegt die eigentliche Ursache viel tiefer. Es geht um Verwertungslogiken, Konkurrenzdenken usw. – also um alles, was dieses System erschafft und durch was es am Laufen gehalten wird. Wir brauchen keinen anderen (grün, fair, whatever) Kapitalismus, sondern ein Ende des selbigen.

    Comment | 1. Mai 2011
  • Besucher01

    Mit dem langfristigen Verzicht auf Mainstream-Medien ändert sich auch das Menschenbild. Individuelle Einschätzungen werden sehr viel wichtiger. Dogmen und Vorurteile haben keine Chance mehr. Es dauert allerdings Jahre bis man diese ablegt.

    Comment | 1. Mai 2011
  • tordis

    besucher01: ja, der langfristige verzicht auf mainstream-medien hilft gewaltig. kein fernseher und schon gar keine dummen frauenzeitschriften und schon fühlt man sich viel wohler und normaler in seiner (ihrer) haut.
    aber leider bekamen wir diese bilder dank barbie und zeichentrick schon als kleine kinder eingeimpft, haben der mama zugeschaut wie sie frustriert auf die waage stieg, waren gerade in der sensiblen phase der pubertät diversen massenmedien ausgesetzt – das prägt ein leben lang, auch wenn man dann später bewusst auf diese medien verzichtet.
    man kann sich auch leider nicht vollständig dem einfluss der werbung usw. entziehen. halbnackerte gephotoshopte frauen bekommt man auf jeder straße vor die augen gehalten und auch das persönliche umfeld ist von massenmedien beeinflusst (stichwort sozialisierung, die ja ein leben lang passiert).
    insofern kann man vielleicht gar nicht mehr so genau unterscheiden, was die werbung/massenmedien sind und was wir selber als gesellschaft – denn die werbung und deren bilder ist ein teil unserer gesellschaft und unserer kultur.
    so gesehen kann man diesen bilder kaum entkommen, nur alleine durch verzicht auf massenmedien. man muss sie selbst ändern.

    Comment | 1. Mai 2011

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