Kategorie: Ernährung Seite 13 von 19

Tricksereien der Lebensmittelindustrie: Sauerstoff-Fleisch und Nimm2

Der Verein Foodwatch wirft ja schon seit einigen Jahren ein kritisches Auge auf das, was die Lebensmittelindustrie so treibt. Gepanscht, gestreckt und gemogelt wurde natürlich schon immer, vermutlich seit es Menschen gibt. Aber je industrieller die Nahrungsproduktion und je stärker die Unternehmen den allgemein in unserem System geltenden Bedingungen der Effizienz- und Gewinnsteigerung unterworfen werden, desto findiger werden die Marketingabteilungen und die Laboranten. Die einen, um den potentiellen Kunden in Reklame das Blaue vom Himmel herunterzulügen, die anderen, um Mittel und Wege zu finden, Waren (in jeglicher Hinsicht) billiger zu machen, und zwar so, dass es nicht sofort auffällt.

Ein Beispiel für die Kreativität beim Zusammenmischen und Aufbereiten von Industrienahrung ist die Aufpeppung von „Frischfleisch“ mit Sauerstoff, um es appetitlicher aussehen zu lassen. Foodwatch beleuchtet in „Frische-Illusion mit Nebenwirkungen“, warum diese Verbrauchertäuschung keine gute Idee ist:

Die meisten großen Handelsketten verkaufen Frischfleisch in “Schutzatmosphäre”-Packungen. Dahinter verbirgt sich oft ein hochgradig mit Sauerstoff angereichertes Gasgemisch. Der Effekt: Auch nach Tagen sieht Fleisch außen rosig-frisch aus. Eine Illusion, denn Sauerstoff macht es gleichzeitig innen zäh und ranzig.

Jedes zweite Stück Fleisch kaufen Verbraucher aus den Selbstbedienungs-Kühltheken von Supermärkten. Hackfleisch und Rinderrouladen, Gulasch und Schweineschnitzel liegen dort geschnitten und portioniert in praktischen Plastikschalen. In genau diesen Plastikschalen entsteht die große Frische-Illusion, einem speziellen Gasgemisch sei dank. Tagelang behält das Fleisch außen eine rosige Farbe, während es innen jedoch schneller altert, zäh und ranzig wird. Die Anbieter nehmen diese Qualitätsverschlechterung in Kauf: Um es besser verkaufen zu können, hübschen sie es optisch auf – und bieten minderwertiges Fleisch an. (…)

(…) Das ist nicht nur eine Irreführung der Kunden, denen Tage altes Fleisch als optisch schlachtfrisch untergejubelt wird. Denn Fachleute wissen: Der Einsatz von Sauerstoff ist alles andere als unproblematisch. Hochkonzentriert, reagiert er auch mit den Fetten und Eiweißen im Fleisch. Folge sind “vielfältige negative Auswirkungen”, die etwa Wissenschaftler des staatlichen Max-Rubner-Instituts seit längerem als “unstrittig” beschreiben: “Derartig dem Sauerstoff ausgesetztes Fleisch” werde “schlagartig ranzig, entwickelt Altgeschmack, erfährt vielfältig stoffliche Umsetzungen der Lipid- und Proteinfraktion und wird zäh”, heißt es in einem Artikel im Branchenblatt “Fleischwirtschaft” (6/2009). Sogar eine “massive Erhöhung der gesundheitlich als schädlich bekannten Cholesteroloxide” stellten die Wissenschaftler fest, also die Bildung von “anerkannt toxischen Substanzen mit diversen biologischen Wirkungen, speziell auch im Zusammenhang mit degenerativen Erkrankungsgeschehen, wie Arteriosklerose oder auch Krebs”. (…)

Dazu gibt es ein ausführliches „Hintergrundpapier: Fleischmarkt unterm Sauerstoffzelt“ (pdf-Format).

In der Rubrik Abgespeist ist foodwatch den dreisten Werbelügen der Industrie auf der Spur. Jüngste Enthüllung: „Nimm2 und der Trick mit den Vitaminen – der vielleicht längste Etikettenschwindel der Welt“:

Der Schwindel: „Wertvolle Vitamine“, die den Vitaminhaushalt „wirksam“ ergänzen, stecken laut Storck in nimm2, dazu „Fruchtsaft“ und „Traubenzucker“. Andere nimm2-Produkte wie die „Lachgummis“ werden mit dem Slogan „Lachen ist gesund“ beworben – rundum suggeriert Storck also, nimm2 seien im Vergleich zu anderen Süßigkeiten die bessere und gesündere Wahl.

Die Wahrheit: nimm2-Produkte sind nicht besser oder gesünder als andere Süßigkeiten. „Fruchtsaft“ ist nur in winzigen Mengen enthalten und Traubenzucker hat gegenüber anderem Zucker keinen Vorteil. Der künstliche Vitamincocktail in den Bonbons ist außerdem nicht nur sinnlos, sondern höchst problematisch. Denn Kinder bekommen vermittelt, dass Süßigkeiten so „wertvoll“ und reich an wichtigen Nährstoffen sein können wie Obst und Gemüse. Doch gerade für Kinder ist eine klare Trennlinie zwischen Süßigkeiten und anderen Lebensmitteln außerordentlich wichtig. Zuckerwerk darf Kindern nicht suggerieren, es sei „wertvoll“ und damit gesund oder unabdingbar. (…)

Und apropos Werbelügen – dazu passt auch dieser schon etwas ältere Artikel/Film von foodwatch – „Was steckt hinter McDonald’s Bauernhof-Idylle?“, in der sie die verlogenen Reklamekampagnen des Fastfood-Konzerns gründlich zerpflücken:

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Die Schädlichkeit der Discounter am Beispiel des Wassers (II)

Dass das Trinken von Wasser aus Plastikflaschen ein großer Unfug ist, hatte ich ja neulich schon berichtet (HIER). Wie immer, wenn es darum geht, ein umwelt- und sozialschädliches Verhalten zu propagieren, sind die Discounter natürlich ganz vorne mit dabei. Vor einer Weile waren die negativen Auswirkungen des Einwegpfands ja schon Thema in der NDR-Sendung markt (siehe „Umweltbeslastung durch Discounter-Einweg“), und nun befasste sich das Wirtschaftsmagazin Plusminus ganz speziell mit der Problematik, wie die Marktmacht der Billigläden wieder einmal eine ganze Branche in den Abgrund reißt – „Preiskampf Mineralwasser  – Discounter verdrängen Brunnenbetriebe und Mehrwegflaschen“. In diesem Beitrag wird auch sehr schön das Märchen von den vielen Arbeitsplätzen, die die Discounter angeblich schaffen, widerlegt, denn wie in dem Film bei den kleineren und mittleren Brunnenbetrieben zerstören Aldi, Lidl & Co. in ihrem Umfeld, also bei ihren Zulieferern, massiv das Arbeitsplatzgefüge. Von der Ausrottung einer (regionalen) Angebots-Vielfalt mal ganz zu schweigen.

Die Deutschen sind Weltmeister in Sachen Umweltschutz. Beim Mineralwasser aber scheitern viele, weil beim Pfand keiner mehr durchblickt. Mehrweg oder Einweg? Die Flaschen sehen gleich aus, auf beides zahlen wir Pfand. Nur wer ganz genau hinschaut, erkennt die Flasche mit diesem Zeichen als Einweg. Und nur wo Mehrweg draufsteht, werden die Flaschen wieder verwendet. Ein Pfand-Wirrwarr im Kleingedruckten, das die Discounter geschickt ausnutzen. (…)

(…) Wasser in Einwegflaschen: Das Geschäft mit den Discountern machen Großabfüller wie hier im hessischen Breuna. Kosten für Arbeitsplätze, Logistik und Abfüllanlage haben sie auf ein Minimum reduziert. Wie die Kampfpreise beim Wasser genau zustande kommen, wollen sie Plusminus nicht erzählen. Mittlerweile beliefern fünf Großabfüller fast den gesamten Discountmarkt in Deutschland. (…)

(…) Umwelt hin oder her, auch beim Wasser regiert der Preis. Und da haben die Discounter mit 19 Cent für 1,5 Liter die Kunden längst an der Angel. Billig, praktisch, lecker: Der Verbraucher hat den Umweltgedanken beim Wasser schon längst verloren. Der Preiskampf um das Mineralwasser ist ein Lehrstück über die Marktmacht der Discounter und das Scheitern der Politik in Sachen Umweltschutz.

Offenbar sind viele Leute offenbar so kurzsichtig, nicht zu erkennen, dass Wasser aus dem Wasserhahn (selbst wenn man es filtert) noch viel günstiger (und viel wenige rumweltschädlich) ist als das Discountergesöff…

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Tiere essen

Man soll mir ja nicht nachsagen können, dass ich nicht jeden Hype mitmache ;-) – tatsächlich wird das Thema Vegetarismus derzeit nicht nur im Greenpeace Magazin ausführlich behandelt, sondern Dank des neuen Buches „Tiere essen“ des amerikanischen Autoren Jonathan Safran Foer (immerhin auf Platz 2 der Amazon-Bestsellerliste!) auch verstärkt diskussionsauslösend in „die Mitte der Gesellschaft“ getragen. Also dorthin, wo man sich bisher über Konsum und Essgewohnheiten wenig Gedanken machte, sondern einfach nur isst, was auf den Tisch kommt. Auf der Utopia-Plattform tummeln sich zugegebenermaßen schon eher Menschen, die bereits etwas bewusster mit ihrer Ernährungs- und Konsumgewohnheiten umgehen, dennoch ist die dort entbrannte Diskussion spannend zu lesen – „Glückliche tote Tiere essen – Plädoyer für bewussten Konsum“.

(…) „Dreckskerl! Ich kann kein Fleisch mehr essen!“ – wie der Spiegel schreibt, erreichen derartige E-Mails Jonathan Safran Foer täglich, seitdem sein Buch „Tiere essen“ in den USA erschienen ist. Wenn kluge Worte mit begabter Zunge zur richtigen Zeit gesprochen werden, besteht die Möglichkeit zum Wandel. Der 33-Jährige wird seit seinem Erstlingsroman “Alles ist erleuchtet” aus dem Jahr 2002 als literarisches Ausnahmetalent gefeiert. Erwartungsgemäß geistreich geht er auch das „Fleisch-Thema“ an. Der Amerikaner predigt nicht für den radikalen Fleischverzicht und gesteht auch seine eigene Schwäche für Fleisch ein. Er will nicht missionieren, nur aufklären.  Seine Mischung aus journalistischer Recherche, Autobiographie und Wissenschaft ist bestechend. Foer schockiert mit detailgenauen, szenischen Beschreibungen aus der Massentierhaltung, untermalt diese mit faktischen Statistiken zu Fleischkonsum und Klimawandel und berührt mit seinem persönlichen Stil. Foer bekommt in seinen Worten die Wirklichkeit der Massentierhaltung zu fassen und diese kann augenscheinlich niemanden kalt lassen. (…)

Selbst Die Zeit titelte neulich zum Bild eines blutigen Steaks ganz groß „Lasst das!“ und brachte neben einem Interview mit J.S. Foer – „Donnerstags kein Fleisch“ – auch einen längeren Artikel von Iris RadischTiere sind auch nur Menschen“, in dem sie für eine vegetarische Ernährung plädiert:

(…) Das gilt auch für den noch viel gewichtigeren Trumpf in der Hand der Vegetarier: die ungeheuere Belastung der Erde durch die Treibhausgasemissionen, die durch die Massentierhaltung entstehen. Gerade veröffentlichte das unabhängige Washingtoner Worldwatch Institute seine jüngsten Messungen, nach denen die Massentierhaltung nicht nur wie bisher angenommen für 18 Prozent, sondern sogar für über 50 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Fleisch essen ist schlimmer als Auto fahren.

Von dem unverantwortlichen Wasserverbrauch, der unwirtschaftlichen Vernichtung von Anbaufläche, der Rodung der Wälder zur Vermehrung von Weideflächen noch gar nicht zu reden. Niemand bezweifelt diese für unsere Überlebensaussichten äußerst betrübliche Diagnose. Sie ist ein starkes Argument für eine drastische Senkung des Fleischkonsums. Doch erspart auch sie uns nicht die alles entscheidende Frage, die man auch unseren ökologisch korrekten Urahnen hätte stellen müssen: Wer darf wen töten und warum? (…)

Die österreichische Zeitung Die Presse geht in „Jonathan Safran Foer: Böses Fleisch“ nicht nur der Frage nach, was Fleischkonsum alles anrichtet, sondern auch, ob es sich beim „neuen Vegetarismus“ eventuell auch nur um einen Hype, eine Modeerscheinung handelt, die nach einiger Zeit wieder in der Versenkung verschwindet:

Spätestens seit sich das deutsche Feuilleton mit Genuss auf Jonathan Safran Foers “Tiere essen” stürzt, ist klar: Vegetarier sind die besseren Menschen. Bloß: Wie lange? (…)

(…) Tatsächlich hat sich die gesellschaftliche Wahrnehmung von Vegetarismus ohnehin bereits deutlich verändert. 2007 waren laut Statistik Austria 1,4 Prozent der Männer und 3,9 Prozent der Frauen in Österreich Vegetarier, die Zahlen gehen aber deutlich nach oben. 2010 kann man gesellschaftlichen Status auch nicht mehr daran festmachen, wer das größte Stück Fleisch auf seinem Teller hat. Vegetarier sind heute keine Sonderlinge mehr wie noch vor wenigen Jahrzehnten, und vegetarische Restaurants sind in Wien keine spleenigen Kaschemmen für Grünwähler mit Birkenstock-Schlappen. Im Gegenteil: Vegetarier sind in der öffentlichen Wahrnehmung die verantwortungsbewussteren, umweltfreundlicheren Menschen. Es wird auch in Wien allmählich chic, Vegetarier zu sein. Spätestens, wenn Jonathan Safran Foers Buch in den Buchhandlungen aus der Gesundheitsecke zu den Bestsellerstapeln wandert, wird es wohl noch schicker.

Zumindest für einige Monate. Bis den meisten Hype-Vegetariern der Geschmack von Pilzen, Gemüse und Hirsebällchen zu eintönig wird. Und sie sich nach einem Steak sehnen. Aber dann hat die Frankfurter Buchmesse schon ausreichend neuen Gesprächsstoff auf den Markt geworfen.

Auch die neue kritische Nachhaltigkeitswebsite Global U-Turn (die ich an dieser Stelle übrigens durchaus auch als Surftipp empfehlen möchte!) wirft einen genaueren Blick auf die Folgen des Fleischkonsums für Gesellschaft und Planeten – „Schmeckt’s?“ lautet die Frage, schließlich ist das „Schmecken“ ja der Hauptgrund für die meisten Menschen, Fleisch trotz aller damit verbundenen moralischen wie gesundheitlichen Probleme zu sich zu nehmen:

Fleisch ist ein Stück Lebenskraft – mit diesem Satz warb die deutsche Agrar-Marketinggesellschaft CMA im Jahre 1967 für den Fleischverzehr. Gut, die CMA behauptete auch, dass Milch müde Männer munter machen würde, was unbewiesen blieb. Aber Slogans wie „Isst Du kein Fleisch, dann fehlt Dir was” (1990), “Ewig lockt das Fleisch” (1991), „Fleisch, ja klar!” (2002) und “Schweinefleisch: Macht Lust und Laune” (2004) richteten sich an eine große Zielgruppe. 94 Prozent aller Deutschen essen Fleisch. Weil es ihnen gut schmeckt, weil sie es gewohnt sind, weil Fleischessen ganz normal ist, weil man für eine ausgewogene Ernährung ja Eiweiß braucht. Richtig. (…)

(…) Der maßlose und unüberlegte Verzehr von industriell produziertem Fleisch ist schädlich. Er schadet Tieren und Erzeugern – viele Bauern hassen das moderne Mastsystem und würden gern wieder traditionell arbeiten – genauso wie Konsumenten und der Umwelt. Würde allgemein weniger Fleisch gegessen und deshalb auch weniger Getreide, Soja und Mais an Masttiere verfüttert, könnten Menschen in vielen Entwicklungsländern sich und ihre Kinder leichter ernähren. Und gleichzeitig würde das unermessliche Leid jener 4 Milliarden Kreaturen gemindert, die ein kurzes und elendes Dasein in Ställen und Käfigen erdulden müssen, nur damit sie gebraten auf unseren Tellern landen. (…)

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Die Verödung auf dem Biermarkt

Okay, zugegeben, ich selbst mache mir nichts aus Bier. Was mir allerdings schon seit längerem auffällt ,ist, dass sich eine kleine Anzahl von großen Marken immer weiter ausbreitet. Max Goldt nennt solche Sorten „Fernsehbiere“, weil diese Firmen den TV-Werbemarkt dominieren und alles präsentieren und sponsorn, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Sie sind, im wahrsten Sinne des Wortes, Mainstream. Wie auch in anderen Bereichen der Wirtschaft läuft auf dem Biermarkt ein gnadenloser Verdrägnungs- und Konzentrationsprozess ab, der die Vielfalt zu bedrohen beginnt. Die WDR-Sendung markt befasste sich mit dieser Entwicklung und ging auch der Frage nach, ob die Dominanz der Industriebiere auch eine Geschmacksnivellierung nach sich zieht. „Hopfen und Malz...“:

(…) In Dortmund, der ehemals zweitgrößten Bierstadt der Welt, ist von allen Brauereien nur die Dortmunder Actien Brauerei, kurz DAB, geblieben – sie gehört inzwischen zur Radeberger Gruppe. In den 70er-Jahren begann das Brauereisterben. Die Gebäude wurden abgerissen, die altbekannten Markennamen aufgegeben oder verkauft. DAB als einzige überlebende Brauerei hat viele dieser Marken in und um Dortmund übernommen. Ob Kronen, Brinkhoffs Nr. 1, Union oder Ritter – die Dortmunder Actien Brauerei braut sie alle an einem Ort in einer Großbrauerei. (…)


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Der Mais ist heiß

Alternative Energie-Erzeugungsmethoden mit Hilfe nachwachsender Rohstoffe statt fossiler Brenstoffe oder gar Atomkraft sind ja eigentlich eine gute Sache. Eigentlich. Vor einigen Wochen berichtete ich aber schon einmal über die Umweltprobleme auf Grund der Zerstörung von Wäldern und Unterholz, die für Blockheizkraftwerke verfeuert werden („Umweltgefahr durch Öko-Kraftwerke“). Nun berichtete das Magazin markt des NDR über eine weitere fatale Folge einer einseitigen und kurzsichtigen Energieplanung – Mais, der für Biogasanlagen gebraucht wird und – Dank EU-Subventionen – den Anbau von Lebensmitteln verdrängt. Wieder einmal ein Lehrstück dafür, wie der „freie Markt“ NICHT funktionieren sollte… „Warum Bauern lieber Mais anbauen“:

Mais verdrängt Kartoffeln und Gemüse von den heimischen Äckern. Der Grund: Biogasanlagenbetreiber können 1.500 Euro Pacht pro Hektar Land bezahlen. Ein Landwirt, der Lebensmittel produziert, kann nur 400 bis 500 Euro bieten. Dass Biogasanlagenbetreiber so hohe Pachtpreise zahlen können, liegt an den enormen Förderungen der Energiegewinnung aus Mais  durch die Bundesregierung. Diese Förderungen führen zu einer großen Konkurrenz um Flächen zwischen Biogasbetreibern und Landwirten. “Wenn hier von über 1.000 Euro gesprochen wird, die kann ich mit meinem Betrieb so nicht erwirtschaften. Für das Geld kann ich keine Tiere produzieren, das krieg ich nicht wieder”, so Landwirt Reinhard Evers. Auch Landwirt Heiner Klatte-Kalvelage sieht das so: “Die Spirale ist nach oben offen. Durch die horrenden Subventionen kann niemand die Biogasanlagenbetreiber überbieten. […]

[…] Es habe Druck aus der EU gegeben, die Flächenanteile von Bioenergie deutlich zu erhöhen, so Christian Meyer, Landtagsabgeordneter der Grünen in Niedersachsen und zuständig für den Bereich Landwirtschaft. Dabei seien Fehler gemacht worden, die die Maismonokulturen zur Folge hätten. “Biogas ist keine schlechte Sache, wenn man es durch Reststoffe erzeugt und nicht durch die Verwendung von Mais. Durch die Förderungen des Maisanbaus für die Biogasproduktion nutzen wir heute nicht die Stoffe, die wir nutzen müssten, wie Gülle, wie Reststoffe,” so der Politiker. Dadurch seien die ausufernden Maisflächen entstanden.

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Tote Ernte – Der Krieg ums Saatgut

Immer wieder hört man bei Diskussionen rund ums Thema „Genmanipulation“ auch beschwichtigende Stimmen, die darauf hinweisen, dass normales Kreuzen und Züchten von Pflanzen ja auch eine Art Genmanipulation ist und negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus ohnehin nicht belegt seien. Den meines Erachtens wirklich gefährlichen Aspekt dieser Entwicklung übersehen viele dabei leider: nämlich den, dass durch Gentechnik die Patente auf Pflanzen und Sorten in die Hände einiger weniger Großkonzerne wie Monsanto oder Bayer fallen, die dieses zum Nachteil der Bauern weltweit ausnutzen. Die schon etwas ältere Arte-Doku „Tote Ernte – Der Krieg ums Saatgut“ zeigt dies am krassen Beispiel eines kanadischen Landwirts:

Im kanadischen Weizengürtel wurde der Landwirt Percy Schmeiser vom Chemie- und Saatguthersteller Monsanto auf Patentverletzung und eine halbe Millionen Mark Schadenersatz verklagt, weil Wind oder Vögel ihm Monsantos genmanipulierten Raps zugetragen haben. Schmeiser erhob Gegenklage wegen Rufmord und Verseuchung seiner Felder, ging an die Öffentlichkeit und wird inzwischen von Bio- und Bürgerrechts-Organisationen als Ikone des Monsanto-Widerstands rund um den Globus geschickt. Seine weltweite Botschaft: Verteidigt Euer Saatgut! In Europa sammelt der Landwirt Klaus Buschmeier aus dem westfälischen Extertal Kollegen um sich und organisiert einen Aufstand gegen den Deutschen Bauern-Verband. Ein Kooperationsabkommen des Bauernverbandes mit den Pflanzenzüchtern über Nachbaugebühren empfinden die Bauern als Verrat. Im Landgericht München, das eigens eine Sonderkammer einsetzt, lesen Bauern ihrem Landesführer vor der Kamera fast handgreiflich die Leviten.Um die Gentechnik durchzusetzen, haben die Chemiemultis fast alle großen Pflanzenzüchter geschluckt. Gentechnik stoppt nicht den Hunger in der Welt, sondern fördert den Chemieabsatz. Die Gentechnik macht Nutzpflanzen gegen Unkrautmittel resisdent. Der Bauer darf die Pflanzen anbauen, mit Chemie behandeln und verkaufen, mehr nicht. Jede Wiederaussaat oder eigene Zuchtarbeit wird verboten oder mit Gebühren belegt. Für Buschmeier und Schmeiser ist das die Rückkehr der Leibeigenschaft.Der Gipfel des gentechnischen Zynismus ist die sogenannte Terminator-Technologie. Sie macht die Bauern mit Hilfe der Gentechnik endgültig von den Konzernen abhängig. Die Pflanzen werden gentechnisch so manipuliert, dass sie nur einmal keimfähig sind. Eine Wiederaussaat der Ernte ist zwecklos. Die Ernte ist tot.

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Reklame is(s)t Scheiße… Werbende Fernsehköche

Es gibt viele Dinge auf dieser Welt, die ich nicht verstehe. Warum die Banane krumm ist. Wieso Pur oder die Böhsen Onkelz zu den beliebtesten deustchen Bands gehören oder sowas wie Mario Barth den erfolgreichsten Comedian des Landes darstellt. Wieso jemand heutzutage FDP wählt oder beim Anblick eines SUV nicht in schallendes Lachen ob der peinlichen Hässlichkeit des Gefährts ausbricht. Wie man Sender wie RTL ertragen oder die BILD-„Zeitung“ lesen UND ernstnehmen kann. Genauso wenig will es mir in den Kopf, weshalb Prominente ihren Namen und ihre Visage für irgendwelche Produkte und dubiose Unternehmen hergeben und ihre ohnehin schon stattliche Kasse noch mit Reklameauftritten aufpeppen müssen. Für mich wäre eigentlich die einzige Motivation, berühmt zu werden, dass ich dann die ganzen dämlichen Marketingfuzzis von Media Markt, Coca Cola oder Nestlé hohnlachend in hohem Bogen auf die Straße werfen lassen könnte. :-)

In der Markt-Sendung im NDR ging es um eine besondere Spezies von Mietpromis – „Werbende Fernsehköche“. Das Perfide hieran ist, dass diese Herren wie Alfons Schuhbeck in ihren unseligen Kochshows das Hohelied auf natürliche Zutaten etc. pp. singen, sich dann aber nicht zu blöd sind, für popelige und mit künstlichen Aromen und Geschmacksverstärkern versehene Industrietütensuppen und Firmen wie Maggi (Nestlé!) zu werben und damit ihre eigenen im TV propagierten Ansprüche zu konterkarieren. Wie gesagt, es gibt so manches, was ich nicht verstehe – wie schaffen es diese Leute, Abends noch in den Spiegel zu gucken, ohne sich in Grund und Boden zu schämen? Wie rechtfertigen sie sich vor Freunden und Verwandten? Ist Geld wirklich alles bzw. lässt ein hübsches Sümmchen alle Skrupel vergessen?

In ihren Fernsehsendungen preisen Starköche frische Zutaten. Aber viele von ihnen werben für Fertigprodukte, die zum Teil auch Geschmacksverstärker beinhalten. Wie kann das sein?

NACHTRAG: Der Moustachio-Blog kommentiert diesen Sachverhalt ebenfalls zutreffend: „Ein perverses Paar: Fernsehen und Köche“:

(…) Als Koch, Gastronom, Ökotrophologe und Kulinarier schmerzt es mir sehr zu sehen, was heute in den Medien und in den Supermärkten passiert. Egal welchen Sender man im Fernsehen einschaltet, überall wird “gekocht” – bzw. es wird so getan, als würde man kochen. Alles ist aufregend, spannend, unterhaltsam,kurzweilig und geht ruckzuck. Am Ende wird auf jede erdenkliche Art und Weise bewertet und benotet und der Kochprozess und die Lebensmittel werden zu Gegenständen eines banalen Wettbewerbs degradiert. In anderen Formaten kommen die erhabenen “Profis” und “Tester” und hauen mal so richtig auf den Tisch und zeigen wie es denn richtig geht. Alles für den mental halbtoten Zuschauer in einem realitätsfernen Schwarz-Weiß dargestellt – vorher: alles schlecht, nachher: alles gut. Fertig. Das ist die Realität des Fernsehens. (…)

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Aktuelle Protestaktion: Deutsche Massentierhaltung bedroht Südamerikas Regenwald

Die Zahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren oder zumindest Biofleisch essen, nimmt eigentlich zu. Dachte ich jedenfalls. Dennoch gibt es europaweit wahnwitzige Pläne, immer größere Fleischfabriken in die Landschaft zu pflanzen, damit Industriefleisch noch billiger wird. Zum Schaden der Tiere, der Natur und letzten Endes auch der Menschen. Regenwald.org ruft deshalb zum Widerstand gegen ein neues Projekt einer Geflügelschlachtanlage in Niedersachsen auf – bitte alle mitmachen und weitersagen!

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Was hat eine für den Tourismus erschlossene Region und besonders schützenswerte Naturlandschaft der Südheide mit der größten Geflügelschlachterei Europas zu tun? Und warum führt die blutige Spur bis in die Regenwaldgebiete Südamerikas?

In der beschaulichen niedersächsischen Gemeinde Wietze bei Celle soll Europas größte Anlage zur Schlachtung von Geflügel entstehen. Im Sekundentakt sollen hier hochgezüchtete Hühner massenhaft getötet werden – 135 Millionen Tiere pro Jahr! Der Investor der Anlage, Franz-Josef Rothkötter, ist kein unbeschriebenes Blatt. Bereits im Emsland betreibt er Mast- und Schlachtbetriebe in ähnlichen Dimensionen. Der unter dem Namen Emsland Frischgeflügel GmbH firmierende Großschlachtbetrieb hat zusammen mit Mitbewerbern eine ganze Region in Agrarland verwandelt und findet nun in Wietze nahe den Flussauen von Aller und Leine ideale Bedingungen für seine Expansionspläne vor. Zudem hat die niedersächsische Landesregierung Stimmung gemacht und einheitlich das Bauvorhaben begrüßt. So käme dringend benötigtes Geld in die Kassen der Gemeinden, zudem würden neue Arbeitsplätze entstehen. Das Gewerbeaufsichtsamt hat in letzter Instanz die erforderliche Genehmigung erteilt.

Seitdem ist das Gelände, auf dem der Megabau entstehen soll, hart umkämpft. Es werden alle Register gezogen, auch aus den Reihen der Gegner der Tierfabrik. Ihr Vorwurf: Hier segelt unter falscher Flagge ein großes Industrieunternehmen, das vorgibt, in Sachen Umweltschutz und artgerechter Tierhaltung vorbildlich zu produzieren. Rothkötter präsentiert sich in seiner Hochglanzbroschüre als engagiertes Vorzeigeunternehmen. Tatsächlich ist der vorgesehene Megaschlachtbetrieb für den deutschen Markt völlig überdimensioniert. Eine entsprechende Überproduktion an Schlachtgut ist aber vorgesehen und ein willkommenes Vehikel, um den Export in das Europäische Ausland anzukurbeln. Ein industrieller Fleischproduktionsbetrieb mit solchen Ausmaßen geht immer einher mit Tierquälerei, Umweltzerstörung und Konflikten mit der Bevölkerung aus ethischen und sozialen Gründen.

Die Lust auf Fleisch kostet einen hohen Preis: Bereits heute entfällt mehr als die Hälfte des weltweit verfügbaren Ackerlandes auf die Tierzucht. Für jedes Kilogramm Geflügel müssen zwei Kilogramm Getreide und Soja geopfert werden. Wenn man weitere Faktoren wie Wasserverbrauch und ungenutzte Abfälle einrechnet, so ergibt sich eine vernichtende Energiebilanz: 20 Kilogramm an pflanzlicher Masse ist nötig, um ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen. Jedes Jahr werden weltweit rund 700 Millionen Tonnen Getreide und Soja an Nutztiere verfüttert. Das ist mehr, als ein Drittel des Weltgetreideverbrauchs. Je mehr Tiere aber mit dem Menschen um Getreide und Soja konkurrieren, desto höher steigt der Preis für die Nutzpflanzen – die Armen können sich dann nicht einmal mehr die pflanzliche Nahrung leisten.

Vor allem der Sojaanbau für die Tierfutterindustrie birgt verheerende Probleme. In den Ländern wie Brasilien, Argentinien, Bolivien und Paraguay führt der Anbau der Nutzpflanze immer zu Menschenrechts- und Landrechtsverletzungen und zur Vertreibung von Urvölkern in Folge von Übergriffen durch Konzerne, die sich große Landstriche zur Bebauung unrechtmäßig aneignen. Menschen hungern, weil ihre Nahrungsmittel in Industrieländer exportiert werden als Futtermittel für unser Vieh. Und um die Ackerflächen für den Anbau von Nutzpflanzen wie Soja zu schaffen, werden in Südamerika die artenreichen Urwaldwald- und Savannengebiete gerodet. Dies führt zur Zerstörung von ursprünglichstem Lebensraum der Urvölker, zum Artensterben und in letzter Konsequenz zu massiven Klimaveränderungen weltweit (siehe Regenwald Report Nr. 01/2009).

Noch kann der Bau der größten Geflügelgroßschlachterei Europas verhindert werden. Denn einige Entscheidungen bis zum ersten Spatenstich für die Anlage stehen noch aus. So bleibt vor allem die Frage zur Wasserversorgung von täglich 3.300 Kubikmetern vollkommen ungeklärt. Und solange der Bau solcher Großbetriebe weiterhin aus Mitteln der EU subventioniert wird, damit diese ihre Massengüter billig auf den Markt bringen können, werden Tiere wie leblose Rohstoffe behandelt. Wir stehen am Beginn einer Entwicklung, die jetzt aufgehalten werden muss. Fordern Sie die Gemeinderäte, die Regierungsvertreter und die Vertreter im Europäischen Parlament in Brüssel auf, die Ausweitung von Tiermast- und Großschlachtereien hin zur industriellen Landwirtschaft in Deutschland zu verhindern.

Die ZDF-Sendung „Frontal 21” beleuchtet voraussichtlich am Dienstag, 27. Juli, um 21:00 Uhr die Problematik um den geplanten Großbetrieb.

Bitte nehmen Sie an unserer aktuellen Protestaktion teil:
http://www.regenwald.org

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„Kieferverletzungen durch zu große Hamburger“

Was zuerst wie ein Scherz klingt – „Kieferverletzungen durch zu große Hamburger“ –  bzw. nach bisher unbekannten Gefahren des Fast Food-Konsums, entpuppt sich dann bei näherem Hinsehen doch als ernstzunehmender Artikel, der sich mit den Auswirkungen des Fast Food-Wahns auf die Menschen in Asien befasst. Diese bestehen nicht nur in Kieferproblemen durch den Verzehr überdimensionierter Labberbrötchenbuletten:

[…] Trotz der erstklassigen lokalen Küchen Ost- und Südost-Asiens, die vor allem von Touristen sehr geschätzt werden, sind Fastfood-Ketten mit westlicher Nahrung seit Jahren der absolute Renner. Erst vor kurzem hat eine Studie des australischen Gavran Institute of Medical Research http://www.gavran.org.au vor den dramatischen Gesundheitsfolgen der umgestellten Ernährung in Vietnam gewarnt.

“Ernährungsgewohnheiten haben sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert. Das betrifft vor allem die Städte, die immer mehr verwestlicht werden”, so Tuan Nguyen. Eine australisch-vietnamesische Studie unter 2.000 Personen kam zum Schluss, dass elf Prozent der Männer und zwölf Prozent der Frauen in Ho Chi Minh City an nicht diagnostizierter Typ-2-Diabetes leiden. In den Gesundheitsstatistiken der Metropole wurde die Zahl der diagnostizierten Diabetiker mit vier Prozent angegeben. Vietnam ist kein Einzelfall, kritisieren die Experten. Ähnliche Studienergebnisse gebe es auch aus Thailand. […]

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Wege aus der Hungerkrise – Erkenntnisse aus dem Weltagrarbericht

Da ich gestern bereits über bedenkliche Entwicklungen in einer immer stärker industralisierten und auf Megalomanie zusteuernden Landwirtschaft schrieb („Toscanella, die Gift-Tomate“), passt es doch bestens, heute dafür mal über mögliche Auswege aus diesem Dilemma zu berichten. Aufmerksam wurde ich auf den Weltagrarbericht im Der Moustachio-Blog, der Gudrun Kamasch aus dem Slow Food Magazin zitiert:

Ökologischer Landbau ist kein Luxus für die Reichen – vielmehr, und das ist die großartige Botschaft des Weltragrarberichtes, die Voraussetzung und Grundlage dafür, Nahrung für alle Menschen nachhaltig zu sichern, den Menschen ihre Ernährungssouveränität zurückzugeben.

Zu besagtem Weltagrarbericht, der von 500 Wissenschaftlern im Auftrag der Vereinten Nationen und der Weltbank erstellt wurde und den Stand des globalen Wissens über die Landwirtschaft, ihre Geschichte und ihre Zukunft zusammenfasst, existiert auch eine umfassende Website mit dem klingenden Titel „Wege aus der Hungerkrise – Die Erkenntnisse des Weltagrarberichtes und seine Vorschläge für eine Landwirtschaft von morgen“. Hier kann man den gesamten Bericht oder auch nur Teile davon herunterladen (HIER gibt es eine Zusammenfassung als pdf), und die einzelnen Hauptthemen (Hunger, Gesundheit, Ungleichverteilung, Geschlechterrrollen, Wasser, Wissen, Genforschung, Fleisch uvm.) werden kurz und prägnant vorgestellt. In jedem Abschnitt soll aufgezeigt werden, wie der jeweilige aktuelle Stand aussieht, wo es überall Punkte gibt, die verbessert und aufgegriffen werden müssen – und wo überall auf der Welt bereits Initiativen daran arbeiten, den Missständen entgegenzuwirken. Beispiel Ernährungs-Souveränität:

Das Konzept der Ernährungs-Souveränität / Food Sovereignty wurde ursprünglich von der internationalen Kleinbauern-Organisation
Via Campesina entwickelt. Der klassische Begriff der “Ernährungs-Sicherheit” bezieht sich lediglich auf die Menge an Nahrungs-mitteln, die den Menschen eines Landes oder einer Region zur Verfügung steht. “Ernährungs-Souveränität” fragt darüber hinaus, wie die Nahrungsmittel produziert und verteilt werden.
Auch der Weltagrarbericht arbeitet mit dem Konzept der Ernährungs-Souveränität. >>mehr

Liberalisierung des Welthandels gefährdet Ernährungs-Souveränität

Der Welthandel hat großen Einfluss auf die Landwirtschaftspolitik vieler Entwicklungs-länder. Anstatt die Versorgung der eigenen Bevölkerung und die Entwicklung der heimischen Märkte und ländlichen Gebiete zu fördern, versuchen deren Regierungen und Eliten häufig, durch Agrarexporte Devisen und Steuereinkommen zu erzielen.
Viele Länder, deren Bevölkerung unter Hunger leidet, versorgen gleichzeitig die Futter-, Faser-, Treibstoff und Genuss-mittelindustrie des Nordens mit billigen Rohstoffen – zu hohen ökologischen und sozialen Kosten.

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