Jun
21
2010

Wälder verheizt: Umweltgefahr durch Öko-Kraftwerke

Während der Fußball-WM liegt so ziemlich das komplette televisionäre Leben in einer Art geistigen Wundstarrkrampf – viele (der ohnehin seltenen) kritische Sendungen werden dem runden Leder geopfert, statt Frontal 21 oder Zapp wird dem Fernsehvolk nun der Dünnpfiff irgendwelcher Reporter oder Ex-Fußballer mit ihren eher sinnfreien „Analysen“ präsentiert. Man muss sich schon fragen, ob es ein Zufall war, dass die schwarz-gelbe Regierungssimulation ihr Sparpaket ausgerechnet wenige Tage vor der Weltmeisterschaft bekannt gegeben hat… vielleicht in der berechtigten Hoffnung, dass in all der Schlaaand-Euphorie die sozialen Zumutungen vergessen werden, wenn auch nur für ein paar Wochen. Nun ja, in der letzten quer-Sendung vor der Fußballpause gab es auf jeden Fall noch einmal einige interessante Beiträge zu bewundern, so auch „Wälder verheizt: Umweltgefahr durch Öko-Kraftwerke“, der verdeutlicht, dass unsere energiehungrige und kurzsichtige Wegwerfkonsumgesellschaft sich die eigene Lebensgrundlage unter dem Hintern wegröstet:

Billig und vor allem klimafreundlich heizen – das versprechen Blockheizkraftwerke, die momentan wie Pilze aus dem Boden schießen. So etwa auch rund um Freilassing: Hier sind zu den bestehenden 13 Werken 2 weitere geplant! Doch so ökologisch sinnvoll die Energiegewinnung durch Holz bei einem einzelnen Heizkraftwerk ist – in der Masse, warnen Experten, kann der Holzbedarf schon bald nicht mehr gedeckt werden. Droht nach dem Kampf ums Öl jetzt der Kampf ums Holz?

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9 Kommentare »

  • John Foster

    Also…ich bin ja immer noch ‘Fan’ von ordentlich überwachten Atomkraftwerken. Wenn alles nach vorschrift geschieht, passiert auch nix, irgendwann ist nix mehr von der Strahlung übrig (Halbwertszeit-halbierende Extremophobile gibt es zudem auch noch) und AKW’s sind immens effektiv. Meiner Meinung nach, gibt es keine effektivere Alternative.
    Würde dazu gerne mal eure Stimmen hören.

    Comment | 21. Juni 2010
  • Tatsächlich bist Du der erste, den ich hier “treffe”, der sich FÜR Atomkraft ausspricht… Ich finde das mit “alles nach Vorschrift”, “ordentlich überwacht” etwas naiv, denn eine Technik wie das Betreiben solcher AKW lässt sich, das hat die Vergangenheit zigfach gezeigt, nicht 100% sicher gestalten und überwachen. Und der Atommüll bleibt viele viele Tausende Jahre ein Problem (selbst wenn man die Halbwertzeit halbieren könnte), nicht nur für uns, sondern auch für nachfolgende Generationen. So etwas finde ich unverantwortlich. Statt also Milliarden in Atomstromsubventionierung, Endlagerung und Problembeseitigung zu stecken, sollten lieber die regenerativen Energien stärker unterstützt und erforscht werden.

    Comment | 21. Juni 2010
  • Die Effektivität von AKWs ist umstritten. Schließlich müssen die Kernbrennstäbe erst für die Energiegewinnung vorbereitet werden. Das kostet eine Menge Vorab-Energie und man fabriziert ziemlich viel Dreck. Zudem muss Uran auch erst abgebaut werden. Ist auch keine besonders saubere Sache. Dann muss ein AKW (irgendwann ist es halt baufällig) auch zurückgebaut werden. Das wird dann richtig teuer. Auch ein Grund, warum die Bundesregierung an den Laufzeiten festhalten will.
    Die Lagerung von Atom-Müll ist bis heute vor keinem Land befriedigend gelöst wurden.
    Hinzu kommt zudem immer die Gefahr eines Störfalls. Auch bei BP hatte man bis wenigen Wochen eine so große Ölkatastrophe für unmöglich gehalten.
    Falls Du wissen willst, was bei einer Atom-Katastrophe wirklich passiert, solltest Du den “Roman” Tschernobyl: Eine Chronik der Zukunft von Swetlana Alexijewitsch lesen.
    Danach sieht man die “saubere” Atomenergie etwas anders.

    Comment | 21. Juni 2010
  • someone

    http://www.miller-mccune.com/environment/peak-wood-nature-does-impose-limits-16596/

    Comment | 22. Juni 2010
  • Ja, und gegen Atomkraft spricht ja auch noch, dass dies eine Technologie ist, die nur durch große Konzerne betrieben werden kann, so dass die Abhängigkeit der Bevölkerung von einigen wenigen Anbietern zementiert wird. Da sind dezentrale, regionale Energieerzeugungsformen ja eindeutig vorzuziehen.

    Comment | 22. Juni 2010
  • Thomas P.

    Alle Welt redet vom sparen. Geld sparen. Aber sparen am Komfort tut keiner. Stattdessen nimmt der Absatz an Unterhaltungselektronik zu. Statt zwei Fernseher müssen es jetzt drei sein. Hier sollte man ansetzen. Eine Ökoabgabe auf Energieverbrauch.

    Comment | 22. Juni 2010
  • Bobo

    Wichtig scheint mir vor allem, nicht der Kohle- und Atomlobby das Feld zu überlassen und den Diskurs bestimmen zu lassen. Dafür ist es vor allem wichtig, sich umzuschauen, welche Alternativen es denn sonst noch so gibt. Die Bürgerbewegung für Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft stellt in ihrer Zeitschrift die Methode der \”Integrierten Methanisierung und Kompostierung von Bioreststoffen\” vor. Da wird aus Biomüll Heizenergie und Strom gewonnen. Leider scheint diese methode noch nicht sehr bekannt zu sein. Eine solche Anlage wurde in Jühnde bereits realisiert: http://www.bioenergiedorf.info

    Comment | 24. Juni 2010
  • Aurikel

    “Weniger ist Mehr”

    … in diesem Sinne führt Bescheidenheit und Enthaltsamkeit zu höheren Glücksgefühlen. Menschen dazu motivieren ist der einzige Weg aus der “Krise”!
    … die letztlich eine Glaubenskrise und Abhängigkeit der eigenen Wünsche und Begierde ist!

    Comment | 26. Juni 2010
  • Sorry, aber ich denke, das Argument, dass Atomkraftwerke gut überwacht auch sicher sind, zieht schon lange nicht mehr. Ich finde, man hört immer häufiger, dass es Pannen gibt. Und das liegt daran, die Kraftwerke uralt sind und Reparaturarbeiten oder Instandhaltungsmaßnahmen in so einer Umgebung sicher schwer zu bewerkstelligen sind. Dazu kommt, dass die Stromversorger wahrscheinlich kein Interesse daran haben, viel in die Atomkraftwerke zu investieren. Schließlich sind die schon lange abgeschrieben und produzieren viel Geld – Investitionen würden den Gewinn ja schmälern.
    Sicher kann man sie nicht von heute auf morgen abschalten, es muss aber verstärkt an Alternativlösungen gearbeitet werden.

    Comment | 29. Juni 2010

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