Nov
09
2008

Werbung gegen Realität

Das Phänomen kennt vermutlich jeder – auf der Packung sieht das Fertiggericht so natürlich, so lecker und knackig aus, doch nachdem man es dann im Ofen aufgewärmt hat, macht sich nur matschige Pampe auf dem Teller breit, die gar keine Frische mehr ausstrahlt. Industrieller Massenfraß eben. Diese Diskrepanz vom Reklameversprechen zum tatsächlichen, realen Produkt, zieht sich durch alle Produktgruppen, und vom permanenten Aufrechterhalten dieser illusionären Scheinwelt, in der alles schön, sauber und glänzend ist, lebt eine ganze Industrie. Die Pundo 3000-Gruppe hat vor einigen Monaten das gelungene Projekt „Werbung gegen Realität” ins Leben gerufen, in dem sie 100 Produkte einmal in der Verpackung und dann ausgepackt/zubereitet nebeneinander fotografiert haben – ohne weiteren Kommentar. Denn dieser erübrigt sich bei den meisten Sachen auch. :-) Das Ganze gibt es mittlerweile ebenfalls als Buch, für alle, die lieber offline und analog schmunzeln wollen. [gefunden via Nachhall-Texter]

mit diesem projekt sollen keine produkte und keine marken diskreditiert, verunglimpft oder schlecht gemacht werden. einziger zweck des projektes ist es, sich kritisch mit arten und mitteln von werbung in unserer zeit auseinander zu setzen. einige produkte ähneln ihren werbefotos sehr – andere weniger. eine qualitative bewertung von produkten findet nicht statt.

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Kommentare: 3 | Adbusting,Culture Jamming,Reklame | Schlagwörter: , , |

3 Comments

  • mo

    „…und vom permanenten Aufrechterhalten dieser illusionären Scheinwelt, in der alles schön, sauber und glänzend ist, lebt eine ganze Industrie.“

    yo, und zu dieser industrie ergänze ich mal mit ein paar infos aus meiner perspektive.

    btw: wirklich interessantes und wichtiges blog hier übrigens! zum thema direkt – auch, wenn du den text vielleicht schon kennst – eduardo galeano.

    gruß,
    mo

    Comment | 9. November 2008
  • Der Cheeseburger ist wirklich eines der ekligsten Dinge, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Zu dem Produkt gibt es sogar einen Test bei ciao.de. Dort wurde das Aussehen als positiver Aspekt gewertet. Vom Geschmack her kam er nicht ganz so gut weg. Dabei hat sich die Firma doch solche Mühe mit den Geschmacksverstärkern gegeben.

    Comment | 10. November 2008
  • Wie kann man bei diesem Cheeseburger das Aussehen als positiven Aspekt werten?! Wie verzweifelt & anspruchslos muss man sein… ;-)

    Comment | 11. November 2008

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