Als einer der großen Ölkonzerne gehört Chevron natürlich, wie Shell, Exxon und die anderen, zu den Firmen, die durch ihr wirtschaftliches Treiben besonders viel Schaden anrichten in der Welt. Und wie so viele andere Firmen, deren Geschäftsprinzip in der Umweltzerstörung besteht, versucht nun natürlich auch Chevron, sich mit Hilfe von Marketing und Reklame ein grüneres Image zu verschaffen. Dieses Greenwashing ist bereits bei BP grandios gescheitert, wie wir alle wissen. Chevron hat jedenfalls in den USA eine Millionen-Dollar-teure Kampagne gestartet, in der sie eine Mischung aus Street Art und Pseudo-Aktivismus an den Tag legen und den Menschen suggerieren wollen, dass sich das Unternehmen um die Belange der Menschen kümmert. Ein so jämmerlicher Versuch zieht selbstverständlich den Unmut der amerikanischen Culture Jammer-Gruppe The Yes Men auf sich, und so haben die Jungs die Chevron-Kampagne Anfang der Woche ein wenig umgedichtet und mit gefälschten Pressemitteilungen für viel Wirbel in den Medien gesorgt. Die Parodie auf Chevron findet Ihr übrigens auf dieser Website hier. Der Blog der Yes Men schildert in „Activisits derail massive Chevron Ad-campaign, spark media vaudeville“, wie alles vor sich ging – ich übersetze Euch den Text mal eben:
Schlagwort: Reklame Seite 11 von 19
Vor einigen Tage entdeckte ich beim kopflast.net-Blog den ausgesprochen sehenswerten Beitrag „Wenn der Konsum kollabiert“, in dem der österreichische französische Philiosph und Kapitalismuskritiker André Gorz mit seinen Ideen vorgestellt wird. Der gesamte Beitrag der 3sat-Sendung Kulturzeit geht der Frage nach, ob unsere derzeitige Konsumgesellschaft, in der angefacht durch Marketing und Medien „immer neue Moden ein Veralten von Produkten suggerieren“ und so das Wegwerfen und Neukaufen von Produkten anregen, auf Dauer Bestand haben kann. Oder ob nicht ein einfacheres Leben mit geringerem externen Arbeitsdruck, höherer Selbstverwirklichung und niedrigerer Abhängigkeit von Trends und Marken (und dem damit verbundenen Konsumdruck) letztlich erfüllender sein kann.
NACHTRAG: In diesem Nachruf aus der Zeit aus dem Jahre 2007 erfährt man noch ein wenig mehr über André Gorz (und seinen Freitod) – „Über den Tod hinaus“.
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Zu den erfreulichsten Errungenschaften, die die öffentlich-rechtlichen Sender im Internet zustande brachten, gehörte für mich immer zweifelsohne Der Elektrische Reporter, ein kostenloser Videopodcast, der sich mit Trends und Entwicklungen und Problemen der (Medien-)Gesellschaft befasste und dies in sehr stilvoller und oft auch unterhaltsamer Art und Weise präsentierte. Nach einiger Zeit wurde der Reporter leider auf Eis gelegt, doch nun gibt es ein neues, wiederum kostenlos verfügbares Format derselben Macher – Uebermorgen.tv. Gleich in der ersten Folge wird ein Thema angegangen, das mich hier im Blog bekanntermaßen auch von Anfang an intensiv beschäftigt und umtreibt, nämlich „Die Zukunft der Werbung“, deren heutige Form und Verbreitung (aufdringlich, verlogen, bedrängend, nervtötend) hoffentlich keine Zukunft hat. Ähnlich sieht das auch Uebermorgen.tv:
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Dass Starrummel, VIP-Gedöns und Boulevard mehr oder weniger heiße Luft sind, zeigte die amüsante Dokumentation Starsuckers, die ich letzte Woche im Blog vorstellte (HIER). Der Boulevardjournalismus fördert auch die Durchkommerzialisierung der Medien und der Medienrezeption – „Stars“ werden mit Marken und Produkten verbunden, wenn sie nicht eh schon als eigene Marke fungieren. Das NDR-Magazin ZAPP zeigte in „Die verdeckte PR im Boulevard“, auf welche Weise als redaktionelle Beiträge getarnte PR-Filmchen, die gespickt sind mit Anspielungen auf Unternehmen, entstehen und in den Medien platziert werden. Wieder ein Grund mehr, sich von den Mainstreammedien fern zu halten.
Stars plaudern Privates sichtbar vor dem Logo einer Firma. Die zahlt, die Medien senden kostenfrei und die Filmproduktion gewinnt. Nur einer verliert: Der Journalismus.
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Mein aktueller Blick durch’s Netz… Heute mit einem interessanten Artikel der taz zum Thema Musik/Indie/Kommerzialisierung: „Konzerne schmücken sich mit ‚Indie‘“. Independet-Musik bezeichnete vor längerer Zeit mal Bands, deren Platten nicht auf den großen Majorlabels veröffentlicht wurden (unabhängig vom Musikstil). Im Laufe der Zeit wandelte sich die Bedeutung und immer mehr wurde „Indie“. Selbst Megaseller, die große Arenen ausverkaufen (Coldplay, Placebo, Muse) dürfen sich diese Bezeichnung noch ans Revers heften. Und wie immer, wenn es darum geht, Trends zu befeuern und zu monetisieren, ist die Reklamewirtschaft vorne dabei. Mittlerweile dudelt bei jedem Fernsehspot ein „Indie“-Hit im Hintergrund und eine ganze Industrie verdient gut am Pflegen eines rebellischen Images von Bands, die längst zu eigenen Marken geworden sind. Die taz befasst sich ein wenig mehr mit dieser Entwicklung, u.a. am Beispiel der Band Revolverheld, die sich von VW mit nagelneuen Autos ködern kaufen unterstützen lässt:
Harte Post, die da ungefragt in unseren elektronischen Briefkasten flatterte: Von der laut Website international operierenden, allzeit bescheidwissenden PR-Agentur GoSee etwa, die die neue “Rockstar inspirierte” Burberry-Kollektion mit den höllisch SCHMERZbereitenden Worten anpreist: “Der kommende Sommer wird so was von Indie Rock!” Richtig gelesen, Indie Rock. Indie Rock?! Der leidgeprüfteste aller leidgeprüften Begriffe mag schon längstens 1.000 Tode gestorben sein. Dahingesiecht wegen Inhaltsleere. Oder mangels Nachfrage. Egal, jetzt reanimiert ihn die britische Modefirma, deren Karos jede zweite SUV-Hutablage schmücken, als “Must Have der Saison”. (…)
(…) In rebellischen Lackschuhen und zu Burberry-Musik im “Dynaudio Soundsystem” eines VW Tiguan in der verkehrsberuhigten Zone ganz langsam über die Stolperschwellen fahrend: So stellt man sich die neuen Indie Rocker vor. Zitat aus einer anderen Mail: “Im Rahmen einer Kooperation zwischen Volkswagen und Revolverheld übernahm die deutsche Rockband am Donnerstag fünf neue Tiguan.” (…)
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Reklame ist eine Pest. Das habe ich hier im Blog ja schon des öfteren konstatiert und belegt – genauso, wie ich immer wieder feststelle, dass die Zustände in den USA, was Kommerzialisierung etc. angeht, noch weitaus schlimmer sind als bei uns. Was ich bisher beispielsweise nicht wusste, ist, dass man in Städten wie New York EIGENTLICH Genehmigungen für Plakatierungen etc. einholen muss, sich aber immer mehr Firmen einen Dreck darum scheren; ja, es gibt sogar Agenturen, die sich genau auf diese illegale und den öffentlichen Raum mit ihrem Zeug zupflasternde Form des Marketings spezialisiert haben. In Hamburg und Berlin habe ich Ähnliches auch schon erlebt, als ganze Straßenzüge mit Aufklebern für irgendeine CD oder eine Tour verunziert waren – und das nicht für irgendeine kleine Undergroundveranstaltung, sondern für Megamainstreamschrott wie Atze Schröder! Die amerikanische Dokumentation „On Corporate Graffiti“ befasst sich genau mit dieser Problematik und zeigt, wie Street Art-Künstler in den USA diesem kommerziellen Treiben auf ihre Art entgegentreten und den öffentlichen Raum den Konzernen zumindest partiell wieder zu entreißen versuchen. Leider gibt es das Ganze nur auf Englisch, ohne Untertitel, aber die Bilder sprechen auch schon für sich. :-) (Gefunden bei der Anti-Advertising-Agency.)
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Die Billboard Liberation Front gehört mit zu den „Urvätern“ des Adbusting und kämpft bereits seit zwei Jahrzehnten in den USA gegen das Überhandnehmen von Reklame und Kommerzbotschaften im öffentlichen Raum, primär gegen Plakatwände. Dabei nimmt sie sich das Recht heraus, auf die sonst nur einseitig funktionierenden Werbebotschaften der Konzerne zu antworten und die Wahrheiten hinter den schillernden Marketingfassaden bloß zu legen. Auf ihrer Website, die so angelegt ist, als wäre sie eine Marketingfirma und würde für Firmen „Werbeverbesserungen“ anbieten, zählt sie McDonald’s oder Phillip Morris zu ihren „Kunden“, für die sie entsprechend tätig war. Zum Beispiel dies hier (Vorher/Nachher-Bilder):
Interessant finde ich dabei auch ihr „Manifest“, in dem sie (in zum Teil sehr sarkastischer Art und Weise) Stellung beziehen zum Kommerzwahn unserer Zeit. Ich übersetze es hier mal eben:
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Das BLF Manifest
Am Anfang war die Werbung. Und die Werbung wurde dem Konsumenten durch den Werbetreibenden gebracht. Wünsche, Selbstbild, Ambitionen, Hoffnung; all dies findet ihren Ursprung in der Werbung. Durch die Werbung und die Absichten der Anbieter formen wir unsere Ideen und lernen die Mythen, die uns zu dem machen, was wir als Menschen sind. Dass diese Methode alle früheren Formen von Selbst-Definition ersetzt hat, steht außer Frage. Es ist klar, dass die Werbung heutzutage die angesehenste Position in unserer Kosmologie inne hat.
- Werbung überzieht alle Ecken unseres Wachlebens; es durchdringt unser Bewusstsein dermaßen, dass sogar unsere Träume oft ununterscheidbar von einer schnellen Abfolge von TV-Werbespots sind.
- Verschiedene Arten von Medien dienen der Reklame als primäre Kanäle zu den Menschen. Komplett neue Medien wurden erfunden, nur um den Prozess der Vermittlung von Werbung zu erleichtern.
- Altmodische Auffassungen, dass Kunst, Wissenschaft und Spiritualität die höchsten Errungenschaften und die edelsten Ziele des menschlichen Geistes seien wurden an den kristallinen Stränden des Aufkaufs/der Übernahme ausgemerzt; der heiligen Jagd nach Konsumgütern. Alle alten Formen und Philosophien wurden clever vereinnahmt und zurückgegeben in Form von Marketingstrategien und Konsumentenkampagnen durch die neuen Schamanen, die Werbeschaffenden.
- Spiritualität, Literatur und die phyisikalischen Künste Malerei, Skulptur, Musik und Tanz werden im Großen und Ganzen in der gleichen Art produziert, verpackt und konsumiert wie ein neues Auto. Produktinhalte, diktiert durch Trends und Hipness, haben eine eingebaute Halbwertszeit, die dem Produzentenkalender entspricht, um durch neue Modelle ersetzt zu werden.
- Product Placement in Film und Fernsehen haben die Handlung, die Entwicklung der Charaktere und andere veraltete Strategien in punkto Bedeutung in der Tagesordnung der Filmemacher ersetzt. Die Regisseure, die die größten Budgets unter sich haben, haben ihre Erfahrungen häufig im Bereich von TV-Reklame und Musikvideos gemacht.
- Künstler werden danach beurteilt und belohnt, wie ihre Position in der fortwährenden Kommodifizierung von Kunstobjekten aussieht. Sich vor Moden und den Launen der Galeriekultur verneigend, versuchen diese Künstler verspielte Sammlerstücke oder „Jahrgangs“-Objekte zu schaffen, die erfolgreich den Sammlermarkt bedienen. Die erfolgreichsten Künstler sind jene, die ihre Kunst am erfolgreichsten verkaufen können. Mit zunehmender Häufigkeit lernen sie von den Werbeschaffenden; sie brauchen nicht länger fälschlicherweise die Unterscheidung zwischen „feiner“ und „kommerzieller“ Kunst aufrechtzuerhalten.
- Und so sehen wir, dass die Werbung unsere Welt definiert, indem sie sowohl den Fokus auf das „Image“ wie auch die Kultur des Konsums richtet, die schlussendlich alle Individuen anzieht und inspriert, begierig darauf, mit ihren Mitmenschen in tiefsinniger Weise zu kommunizieren. Es ist klar, dass Er, der die Werbung kontrolliert, mit der Stimme unserer Epoche (dem Zeitgeist) spricht.
- Du kannst Fernsehen, Computer und Radio ausschalten/zerschlagen/abschießen/zerhacken oder in anderer Form vermeiden. Du wirst nicht dazu gezwungen, Zeitschriften zu kaufen oder Zeitungen zu abonnieren. Du kannst deinen Rottweiler auf Vertreter abrichten. Von all den Arten von Medien, die benutzt werden, um Reklame zu verbreiten, gibt es nur eine, der man nur als Bettlägeriger oder Menschenfeind entfliehen kann. Wir sprechen natürlich von Werbeplakatwänden (billboards). Zusammen mit seinen kleineren Cousins, Werbepostern und Aufklebern/Grafiken, ist die Werbeplakatwand omnipräsent und niemand, der durch unsere Welt geht, kann ihr entfliehen. Jeder kennt die Werbeplakatwand; sie ist in jedermanns Bewusstsein.
- Aus diesen Gründen setzt die Billboard Liberation Front jetzt und für alle Zeit fest, dass zu Werben bedeutet, zu Existieren. Zu Existieren heißt zu Werben. Unser äußerstes Ziel ist nichts anderes, als eine persönliche und eigene Werbeplaktwand für jeden Bürger. Bis zu dem glorreichen Tag der globalen Kommunikation, an dem jeder Mann, jede Frau und jedes Kind der Welt in 100 Punkt Schriftgröße von seinem Dach aus zuschreien oder zusingen kann; bis zu diesem Tag werden wir fortfahren, alles in unserer Macht stehende zu tun, um die Massen darin zu ermutigen, alle möglichen Mittel auszuschöpfen, die vorhandenen Medien zu requirieren und sie nach ihren eigenem Gusto zu verändern.
- Jedes Mal, wenn du eine Werbebotschaft in deinem Kopf änderst, wenn du auf eine Plakatwand kletterst und physisch die originale Botschaft und Grafik verwandelst, jedes Mal, wenn du den Slogan abänderst, gelangst du in den Stand der Hohepriesterschaft der Werber.
Jack Napier
John Thomas
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Klar, viele Werbetreibende hätten es gern, dass man ihre Erzeugnisse als richtige Kunst auffasst und empfindet. Während ein durchaus nicht geringer Anteil der auf uns einströmenden Reklame handwerklich professionell und manchmal auch originell gemacht ist, so wird sie doch durch die dahinterstehende Absicht, irgendwelche Produkte zu verkaufen oder Firmenimages aufzupolieren, entwertet. Und so ist es auch kein Wunder, dass Browsererweiterungen wie AdBlock Plus (für Firefox, aber auch für andere Browser) boomen und die Installationszahlen in die Zigmillionen gehen. Denn ein Großteil der Internetuser ist genervt durch Werbung, sie verlangsamt die Webseiten und stört das ästhetische Empfinden in nicht geringen Maße. Die amerikanische Non-Profit-Gruppe Add Art hatte nun die Idee, eine Ergänzung zum Adblocker zu schreiben, ein Plugin, das statt der leeren Flächen, die die Reklame ersetzen, moderne Kunst von zweiwöchentlich wechselnden jungen Künstlern einblendet. All dies auf einer rein idealistischen Basis, um Künstler, die ihnen gefallen, bekannter zu machen.
For many, replacing ads with blank space would be enough. Add-Art attempts to do something more interesting than just blocking ads – it turns your browser into an art gallery. Every time you visit the New York Times online or check the weather you’ll also see a spattering of images by a young contemporary artist.
The project will be supported by an small website providing information on the current artists and curator, along with a schedule of past and upcoming Add-Art shows. Each 2 weeks will include 5-8 artists selected by emerging and established curators. Images will have to be cropped to standard banner sizes or can be custom made for the project. Artists can target sites (such as every ad on FoxNews.com) and/or default to any page on the internet with ads. One artist will be shown per page. The curatorial duty will be passed among curators through recommendations, word of mouth, and solicitations to the Add-Art site.
Dabei wird auch in Kauf genommen, dass die eingeblendete Kunst durchaus unbequem sein kann:
Add-Art’s goal is not to replace ads with decoration or wallpaper that everyone finds comfortable or pleasing. You might like the idea of seeing art, but not like all the art you see. That’s ok. That’s how art is.
Und auch auf den gegenüber Adblockern gerne geäußerten Vorwurf, dass diese „die Onlineindustrie zerstören“ würden, wird eingegangen:
You downloaded the page, and you own it. It’s yours and you can do whatever you want to it. Just like if you get a free newspaper, you can read it, or cut it up, or burn it. It’s your life and you have no legal obligation to look at every ad presented to you.
People that use Ad Blocking software are not people that click on ads or even respond favorably to them. There is no loss in the market when these users block ads.
If we extend the logic of Ad Blockers destroying the free internet then online ad blocking pales in comparison to the number of people destroying the television industry by going to the bathroom during commercial breaks, thereby stealing that content from the television companies. Don’t waste your time with us and go complain to them.
Ich finde das eine sehr schöne Idee, die es hoffentlich auch mal für die anaologe Welt gibt…
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Es ist soweit – Annie Leonard und ihr Team, die uns schon mit Kurzfilmen wie The Story of Stuff oder The Story of Bottled Water anschaulich und unterhaltsam den Wahnsinn unseres globalisierten Wirtschaftens vor Augen führte, ist wieder da. In The Story of Cosmetics nimmt sie sich diesmal die „Schönheitsindustrie“ vor, die uns mit Hilfe von plärrender Reklame und eigens dafür auf den Markt gebrachten „Beauty“-Magazinen zum Kauf unzähliger, mit Chemie angereicherter Kosmetikprodukte animieren will. Leonard legt das Augenmerk dabei vor allem auf die chemische Zusammensetzung und oft ungeklärte (Un-)Verträglichkeit kombinierter chemischer Stoffe. (Wobei ich es da mit dem Adbusters Magazin halte und den eigentlichen Skandal darin sehe, dass durch die Medien, durch Modelshows und Modemagazine sowie die allgegenwärtige Werbung den Menschen ein krankes und unerreichbares Schönheitsideal vorgesetzt und eingepflanzt wird.)
What a couple of weeks it’s been! More than 200,000 of you have watched the Story of Cosmetics since its launch July 21, and we’ve received an outpouring of support — from cancer survivors, salon workers who’ve been harmed by chemical exposures on the job, green business owners and people around the world who are thanking us for raising the debate about toxic chemicals in the shampoos, deodorants and lotions we rub on our bodies every day.
Um mich nicht den Verdacht einseitiger Propaganda auszusetzen, möchte ich Euch auch „The Story of Cosmetics – The Critique“ nicht vorenthalten, die der eher neoliberal ausgerichtete Politkommentator und Jurist Lee Doren verfasst hat (für den es allerdings offenbar schon „leftist“ ist, sich mit Umweltschutz oder kritsch mit dem Wirtschaftssystem auseinanderzusetzen). Dabei ist es schön zu sehen, dass er sich letztlich der selben manipulativen Mittel bedient, die er Leonards Team vorwirft. So versucht halt jeder seine Sicht der Dinge ins rechte Licht zu rücken… Bei der Kürze der Filme bleibt einem sowieso nicht viel anderes übrig, als die Sachverhalte stark vereinfacht darzustellen. Urteilt selbst, was Ihr in welchem Maße für plausibel haltet.
Falls jemand schwerwiegende Schwächen in einem der beiden Beiträge entdecken sollte – immer her damit!
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Okay, zugegeben, ich selbst mache mir nichts aus Bier. Was mir allerdings schon seit längerem auffällt ,ist, dass sich eine kleine Anzahl von großen Marken immer weiter ausbreitet. Max Goldt nennt solche Sorten „Fernsehbiere“, weil diese Firmen den TV-Werbemarkt dominieren und alles präsentieren und sponsorn, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Sie sind, im wahrsten Sinne des Wortes, Mainstream. Wie auch in anderen Bereichen der Wirtschaft läuft auf dem Biermarkt ein gnadenloser Verdrägnungs- und Konzentrationsprozess ab, der die Vielfalt zu bedrohen beginnt. Die WDR-Sendung markt befasste sich mit dieser Entwicklung und ging auch der Frage nach, ob die Dominanz der Industriebiere auch eine Geschmacksnivellierung nach sich zieht. „Hopfen und Malz...“:
(…) In Dortmund, der ehemals zweitgrößten Bierstadt der Welt, ist von allen Brauereien nur die Dortmunder Actien Brauerei, kurz DAB, geblieben – sie gehört inzwischen zur Radeberger Gruppe. In den 70er-Jahren begann das Brauereisterben. Die Gebäude wurden abgerissen, die altbekannten Markennamen aufgegeben oder verkauft. DAB als einzige überlebende Brauerei hat viele dieser Marken in und um Dortmund übernommen. Ob Kronen, Brinkhoffs Nr. 1, Union oder Ritter – die Dortmunder Actien Brauerei braut sie alle an einem Ort in einer Großbrauerei. (…)


