Kategorie: Adbusting Seite 5 von 12

Neue Adbustings

Es wird mal wieder Zeit, dass ich ein paar nette Adbustings, die mir so in der letzten Zeit begegnet sind, im Blog präsentiere. Die folgenden stammen von Designheilige (danke an Roman von Bleib passiv! fürs Aufmerksammachen):

Auf die Reklameparodien im Zusammenhang mit den Public Eye Awards hatte ich ja schon mal neulich hingewiesen, aber man kann sich die Bilder auch in statischer Form auf deren Facebook-Seite anschauen:

Sehr schön sind auch immer die (meist eher politisch geprägten) Bilder, die im Blog von do-panic zusammengetragen werden:

Verwandte Beiträge:

Die miesesten Firmen des letzten Jahres – der Public Eye Award 2011

Weil sich Wirtschaftsunternehmen mit millionenschweren Kampagnen legal und unter viel beifälligem (da bezahltem) Mediengetöse gerne grünwaschen, ist es um so erfreulicher, dass es auch einige Menschen und Organisationen gibt, die die vielen Missetaten mancher Konzerne nicht so einfach in Vergessenheit geraten lassen wollen. Wie zum Beispiel mit Hilfe des auch dieses Jahr wieder stattfindenden Public Eye Awards, für den sechs Firmen zur Auwahl stehen, die 2010 viel Leid über die Menschheit gebracht haben. Im einzelnen sind dies BP, die chinesischen Foxconn (die u.a. für Apple unter miesesten Bedingungen Elektronik fertigen lassen), AngloGold Ashanti, Philip Morris sowie die finnische Ölfirma Neste Oil und der Schweizer Stromversorger Axpo. Stimmt mit ab, um der ganzen Aktion noch mehr Gewicht zu verleihen!
>> Hier geht’s zur Abstimmungseite mit weiteren Infos zu den einzelnen Firmen

Eine Reihe schöner Adbusts haben sich die Veranstalter zu jedem der „nominierten“ Konzerne ebenfalls ausgedacht.

Verwandte Beiträge:

Der Genuss, nichts angedreht zu bekommen

Dieses schon etwas ältere „Werk“ des Street Art-Maestro Banksy hat nichts an Aktualität verloren:

Wie erholsam und erfrischend es ist, wenn das Stadtbild von den Einflüsterungenschreiungen der Reklameplakate befreit ist, dürfen seit einigen Jahren ja die Bürger der brasilianischen Stadt São Paulo erleben – „die saubere Stadt“.

Verwandte Beiträge:

Christmas Resistance – Wehret dem Weihnachtsmann

Dass Weihnachten seit langem zu einem primär auf Schenken und Konsum ausgerichtetes Fest geworden ist, bei dem es primär darum geht, viel Geld in die Läden zu tragen, um oft nutzlosen Kram zu kaufen und anschließend auf den Gabentisch zu legen, ist ja nun keine neue Erkenntnis – schon Loriot wusste dies in seiner legendären Weihnachtsfolge treffend darzustellen.

Verwandte Beiträge:

Einladung zur Veranstaltungsreihe um den Kauf-Nix-Tag (in Dresden)

Wie ich letzte Woche schon anmerkte, ist am 27. November internationaler Buy Nothing Day, ausgerufen vom kanadischen Adbusters Magazin. In Deutschland findet der „Kauf-Nix-Tag“ traditionell nur begrenzt Anklang – umso erfreuter war ich, also ich gerade eine Pressemitteilung einer Dresdner Gruppe rund um den dortigen Umsonstladen erhielt, die für diesen Tag in Dresden diverse Aktionen planen. Natürlich veröffentliche ich diesen Text an dieser Stelle auch gerne:

————

Einladung zur Veranstaltungsreihe um den Kauf-Nix-Tag
Dresden, 22.10.2010. Am 27. November findet der 18. Internationale Kauf-Nix-Tag statt. Auch in Dresden möchte eine freie Gruppe Engagierter kreativ und kritisch auf diesen Tag aufmerksam machen. Mit Filmen, Straßentheater, Chorgesängen, kostenlosem Essen, T-Shirtgestaltung und einem Radiobeitrag laden die Akteure interessierte Menschen ein, sich mit Konsumkritik und Ansätzen alternativer Lebensformen auseinanderzusetzen!

Das Programm:

  • Film- und Diskussionsabend am Donnerstag, 20:00 Uhr in der Veränderbar, Görlitzerstr. 42, Hinterhaus
  • Konsumtempel-Anbetungen und politischer Chor am Freitag, ab 17:00 Uhr, Wiener Platz
  • Umsonst-Volxsküche, Textilgestaltung und Film am Samstag, ab 17:00 Uhr im Umsonstladen im Sonnenhof, Alaunstr. 68
  • Radiobeitrag am Sonntag, ab 20 Uhr auf coloradio Dresden

Für Interviews und Rückfragen stehen zur Verfügung:

Gruppe Kauf-Nix-Tag DD, Mail: konsumglobal_dd@gmx.de
Das ausführliche Programm findet sich auf: http://umsonstladen.fueralle.org

Hintergrund: Internationaler Kauf-Nix-Tag

Der Kauf-Nix-Tag (Buy Nothing Day) ist ein konsumkritischer Aktionstag.

Seit 1992 wird dieser Tag am letzten Samstag im November organisiert, in einigen Ländern auch einen Tag früher. In bereits über 80 Ländern wird in jedem Jahr Ende November versucht Menschen dazu zu bewegen, über die Konsequenzen des westlichen und vor allem ihres eigenen Konsumverhaltens nachzudenken.

Initiiert wurde der Tag in den neunziger Jahren von einer medien- und konsumkritischen Gruppe um Kalle Lasn, den Mitbegründer der kanadischen Adbusters Media Foundation in Vancouver.

Der Zeitpunkt für den Aktionstag ist gut gewählt: Der Buy Nothing Day folgt immer auf den amerikanischen Feiertag Thanksgiving und gilt traditionell als der größte Einkaufstag des Jahres. Der Buy Nothing Day wendet sich auch dem vorweihnachtlichen Einkaufs-Stress zu.

Verwandte Beiträge:

Der 27. November ist Buy Nothing Day 2010

>> hier geht es zum aktuellen Artikel über den Buy Nothing Day 2012!

Alle Jahre wieder… kommt nicht nur das Christkind auf die Menschheit hernieder, sondern auch der potenzierte Konsumterror durch die Weihnachtsfeiertage. Und mit ihm seit einigen Jahren der vom kanadischen Adbusters Magazin ins Leben gerufene Buy Nothing Day. Weltweit werden wieder Aktivisten konsumkritische Aktionen und Happenings veranstalten und viele Menschen durch Kaufverweigerung daran teilnehmen. Wie jedes Jahr stelle ich den BND, der diesmal in Europa auf den 27. November (USA 26. November) fällt, auch in meinem Blog vor – damit ich mich nicht jedes Jahr wiederholen muss verweise ich einfach auf meine Artikel zum BND 2009 und 2008.

Verwandte Beiträge:

Die Viral Video Awards 2010

Heute muss ich doch mal ein wenig die Werbetrommel rühren – und zwar für die Viral Video Awards 2010, die im Rahmen des Internationalen Kurzfilmfestivals in Berlin vergeben werden. Nominiert sind neben einigen normalen viralen Kampagnen mit kommerziellem Hintergrund (die ich für besonders perfide halte, weil man lustige oder originelle Filme dreht, die von Leuten freiwillig weiterverschickt werden, die sich aber im Kern eben um ein bestimmtes Produkt oder ein Unternehmen drehen) auch zwei gelungene kritische Kurzfilme, die ich hier im Blog ebenfalls schon präsentiert hatte – zum einen der „Have a break“-Beitrag von Greenpeace zu Nestlés Palmöl-Einsatz (die Kampagne zeigte Wirkung und Nestlé wechselte den Lieferanten), zum anderen den Beitrag „Schön! Färber!“ der Kampagne für Saubere Kleidung, der sich mit den Arbeitsbedingungen bei Zulieferbetrieben für die Discounter beschäftigt. Stimmt doch mit ab und sorgt dafür, dass ein Film mit ernsthaftem Hintergrund gewinnt (und das jeweilige Anliegen nochmal ins Licht der Öffentlichkeit gelangt) – hier geht’s zu Video 1, hier zu Video 2.

Verwandte Beiträge:

Adbusters Woche der Rebellion – Briefings #4 bis #6

So, nachdem ich letzten Freitag schon über die vom Adbusters Magazin geplante „Week of Carnivalesque Rebellion“ vom 22.–28. November berichtet habe (HIER), folgen heute wie versprochen die von mir übersetzten Briefings #4 bis #6, in denen es um weitere Details und Vorbereitungen für die große weltumspannende Culture Jamming-Aktion geht.

Verwandte Beiträge:

Aldi informiert … mal etwas anders – und Aldi droht mit Klage!

Allwöchentlich werden sie in großer Stückzahl unters schnäppchenhungrige Volk gebracht – die Wurfprospekte der Discounter. Einen Aldi-Flyer der besonderen Art hat nun die Initiative I Shop Fair herausgebracht – auf 4 farbigen Seiten, ganz im Stile des Originals gehalten, werden Billigwaren angepriesen, und im Kleingedruckten ein wenig darüber aufgeklärt, wie diese Preise zustande kommen, nämlich auf Kosten der Arbeiter und der Umwelt. Dieses sehr gelungene Adbusting könnt Ihr Euch HIER als pdf herunterladen oder auf der Seite der Christlichen Initiative Romero (die Mitinitiator von I Shop Fair ist) kostenlos bestellen (HIER), z.B. falls Ihr die Flyer bei Euch in der Gegend verteilen wollt, um die Menschen ein wenig aufzuklären. (Kleine Anmerkung noch: so schön dieser Flyer auch ist, so vermeidet er leider bei den Konsequenzen, die ein Kunde ziehen sollte, die offensichtlichste beim Namen zu nennen: nämlich einfach nicht mehr beim Discounter einkaufen zu gehen! Denn die Hoffnung, dass sich das Discount-Prinzip mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen etc. verbinden ließe, ist meiner Ansicht nach irrig, wie man ja auch in Teil 1 und Teil 2 meiner Grundsatzartikel zum Discountunwesen nachlesen kann.)

Die international ausgerichtete Website zu I Shop Fair ist auch durchaus interessant, da sie sich für ethischen Konsum einsetzt:

Ethischer Konsum ist Teil eines nachhaltigen Lebensstils. Ethisch Konsumierende sind sich bewusst über die unterschiedlichen sozialen und ökologischen Auswirkungen, die Produkte bzw. deren Herstellung haben. Diese sozialen und ökologischen Auswirkungen stellen ein wichtiges Entscheidungskriterium in ihrer Kaufentscheidung dar. Ethischer Konsum bedeutet daher, sich bewusst für ein Produkt oder eine Leistung zu entscheiden die, die mann/frau selbst als sozial bzw. ökologisch nachhaltig einschätzt

Das Konzept des Ethischen Konsums geht jedoch über die bewusste Kaufentscheidung hinaus und findet nicht nur im Geschäft oder Supermarkt statt. Ethisch Konsumieren bedeutet aktiv Verantwortung zu übernehmen und Unternehmen gegenüber die Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards einzufordern. Dies kann auf verschiedene Art und Weise passieren – z.B. Aktionen von Netzwerkgruppen oder Urgent Actions etc. KonsumentInnen werden dadurch zum Motor für Veränderung – das Bild von der/dem passiven KonsumentIn als reine/r EndverbraucherIn gehört somit der Vergangenheit an.

Ethischer Konsum bedeutet daher, Verantwortung zu übernehmen und aktiv an der Veränderung zu einer sozial gerechteren sowie nachhaltigeren Wirtschaft mitzuwirken.

Im Mittelpunkt des Netzwerks steht der Aspekt der sozialen Gerechtigkeit.

Aldi selbst ist das offentlich so unangenehm, dass sie nun versuchen, die Verbreitung des Prospektes juristisch zu unterbinden – hier der entsprechende Aufruf der CIR, um trotzdem eine möglichst breite Öffentlichkeit von diesem Treiben zu informieren:

Kein Maulkorb für KritikerInnen!
Die CIR verbreitet  aktuell eine Persiflage eines ALDI-Prospektes. In dieser weist das Netzwerk auf menschenrechtlich und arbeitsrechtlich bedenkliche Aspekte der von ALDI angebotenen Billigangebote hin. Die Kritik an ALDI: Durch seine Billigpreis-Politik fördere das Unternehmen Ausbeutung in Produktionsländern im globalen Süden, etwa in Form von Hungerlöhnen.

Statt sich um diese grundlegenden Probleme der Geschäftspolitik des Discounters zu kümmern, setzten Aldi die KritikerInnen nun juristisch unter Druck. Wir fordern das Unternehmen daher auf:
• Stellen Sie unverzüglich alle juristischen Maßnahmen gegen die Christliche Initiative Romero (CIR) ein.
• Setzen Sie den Verhaltenskodex der Kampagne für Saubere Kleidung bei Ihren Zulieferern um und lassen Sie dies durch eine externe unabhängige Instanz kontrollieren.
• Verändern Sie Ihre Einkaufspraktiken, so dass Ihre Lieferanten Sozialstandards einhalten können.
• Stellen Sie Transparenz her: Nennen Sie Ihre Lieferanten in den  Produktionsländern und berichten Sie regelmäßig über die unternommenen Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
• Sozialstandards müssen in Produktion (z.B. in Bangladesch) und Verkauf (bei uns) eingehalten werden.

Wenn auch Sie diese Forderung stützen, schicken Sie die folgende Protestmail an ALDI Nord unter www.ci-romero.de/ccc <http://www.ci-romero.de/ccc>

Das Aldi-Adbust informiert über Alles, was im bekannten Werbeprospekt des Discounter-Riesen in Schweigen gehüllt wird. Hier können Sie es NOCH direkt bestellen!

Kleiner Nachtrag: Inzwischen haben auch die taz („Kritischer Flyer empört Aldi“) und der Spiegel („Aldi-Kritiker prangern Ausbeutung an“) sowie das N3-Medienmagazin Zapp über die Aktion berichtet. Zapp wunderte sich, dass viele Medien die Geschichte nicht aufgegriffen haben und mutmaßte, dass dies eventuell damit zusammenhängen könne, dass Aldi zu den wichtigsten Werbekunden mancher Zeitungen zählt. Jaja, die knebelnde Macht der Werbung!

Verwandte Beiträge:

Neue kritische Blogs: „Kaufkrampf“ und „Mein Blog über die wichtigen Dinge!“

Ich freue mich ja immer wieder, wenn die Zahl der kritischen Stimmen im Netz zunimmt und dadurch an Gewicht gewinnt. Kritische politische Blogs und Webseiten gibt es inzwischen schon eine ganze Reihe, KONSUMkritisches ist aber zumindest in Deutschland, der Hochburg der Autoindustrie und der Discounter, leider noch viel zu selten zu hören. Um so begeisterter bin ich, Euch heute zwei neue Mitglieder der Bloggosphäre vorstellen zu können: zum einen Dirks „Mein Blog über die wichtigen Dinge!“, der seit einigen Wochen online ist und in dem viele Themen zur Sprache kommen, die mir ebenfalls unter den Nägeln brennen. Dazu gehören zum Beispiel Konzernkritik, Gedanken zum Konsumwahnsinn und der Tendenz zu immer billigeren Produkten mit all ihren Folgen für die Gesellschaft.

Ebenfalls sehr spannend und für alle interessant, die sich mit Adbusting und Culture Jamming befassen, ist der Kaufkrampf-Blog, der im Rahmen einer Seminars über „Corporate Design/Corporate Identity“ entstanden ist. Besonders schön sind die vielen dokumentierten Aktionen, in denen in die Auslage von Discountern und Supermärkten interveniert wird. So wird verpacktes Billigfleisch mit einem Aufkleber „Dieses Huhn hat 98,4% kürzer gelebt“ verziert oder zwischen all die „Werbung“-Schildchen an den Regalen einer Kauflandfiliale ein „Werd dumm“ geschmuggelt. Ich bin gespannt, was dort noch alles so an Anregungen für eigene Adbusts kommt. :-)

Verwandte Beiträge:

Seite 5 von 12

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén