Kategorie: Fernsehen Seite 4 von 11

Mauerhase – Der Todesstreifen als Kaninchenparadies

Wer immer in den letzten Tagen und Wochen dem Medienkonsum gefrönt hat – sei es nun online, offline oder im Fernsehen (ist Fernsehen eigentlich den Offline-Tätigkeiten zuzurechnen? Schließlich hängt man da ja auch irgendwie an einem Datenstrom…) – wird ihnen kaum entgangen sein: den Dokumentationen über die Berliner Mauer, die vor 50 Jahren die Trennung der beiden deutschen Teilstaaten manifestierte. Und was einem auch kaum entgehen konnte, war der unglaublich pathetische, zum Teil sehr platt ideologische Ton (Marke Kalter Krieg), der die Sendungen etc. durchzog, egal, wo sie denn liefen, also ob nun in privaten oder öffentlich-rechtlichen Anstalten.

Verwandte Beiträge:

Verband abzockender Konzerne

Anlässlich der 1000. Sendung des NDR-Magazins Markt hat die Extra 3-Redaktion einen schönen kleinen Beitrag ausgeknobelt, der auf durchaus amüsante Weise vor allem das Treiben vieler Großunternehmen aufs Korn nimmt – „Markt macht Konzernen das Leben schwer“:

“Johannes Schlüter” von Extra 3 Fans ist auch der Vorsitzende des Verbandes abzockender Konzerne, kurz VAK. Ihn ärgert, wie Markt die Verbraucher regelmäßig verunsichert.

Verwandte Beiträge:

Werbung schadet – Manipulierte Jugendliche (2/2)

© coloniera2, stock.xchng

Dies ist Teil 2 meiner Übersetzung des Artikels „Manipulated kids“ von Roy Fox aus dem Stayfree-Magazin von 1995. Teil 1 findet Ihr HIER.


Ad Infinitum

Channel One benutzt auch die althergebrachte Technik der Wiederholung, um Produkte zu verkaufen. Den selben Werbespot immer und immer wieder zu sehen ist eine Erfahrung, die die meisten von uns niemals gemacht hätten und auch niemals machen möchten. Aber es ist der Alltag in den Schulen, die Channel One laufen lassen. Vor einigen Jahren liefen die „Be like Mike“-Werbespots mit NBA-Superstar Michael Jordan über Monate hinweg jeden Tag.

Verwandte Beiträge:

Werbung schadet – Manipulierte Jugendliche (1/2)

© srbitchara, stock.xchng

Vor einigen Jahren, um genau zu sein bereits anno 1995, erschien im US-amerikanischen Stay free!-Magazine (einem konsum- und werbekritischen Heft; einer Art Pendant zum kanadischen Adbusters) ein hochinteressanter Artikel, der sich mit den Auswirkungen des Reklamebombardements auf Kinder und Jugendliche beschäftigte und zeigte, wie tief die Werbebotschaften in den jungen Geist einsickern und das spätere Konsumverhalten sowie eine unkritische Haltung gegenüber den werbenden Konzernen fördern. Ich will Euch den Text „Manipulated kids“ von Roy Fox hier in meiner Übersetzung vorstellen – wegen der Länge des Artikels habe ich ihn auf zwei Teile aufgeteilt. Wenn man einige der Äußerungen der Kinder so liest, kann einem ganz anders werden – dass Reklame wirklich so wenig als Verkaufspropaganda wahrgenommen wird, finde ich absolut erschreckend. Zumal man davon ausgehen darf, dass die Marketingfuzzis ihre Manipulationstechniken seither weiter verfeinert haben. Nun gut, hier also Teil 1:

Verwandte Beiträge:

Das Lügenfernsehen

Was ich vom Fernsehen halte? Nun, meiner vorsichtigen Einschätzung nach sind ca. 99,99% der Sendungen im Privatfernsehen und vielleicht 90% der Sachen im öffentlich-rechtlichen (Arte und 3sat einmal ausgenommen) Schrott, Schund und Käse; teils desinformierend und tendenziös, gerne verdummend und irreführend, nicht selten geschmacksbefreit und schlichtweg dämlich. So hart muss ich das leider sagen. Von daher hat mir die Sendung „Das Lügenfernsehen“ in der NDR-Reihe „Panorama – Die Reporter“ nicht wirklich die Augen geöffnet, mir aber wieder einmal vor Augen geführt, mit welch schamlosen Methoden die Sender heutzutage arbeiten, bloß um Quote zu machen. Und dass so ein Müll wie die RTL-Serie „Mitten im Leben“ über 30% Marktanteil bei den 14–29jährigen hat, finde ich erschreckend – noch sinnloser kann man seine Lebenszeit ja kaum verschwenden, als sich gescriptete und schlecht gespielte Pseudo-„Reality“ anzuschauen…

Verwandte Beiträge:

Der Körper der Frauen – das kranke Frauenbild in TV & Medien

Das Frauenbild in Reklame und Medien ist ja schon seit längerem höchst bedenklich – es wir deinseitig ein gewisses Schönheitsideal propagiert, vermeintlich besonders schöne Menschen gezeigt und diese als Vorbilder hingestellt. Spätestens seit dem Siegeszug des Privatfernsehens und der kompletten Kommerzialisierung dieses Mediums, die dazu geführt hat, dass solche Sendungen wie Germany’s Next Top Model oder Red in den Äther geschissen werden und die Unterschiede von eigentlichem Programm zu den eigentlichen Werbeblöcken verschwimmen, wird den Zuschauern, jungen wie alten, Ultraschlankheit, jugendlicher makelloser Teint u.ä. als primäres Lebensziel suggeriert. Der Mensch wird in dieser Kunstwelt zum Produkt, das sich gut präsentieren und verkaufne muss. Dass das vermeintlich so „perfekte“ Aussehen, welches auf dem Bildschirm und auf Reklameplakaten zu erkennen ist, viel mit nachträglicher Manipulation (Photoshop usw.), aber auch mit plastischer Chirurgie und Ähnlichem zu tun hat und keinesfalls erstrebenswert oder natürlich ist, fällt dabei gerne unter den Tisch.

Verwandte Beiträge:

Dauerwerbesendung als Programm – RTL und der „Undercover Boss“

© nkzs, stock.xchng

Einer der Gründe, wieso ich seit langem kein Privatfernsehen mehr schaue, ist (neben dem miesen, langweiligen Programm und dem kranken Menschenbild, das dort gerne propagiert wird) die komplette Durchkommerzialisierung des Angebots. Neben der „normalen“ Reklame, vor der man wenigstens meist durch Einblendungen und Jingles gewarnt wird, sind viele Sendungen durchsetzt mit Product Placement und unseligen Verquickungen und Verstrickungen mir Marken und Unternehmen. Als Beispiel sei hier nur „Germany’s Next Topf-Modell“ genannt, über dessen plump-abstoßenden Kommerzfaktor ich bereits HIER ein wenig referiert habe.

Verwandte Beiträge:

Fernsehtipp: Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf ARTE.tv

Erst mal sorry für die momentane Informationsdürre hier im Konsumpf, aber ich bin grad zeitlich extrem eingespannt, so dass ich Euch auch heute mit kommentarlos weitergereichten Infos abspeisen muss. Ich wurde jedenfalls von der ARTE-Programmredaktion auf ihren TV-Schwerpunkt anlässlich der französischen Nachhaltigkeitswoche aufmerksam gemacht und finde da viel Interessantes! Wenn schon Fernsehen, dann so.

—————-

Das Geschäft mit dem Artenschutz
Mittwoch 06.04 um 20.15 Uhr
Die globale Umweltzerstörung ist seit Jahren beherrschendes Thema der Medien weltweit. Dabei werden die Zukunftsszenarien in immer düsteren Farben gemalt. Aber es gibt auch Vorstellungen und Modelle, wie Umwelt und Artenvielfalt zu schützen sind. Die Dokumentation zeigt unter anderem, wie sich die Ideen von Umweltschützern der ersten Stunde von Aktivisten der heutigen Zeit unterscheiden

Mit der Sonne um die Welt
Freitag 08.04 um 21.45 Uhr
Die Nutzung von Sonnenenergie ist eine der großen Herausforderungen dieser Zeit. Vor zehn Jahren beschlossen die beiden Schweizer Bertrand Piccard und André Borschberg, der Welt gemeinsam zu beweisen, dass Photovoltaik auch zum Fliegen taugt. Sie entwickelten das Flugzeug “Solar Impulse”, mit dem es ihnen gelang, 24 Stunden lang nur mittels Sonnenenergie zu fliegen.

Die letzten Ihrer Art
Von Montag 04.04 bis Freitag 08.04 um 19.30 Uhr
Stephen Fry, Komiker & Schauspieler, und der Zoologe und Fotograf Mark Carwardine begeben sich auf eine Weltreise, um vom Aussterben bedrohte Tiere aufzuspüren.

Städte der Extreme
Samstag 09.04 ab 13.10 Uhr
Die Städte La Paz, Bangkok und Jakutsk haben eines gemeinsam: Dort, wo sie sich befinden, herrschen extreme Lebensbedingungen. Ob Temperaturen von bis zu minus 70 Grad unter Null, heftigste Wirbelstürme oder extreme Höhenlagen – ihre Bewohner müssen es mit Umweltbedingungen aufnehmen, die teilweise im Grenzbereich dessen liegen, was der menschliche Organismus ertragen kann. Wie meistern die Menschen den Alltag unter solchen Konditionen? Und welche Erkenntnisse liefern diese Städte über den “Homo urbanus”?

Die grüne Stadt
Samstag 09.04. 16:15–17:45 Uhr
Lassen sich Architektur und Umweltschutz in Einklang bringen? Wie soll in Zukunft gebaut werden? In der zweiteiligen Reihe “Die grüne Stadt” stellt ARTE Gebäude in Europa vor, die Antworten auf diese Fragen darstellen: Von der “Hauptstadt der Solarenergie” Freiburg im Breisgau über das neue Londoner Rathaus bis ins finnische Espoo, wo in den 70er Jahren die ersten Ökohäuser gebaut wurden – die Dokumentationen geben einen umfassenden Überblick über Aktiv- und Passivhäuser, ökologische Bauweisen, intelligente Gebäude sowie sich nahtlos in die Landschaft einfügende “unsichtbare” Häuser.

Exklusiv im Internet wird „Was tun? – Eine 5-teilige Portrait-Reihe“ gezeigt, wo 5 anerkennte Experten (Ernst Ulrich von Weizsäcker, Jakob von Uexküll, Vandana Shiva, Dennis L. Meadows, Klaus Wiegandt) erklären, wie die meisten Hindernisse auf dem Weg in eine nachhaltige und global gerechtere Welt überwunden werden könnten.
Mehr Information finden Sie unter diesem Dossier.

Verwandte Beiträge:

Fernsehtipp: Themenabend „Geldquelle Wasser“ auf ARTE am Di., 22.3.2011

© ArtMast, stock.xchng

Morgen Abend, am Dienstag, den 22. März gibt es mal wieder einen Grund, den Fernseher aus der Abstellkammer zu holen – ARTE sendet den Themenabend „Geldquelle Wasser“ und zeigt zwei spanennde Dokus, die den Kampf der Konzerne um das lebenswichtige Gut zeigen. (Wiederholungen: Wiederholung am Donnerstag 24. März um 10.05 Uhr und Donnerstag 31. März um 14.45 Uhr)

Trinkwasser ist ein kostbares Gut. Doch gerade in Europa verkommt es derzeit zur Ware. Immer mehr Städte und Gemeinden privatisieren ihre Wasserversorgung. Die Folgen sind ein nur kurzfristiger Geldsegen für die Kommunen und eine langfristige Verteuerung des Trinkwassers für die Verbraucher. Der Themenabend dokumentiert anlässlich des Weltwassertags die zunehmende Verlagerung der Wasserversorgung von der öffentlichen in die private Hand. Und er beleuchtet ein zweites Problem, den wachsenden internationalen Handel mit in Flaschen abgefülltem Wasser, der sich zu einer gravierenden Umweltsünde auswächst.

Seit einiger Zeit ist eine zunehmende Privatisierung des Trinkwassers in unseren Breiten zu beobachten. Doch darf diese wichtige Ressource zu einer Ware, einem Wirtschaftsgut verkommen? Und wie will man das Bewusstsein für das weltweite Grundrecht auf Wasser wach halten, wenn es immer häufiger aus der öffentlichen Hand gegeben wird und Global Player ihr Geschäft damit machen? Das Trinkwasser wird durch diese Transaktionen weder sauberer noch keimfreier – es wird teurer. Und auf den kurzen Geldsegen, der in den klammen Kassen zahlreicher Städte und Kommunen schnell wieder versickert, folgt die ernüchternde Feststellung, dass man sich bis in die Folgegenerationen hinein verschuldet und abhängig gemacht hat. Wasser in öffentlicher Hand bleibt sowohl für Frankreich als auch für Deutschland eine politische Forderung.
Der Themenabend hat sich anlässlich des Weltwassertags zum einen bei den französischen Konzernen Veolia und Suez, den Platzhirschen auf dem Weltmarkt der privaten Wasserversorgung, umgesehen und zum anderen den arglosen Umgang mit abgefülltem Trinkwasser dokumentiert, der zu erheblichen Umweltschäden führt.

Um 20:15 Uhr macht die Doku „Water makes money“ den Auftakt, deren Ausstrahlung der französische Konzern (vergeblich) zu unterbinden versuchte. Da man nie weiß, ob die Kalge am Ende nicht doch Erfolg hat, sollte sich jeder die Doku ansehen und aufzeichnen/archivieren!

Die französischen Konzerne Veolia und Suez zählen zu den Großen im wachsenden Weltmarkt der privaten Wasserversorgung. Sie sind auf allen fünf Kontinenten präsent und kaum eine Woche vergeht ohne Neuerwerbungen. Doch ausgerechnet im Heimatland Frankreich verlieren sie jetzt an Boden. Anfang 2010 mussten beide Konzerne an ihrem Hauptsitz Paris die Wasserversorgung zähneknirschend an die Stadt übergeben und sich auch aus Rouen zurückziehen. Demnächst folgen wohl Bordeaux, Toulouse, Montpellier, Brest und andere Kommunen, die ihre Wasserversorgung wieder in die eigene Hand nehmen wollen. Die Dokumentation erklärt die Gründe für diese Entwicklung.

Private Konzerne versorgen rund 80 Prozent der französischen Bevölkerung mit Trinkwasser. Doch im ganzen Land schwindet das Vertrauen in ihre Seriosität, denn die Wahrheit über das Gebaren der Konzerne drängt an die Oberfläche: Wasserzähler werden dem Kunden faktisch doppelt berechnet, der Austausch von Bleileitungen erfolgt nur teilweise, dringende Reparaturen werden dem Verbraucher als Neuanschaffung in Rechnung gestellt. Inzwischen liegen die Wasserpreise bei privaten Betreibern in Frankreich um 20 bis 60 Prozent höher als bei öffentlichen Versorgern. Skandalös sind auch die üblichen geheimen Deals der Wassermultis mit den Kommunen: Der Konzern kauft sich bei der Gemeinde ein, um Wasser zu liefern oder Abwasser zu entsorgen. Diese 200 oder 300 Millionen Euro oder mehr gelten als Kaufsumme oder auch als Geschenk an die Kommune. Doch die Zahlung der Konzerne entpuppt sich dann als Kredit, der von den Wasserkunden über 20 oder 30 Jahre mit Zins und Zinseszins in dreifacher Höhe zurückgezahlt werden muss.
Beispiele in Frankreich und im deutschen Braunschweig machen ein System sichtbar, das den Wasserkonzernen erlaubt, ihren globalen Expansionskurs zu finanzieren – ein System, das inzwischen viele Franzosen motiviert, die Rückkehr zur kommunalen Wasserversorgung anzustreben.
Noch schockierender ist die Tatsache, dass in Frankreich die Ressource Wasser mittlerweile in einem bedenklichen Zustand ist. Dabei liegt die Lösung nah und ist absolut kostengünstig: die Ausweisung von Wasserschutzgebieten, auf denen nur Biolandwirtschaft erlaubt ist. Nur die Multis verdienen daran nichts. Zusätzlich würde ein sinkender Wasserverbrauch die Rendite der Konzerne schmälern. Aber in Frankreich wächst zusehends das Bewusstsein, die Melkkuh der Konzerne für ihre globalen Expansionspläne zu sein, und es baut sich eine Rekommunalisierungswelle auf. Und auch in anderen europäischen Ländern sowie in Lateinamerika, Afrika und den USA kommt es immer häufiger zur Rückkehr der Wasserversorgung in die Hände der Bürgerinnen und Bürger.

Direkt im Anschluss, um 21 Uhr, folgt „Flaschenwahn statt Wasserhahn“, eine Doku, die sich mit dem Schwachsinn der grassierenden (Plastik-)Wasserflaschen befasst:

Obwohl es in weiten Teilen Europas sauberes und unbelastetes Leitungswasser gibt, verkauft die Mineralwasser-Industrie immer mehr in Glas- oder Plastikflaschen abgefülltes Wasser. Nicht selten stammt dieses Wasser aus exotischen Regionen der Erde. Die Dokumentation verfolgt den arglosen Umgang mit abgefülltem Trinkwasser am Beispiel Englands und schildert die direkte Konsequenz, die der teilweise absurde Handel mit Trinkwasser auf die Wasserversorgung zum Beispiel auf den Fidschi-Inseln hat.

Womit ist zu rechtfertigen, dass Einwohner der britischen Hauptstadt London in Flaschen abgefülltes Trinkwasser von den Fidschi-Inseln trinken, wenn gleichzeitig 35 Prozent der Fidschi-Insulaner keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben? Doch in Europa und auch in den USA ist Mineralwasser aus Flaschen so selbstverständlich geworden, dass dort zeitweilig das eigene hochwertige Leitungswasser fast in Vergessenheit gerät. Und das trotz des Wissens, das weltweit mehr als eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.
Das Geschäft mit dem abgefüllten Nass ist gigantisch. Schon jetzt werden Milliarden verdient, und für die kommenden Jahre erwartet die Branche enorme Steigerungsraten von über 30 Prozent. Doch der Schaden für die Umwelt ist verheerend. Rund um den Globus entstehen jährlich mehrere Hunderttausend Tonnen Kohlendioxid-Emissionen allein dadurch, dass das abgefüllte Wasser zu den Verbrauchern transportiert werden muss. Zusätzlich werden 1,5 Milliarden Barrel Rohöl benötigt, um all die Plastikflaschen zu produzieren. Und nur jede vierte Plastikflasche wird recycelt, der Rest belastet Böden und Gewässer für Jahrhunderte. Die Mineralwasser-Industrie boomt dennoch. Ist dies der Sieg des Marketings über den gesunden Menschenverstand?

Verwandte Beiträge:

Die irreführenden Wege der Reklame

Darüber, dass (TV-)Reklame primär dazu dient, potentielle Käufer hinters Licht zu führen und einzulullen und diese in den Medien oft schönfärberisch titulierten „Verbraucherinformationen“ somit das genaue Gegenteil von wirklicher Information sind, muss ich eigentlich nicht mehr viel schreiben, das habe ich hier im Blog ja schon des öfteren getan. Aber zwei neue Beiträge, die sich mit dem Verschaukeln der Konsumenten durch die Marketingmaschinerie der Konzerne befassen, möchte ich heute doch vorstellen, da sie weitere Schlaglichter auf das Treiben in den Werbeabteilungen werfen. Die NDR-Sendung Markt ging in „Falsche Werbeversprechen“ der Flut von vermeintlichen „Ärzten“ und ähnlichen Experten in Werbespots auf den Grund – mit dem wenig überraschenden Ergebnis, dass hier natürlich getrickst wird, dass sich die Balken biegen:

Wissenschaftler und Ärzte preisen im Fernsehen diverse Produkte an. Dabei ist die TV-Werbung mit den vermeintlichen Experten häufig alles andere als seriös.

Die Woche drauf legte die gleiche Sendung nach – „Regionale Lebensmittel – bloß ein Werbetrick?“. Natürlich ist es ausgesprochen sinnvoll, regionale und saisonale Produkte zu kaufen. Nur leider haben diverse Handelsketten den schönen Trick ersonnen, Marken zu kreieren, die nach regionaler Verwurzelung klingen, allerdings ohne, dass die Sachen wirklich immer auf der Region stammen. Das dürfte bei Cashewkernen und Bananen der Reihe „Unser Norden“ nicht verwundern, aber dass selbst „Büsumer Krabben“ aus dem Atlantik stammen, ist schon eine Sauerei. Wie immer gilt also: vertraue nie den Werbeversprechen der Unternehmen!

65 Prozent der deutschen Verbraucher wünschen sich Lebensmittel aus ihrer Region. Immer mehr Supermärkte werben daher mit regionalen Produkten, auch im Norden. Die Lebensmittel stehen für Frische und Qualität und gerade nach dem Dioxin-Skandal wollen die Menschen Klarheit beim Essen. Doch kommen Fisch, Fleisch und Milchprodukte wirklich immer aus dem Norden? Oder ist das Werben mit der Region nur ein billiger Verkaufstrick?

Verwandte Beiträge:

Seite 4 von 11

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén