Feb
14
2011

Die Konzernisierung des Medialen, am Beispiel von Red Bull

Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber für mich ist Red Bull so ziemlich das ekligste Getränk, das einem so aus den Kühltheken entgegenwabert. Kandierte Kassenpisse kann nicht viel schlimmer sein. Aber offenbar sind die Geschmacksnerven vieler Menschen mittlerweile so verkümmert, dass ihnen auch so etwas schmeckt. Naja, ist ja auch nicht so wichtig, das muss schließlich jeder selbst wissen, was er trinkt. Interessanter daran finde ich jedoch vielmehr, dass man an Red Bull gut sehen kann, wie die ohnehin schon weit vorangeschrittene Durchkommerzialisierung der Medien weiter betrieben wird.

Die NDR-Sendung Zapp berichtete in „Die Marketingstrategie von Red Bull“ über genau diesen Trend, dass sich große Konzerne eine Art Hofberichterstattung erkaufen und ihren Markennamen massiv in alle Kameras drücken – die eigentlichen Inhalte, z.B. Sport, rücken dabei immer weiter in den Hintergrund. Es geht nur ums „Event“ und darum die eigenen Produkte werbewirksam zu präsentieren. Interessant auch, die Kommentare mancher User bei YouTube zu diesem Beitrag zu lesen, denn einige finden das ganz normal und nicht weiter bedenklich – während ich die fortschreitende Präsenz von Unternehmen und Marken ja bekanntlich sehr skeptisch sehe.

Ob Formel 1, Fußball oder Fernsehen – der Getränkehersteller hat überall seine Finger im Spiel. Und mit einem kleinen Medienimperium bringt er subtil sein Logo unters Volk.

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2 Kommentare »

  • Martin W.

    Ich habe dieses Zeug noch nicht getrunken und werde es auch nie trinken. So war ich denn auch einigermaßen überrascht, als jemand vor mir an der Kasse 1,49 (!) für eine Dose bezahlte. Aber dieses Gebräu ist ein Lehrstück für Fragen wie Werbung und Erfolg. Wie schafft man es bloß, ein derartiges Getränk so nach vorne zu bringen?

    Comment | 15. Februar 2011
  • Geextah

    Was mich ja mal interessieren würde, ist, ob die Übertragungen von diesen RedBull-Events als Dauerwerbesendung gekennzeichnet sind, wie es bei diesen ganzen Raab-Veranstaltungen der Fall ist. Falls nicht, wäre es spätestens jetzt nötig.

    Aber ich muss sagen der Beitrag zeigt auch ganz gut, wie der heutige Journalismus unter der Fuchtel verschiedener Fernseh- und Zeitungsmedien zu verstehen ist.
    Man wird eher zum kostenlosen Handlanger und macht nicht mehr als Werbung für eine Marke, weil Chefchen wieder Kohle kassiert hat oder sogar selbst zum Klan gehört und quasi für sich selbst Werbung macht.

    Gibt es auf unserer Welt so wenig zu berichten, dass man so einen Müll senden muss?
    Wär schön, wenn die Menschen ihre kreative Energie für bessere Dinge als Dauerwerbeveranstaltungen nutzen würden.

    Gruß

    Geextah

    Comment | 15. Februar 2011

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