Okt
04
2011

Billige Klamotten

Die NDR-Sendung Extra 3 befasste sich neulich mit dem Thema Billigklamotten – wie gewohnt in satirisch-überhöhter, aber (leider) natürlich zutreffender Weise. Gerade die Billigketten und Discounter sorgen ja dafür, dass unter übelsten Bedingungen hergestellte Kleidung möglichst massenhaft unters Volk gebracht wird. Qualität, Nachhaltigkeit, all das ist egal, solange der Preis niedrig ist – nach diesem Motto gehen leider immer noch viele Konsumenten vor. Eins darf man bei dieser Kritik nicht übersehen – es ist mitnichten so, dass teure Markenware unbedingt besser hergestellt wurde. In der Regel zahlt man hier nur den „guten“ Namen und die Reklame.

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14 Kommentare »

  • qwertz

    “[...] solange der Preis niedrig ist – nach diesem Motto gehen leider immer noch viele Konsumenten vor.”

    Viele haben leider gar keine andere Wahl. Man kann es den derzeit 7,6 Millionen Hartz IV-Empfänger nicht vorwerfen, dass sie zur Billigware greifen. Etwas anderes können sie sich schlichtweg nicht leisten.

    Comment | 4. Oktober 2011
  • @qwertz: ja, das ist ja das Standardargument, das immer kommt, wenn man etwas gegen Discounter und andere Billigbuden sagt. Natürlich ist es für viele Menschen schwierig, Hochwertigeres zu kaufen, weil sie kaum Geld haben. Aber letztlich ist der Großteil der Bevölkerung eben nicht Hartz IV-Empfänger und viele gehen trotzdem bei Kik & Co. einkaufen, weil es ja “so schön billig” ist. Dafür habe ich kein Verständnis und das ist auch nicht zu rechtfertigen. Mal abgesehen davon, dass die Billigläden unnötigen Konsum anheizen, weil Menschen dann mehr kaufen, als es sein muss, eben weil die Preise ja so niedrig sind (dass diese niedrigen Preise letztlich aber hohe Kosten für die Gesellschaft und die Umwelt gegenüber stehen, wird dann gerne verdrängt).

    Comment | 4. Oktober 2011
  • Besucher01

    Wer billig kauft, kauft doppelt. Das Argument das Hartz-IV Empfänger keine andere Wahl haben kann man so nicht stehen lassen. Minderwertige Ware hat nur eine begrenzte Haltbarkeit (Gewebequalität). Ist zudem gesundheitlich bedenklich und schädigt die Umwelt. Den Unterschied zwischen einem T-Shirt von 2,99 und 6,99 merkt man.

    Comment | 4. Oktober 2011
  • super Video – kann mich Peter auch nur anschließen … zumal es für die Hersteller/Endverkäufer schon möglich wäre Produkte für den gleichen Preis zu verkaufen und dafür einfach etwas am Gewinn “einzubüßen”. Also anstelle von 1% für die Näherin und 40% Gewinn, 5% zu 35% oder auch noch fairer.
    Dass FairTrade gar nicht teuer und auch recht chic sein kann, beweisen Läden wie z.B. http://fairtrademerch.com/mens-tees , http://www.fairticken-shop.de/index.php?lang=DEU oder auch http://www.shop.bekleidungssyndikat.de/index.php/cat/c27_Shirts–Polos–Hemden.html
    noch mehr Links auf http://mikrofairkel.de/2011/07/fair-trade-klamotten/ ;)
    Grüße und weiter so! :)
    [offtopic: sicher unterstützenswert - die neue http://www.tagesschau.de/inland/datenschutzpetition102.html ]

    Comment | 4. Oktober 2011
  • Luis

    Gibt es einen Texitilhersteller der unter menschenwürdigen Bedingungen und anständig bezahlt seine Sachen in Deutschland herstellt?

    Diese Ausbeutung/Vergiftung klappt einfach nur, weil man als Konsument kaum etwas über die Arbeitbedingungen am anderen Ende der Welt weiss (oder ausblendet)

    Comment | 4. Oktober 2011
  • joah – s. Links … ansonsten würde mir Trigema einfallen – hab dazu aber noch nix Qualifiziertes gehört, was klar dafür od. dagegen spricht.
    (abgesehn vom exravaganten und manchmal auch sympathischen Auftreten des Chefs, Herrn Grupp)
    Habt ihr diesbzgl. vllt. mehr Infos?

    Comment | 5. Oktober 2011
  • Luis

    Ich hab noch zwei Links gefunden durch (http://www.taz.de/!57102/)

    http://www.germangarment-shop.de/

    http://www.sixsixseven.net (Babymode)

    Ansonsten muss ich die Nase rümpfen. Ein Tshirt für 50 Euro. Da merkt man schon wie sehr man sich an die Billigpreise gewöhnt hat. Zumal noch dazu kommt, dass Mode-Tshirts nichts für die Ewigkeit sind. Die Shirts sind so dünn, dass man sie irgendwann wegwerfen kann. Handelt es sich bei den 50 Euro Shirts auch um WWW? (Wegwerfware)

    Comment | 5. Oktober 2011
  • L

    Was geht denn hier ab? Seit wann gibts unwidersprochene Deutschtümmelei auf konsumpf?

    Trigema mit seinem „Ja-zu-Deutschland“-Slogan und dann auch noch “German Garment”. Super Name.

    Mir ists egal, wo die Klamotten produziert werden, aber fair und ökologisch korrekt solls sein. Es spricht auch nichts gegen Produktion in Deutschland, aber eben auch nicht mehr dafür als anderswo. Zumindest wenn einem alle Menschen (und deren Arbeitsmöglichkeiten) gleich viel Wert sind. Und das setze ich hier mal voraus.

    Comment | 6. Oktober 2011
  • @ L: Definitiv – die Produktion in Deutschland ist kein unbedingtes Qualitätsmerkmal und sagt schon gar nichts darüber aus, ob die Sachen fair und ökologisch sinnvoll produziert wurden. Man kann vielleicht mutmaßen, dass ein Unternehmen, dass hierzulande produziert, besser kontrolliert werden kann, als wenn eine Firma von Subsubunternehmen in Asien Kleidung fertigen lässt, aber das ist halt auch nur eine Mutmaßung. Von daher kann ich zu Trigema nix sagen, ich würde jetzt auch nicht unbedingt Sachen dieser Firma kaufen oder empfehlen.

    Comment | 6. Oktober 2011
  • L

    @Peter: mir gings nicht darum, ob Trigema oder German Garment nun fair oder öko oder beides ist. Mir gings schlicht um deren standortnationalistische Anbiederung bei allzu deutsch gesinnten Kunden, die ich unerträglich finde.

    Bei German Garment würde ich das ja noch auf Naivität und politische Ungebildetheit zurückführen. Bei Trigema scheints mir hingegen schon wirklich gelebter Wertkonservatismus zu sein…

    Comment | 6. Oktober 2011
  • Luis

    Jaja… “Deutsche kauft Deutsche Bananen”

    nein mal im Ernst. Wie schon gesagt klappt diese Art der Ausbeutung nur, weil die Firmen ihre Schuld davon weisen und nur auf andere Zeigen. Und irgendwann mal steht der andere-anderer-andere soweit weg, dass er die bösen Blick nicht mitkriegt die man noch werfen könnte.

    Das gilt doch für jedes Subunternehmen und Outsourcing! Was bleibt ist aber der grosse Mist (Umweltverschmutzung und Arbeiterausbeutung), und keiner will dafür verantwortlich sein.

    Diese Situation kotzt mich langsam an! Keiner ist für den Mist verantwortlich und keiner ändert was! ARGH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Comment | 7. Oktober 2011
  • KIW

    Merkwürdig, dass hier niemand was von Second-Hand-Kleidung oder Kleidertauschbörsen sagt. Wer sich hier zumindest in Teilen eindeckt, kann z.B. im Segment Socken oder Unterwäsche auch mehr für vernünftig Produziertes ausgeben. Die BUND-Jugend SH führt z.B. konsumkritische Stadtführungen durch http://www.bundjugend-sh.de/mitmachen/weltbewusst/

    Comment | 7. Oktober 2011
  • Anonymous

    Naja auch wenn man nicht viel Geld hat, hat man zumindest die Wahl sich nicht ständig was Neues zu kaufen. Dann lieber nur ein paar qualitativ wertvolle Teile im Schrank, als jede Woche neuen Müll zu kaufen. Außerdem gibt es auch genug 2nd Hand Shops, Flohmärkte Kleiderkammern. Es gibt genug Klamotten auf dieser Welt, es sollte wirklich nicht ständig was neues produziert werden müssen. Das ist ein Problem, was nur wir als Konsumenten angehen können.
    Ganz davon abgesehen, sind glaube ich weniger die HartzIV Empfänger der Auslöser für Billigwaren-Produktion, sondern viele viele Leute die durchaus Geld hätten faire Ware zu bezahlen, aber lieber (wie in dem Film so schön demonstriert) den Schrank richtig voll packen, damit man auch immer schön im Trend ist.

    Comment | 26. November 2011
  • Ken

    Hallo,

    was ist denn mit GermanGarment , was meint ihr mit “deren allzu Standort nationalistische Anbiederung” ? Deren website wirkt eigentlich ganz ok und wenns in Deutschland hergestellt wird hab ich da nix gegen, wobei die Baumwolle danna uch Fairtrade sein sollte.

    Comment | 1. Januar 2012

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