Sep
22
2013

Wahltag = Zahltag?

Für alle Unentschlossenen am heutigen Tag der großen, mit wahnsinniger Spannung erwarteten Bundestagswahl 2013 habe ich noch eine wichtige Information ausgegraben, die Eure Wahlentscheidung signifikant in die richtige Richtung beeinflussen könnte, nein, müsste. Denn untenstehenden Fakt haben uns die Medienkomplexe, die das Land beherrschen, bisher wohlweislich vorenthalten, um das regierende System nichtz ins Wanken zu bringen! Solche Dinge sollte man aber vor dem Urnengang wissen, denke ich, damit man sich nicht noch verwählt und hinterher das Jammern und Wehklagen groß ist.

Okay, vermutlich/mit großer Sicherheit wird heute ab 18 Uhr sowieso das Wehklagen einsetzen, wenn wir dann wissen, welche Koalition uns die nächsten vier Jahre mit ihren Entscheidungen beglücken darf. Meine Vermutung und Befürchtung ist ja, dass sowohl die FDP wie auch die unsägliche AfD über die 5%-Hürde kommen, was in gewisser Weise den Worst Case darstellt. Falls sich ein paar AfD-Fans auf meinen Blog verirrt haben sollten und jetzt zu zetern beginnen, dass diese Partei doch wenigstens den Eablierten zeige, was eine Harke sei und „uns endlich aus der EU-Diktatur befreie“ und was derer Parolen noch so alles seien, dem empfehle ich den durchaus lesenswerten Artikel von Jens Berger auf den NachDenkSeiten, dessen skeptische Einschätzung der AfD ich teile – „AfD ante portas – Rechtsruck mit der deutschen Tea Party

(…) Rechtsruck

Sollte die AfD am Sonntag die 5%-Hürde knacken, wäre sie seit 1961 die erste Partei rechts der Union, die in den Bundestag einzieht. So etwas wurde lange für unmöglich gehalten. Das Erfolgsrezept der AfD ist es wohl, dass sie sich als Wolf im Schafspelz präsentiert, als „Professorenpartei“, die Merkels Eurokrisenpolitik kritisiert. Wer sagt eigentlich, dass „Professoren“ keine Rechtspopulisten sein können? Die „Professoren“ der AfD sind – bei näherer Betrachtung – eine ziemlich krude Mischung aus Marktradikalen und dem Stamminventar der „Jungen Freiheit“, dem Sprachrohr der „Neuen Rechten“. Hoffen wir, dass die – ohnehin nicht sonderlich seriösen – Ergebnisse der INSA-Umfrage falsch liegen und mehr als 95% der Wähler dem Lockruf vom rechten Rand widerstehen können.

Apropos, auf den NachDenkSeiten hat auch Wolfgang Lieb einen sehr guten Beitrag über die Wahl, den Wahlkampf und die möglichen Konstellationen verfasst – ein etwas längerer Text, aber durchaus lohnend, wie ich finde: „Wahlkrampf – Wonach sollte man seine Wahlentscheidung ausrichten?

Jede/n nur ein wenig an politischen Fragen Interessierte/n oder wer sich ernsthaft dafür interessiert, wie es für ihn auch persönlich weitergehen soll in Deutschland, kann wenige Tage vor dieser Wahl angesichts dieses Wahlkrampfes eigentlich nur noch verzweifeln. Es hilft aber nichts, die Wahl wird stattfinden, und jede/r Einzelne muss sich so oder so entscheiden. Aber wonach?

Und zum Abschluss noch blogsgesang.de: „Je lauter SPD und Union die Große Koalition verteufeln, desto sicherer kommt sie“.

Dann also mal viel Spaß an der Wahlurne (oder beim konsequenten Nicht-Wählen). Und nicht vergessen: Ab heute ist eh Herbst, egal wie’s nachher ausgeht.

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Kommentare: 5 | Humor,Politik | Schlagwörter: , , , |

5 Comments

  • ElFusi

    Schöner Beitrag 🙂

    Comment | 22. September 2013
  • veg

    „Zeter.“

    Die AfD wird oft ‚rechts der CDU‘ und in ähnlicher Weise verunglimpft und irgendwie stimmts mir traurig, das jetzt auch hier zu lesen. Ich halte mich hierbei an Youtube-Videos mit Dirk Müller, bekannt als Mr. Dax, dessen Einschätzung zu Wirtschaftsfragen und auch zur AfD ich teile. Es ist eine Partei, die sich aus Merkels Phrase ‚Alternativlos‘ zur Eurorettung gründete. Und auch Herr Müller ist der Ansicht, dass mit dem Spardiktat eine Destabilisierung der Länder erfolgt und ihnen mit dem Euro in keinster Weise geholfen ist. Es geht um die Währung, nicht um das europäische Projekt.

    Es gab eine Dokumentation über ein rechtes Mitglied, das während dieser noch von Herrn Lucke aus der Partei befördert wurde. Und einzig das ‚Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild‘ hat in ihrem Programm ggf. einen rechtsruck.

    Wenn Rechte die wählen wollen und aus ihren Plänen zur Euro-Abschaffung populistisches und nationalistisches hören und sie dadurch wählen, ist hierbei auch kein Schaden entstanden. Und im Sinne des Tierschutzes, betreffend zwei Grafiken, die du, werter Blogger, hier veröffentlicht hast, steht die AfD gemeinsam mit der Tierschutzpartei, den Piraten und zum Teil den Rot-Rot-Grünen gegen die Schwarz-Gelben.

    lg

    Comment | 23. September 2013
  • „Und einzig das ‘Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild’ hat in ihrem Programm ggf. einen rechtsruck.“

    Weiß nicht, ob Du den NDS-Artikel über die AfD gelesen hast? Und wenn ich sehe, was für Typen im Umfeld der AfD so schwimmen (z.B. in diversen Foren und Blogs oder bei Facebook), dann läuft es mir schon kalt den Rücken runter. Dass die aktuelle Europa-Politik zu kritisieren ist, steht außer Frage, aber die AfD fischt halt auch (m.E. bewusst) in sehr trüben Gewässern, deswegen halte ich sie für gefährlich.
    Die vermeintlichen Tierschutzabsichten der AfD halte ich für Augenwischerei und denke, dass sie in deren aktiver Politik gar keine Rolle spielen. Aber in solchen Umfragen kann man’s ja mal gefahrlos hinschreiben. 😉 (Ja, das ist der Zyniker in mir.)

    Comment | 23. September 2013
  • veg

    *gelesen*

    Wenn das alles so stimmt, trifft wohl folgendes zu: ‚Es ist zu vermuten, dass einem Großteil dieser Wähler die Ideologie hinter der AfD fremd ist.‘

    Den Piraten wurde der Rechtsruck und die Unterwanderung durch die NPD auch lange unterstellt, und genauso klang bisher jeder Versuch, die Herren rechts der CDU zu platzieren. Aufklärung über die AfD sollte dann aber bitte nicht mehr über ‚rechts‘ und ‚gefährlich‘ bzgl. der Euro-Politik stattfinden, wie es alle Medien und Politiker bisher geschafft hatten. Und auch das „Professor“ in Anführungszeichen las sich wie ein depperter Stoiber, dem das bei Will auch schon als Schimpfwort gereichte.

    Auch die Wahlplakatzerstörung und Wahlkampfdrohungen waren absolut undemokratisch. Beschmieren und Botschaften zu überkleben ist ja noch eine politische Aussage, das Entfernen während des Wahlkampfes aber ist einfach ein Unding.

    So wurde die Partei bislang nur mit Dreck beworfen. Polemisch, undemokratisch und herablassend. Und thematisch konnte ich den Politikern, die die Eurorettung immer noch alternativlos sehen, in der Hinsicht auch nicht viel abgewinnen. So hat mit dem Inhalt der Eurokritik, in welcher sich Herr Lucke recht fundiert zeigte, die AfD bislang gewonnen, die fragwürdigen wurden nie zur Sprache gebracht. Ich hoffe die AfD-Kritiker schaffen es, die Partei mit solchen Inhalten zu konfrontieren und ihre Stellungnahmen hierzu zu veröffentlichen, ansonsten würde auch ich mich, wenn ich voriges nicht gelesen hätte, noch immer mehr oder minder für diese Leute einsetzen.

    In Bezug auf die Euro-Politik und auch in Tierschutzfragen, wenn der Teil ernst gemeint gewesen sein sollte, hätte ich mir die Partei bis heute aber eigentlich schon gewünscht. Zusammen mit den Piraten und der TSP für andere Belange.

    lg

    Comment | 23. September 2013
  • Ich zitiere mal eben German Foreign Policy:

    „Nach ihrem Überraschungserfolg bei der Bundestagswahl bereitet sich die neue „Alternative für
    Deutschland“ (AfD) auf die Europawahl im Mai kommenden Jahres vor. Der AfD, die einem Teil des deutschen Establishments entstammt –
    demjenigen, der dem heutigen Euro aus ökonomischen Erwägungen ablehnend gegenübersteht -, ist es gelungen, mit Unterstützung
    rechtslastiger Kreise faktisch mit der FDP gleichzuziehen. Prominente Wirtschaftsvertreter, darunter der ehemalige Präsident des
    Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hans-Olaf Henkel, sind von der FDP zur AfD übergelaufen und versuchen diese quasi als
    FDP-Nachfolge zu etablieren – auf ein Europa orientierend, das den Euro zumindest in seiner heutigen Form aufgibt und in stärkerem Maß
    eine nationale Prägung aufweist. Verbunden ist dies – allen anderslautenden Aussagen zum Trotz – mit antidemokratischen Konzepten,
    die in der AfD Brücken in die äußerste Rechte schlagen.“

    Mir gefällt das alles nicht, was ich so von der AfD gehört und gelesen habe. Wenn da so ein Marktradikaler wie der Henkel mitmischt, schrillen bei mir die Alarmglocken.

    Comment | 23. September 2013

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