Kategorie: Humor Seite 4 von 9

Sachen, die echte Menschen niemals über Reklame sagen würden

Schon seit jeher finde ich es amüsant, wie sich Reklameschaffende die ideale Konsumwelt und den perfekten Konsumenten so vorstellen – wenn man von den Werbespots auf den Geisteszustand der Verfasser schließen müsste, käme man in der Regel zu keinem sehr vorteilhaften Ergebnis. Vermutlich lassen die Endergebnisse stundenlangen kreativen Gehirnstürms in den Marketingkemenaten aber eher Rückschlüsse auf den Drogenkonsum zu. Wie sonst käme jemand auf die Idee, dass echte Menschen durch das Öffnen einer Rolle pappiger Industriechips plötzlich in Partystimmung wären und der Punk abgeht? Oder jemand einen auf der Straße wegen der „Aprilfrische“ der Wäsche anspricht. Etc. pp. Ähnliches dachte sich wohl auch der Macher des amerikanischen Blogs „Things real people don’t say about advertising“, in dem er fiktiven Konsumenten satirisch überhöhte Jubelphrasen oder verquer-eloquente Formulierungen in den Mund legt, die diese über die ihnen begegnenden Reklameformen ausrufen. Eine schöne Idee, die man auch mal auf deutsche Verhältnisse übertragen sollte, finde ich! Hier mal ein paar Beispiele:

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Buchbesprechung: Martin Sonneborn „Das PARTEI-Buch“

Seien wir doch mal ehrlich – Politik ist zumeist total langweilig. Okay, es gibt immer mal wieder unfreiwillige Komik, wenn sich Poltiker verheddern oder so wie jetzt die schwarz-gelbe Regierung in der Atomfrage eine offen opportunistische Kehrtwende simuliert, aber im Grunde gibt es wenig zu lachen. Vor allem, wenn es um die Parteien und Parteiarbeit geht – das ist doch oft ein sehr trockenes Brot, was da gekaut werden muss. Bis neulich! Denn mit Martin Sonneborns „Das PARTEI-Buch. Wie man in Deutschland eine Partei gründet und die Macht übernimmt“ ziehen Humor und Anarchie ins politische Alltagsgeschäft ein. Sonneborn, seines Zeichens Herausgeber des „endgültigen Satiremagazins“ Titanic schildert auf 240 Seiten die Gründung der Partei Die PARTEI (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratischer Initiative), die in den Schlüsselpositionen zunächst mit Titanic-Mitarbeitern besetzt wird, sowie ihren unaufhaltsamen Aufstieg mit Hilfe von „schmierigem Populismus“ (O-Ton).

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Jetzt mit Werbung!

Ha, da habe ich Euch aber einen Schrecken eingejagt, was? ;-) Natürlich werden all meine Blogs weiterhin ohne Reklame sein und bleiben, das versteht sich von selbst. Vielmehr habe ich mich mit meiner Überschrift auf den Jahresbericht (hier als pdf) der Erklärung von Bern bezogen – die haben nämlich die Sonderausgabe ihres Informationsheftes diesmal ganz wunderbar gestaltet und mit vielen Werbeparodien bestückt. Also quasi Adbustings, ohne dass jedoch konkrete Anzeigen persifliert werden, sondern eher das Verhalten gewisser Branchen aufs Korn genommen. Deshalb möchte ich Euch die gelungene „Werbung“ des Schweizer Vereins, der sich für faire Produktionsbedingungen und Menschenrechte weltweit einsetzt, hier im Blog präsentieren.

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Ronald McDonald gekidnappt und exekutiert!

Kunst durfte schon immer etwas mehr als viele andere Menschen – im Gewand des Clowns und des verrückten, genialischen Künstlers können Missstände angeprangert und Großkopferte lächerlich gemacht werden und sich der Zorn der Untertanen so ein wenig kanalisieren und austoben. Jedenfalls, solange man gewisse Grenzen nicht überschreitet… Die Grenzen zwischen „reiner“ Kunst und politischer Aussage bzw. aktivistischem Engagement ist in den letzten Jahren immer mehr verwischt – man denke an sozialkritische Street Art (wie z.B. von Banksy), Adbusting in Städten oder auch solche Veranstaltungen wie die Subversivmesse, wo ganz offen herrschende Zustände mit den Mitteln der Subversion und Unterwanderung kritisiert und ridikülisiert werden.

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Gernot Hassknecht über Billiglebensmittel

Sehr passend zu meinem gestrigen Artikel über Giftstoffe im Tierfutter etc. ist dieser Kommentar von Gernot Hassknecht aus der ZDF-Satiresendung heute show – betont unsachlich, wie gewohnt, aber leider ist an seinen Worten viel Wahres dran. Wer billig will und billig kauft, kriegt billig und darf sich am Ende nicht wundern, wenn alles immer schlechter wird…

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Neue Adbustings

Es wird mal wieder Zeit, dass ich ein paar nette Adbustings, die mir so in der letzten Zeit begegnet sind, im Blog präsentiere. Die folgenden stammen von Designheilige (danke an Roman von Bleib passiv! fürs Aufmerksammachen):

Auf die Reklameparodien im Zusammenhang mit den Public Eye Awards hatte ich ja schon mal neulich hingewiesen, aber man kann sich die Bilder auch in statischer Form auf deren Facebook-Seite anschauen:

Sehr schön sind auch immer die (meist eher politisch geprägten) Bilder, die im Blog von do-panic zusammengetragen werden:

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Die Millenniums-Ziele kritisch und humorvoll beleuchtet

Durch eine Mail wurde ich auf diese schöne Aktion von Oxfam Deutschland aufmerksam gemacht – Oxfam ist eine Hilfs- und Entwicklungsorganisation, die sich für eine gerechtere Welt einsetzen. Ein hehres und löbliches Ziel, zu dem nun auch ihre neue Kampagne beitragen soll – das I.N.F.A.M., das Institut für angewandte Millenniumsforschung, eine virtuelles Institut, soll auf satirische Weise die sogenannten Millenniumsziele thematisieren und zeigen, wie weit (oder eben nicht) die Weltgemeinschaft auf dem Weg der Erfüllung dieser Ziele bereits gekommen ist. Dazu eine kurze Definition dessen, worum es hier überhaupt geht – „die Millenniumsziele in zwei Minuten“:

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Der satirische Jahresrückblick 2010

Tja, nun geht es also zu Ende, das Jahr 2010. Was hat es gebracht, abgesehen von neu aufflammenden Bürgerprotesten, Atomdeals und Vulkanausbrüchen? Werner Doyé und Andreas Wiemers (von Frontal 21/ZDF) halten wie jedes Jahr Rückschau auf die vergangenen zwölf Monate, in gewohnt pointierter und nicht unamüsanter Weise, auch wenn einem bei so manchem Thema das Lachen im Halse stecken bleibt. Einen guten Rutsch und einen geschmeidigen Start ins neue Jahr wünsche ich allerseits!

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Nachschlag zu Sarrazin

Nachdem ich Herrn Sarrazin vorgestern kurz erwähnt habe, möchte ich doch noch folgenden beiden Fundstücke zu dem Thema unters überfremdete Volk bringen – zum einen den sehr interessanten Artikel „Die Lügen des Thilo Sarrazin (Teil 1)“ und „Teil 2“, erschienen im Hintergrund, in dem Autor Martin Kreickenbaum aufzeigt, wie manches, was Sarrazin da schreibt, hanebüchen und an den Haaren herbei gezogen ist. Lesenswert!

(…) Das Bemerkenswerte an der Debatte besteht darin, dass selbst krudeste Behauptungen aus Sarrazins Buch unwidersprochen bleiben. Sarrazin selbst hat bereits im März dieses Jahres gegenüber der Süddeutschen Zeitung zugegeben, dass er seine angeblich so aussagekräftigen Statistiken selbst zurechtgebogen hat. Getreu dem Motto, „glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast“, erklärte er, wenn man keine Zahl habe, „muss man eine schöpfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch“.

Das ist ihm insofern gelungen, als nun allerorten von gewalttätigen muslimischen Jugendlichen und ungebildeten Türken und Arabern die Rede ist, die nach der Scharia leben und sich auf Staatskosten ein schönes Leben machen. Kaum jemand tritt Sarrazin ernsthaft entgegen und widerlegt seine angeblichen Fakten. Dabei zeichnen offizielle Statistiken und Untersuchungen ein ganz anderes Bild. (…)

In der Satiresendung heute show im ZDF ist Gernot Hassknecht bekannt für seine pointierten und unsachlichen Kommentare, und vor einer Weile hat er sich auch Thilo Sarrazin und seinen Thesen angenommen:

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Reverend Billy & The Church of Life After Shopping

Shopping. Ist es nicht der eigentliche Sinn des Lebens, macht es nicht mehr Spaß als alles andere, ist es nicht viel wichtiger als all die anderen langweiligen Aspekte des Daseins? Nein. Allerdings muss man schon den Eindruck bekommen, das Shoppen die vorrangigste Aufgabe des Konsumbürgers, wenn man in den Medien unisono die als Jubelmeldung verbreite frohe Kunde hört, dass „das Konsumklima“ wieder freundlicher geworden sei und alles bergauf gehe, weil die Leute wieder konsumieren, als hätte es nie eine Finanzkrise gegeben (und als könnte sich die Menschheit die Planeten, die sie für die Ressourcen ihres Expansionswahns benötigt, ebenfalls in der Mall um die Ecke kaufen).

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