Aug
05
2011

Jean Ziegler – „Der Aufstand des Gewissens“

Jean Ziegler, seines Zeichens bekannter Globalisierungskritiker und UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, ist nicht nur ein umtriebiger Buchautor (siehe meine Rezension von „Das Imperium der Schande“, u.a. über Nestlé und andere Unternehmen, die viel Dreck am Stecken haben), sondern legt auch sonst gerne den Finger an die Wunden, die dieses Wirtschaftssystem weltweit schlägt und blutend hinterlässt.

Wie hier in meinem Blog schon des öfteren angesprochen und in den letzten Tagen auch im Kommentarbereich von verschiedenen Lesern angesprochen und diskutiert, hat das ganez Treiben von Poltik und Wirtschaft, diese unheilige Allianz von Wirtschaftsinteressen, die per Lobbyismus in die Parlamente getragen werden, und dem Machterhalt der Parteien und ihrer Spitzenfunktionäre mittlerweile ein Ausmaß angenommen, dass es fast aussichtslos erscheint, hier durch bloße Korrekturen im kleinen Bereich noch etwas zu retten oder wirklich zu ändern. Dass man es trotzdem unverzagt tun sollte, dass man das, was einem aus den Mainstreammedien entgegenblubbert, kritisch hinterfragen muss und auch bei vielen Entscheidungen auf der politischen Bühne sich immer die Frage stellen muss, wem diese nun im Endeffekt nutzt, halte ich für wichtig. Sich einzumischen und nicht alles widerstandslos hinzunehmen sollte eigentlich oberste Bürgerpflicht in einer Demokratie sein – leider ist für viele schon der Gang zur Wahl zu viel Mühe, zumal das Ankreuzen eines Stimmzettels auch nicht viel ändert.

Aber zurück zu Jean Ziegler – er war neulich bei den Salzburger Festspielen eingeladen, um dort die Eröffnungsrede zu halten. Kurzfristig wurde er dann wieder ausgeladen, was, wenn man seine nicht gehaltene Rede so hört, ein Skandal ist und sicherlich keinen Zufall darstellt. Denn in „Der Aufstand des Gewissens“ werden den Mächtigen der Welt (die sich zum Teil auch bei diesen Festspielen belustigen lassen wollen) ordentlich die Leviten gelesen… Dank YouTube können wir uns die Rede aber dennoch zu Gemüte führen:

In der Süddeutschen Zeitung gibt es die Rede auch als Transkript zum Nachlesen – HIER.

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4 Kommentare »

  • sein Buch “der Hass auf den Westen” ist wirklich gut, ich bewundere diesen Mann, auch wenn ich nicht immer seiner Meinung bin.
    Ähnlich augenöffnend ist auch das Buch “Bekenntnisse eines Economic Hit Man” von John Perkins.

    danke für den Hinweis, hab ich nicht mitbekommen.

    Comment | 5. August 2011
  • Schwabe

    Klasse Rede und zutreffend.
    Kein Wunder, dass man ihn wieder ausgeladen hat, schließlich tritt er genau denen auf die Füße, die durch ihr gieriges Profitstreben diese Umstände verursachen /mitverursachen.
    Seine Entrüstung versteht ein jeder. Dadurch, dass er diese Rede jetzt als Buch veröffentlichen kann, wird der Inhalt doch publik.

    Comment | 5. August 2011
  • Ich habe meinen Sermon dazu ja schon abgelassen … ;-) – Wer es nochmal nachlesen mag: http://narrenschiffsbruecke.blogspot.com/2011/08/alle-funf-sekunden-verhungert-ein-kind.html

    Im Übrigen stimme ich Dir zu, Peter, dass es trotz aller immer wieder auftretenden Ohnmachts- und Resignationstendenzen wichtig ist, am Ball zu bleiben und der Bande immer wieder – auch wenn es zum hundersten, zum tausendsten Male geschieht – den Spiegel vor die hässliche Fratze zu halten. Ich muss mir das selber auch immer wieder sagen. Jean Ziegler kann da ein leuchtendes Beispiel sein – hat er doch inzwischen ein Alter erreicht, in dem ihm sicherlich klar ist, dass er die möglichen Früchte seiner ständigen Arbeit nicht mehr wird erleben können. Trotzdem hört er nicht auf sich einzumischen – immer und immer wieder.

    Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es noch viele weitere Brandherde – einen davon hat gerade die “Zeit” mit einem Bericht über Äthiopien etwas näher beleuchtet. Ein paar Worte dazu sind mir auch eingefallen:

    http://narrenschiffsbruecke.blogspot.com/2011/08/hunger-in-afrika-biosprit-fur-den.html

    Comment | 7. August 2011
  • Es ist einfach wichtig, dass es so oft wie möglich ausgesprochen wird. Und zwar da, wo es die Leute auch erreicht. Wie viele Menschen sitzen zu Hause und sind sich dieser Folgen nicht bewusst? Wieso klärt keiner auf, was jeder einzelne dagegen tun kann?

    Comment | 16. August 2011

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