Sep
03
2012

Wie billig kann Bio sein?

Heute nur ein schneller Fernsehtipp – um 21:45 Uhr läuft eine Doku in der ARD, die für alle LOHAS und alle, die meinen, mit dem Kauf von Biolebensmitteln (vor allem in Supermärkten & Discountern), hätten sie genug zur Weltrettung beigetragen, etwas unbequem werden könnte – „Wie billig kann Bio sein?“:

Bio boomt – 6,6 Mrd. Euro gaben die Deutschen 2011 für Bio-Lebensmittel aus – und die Umsätze steigen weiter. Denn auch Supermärkte und Discounter haben das Geschäft längst für sich entdeckt und bieten inzwischen viele billige Bio-Produkte an. Billigangebote, die ihren Preis haben – das belegen Recherchen des ARD-Magazins “Fakt”.

Beispiel Bio-Eier: Bei einem Blick hinter die Kulissen, entdecken die Reporter Produktionsbedingungen wie im konventionellen Bereich. Massentierhaltung nur eben mit Öko-Siegel. Bedingungen, die der Verbraucher so nicht erwartet und seinem Bio-Verständnis widersprechen.

“Fakt”-Reporter recherchieren die Hintergründe der billigen Bio-Lebensmittel. Wie werden Bio-Fleisch, -Obst und -Gemüse produziert? Wir stoßen auf nicht artgerechte Tierhaltung, die Vernichtung von deutschen Bio-Lebensmitteln aufgrund von Billigimporten und qualitativ schlechte Nahrungsmittel. Und alles firmiert unter dem Label “Bio”.

EDIT: Wer’s verpasst hat – die Doku steht derzeit (noch) in der ARD-Mediathek. HIER.

EDIT 2: Hier die Doku, die leider nicht so dolle sein soll, bei YouTube:

EDIT: Auf Utopia findet sich ein Artikel, der obige Doku kritisch unter die Lupe nimmt – „‚Bio-Betrug‘ Bleiben Sie unkonventionell!

Wer sein Geld in billige Bio-Lebensmittel aus dem Supermarkt investiert, wird für dumm verkauft. Zu diesem Fazit verleitet die ARD-Reportage „Wie billig kann Bio sein?“. Utopia erklärt, warum Sie sich davon nicht verunsichern lassen sollten. (…)

(…) Die Zustände in den gezeigten Ställen entsprechen allerdings nicht den Haltungsbedingungen, die für das Bio-Siegel vorschrieben sind. Für Legehennen gehört zum Beispiel eine zusätzliche Außenfläche von vier Quadratmetern zu den Mindestanforderungen. Das klingt besser als die Szenen der ARD-Reportage – hat aber auch wenig mit den Bildern zu tun, die gerne in den Köpfen der Verbraucher eingepflanzt werden: Hühner, die den ganzen Tag frei auf einem idyllischen Bauernhof spazieren, Kühe, die auf einer sonnigen Bergwiese weiden. Das Bio-Image scheint, man traut es sich als Befürworter kaum zu sagen, in mancher Hinsicht zu gut, nahezu irreal zu sein. Vor allem wenn es um die überstrapazierte Idee der glücklichen Tiere geht. Das soll wie gesagt keinenfalls die Bilder leidender Tiere rechtfertigen, die scharf zu kritisieren sind. Aber: das Bio-Siegel steht nicht für eine heile Welt, in der Hühner ein Grinsen im Gesicht haben, weil Sie Bio-Eier legen dürfen. Die EU Öko-Verordnung soll artgerechte Tierhaltung gewährleisten – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die grundlegende Idee der ARD, auf den schwierigen Spagat von Bio und billig hinzuweisen, ist auch nicht verkehrt. In erster Linie wollen wohl Discounter weder das Beste für die Natur noch für die Verbraucher, sondern deren Geld. (…)

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8 Kommentare »

  • Gustav

    War sicherlich ein interesseanter Beitrag.
    Leider habe ich ihn verpasst.
    Gibt es eine Möglichkeit, diesen irgendwo nachzuschauen?

    PS: Gute Arbeit machst du hier! Weiter so! :-)

    Comment | 4. September 2012
  • Ich denke mal, dass die Doku bald bei YouTube auftuaucht. Ansonsten empfehle ich das Programm “Mediathek” (für Mac + Win), mit dem man viele Sachen aus den Mediatheken der öff.rechtl. Sendr nachträglich herunterladen oder anschauen kann.

    Edit: Derzeit steht die Doku auch ganz offiziell in der ARD-Mediathek:
    http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/799280_reportage-dokumentation/11623914_exclusiv-im-ersten-wie-billig-kann-bio-sein-

    Comment | 4. September 2012
  • Dass Bio nicht gleich Bio ist liegt im heutigen Zeitalter des Profits doch auf der Hand:

    http://allesgruene.wordpress.com/2012/09/05/bio-ist-nicht-gleich-bio-aber/

    Aussagekräftiger als ein Siegel ist das Maß der Natürlichkeit des Produkts. Dafür stehen die NAMEN von Demeter und Bioland.

    Gruß

    Comment | 5. September 2012
  • huiiii
    http://youtu.be/Nx1f5pq6Ddk
    ist das dieses ding hier?

    Comment | 5. September 2012
  • Route66

    Hallo Zusammen,

    Ich habe die Doku gesehen und fand sie leider nicht sonderlich gut. Das Thema sehr interessant und auch wichtig, allerdings die Aufmachen war eine Katastrophe. Das war schon fast so aufgemacht wie die “Dokus” der privaten….schade eigentlich…

    Viele Grüße

    Comment | 5. September 2012
  • @ Ed Saxum – ja, genau, danke.

    @ Route66 – schade, dass die Doku dann nicht so dolle ist. Man musste das nach den eher weichgespülten Marken-Checks aber fast schon befürchten…

    Comment | 5. September 2012
  • Lena

    Warum ist die Doku eurer Meinung nach nicht so gut? Es stimmt zwar, dass sie sehr kontrastreich gestalltet wurde. Allerdings ist es doch wirklich dramatisch, dass das Geschäft so läuft.Ich meine, die Discounter könnten ja auch teurer verkaufen und artgerechte Haltung sowie ökologische Produktion unterstützen, statt sie zu unterlaufen.

    Comment | 7. September 2012
  • Mir haben echte alternativen gefehlt. Es wurde nicht aufgegriffen, dass wenigstens das Futter anders ist, sprich keine Gentechnik. eigentlich war es mehr eine Anti-Bio Propaganda. Ich Zahle für ein Demeter Ei weniger als 50 Cent und der Eiertyp meine ein echtes Bio Ei müsse 50-60Cent kosten. Also kommt es einen wieder vor. bio für Reiche, also unendlich teuer. ansonsten kann man gleich den alten dreck Fressen.

    Comment | 12. September 2012

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