Dez
04
2010

Nachschlag zu Sarrazin

Nachdem ich Herrn Sarrazin vorgestern kurz erwähnt habe, möchte ich doch noch folgenden beiden Fundstücke zu dem Thema unters überfremdete Volk bringen – zum einen den sehr interessanten Artikel „Die Lügen des Thilo Sarrazin (Teil 1)“ und „Teil 2“, erschienen im Hintergrund, in dem Autor Martin Kreickenbaum aufzeigt, wie manches, was Sarrazin da schreibt, hanebüchen und an den Haaren herbei gezogen ist. Lesenswert!

(…) Das Bemerkenswerte an der Debatte besteht darin, dass selbst krudeste Behauptungen aus Sarrazins Buch unwidersprochen bleiben. Sarrazin selbst hat bereits im März dieses Jahres gegenüber der Süddeutschen Zeitung zugegeben, dass er seine angeblich so aussagekräftigen Statistiken selbst zurechtgebogen hat. Getreu dem Motto, „glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast“, erklärte er, wenn man keine Zahl habe, „muss man eine schöpfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch“.

Das ist ihm insofern gelungen, als nun allerorten von gewalttätigen muslimischen Jugendlichen und ungebildeten Türken und Arabern die Rede ist, die nach der Scharia leben und sich auf Staatskosten ein schönes Leben machen. Kaum jemand tritt Sarrazin ernsthaft entgegen und widerlegt seine angeblichen Fakten. Dabei zeichnen offizielle Statistiken und Untersuchungen ein ganz anderes Bild. (…)

In der Satiresendung heute show im ZDF ist Gernot Hassknecht bekannt für seine pointierten und unsachlichen Kommentare, und vor einer Weile hat er sich auch Thilo Sarrazin und seinen Thesen angenommen:

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6 Kommentare »

  • Vogel

    Moin Peter,
    ich soll ‘n Zweiteiler über Sarazins’ Erguss lesen? Willst Du mir das WoE versauen? Reicht es nicht, dass man seit Jahren weiß, dass der Krüppel als Finanzsenator in Berlin Integrationsprojekte ausgetrocknet hat? Da muss ich nich erst Jahre später lesen …

    Okee, isch habb’ misch abgerescht, Friede, mach’ weider so … ;-)

    Comment | 4. Dezember 2010
  • Hallo Helmut,
    also lesen sollten es vor allem diejenigen, die meinen, dass Thilo S. der neue Messias ist und durch ihn und sein Buch “endlich mal die Wahrheit ausgesprochen wird”. :-)

    Comment | 4. Dezember 2010
  • anonym

    Ich kann diese Kritik an Sarrazin wirklich nicht mehr hoeren. Wer von all denen, die ueber Sarrazin herziehen, hat denn schon einmal mit jenen Menschen wirklich zu tun gehabt, von denen er spricht? Wer von denen hat sich denn von diesen Menschen beleidigen, angreifen und mit Morddrohungen ueberschuetten lassen muessen? Wir leben nicht in irgendeiner “Kreuzberger Multikulti heilen Welt”, in der auf Strassenfesten Cevappcici, tuerkische Pizza und Fladenbrot neben Erdbeerkuchen und Weisswuerstchen serviert wird.

    Ich habe vor Jahren als unbdarfter Mensch angefangen. Ich stand allem und jedem offen gegenueber. Aber nach Jahren in denen ich beruflich genau mit diesen Menschen zu tun hatte, bin ich eines Besseren belehrt worden. Sarrazin hat sehrwohl recht mit seinen Behauptungen und er spricht vielen Menschen aus der Seele. Den meisten, weil sie nur ein dumpfes Gefuehl in der Bauchgegend haben, wenigen aber, (wie mir) weil sie genau wissen worueber er schreibt.

    Dass bedeutet natuerlich nicht, es gaebe nicht auch das Gegenteil. Sicher gibt es auch Menschen mit Migrationshintergrund die sich in dieser Gesellschaft blendend integriert haben, sie sogar bereichern. Das aendert aber nichts an der Tatsache, das wir das Recht und die Pflicht haben, von Menschen mit Migrationshintergrund zu erwarten, dass sie die Regeln und Vorstellungen in diesem Lande akzeptieren und schon gar nicht ablehnen und bekaempfen. Mir kommt jedesmal die Kotze hoch wenn ich hoere, dass meine Kinder auf dem Kindergartenfest keine Schweinefleisch – Wuerstchen essen duerfen, aus Respekt vor einigen wenigen. (Wem wuerde in der Tuerkei einfallen, auf einem Kindergartenfest Schweinefleisch zu servieren, nur weil ein deutsches Kind ihn besucht? Da lach ich drueber.)

    Menschen, die sich dieses Land als Lebensort ausgesucht haben, haben die verdammte Pflicht dieses Land zu akzeptieren, so wie es ist, und nicht zu torpedieren.

    All jenen, die hier gegen Sarrazin wettern wuensche ich mal eine Morddrohung und die danach folgenden enorm ruhigen Naechte. Ich weiss wovon ich spreche.

    Comment | 4. Dezember 2010
  • Nun, Sarrazins Thesen nur auf die Integrationsdebatte zu verengen, wie es viele tun, gerne auch aus dem PI-Bereich, heißt all das auszublenden was er sonst noch so fordert, u.a. eine Geburtenförderung für “intelligente” und eine Beschrönkung bei “dummen” Menschen. Wer hier von genetischen Grundlagen der Intelligenz etc. faselt, die am besten noch “rasse-abhängig” sind, macht sich in meinen Augen komplett untolerierbar, egal, ob er in seinem Buch auch ein paar zutreffende Thesen anbringt. Das einzige, was dieses Buch bewirkt, ist, latent schwelende ausländerfeindliche Emotionen hochzukochen. Der konkreten Integration bzw. dem Umgang mit den damit verbundenen Problemen (die ja nicht zu leugnen sind) helfen diese Parolen herzlich wenig.

    Comment | 4. Dezember 2010
  • Ok, nur mal kurz zur Info – und das hat mit dem Inhalt der Thesen auch rein gar nichts zu tun:

    Grundgedanke einer jeden wisschenschaftlichen Arbeitsweise ist die Falsifizierung.

    Man stellt eine These auf und lässt sie von anderen falsifizieren, also überprüfen, dass sie nicht falsch ist.

    Man kann dann zwar immer noch nicht sagen, dass die These richtig ist – aber zumindest ist sie nicht falsch.

    Ob der Inhalt der Thesen jetzt nicht falsch ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen – da ich mich mit den Aussagen Sarrazins nicht im Detail befasst habe.

    (Und mal Beckmann gucken bringt auch nix – soviel sei gesagt.)

    Es steht jedem frei Thesen aufzustellen – und seien sie auch noch so abstrus oder kontraproduktiv.
    Die Aufgabe des Gegenübers ist dann: diese Thesen als eindeutig falsch zu überführen.

    Was man auch immer von Sarrazin oder seinen Gegnern halten mag, eines vermisse ich dabei: eine vernünftige wissenschaftliche, sachliche Methodik!

    Comment | 4. Dezember 2010
  • Was man auch immer von Sarrazin oder seinen Gegnern halten mag, eines vermisse ich dabei: eine vernünftige wissenschaftliche, sachliche Methodik!

    Naja, die vermisse ich aber insbesondere auch bei Sarrazin selbst, denn er hat ja selbst zugegeben, dass er sich so manche Statistik so hingebogen hat, dass sie zu seinen Behauptungen passt.

    Es steht jedem frei Thesen aufzustellen – und seien sie auch noch so abstrus oder kontraproduktiv.
    Die Aufgabe des Gegenübers ist dann: diese Thesen als eindeutig falsch zu überführen.

    Gegen geschürte Ressentiments, die an irgendwelchen “Urängsten” rühren, ist es schwer, mit wissenschaftlichen Beweisen anzukommen… In dem von mir verlinkten Artikel unternimmt der Autor übrigens den Versuch, die Thesen von S. auch zu widerlegen, wiederum auf Zahlenmaterial basierend.

    Comment | 4. Dezember 2010

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