Kategorie: Konzernkritik Seite 10 von 33

Der Fall Coca-Cola

Das Internet ist schon nen dolles Ding. Früher wären kritische Informationen kaum verbreitungsfähig gewesen und Dokumentationen, die Großkonzernen auf den Zahn fühlen und ihr Treiben bloßstellen, nur in entlegenen Programmkinos ein Thema. Doch Dank YouTube & Co. können wir uns heutzutage z.B. „The Coca-Cola Case“ im Netz auch auf Deutsch anschauen, wann immer wir wollen. Der Film aus dem Jahr 2010 geht, wie man an dem Titel schon ablesen kann, schonungslos mit Coca-Cola ins Gericht, und zeigt u.a. am Beispiel der Unterdrückung der Gewerkschaften in Mittel- und Südamerika, womit sich diese Firma nahtlos einreiht in die lange Liste der schwarzen Schafe des globalen Business.

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Kalter Kaffee – Der Nescafé-Plan

Regelmäßigen Lesern meines Konsumpf-Blogs erzähle ich nichts Neues, wenn ich schreibe, dass ich den Großkonzern Nestlé für eines der bekämpfenswertesten Unternehmen überhaupt halte. Der langen Liste an Verfehlungen und Beispielen für deren schädliche und gefährliche Geschäftspolitik muss ich nun einen weiteren Punkt hinzufügen: Kaffee. Dass Nestlé zu den weltweit größten Röstfirmen und internationalen Kaffee-Handelskonzernen gehört, war mir schon irgendwie klar, aber welche Folgen dies konkret für die Menschen in den Anbaugebieten (und letztlich auch für uns hier) hat, hat mir erst die neue und wieder einmal hochinformative und lesenswerte Broschüre „Kalter Kaffee – Der Nescafé-Plan: Wer profitiert?“ der Schweizer Erklärung von Bern (EvB) klar gemacht. Das Heft kann man für einige wenige Euro bei der EvB bestellen, was ich nur jedem empfehlen kann, der entweder selbst noch Nescafé o.ä. tirnkt oder Leute in seinem Umfeld aufklären möchte. Denn Nestlés Firmenpolitik geht noch weit über die viel zu eng gefasste Kritik hinaus, die neulich in Bezug auf das Nicht-fair-Handeln des Nespresso-Cafés geäußerte Kritik angeht („Sorry George – no Nespresso“).

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Billige Klamotten

Die NDR-Sendung Extra 3 befasste sich neulich mit dem Thema Billigklamotten – wie gewohnt in satirisch-überhöhter, aber (leider) natürlich zutreffender Weise. Gerade die Billigketten und Discounter sorgen ja dafür, dass unter übelsten Bedingungen hergestellte Kleidung möglichst massenhaft unters Volk gebracht wird. Qualität, Nachhaltigkeit, all das ist egal, solange der Preis niedrig ist – nach diesem Motto gehen leider immer noch viele Konsumenten vor. Eins darf man bei dieser Kritik nicht übersehen – es ist mitnichten so, dass teure Markenware unbedingt besser hergestellt wurde. In der Regel zahlt man hier nur den „guten“ Namen und die Reklame.

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via elfpunkt.net

Es wird Zeit für ein Geständnis – ja, ich bin seit einer ganzen Weile bei Facebook. Aber ich weiß gar nicht mehr, warum. Lange Zeit habe ich dieses „soziale Netzwerk“ komplett abgelehnt und ignoriert, irgendwann habe ich mich dann (aus Neugier? Weil ich durch andere überredet wurde? Keene Ahnung) doch mal dazu herab gelassen, mich dort anzumelden, allen negativen Schlagzeilen bezüglich mangelnder Privatsphäre bzw. Facebooks laxem Umgang mit dem Datenschutz zum Trotz. Es verging wieder eine ganze Weile, bis ich dort auch mal was „machte“, also vor allem Links postete oder die von anderen kommentierte. Es kann halt schon ganz lustig sein, sich da herumzutreiben und zu sehen/lesen, was andere (Freunde, Bekannte) so posten und machen.

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Widerstand gegen den Wegwerfwahn

Geplante Obsoleszenz – diesen sperrige Begriff behandelte ich vor einigen Wochen bereits, als die Arte-Doku „Kaufen für die Müllhalde“ ausgestrahlt wurde und ein Schlaglicht auf das Verhalten vieler Industriekonzerne warf, die ihre Produkte so herstellen, dass sie absichtlich schneller kaputt gehen als das technisch nötig wäre. Denn der Absatz muss ja angekurbelt werden! Da müssen Umweltgesichtspunkte schon mal hinten an stehen. Matthias Dachtler hat in der Jugend-Sendung On3 des Bayerischen Rundfunks dieses Thema nun erneut aufgegriffen und einen schönen Beitrag dazu verfasst: „Widerstand gegen Wegwerfwahn – Schrauber aller Länder, vereinigt euch!

Kaufen für die Tonne. MP3-Payer, Handys und Computer landen früher auf dem Müll, als sie müssten. Der frühe Tod ist von den Herstellern oft gewollt. Jetzt rollt die Gegenbewegung an: die “Repair Revolution”.

Die meisten von uns kennen das: Kaum ist die Garantie abgelaufen, gehen unsere Gadgets kaputt. Der Handy-Akku lädt nicht mehr, das Display beim MP3-Player spinnt, das Notebook überhitzt und schaltet sich einfach aus. Reparieren lohnt sich nicht, sagt die Werkstatt, zu teuer. Also ab damit in den Müll. Neue Sachen kaufen. Marketing-Profis nennen diesen Zyklus “Geplante Obsoleszenz”. Der frühe Tod unserer Gadgets ist kein Zufall, sondern geplant. Aber das ist schwer zu beweisen. (…)

(…) Aber nicht nur die Hersteller sind schuld am frühen Tod der Gadgets. Wir Konsumenten machen fröhlich mit. Wir lassen uns von Marketing-Profis einreden, dass Altes schlecht und Neues gut ist. Die Folgen der sogenannten “psychischen Obsoleszenz” sieht man in Deutschland auf jedem Wertstoffhof. Immer mehr funktionierende Geräte landen auf dem Müll. Rund 80 Prozent der weggeworfenen Elektro-Geräte funktionieren noch, schätzt Platzwart Tobias Quoll, den wir auf dem Münchner Wertstoffhof Thalkirchen besucht haben. Laut Umweltbundesamt wuchs der deutsche IT-, Handy- und Unterhaltungselektronik-Schrottberg zwischen 2006 und 2008 von 215.000 auf 300.000 Tonnen pro Jahr. (…)

(…) Wer nicht nur einen Akku wechseln, sondern einen Kondensator tauschen oder einen Fahrrad-Rahmen schweißen will und keinen Werkzeugkoffer wie Markus Weiher besitzt, braucht eine Werkstatt und jemanden, der erklären kann, wie man richtig lötet oder schweißt.Die Lösung: Offene Werkstätten. Gibt’s in ganz Deutschland, in Bayern zum Beispiel im “Kempodium” in Kempten, im “Kulturzentrum K4” in Nürnberg oder im “Haus der Eigenarbeit” in München.

“Das Besondere am Reparieren ist ja, dass das jeder machen kann”, sagt Markus Weiher. on3 schließt sich an und empfiehlt: “Join the Repair Revolution!”

Wie kann ich mich politisch wehren?

Der Berliner Blogger und BWLer Stefan Schridde will eine Online-Petition beim Bundesstag einreichen und sucht Leute, die ihm dabei helfen. Sein Ziel: Durch eine Änderung des Gewährleistungsrechts sollen Hersteller, die Geräte mit künstlich kurzer Lebensdauer produzieren, in die Verantwortung genommen werden.

Externer Linkobsoleszenz.wordpress.com

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Uran im eigenen Garten

Uran ist ja eigentlich ein wertvoller Rohstoff, der auch das Gefasel der Atomindustrie von der heimischen Energieerzeugung Dank Kernkraft ad absurdum führt, muss es doch für viel Geld importiert werden. Trotzdem würde sich vermutlich kaum jemand hierzulande freuen, wenn man Uran auch in Deutschland finden und abbauen würde, schließlich wären die Umweltschäden enorm. Noch weniger erfreut dürfte man sein, sollte dieses Metall gar auf heimischen Grund und Boden auftauchen – wer will schon, dass sein Eigenheim von Baggern und Fördertürmen verunziert wird? ;-) Tatsächlich aber streuen viele Menschen ohne ihr Wissen Jahr für Jahr freiwillig Uran in ihren Garten, nämlich zusammen mit industriellem Dünger!

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Sorry, George – No Nespresso

Durch eine Mail der Schweizer Inititative solidar.ch wurde ich auf diese schöne Werbespot-Persiflage aufmerksam gemacht, in der Nestlés Nespresso und ihre „Werbeikone“ George Clooney ihr Fett weg bekommen. Denn von fairen Handelsbeziehungen hält der Weltkonzern bekanntlich wenig. Ich muss an der Stelle natürlich darauf hinweisen, dass, selbst wenn Nestlé nun anfangen würde, den Kaffee für ihr Nespresso-Zeugs fair zu beziehen, man trotzdem keine Produkte dieser Firma kaufen sollte. Denn all die anderen fiesen Methoden, mit denen Nestlé, die Krake von Vevey, so vorgeht, sei es nun in Bezug auf die Genetchnik, Biopiraterie oder die Monopolisierung des Wassers, bleiben so oder so bestehen. Aber es würde den Schaden, den dieser Konzern in der Welt anrichtet, zumindest etwas verringern, wenn wenigstens einige Kaffeebauern besser bezahlt würden.

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„Scheiß RTL“

Ja, mit der einfachen Aussage „Scheiß RTL“ kann ich mich gut anfreunden. Seit Jahr und Tag produziert dieser Sender televisionären Müll und senkt das Niveau des Fernsehens jedes Jahr aufs Neue, sei es nun mit so einem Dreck wie dem Dschungelcamp oder vor allem ihren ganzen Dokusoaps, in denen Menschen vorgeführt und der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Ich will an dieser Stelle gar nicht weiter ins Detail gehen, das macht beispielsweise der Videopodcast fernsehkritik.tv regelmäßig. Holger Kreymeier hat sich nun gleich direkt mit dem Sender angelegt, indem er ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Scheiß RTL“ produzieren ließ, woraufhin ihm sofort eine Abmahnung ins Haus flatterte. Den Hinweis, dass der Schriftwechsel ebenfalls nicht veröffentlicht werden darf, ignorierte er und präsentierte ihn auf seinem Blogbeitrag „Scheiß RTL, armes RTL“. Nun geht eine Welle der Empörung oder Sympathie durch das Web, und auch andere Medien springen darauf an.

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Wie florierende Unternehmen Zuschüsse abgreifen + Steuerbetrug

© v_hujer, stock.xchng

Subventionen – seit langem ein heiß diskutiertes Thema. Gefühlt seit Generationen gibt es Bestrebungen bei der Politik, Subventionen abzubauen (hier tut sich regelmäßig die FDP mit Forderungen hervor, da staatlich gewährte Fördergelder für gewisse Industrien ja immer auch einen Eingriff in den „freien Markt“ bedeuten) und so auch das Staatssäckel zu entlasten. Aber natürlich ist nichts passiert, und seit der Existenz der EU sind noch viele weitere hinzugekommen. Ja, es gibt sogar eine Art „Subventions-Erlangungs-Industrie“, also Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, anderen Unternehmen dabei zu helfen, aus diesem oder jenem EU-Subventionstopf Gelder abzugreifen, die sont ungenutzt geblieben wäre. Was im Einzelfall durchaus sinnvoll sein kann – zum Beispiel, wenn Subventionen eine Lenkungswirkung haben wie bei den erneuerbaren Energien – verkommt so zu einer weiteren Einnahmequelle von Unternehmen, die sich mit Steuergeldern ihre Bilanzen aufbessern.

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Ryanair – Profit durch Ausquetschen

Fliegen ist ja so eine Sache. Im Prinzip schon eine tolle Erfindung, können Menschen doch so große Strecken in sehr kurzer Zeit überwinden – wenn da nur nicht die Umweltschäden wären, die durch die Herumreiserei ausgelöst werden. Seit es Billiglinien wie Easyjet oder Ryanair gibt, ist Fliegen zudem so preiswert geworden, dass ein Wochenend-Städtetrip für manche Leute ganz alltäglich geworden ist. Auf welche Weise Ryanair allerdings seine niedrigen Preise erreicht, war mir bisher so nicht bewusst – die ARD-Sendung Panorama klärt uns im Beitrag „Ryanair – Heuschrecke grast Subvetionen ab“ aber auf, dass die Profite der Fluglinie letztlich auch durch Quersubventionen aus dem Steuersäckel erreicht werden. So werden die Billigreisen einiger weniger durch die Allgemeinheit mitfinanziert.

“Wer mit uns zusammenarbeiten will, muss Kosten senken”, so Ryanair-Chef O’Leary. Panorama berichtet, wie Ryanair vom Staat Subventionen kassiert und dann weiterzieht.

Im Till-Eulenspiegel-Kostüm kletterte Ryanair-Boss Michael O‘Leary am 23. März in Sachsen-Anhalt aus dem Flieger. Ein PR-Gag, um Aufsehen zu erregen – schließlich hatte der lustige Ire vermeintlich gute Nachrichten im Gepäck: Ryanair wolle ab Sommer 2011 von und nach Magdeburg/Cochstedt fliegen – sehr zu Freude von Stadtvätern und Flughafenbetreibern.

Doch das Hochgefühl war nur von kurzer Dauer: Nach nur vier Monaten kündigte die Billig-Airline an, ihre Flüge ab und zu dem kleinen Regionalflughafen wieder einstellen zu wollen. Mit Beginn des Winterflugplans Ende Oktober zieht Ryanair zum 96 Kilometer entfernten Flughafen Leipzig/Halle in Sachsen um. Die Narrenkappe haben nun die Betreiber von Magdeburg/Cochstedt auf.

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