Okt
05
2009

Erfolgreicher Kampf gegen die Wasserflaschen

drinking_water_4Es ist doch auch schön, hin und wieder mal Erfreuliches berichten zu können, von Erfolgen nämlich der Bürger gegen die große, allesverwertende und verschlingende Wirtschaftsmaschine. Dieser Tage machte nämlich eine Meldung in der Medienlandschaft die Runde, die für unsere, an die Durchökonomisierung des Daseins gewöhnten Ohren und Augen, geradezu sensationell klingt. Das kleine australische Städtchen Bandanoon hat den Verkauf von Wasser in Flaschen verboten. Hintergrund dieser Aktion: ein internationaler Konzern plante, das Wasser des Ortes in Flaschen zu füllen, um es anschließend wieder in Bandanoon und dem restlichen Australien zu verkaufen. Statt dieses Irrsinns haben die Bürger beschlossen, dass das Wasser nun kostenlos abgegeben wird – wer einen Behälter mitbringt, kann sich dieses an mehreren Stellen im Ort gratis abfüllen. Dem leider ja auch hierzulande üblichen Quatsch, Trinkwasser aus aller Herren Länder über den Globus zu karren und in (Plastik-)Flaschen für horrende Summen weiterzuverkaufen, wurde damit sogleich, haha, das Wasser abgegraben. Die Stadtoberen sehen darin einen Schritt zum Umweltschutz (da der unsinnige Transport wegfällt) und auch zur regionalen Selbstversorgung. Ein Beispiel, das hoffentlich Schule macht, damit Kraken wie Nestlé (Vittel, San Pellegrino, Perrier) oder Coca Cola (Bonaqua) mit ihren Plänen, sich das Wasser der Welt unter den Nagel zu reißen, in ihre Schranken verwiesen werden. [Dass das Trinken aus Plastikflaschen auch gesundheitlich alles andere als unbedenklich ist, hatte ich ja HIER schon mal thematisiert.] Sicherlich werden jetzt einige FDP-Jünger, die ja gegen jegliche staatlichen Interventionen und für den angeblich „freien“ Markt sind, aufjaulen, allerdings muss man hier sehen, dass die Bürger ja selbst dafür gestimmt haben, es sich also um keine von oben herab verordnete Entscheidung wie bei dem unseligen Glühbirnenverbot handelt. Dass die Interessen der Menschen über die der Konzerne gestellt werden, geschieht schließlich selten genug.

Hier ein kleiner Blick ins Medienecho:

Gegen den Klimawandel: Kleinstadt verbietet Faschenwasser“ taz

Laut Kingston überlegen Gemeinden aus aller Welt, dem Beispiel zu folgen. “Wir haben Anrufe aus Schweden, Deutschland, der Schweiz.” Die Getränkehersteller sind dagegen erbost. “Sie werfen uns vor, wir würden die Leute zwingen, Süßgetränke zu kaufen.” Für Kingston unverständlich: “Wir geben das Wasser ja ab – wenn auch kostenlos. Und die Süßgetränke werden von genau diesen Firmen hergestellt.”

Australische Stadt verbannt Wasserflaschen“ und „Bandanoons Kampf gegen die Wasserpulle“ N24

Für die Flaschenwasserindustrie in Australien war es am Mittwoch die zweite Niederlage innerhalb weniger Stunden. Zuvor hatte der Regierungschef des Staates New South Wales es allen Behörden verboten, in Flaschen abgefülltes Wasser zu kaufen. Er nannte es eine Verschwendung von Ressourcen.

Klimaschutz extrem: Gemeinde verbietet Verkauf von Wasserflaschen!“ Blick.ch

Dies führte in dem Ort zu einem wahren Proteststurm, im Juli dann stimmten die Bürger für ein Verbot der Wasserflaschen. Mit seiner Idee wollte Dee die Menschen dazu anregen, über die Klimabelastungen durch die Produktion und den Transport von Plastikflaschen nachzudenken.

Der engagierte Umweltschützer, der sich mit seiner Organisation «Do Something» (Tu ´was) unter anderem auch für ein Verbot von Plakstiktüten in Tasmanien stark machte, hofft nun auf Nachahmer. Bereits der Bürgerentscheid sei weltweit auf Interesse gestossen, sagt er.

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7 Kommentare »

  • Manfred

    Jo! super find ich das …..aber… das machen wir ja schon lange, die Wasserqualität bei uns ist perfekt :-) …..am eigenen Wasserhahn – direkt in Glas, -in die Flaschen zum mitnehmen – sogar aus dem Sprudelautomat in verschieden Flaschen… für Besuch der nur bestimmtes Wasser trinkt…alle sind zufrieden ;-) ….Flaschen wandern nur zurück, wenn sie nicht mehr zu gebrauchen sind…..es müßte sie leer zu kaufen geben…dann wärs fast perfekt.-oder gibts das schon?

    Comment | 5. Oktober 2009
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  • Beide Daumen hoch!
    Aber kostenlos ist nicht gut. Einen kleinen Obulus sollte man abgeben, da man sonst zu verschwenderisch mit dem Gut umgeht.

    Comment | 5. Oktober 2009
  • daniel

    > Aber kostenlos ist nicht gut.

    Doch. Wasser sollte Gemeingut sein, nicht Ware.

    > Einen kleinen Obulus sollte man abgeben, da man sonst zu
    > verschwenderisch mit dem Gut umgeht.

    Ich lese da “…wer einen Behälter mitbringt, kann sich dieses an mehreren Stellen im Ort gratis abfüllen.”. Verschwendung ist was anderes.

    Comment | 5. Oktober 2009
  • Eingeschränkte

    Es hängt doch von der örtlichen Wasserqualität ab. Was in der BRD aus der Leitung kommt, enthält teilweise zu wenig Mineralien, dafür aber Fäkal- und andere Bakterien aufgrund veralteter Filteranlagen. Dazu kommen Schwermetallbelastungen und veraltete Leitungssysteme. Vor der EU hatte die BRD wegen Nichterfüllung der Wasserqualitätsnormen schon Ärger. Zusätzlich zu berücksichtigen sind spezielle Bedürfnisse bzgl. Natriumgehalt. Aber auch, wenn Wasser geliefert werden muss: Einzelflaschen müssen nicht sein. Früher haben wir in eigenen Gefäßen Milch gekauft – auch in der Großstadt. Die Läden hatten große Behälter zum Abfüllen.

    Comment | 15. Oktober 2009
  • News-Überblick KW41…

    Erfolgreicher Kampf gegen die Wasserflaschen Das kleine australische Städtchen Bandanoon hat den Verkauf von Wasser in Flaschen verboten. Hintergrund dieser Aktion: ein internationaler Konzern plante, das Wasser des Ortes in Flaschen zu fülle…

    Trackback | 6. September 2010

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