Kategorie: Ernährung Seite 17 von 19

Fernsehtipp: Monsanto, mit Gift und Genen

Ein schneller Tipp für alle TV-Gerät-Besitzer: heute um 22:40 Uhr läuft auf Arte der erschreckende Dokumentarfilm „Monsanto, mit Gift und Genen“, der die Umtriebe dieses abstoßenden Großkonzerns aufdeckt. (Ich hoffe mal, dass die Doku dann auch in der Arte-Mediathek via Internet zu sehen sein wird.)

Der Dokumentarfilm erkundet das Reich des US-amerikanischen Konzerns “Monsanto Chemical Works”, dem weltweiten Marktführer für Biotechnologie. Dem Engagement auf diesem Gebiet verdankt “Monsanto” auch, dass es zum umstrittensten Unternehmen des modernen Industriezeitalters wurde, stellte es doch das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid “Agent Orange” her. Heute sind 90 Prozent der angebauten gentechnisch veränderten Organismen “Monsanto”-Patente. Diesen Umstand halten viele für bedenklich.

ARTE Dienstag, 5. Januar 2010 um 22.40 Uhr
Wiederholungen: 09.01.2010 um 09:55 und 22.01.2010 um 10:00

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Mal wieder Etikettenschwindel: „Produkte aus der Heimat“

Bekanntlich lassen Firmen nichts unversucht, um an unser „Bestes“ – unser Geld – zu gelangen. Da sich seit einiger Zeit bei manchen Verbrauchern eine Präferenz für Produkte aus der Region feststellen lässt – sei es nun aus ökologischen Gründen, weil es halt absolut irrsinnig ist, in Norddeutschland französisches Flaschenwasser zu trinken beispielsweise, oder um die regionale Wirtschaft zu stützen und zu stärken – werden vermehrt auch Waren als „regional“ vermarktet. Wie meist in der bunten Reklamewelt steckt hinter wohlklingenden Namen und Bildern aber zuweilen eine Verbrauchertäuschung, da solche Produkte in Wahrheit von sonstwoher stammen. Frontal 21 ging dieser Sache vor einiger Zeit näher auf den Grund – „Getäuschte Verbraucher – Etikettenschwindel bei Lebensmitteln“:

Hersteller von Lebensmitteln lassen Verbraucher ob der Herkunft ihrer Produkte oft im Unklaren, verstecken die Angaben im Kleingedruckten. So glauben die Kunden, eine Delikatesse aus einem anderen Land zu kaufen, in Wahrheit stammt die Ware aber aus Deutschland. Umgekehrt wird vieles, was nach heimischer Spezialität klingt, in der Ferne produziert oder aber der Rohstoff kommt ganz woanders her.

Beispiel: Milch
Der Konzern Royal FrieslandCampina verkauft Milchprodukte unter der Marke “Mark Brandenburg”. “Frischmilch und H-Milch werden ausschließlich im Großraum Berlin und Brandenburg verkauft”, beantwortet das Unternehmen eine Nachfrage von Frontal21. Viele Konsumenten haben beim Markennamen offenbar den Eindruck, ein lokales Produkt zu kaufen. Man “denke schon, dass die hier hergestellt wird”, sagt ein Mann. Und eine Frau kauft die Milch nur, “weil sie aus Brandenburg kommt”, sagt sie. Doch Brandenburg sieht die “Mark Brandenburg”-Milch häufig erst, wenn sie dort im Supermarkt steht. Denn die Milch wird in Köln abgefüllt. Das steht auch auf der Packung, aber eher unauffällig. Die Frischmilch komme sogar “zu 92 Prozent von Landwirten aus Nordrhein-Westfalen”, beantwortet Campina die Frontal21-Frage nach der Herkunft. (…)

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Wieviel Klima kostet unser Essen?

Diese Woche brachte der WDR im Rahmen der Sendung Quarks & Co. den netten Beitrag „Klimaschutz bei Tisch – Wieviel Klima kostet unser Essen?“, der ein wenig hinter die für verschiedene Nahrungsmittel notwendigen Energie- & CO2-Bilanzen schaut. Wenig verwunderlich, dass Pommes und Fleisch sehr schlecht abschneiden, aber auch Salat aus dem Treibhaus kommt alles andere als gut weg.

(…) „Man kann sagen, die deutsche Landwirtschaft trägt stärker zum Klimawandel bei als das bisher in der Öffentlichkeit wahrgenommen worden ist“, fasst Hirschfeld zusammen. „Fast so viel wie der gesamte deutsche Autoverkehr.“ (…)

(…) Fleisch ist ein Klimakiller, denn zum Treibhausgasaustoß der Tiere kommen die Klimaeeffekte durch den Anbau der verwendeten Futtermittel. (…)

Die belgische Stadt Gent versucht etwas dagegen zu tun und hat den wöchentlichen „Veggie-Dag“ ausgerufen, an dem z.B. in Mensen und Kantinen, aber auch in vielen Restaurants nur vegetarische Gerichte gereicht werden.

(…) Und die Kampagne hat Erfolg: inzwischen essen die Genter doppelt so viele vegetarische Gerichte als noch vor Einführung des Veggie-Dags. (…)

Auf der WDR-Seite kann man sich den Beitrag derzeit noch online anschauen (oder am 5.12. zwischen 12:00–12:45 Uhr im TV).

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Ein paar Lesetipps: Landwirtschaft, Gentechnik und Kooperativen

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© OeilDeNuit, stock.xchng

Heute will ich Euch wieder auf einige spannende Artikel hinweisen, die mir in den letzten Tagen untergekommen sind – beispielsweise zwei Beiträge vom Farmblogger, in denen es um die heutige Landwirtschaft und ihre Folgen für Umwelt und Klima geht. Bisher galt die konventionelle Landwirtschaft ja immer noch als relativ harmlos, was ihren Beitrag zur Klimaverschärfung anbelangt (trotz der Gifte, die da in Massen versprüht werden und natürlich auch der Bodenzerstörung und Tierquälerei). Doch das gilt nicht mehr – „Intensive Landwirtschaft ist schlecht fürs Klima“:

Bisher war man allgemein davon ausgegangen, dass vor allem die Wälder Europas eine große Senke für klimaschädlich Gase sind und weit weniger davon produziert werden, als sie kompensieren. Berücksichtigt wurde dabei aber ausschließlich Kohlendioxid. Methan und Lachgas, die vor allem in der intensiven konventionellen Landwirtschaft entstehen, blieben in den Modellrechnungen bisher unberücksichtigt. Eine Forschergruppe um Ernst-Detlef Schulze vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena kommt zu dem Ergebnis, dass die CO2-Bilanz für Europa gerade noch ausgeglichen ist. Wenn der Düngemittelverbrauch und die Viehmast weiter zunehmen, wird die Bilanz endgültig kippen. Verschärft wird die Situation dadurch, dass die Nutzung der Wälder als Energielieferant stark zunimmt und dadurch das im Holz gespeicherte CO2 wieder in die Atmosphäre gelangt.

Apropos Landwirtschaft – Gentechnik wird ja gerne von den großen Konzernen als heilsbringende Erfindung angepriesen, die Pflanzen viel widerstandsfähiger und resistenter gegen Schädlinge mache, so dass man viel weniger Gift zu sprühen braucht. Tja, nett gemeint, nur leider an der Realität komplett vorbei, wie eine weitere aktuelle Studie zeigt: „Gestiegener Einsatz von Pestiziden durch Gentechnik“. Die gesamte Studie gibt es hier als pdf.

Was man gegen diese Entwicklung tun kann, darüber macht sich Reto Stauss in „Regionale Vertragslandwirtschaft“ seine Gedanken. Anlass sind die Neustart Schweiz-Treffen, einer Initiative, die sich um eine Umkrempelung der momentanen Verhältnisse in Wirtschaft und Gesellschaft bemüht. Thema war diesmal die „Vernetzung von städtischen Nachbarschaften mit Landwirtschaftsbetrieben“, es ging um die Gründung eigener Food Coops (das ist eine Produzenten-/Konsumentengenossenschaft zur regionalen Versorgung). In Retos Artikel finden sich einige interessante weiteren Informationen zu dieser Thematik, nebst Anleitungen, wie man selbst solche Genossenschaften ins Leben rufen kann. Auf die Politik und ihre Lenkungswirkungen zu warten ist in diesem Bereich sicherlich aussichtslos – bevor da mal irgend etwas Sinnvolles entschieden wird, das den Menschen zukünftig tatsächlich weiter bringt, wird lieber maroden Banken ein stattliches Sümmchen zugeschoben (pdf).

ernährungs-souveränität wird in der krise existentiell. wie kommen wir zu unseren lebensmitteln, wenn die produkte der grossverteiler ungeniessbar werden oder die versorgung zusammen bricht? (via)

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Unser täglich Brot

Ich hoffe, Ihr habt alle gut gegessen und lecker gespeist – denn nach der Betrachtung des Films „Unser täglich Brot“ vergeht einem der Appetit sehr schnell. Der 2007 im Kino angelaufene Dokumentarfilm des Österreichers Nikolaus Geyrhalter zeigt schonungslos, wie all der Industriefraß, der so bunt in den Supermarktregalen liegt und vollmundig in dümmlicher Reklame angepriesen wird, tatsächlich hergestellt wird, welches Leiden und Grausamkeiten an Tieren und welche Umweltsauereien damit verbunden sind. Netterweise gibt es die Doku in kompletter Länge bei Google Videos zu sehen, wenn auch nur in mäßiger Qualität. Wer mehr wissen oder die DVD haben will, sollte unbedingt auch die Unser täglich Brot-Website ansteuern.

Ein Blick in die Welt der industriellen Nahrungsmittelproduktion und der High-Tech-Landwirtschaft: Zum Rhythmus von Fließbändern und riesigen Maschinen gibt der Film kommentarlos Einsicht in die Orte, an denen Nahrungsmittel in Europa produziert werden: Monumentale Räume, surreale Landschaften und bizarre Klänge – eine kühle industrielle Umgebung, die wenig Raum für Individualität lässt. Menschen, Tiere, Pflanzen und Maschinen erfüllen die Funktion, die ihnen die Logistik dieses Systems zuschreibt, auf dem der Lebensstandard unserer Gesellschaft aufbaut.

UNSER TÄGLICH BROT ist ein Bildermahl im Breitwandformat, das nicht immer leicht verdaulich ist – und an dem wir alle Anteil haben.
Eine pure, detailgenaue Filmerfahrung, die dem Publikum Raum für eigene Erkenntnisse lässt.

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Lebensmittel: Milliarden im Müll

Dass Deutschland zu den Ländern in Europa gehört, in dem Lebensmittel relativ gesehen mit am billigsten sind, wundert nicht, wenn man an das sich hierzulande besonders pestilenzartig ausbreitende Discountersystem denkt. Die Folgen sind aber auch unübersehbar, nämlich die Verschwendung von wertvollen Ressourcen – viele Lebensmittel wandern einfach auf den Müll, oft direkt vom Supermarkt in den Container, weil eine Packung angestoßen ist o.ä. Die WDR-Sendung markt brachte unlängst einen Bericht über das „Containern“ und ließ dabei sogar konsum- und systemkritische Töne dabei durchblicken (leider ist die gelungene kritische Anmoderation des Beitrags nicht mit bei YouTube archiviert) – „Lebensmittel: Milliarden im Müll“  (YouTube-Link):

Nach Berechnungen der Gesellschaft für Konsumforschung landen pro Haushalt jedes Jahr Lebensmittel im Wert von etwa 387 Euro im Müll. Das entspräche etwa zehn Milliarden Euro bundesweit. Handel und Verbraucher sind gefordert.

Nachts in einer deutschen Großstadt: Jan Kummerfeldt und Onur Sahin wühlten in einer Tonne auf dem Parkplatz eines Lebensmitteldiscounters. Die Ausbeute hier: einige Kilogramm Tomaten und Paprika sowie Granatäpfel. Die seien durchaus noch essbar, fanden sie. Ein- bis zweimal im Monat gehen sie auf Tour in ihrer Stadt. Nicht aus Not tun sie das, sondern aus Überzeugung: „Wenn ich sehe, dass die Granatäpfel Tausende von Kilometern transportiert wurden, um sie hier wegzuwerfen, dann ist das ein Irrsinn“, sagt Onur Sahin. Die beiden sind scharfe Kritiker der Wegwerf- und Überflussgesellschaft. Sie haben die Initiative gegen die Vernichtung von Lebensmitteln mitbegründet. Ziel ist es, das Thema öffentlich zu machen. (…)

Wer ist schuld?
Unter den Discountern tobt ein Preiskrieg. Die Lebensmittelpreise sinken immer weiter. Das sei eine Spirale nach unten, die irgendwo eine Grenze finden müsse, so Wolfgang Twardawa. Das sei nicht unbedingt eine populäre Einstellung, aber 100 Gramm Schweinebauch für 22 Cent, das könne nicht sein. Wenn etwas so billig sei, animiere der Handel den Verbraucher dazu, mehr zu kaufen, als er benötige. Und: „Wenn ein Lebensmittel so billig ist, dann hat es für den Verbraucher auch keinen Wert“, sagt der Vertreter der Großbäckereien Helmut Martell. (…)

Dazu passt auch dieser Artikel in der neuen ZEIT sehr gut – „Recycling: Abfall ist Nahrung“, in dem es um Michael Braungarts Cradle-to-Cradle-Ideen und -Konzepte geht:

(…) Der 51-jährige Chemiker und Umweltvisionär nutzt jede Gelegenheit, sich darüber auszulassen, wie viel in Sachen Umweltschutz in Deutschland falsch läuft. »Hier herrscht ein Ökologismus! So wie der Sozialismus nie sozial war, werden hier nur Scheinlösungen umgesetzt.« Deutschland und die EU erweckten mit ihren kleinteiligen Regulierungen und Grenzwerten zwar den Eindruck, etwas für den Umweltschutz zu tun. In Wirklichkeit optimierten sie nur falsche Systeme.

Braungart dagegen will das System richtig umbauen. Seine Idee: Produkte sollten am Ende ihres Lebens nicht mühsam entsorgt, aufbereitet oder verbrannt werden, sondern so konzipiert sein, dass sie sich mühelos in anderer Form weiterverwenden lassen. »Cradle to Cradle«, von der Wiege zur Wiege, so nennt er dieses Konzept, das er zusammen mit dem amerikanischen Architekten William McDonough vor acht Jahren entwickelt hat. (…)

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An weißer Milch klebt rotes Blut

flaischIn der Reihe Dok 5 – Das Feature brachte WDR 5 neulich die Sendung „An weißer Milch klebt rotes Blut – Die Utopie vom veganen Leben“. Kein Fleisch zu essen empfinde nicht als allzu große Einschränkung, jedoch kann ich mir, ehrlich gesagt, für mich nicht vorstellen, auf Milch und Milchprodukte zu verzichten, trotz dieser Doku und der sicherlich guten Argumente dafür… Aus nicht nachvollziehbaren Gründen gibt es ausgerechnet diesen Beitrag nicht vollständig als Podcast/mp3 zum Nachhören (nur diese kleine Hörprobe), aber wenigstens das komplette Manuskript als pdf zum Herunterladen – man kann sich die Musik etc. ja einfach dazu vorstellen.

Der deutsche Fleischkonsum sinkt seit Jahren, fleischlose Alternativen sind bis in die Betriebskantinen vorgedrungen. Die Gruppe der Vegetarier wächst, und immer mehr Menschen lehnen auch die „Ausbeutungsprodukte“ Milch und Eier ab.

Die Vision von einer veganen Welt, in der das Mitgeschöpf Tier nicht länger ausgenutzt und getötet wird, ist viel älter als die moderne Tierrechtsbewegung. Schon in den 1930er-Jahren kämpfte ein evangelischer Pastor in einer nordfriesischen Landgemeinde für sein veganes Utopia, forderte Erbarmen mit dem Schlachtvieh und prangerte den „Verrat der Kirche an den Tieren“ an.

(…) 59 kg Fleisch essen die Deutschen im Schnitt pro Jahr. Vor zwanzig Jahren waren es noch 70 kg. Der Fleischkonsum in Deutschland sinkt seit Jahren, gleichzeitig steigt die Nachfrage nach vegetarischen Produkten – und dadurch auch das Angebot fleischloser Produkte im Einzelhandel und in der Gastronomie. Als erstes Land in der EU hat Deutschland im Januar 2002 den Schutz der Tiere im Grundgesetz verankert. Die Käfige für Hühner sind größer geworden, die Transportrichtlinien für Schlachtvieh wurden verschärft, die Ansprüche an eine artgerechte Haltung höher, aber das Recht, Tiere für einen „vernünftigen“ Zweck zu töten, bleibt bestehen. Ob es allerdings vernünftig ist, Tiere zu züchten und zu schlachten, um ihr Fleisch zu konsumieren, daran gibt es immer stärkere Zweifel. Die deutsche Landwirtschaft stößt fast ebensoviel CO2 aus wie der Straßenverkehr, und zwei Drittel dieser Emissionen gehen auf das Konto der Tierhaltung. Fleisch ist umweltschädlich – auch Biofleisch – das ergab eine Studie, die das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung im Auftrag der Verbraucherorganisation Food Watch erstellte. Und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ruft die Verbaucher neuerdings auf, weniger Fleisch zu essen.

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Surftipp: Biotech-Seilschaften – der Gentechnik-Filz

biotech-seilschaftenGentechnik wird zwar von dem Großteil der Menschen abgelehnt, dennoch bemüht sich eine unheilige Allianz aus Wirtschaft und Politik seit Jahren, diese äußerst gewinnträchtige Technik auf breiter Front nach vorne zu bringen. Oft ungewollt und unbemerkt nehmen viele von uns bereits gentechnisch veränderte Produkte zu uns, beispielsweise über Genmais, der an Rinder verfüttert wird, die dann wiederum in Burgern landen. Es scheint zwar ein aussichtsloses Unterfangen zu sein, diese Entwicklung aufzuhalten, dennoch ist es erfreulich, dass sich immer mehr Widerstand regt.

So befasst sich die Website Biotech-Seilschaften sowie einige Partnerseiten  (z.B. Gentech weg!) intensiv mit der Thematik und bemüht sich um Aufklärung und Publikmachung der wenig erfreulichen und oft undemokratischen Hintergründe. Designtechnisch ist die Website zwar eher eine Katastrophe, da einen die Vielzahl der Informationen in der dort dargebotenen Form geradezu erschlägt, aber inhaltlich stößt der interessierte Leser auf so manches, was einem bislang sicher so nicht bewusst war. So ruft man auch zu Widerstand gegen geplante Projekte im Bereich Gen- und Biotech auf und gibt zudem die Infobroschüre „Organisierte Unverantwortlichkeit. Reader zum Filz zwischen Konzernen, staatlicher Kontrolle, Wirtschaftsförderung und Lobbying deutscher Gentechnik“ heraus, in der man viel erfährt über die Seilschaften, Lobbygruppen und Pläne der Industrie. Den Reader liegt in vielen Bioläden kostenlos aus und man kann ihn sich auch als pdf-File herunterladen.

Es war so bequem: Wer über Gentechnik sprach, dachte schnell an Monsanto. Kritische Bücher und Filme zu diesem – fraglos rücksichtlosen – Konzern erzielten Einschalt- und Auflagenrekorde, so dass kritische AktionärInnen deutscher Konzerne nur neidisch dreinblicken konnten. Begleitende Veranstaltungen füllten ganze Hallen. Elektrisierend auch die Pflanze des Inbegriffs alles Bösen: MON810. Wo sie gepflanzt wird, kommt es zu Protesten von BürgerInnen und Umweltverbänden. Niemand will die unkontrollierbare Saat in der Nähe haben. Selbst der deutsche Umweltminister nicht mehr: „Ich kann den gesellschaftlichen Mehrwert der Genprodukte von Monsanto nicht erkennen“, gab er am 2. März 2009 zum Besten und fügte hinzu – grad so, als gäbe es BASF, Bayer und KWS gar nicht: „Man stelle sich vor, diese Debatte um Gentechnik-Produkte gäbe es in den USA, und die einzige Firma, die ein Interesse daran hätte, dieses Präparat dorthin zu verkaufen, wäre eine europäische: Ich möchte einmal wissen, ob der amerikanische Kongress sich derart ins Zeug legen würde zur Verfolgung europäischer Wirtschaftsinteressen eines einzelnen Unternehmens, wie es jetzt die EU-Kommission zur Verfolgung der Wirtschaftsinteressen eines amerikanischen Unternehmens tut.“

Viel ruhiger geht es dagegen zu, wenn deutsche Firmen und Institute gentechnisch veränderte Sorten entwickeln und ausbringen. Mancherorts geht gar nichts: Als die Universität Gießen 2006 transgene Gerste aussäte, votierten alle Parteien im Stadtparlament für das riskante Experiment. Auch SPD, Grünen und Linke, die sonst mit radikaler Gentechnikkritik stets auf WählerInnenfang sind. Warum? Ist die deutsche Gentechnik besser? Ja – scheint zumindest Umweltminister Gabriel zu finden. Nur wenige Tage nach der beißenden Kritik an Monsanto besuchte er die deutsche Gentechnikfirma KWS Saat AG: „Wir wollen gentechnisch veränderte Pflanzenzucht auf jeden Fall zulassen“, so der Minister, „aber nicht mit Kollateralschäden in der Natur.“ Forschung in diesem Bereich sei unabdingbar. Denn den Herausforderungen, die die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung und ihr Energiehunger stellten, könne man anders kaum beikommen.

Monsantos Produkte = kein „gesellschaftlicher Mehrwert“. KWS Saat AG = wichtig für Ernährung und Energieversorgung. Einfach, aber seltsam, denn die KWS entwickelt ihre Gentech-Produkte zusammen mit Monsanto und ist MON810-Versorger (Marke YieldGard) für Mittel- und Osteuropa. Bei Sigmar Gabriel ist plötzlich dasselbe gut, wenn es durch eine deutsche Firma geschieht …

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The Meatrix

Die gleichen Leute, die schon The Story of Stuff so schön umsetzten, die Free Range Studios, hatten sich einige Zeit zuvor bereits Gedanken darüber gemacht, wie man die Menschen darüber aufklären könnte, auf welch im wahrsten Sinne des Wortes bestialische Weise industrielle Massentierhaltung funktioniert. Herausgekommen sind einige kleine amüsante Animationsfilme, die The Meatrix-Reihe. Ja, klar, es wird das hohe Lied auf Biofleisch gesungen und nicht Vegetarismus propagiert (um dem Einwurf eines gewissen Bloglesers gleich mal zu entgegenen), aber generell finde ich es gut, wenn das Bewusstsein der Leute dafür geschärft wird, was sie bei ihrem Kauf- und Essverhalten so alles unterstützen und mittragen. Generell ist weniger Fleischkonsum natürlich besser als mehr Fleischkonsum. [via Karmakonsum]

The Meatrix I:

The Meatrix II: Revolution:

The Meatrix II ½:

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Jetzt neu: das Taco Bell Green Menu – Nothing from Nature!

Als kleine Ergänzung zu meinen Beiträgen über imitierte Lebensmittel und andere Auswüchse des Industriefraßes hier ein schöner Beitrag des Satiremagazins The Onion – in täuschend echter Manier gelingt es Onion immer wieder, Pseudo-Nachrichten zu lancieren, die durchaus auch wahr sein könnten. In dieser kranken Welt jedenfalls. Neuer Coup: die angebliche Ankündigung der Fastfood-Kette Taco Bell, ein neues Menü „Green Menu“ auf den Markt zu bringen, das komplett ohne jegliche natürliche Zutaten ist, also rein industriell, und deshalb umweltschonend, da der Natur ja nichts entzogen wird, um dieses „Essen“ zu produzieren. Schöne Idee. Und wer weiß – heute schmunzeln wir noch über solche Beiträge, aber bald werden sie vielleicht von der Realität eingeholt worden sein. Manches, was heute so in die Supermarkt- und Discounterregale gelangt, ist ja eh fast nur noch Chemielaborkram. [via]

P.S.: Wie nervig ist das, dass YouTube damit begonnen hat, Werbung vor einige der Clips zu schalten?? Google (die sich YT inzwischen einverleibt haben) verdient ja auch nicht genug Geld…

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