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Urbanes Marketing – Einengung des öffentlichen Raums

Durch den Beitrag „Fiktion ist die beste Tarnung der Realität“ im De-Branding-Blog wurde ich auf Prof. Dr. Friedrich von Borries aufmerksam, der als Architekt und Professor für Designtheorie spätestens seit seinem Werk „Wer hat Angst vor Niketown?“ (2004) als Kritiker der Zukommerzialisierung der öffentlichen Räume in modernen Städten offenbar immer wieder die momentane Entwicklung mahnend begleitet. Bei De-Branding findet sich diese bemerkenswerte Aussage (ein Auszug aus einem Interview bei heise.de über seinen aktuellen Roman „1WTC“):

Ich denke, dass dies vor allem eine Haltung gegenüber der Wirklichkeit beschreibt. Wir leben in einer sehr merkwürdigen Zeit. Vieles, was Realität ist, verdrängen wir, während wir so manche Narration für bare Münze nehmen – insbesondere, wenn es Politik betrifft. Man kann diesen Anfangssatz mehrdeutig lesen: als Kritik an unserer Weltauffassung und als Schlüssel, wie man mein Buch und die darin beschriebene Geschichte verstehen kann.

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Lesetipps: No Logo | Fußball als Täuschung | Prosumer | Produzieren ohne Geld

© colsart, stock.xchng

No Logo!“ – so lautet der Titel des globalisierungskritischen (modernen) Klassikers der amerikanischen kanadischen Schriftstellerin Naomi Klein. Und dieses Motto hat sich auch die taz zu eigen gemacht, unter dem die taz-Sportredaktion für zwei Wochen unterwegs ist – angesichts der immensen Zupflasterung von Sportlern, Arenen und Sportstätten mit Reklame und Sponsoren-Logos haben sie beschlossen, in der Zeit alle Werbehinweise auf Sportfotos auszupixeln, um den Blick wieder unverkleisterter auf das Wesentliche zu lenken: den Sport. (Okay, es ist sowieso klar, dass heutiger Profisport im Prinzip ein Wirtschaftsfaktor ist und es auch dort unter dem Strich nur noch um Profite geht – Fußballvereine werden wie Unternehmen geführt, Großkonzerne wie Red Bull kaufen sich gleich ihre eigenen Clubs, die primär als Ergänzung der sonstigen Werbestrategie dienen.)

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Buchvorstellung: Einfacher leben

Heute will ich Euch wieder in Zusammenarbeit mit dem Kritischen Netzwerk ein spannendes neues Buch vorstellen, das thematisch 1a in den Konsumpf passt – Andrea Kerlen mit „Einfacher leben – Ein praktischer Ratgeber zur Konsumverweigerung“. Das klingt schon mal gut, finde ich. Auch wenn es sicherlich für den „Hardcore“-Konsumkritiker nicht immens viel Neues bieten dürfte, werden doch viele Anregungen und Denkanstöße gegeben. Über den Begriff der „Konsumeinschränkung“ kann man zwar geteilter Meinung sein – genauso wie das Wort „Verzicht“ ist es doch eher negativ besetzt und suggeriert, dass man nachher ein eingeschränkteres Leben als vorher führt; dabei gewinnt man durch weniger Konsum ja auch. Zeit, Geld, Freiraum z.B.

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“Einfacher Leben” gibt es als Paperback (110 Seiten) für 6,50 € (zzgl. Versand) oder günstigen PDF-Download für 2,00 €

zur Bestellung: bitte hier klicken

zum Inhalt:

Du möchtest deinen Konsum einschränken, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Oder fragst dich, ob dir dann nicht deine Lebensfreude verloren geht?

Der Ratgeber “Einfacher Leben” bietet über 150 praktische Tipps und Tricks zur Konsumeinschränkung in vielen Alltagssituationen, hinzu kommen mehr als 70 Literaturtipps und rund 40 Weblinktipps. 14 Kapitel, darunter “Sparen in allen Lebenslagen”, “Alternativen zum herkömmlichen Shopping”, “Spartipps für Eltern” oder “Einfach entspannen”, zeigen Beispiele, wie du einfach und dennoch mit viel Freude deinen Konsum einschränken kannst.

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Lesetipps: Manipulative Reklame | Hedonistische Internationale | Kranke Medien | Verstümmelte Interviews

© svilen001, stock.xchng

Dass die Reklame- und Marketingindustrie darauf fußt, zu versuchen, unsere Gefühle und Meinungen zu manipulieren bzw. zu beeinflussen, an gewisse Instinkte zu appelieren und den Verstand auszuschalten (so dass man bereit ist, auch Produkte zu kaufen, die überteuert sind oder unter unmoralischen Bedingungen produziert wurden – Hauptsache cool!) ist ja nun wahrlich kein Geheimnis – oft genug war dies auch schon Thema in meinem Blog, zuletzt erst vor einigen Tagen. Aber ich freue mich natürlich immer wieder, wenn dieses wichtige Thema auch anderswo aufgegriffen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird. Sei es von Egon W. Kreutzer („Werbung ist Krieg“), vom NDR in ihrer Reihe 45 Min („Verführer Supermarkt“) oder ganz aktuell von Michael Greiner in Der Freitag „Kaufe mich ganz unbemerkt“. Er geht der Frage nach, wieviel Macht das Reklamegedröhne eigentlich auf unsere Gedanken und Empfindungen hat und berichtet von neuen Entwicklungen im Bereich des Neuromarketing, also noch perfideren Strategien, um die Konsumenten bei Kauflaune zu halten:

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Der verkaufte Käufer. Die Manipulation der Konsumgesellschaft.

An dieser Stelle will ich Euch heute wieder einen kleinen Gastbeitrag von Helmut Schnug vom Kritischen Netzwerk (das immer einen Besuch wert ist!) vorstellen, in dem er ein schon älteres, aber thematisch (leider) immer noch top aktuelles Buch vorstellt, das bestens zum Thema des Konsumpf passt.

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Der verkaufte Käufer. Die Manipulation der Konsumgesellschaft.

Autor: Wolfgang Menge

Verlag: Fritz Molden, Wien/München/Zürich (1. Auflage 1971)
ISBN-10: 3-217-00354-3 // ISBN-13: 978-3-217-00354-5
oder
Fischer Taschenbuch ISBN: 3-436-01711-6

Schon vor 40 Jahren schlugen erste Konsumkritiker Alarm. Das interessante historische Zeitdokument gibt es als Tb oder gebunden für ca. 3-6 € (inkl. Porto) und hat nichts an Bedeutung verloren – im Gegenteil: die Verbraucher lassen sich immer mehr verarschen. Achselzuckend und gleichgültig frönt der Verbraucher seiner Gier nach mehr statt sich mal endlich bewußt zu werden, welche Macht er doch eigentlich hat.

Zum Inhalt:

Das Warenangebot wird immer größer – die Irreführung des Käufers auch. Wir kaufen, die Verkaufsstrategen lenken. Was wir nach Hause tragen, ist nicht immer das, was wir eigentlich kaufen wollten oder glaubten, gekauft zu haben.

Ein Blick hinter die Fassaden der Schönfärberei, der schmeichelnden und täuschenden Werbetricks. Man verkauft uns Werbeslogans. Die Ware, für die wir dann bezahlen, ist weniger wichtig. Der Kunde ist längst nicht mehr König. Ahnungslos tappt er in die Fallen, die die Verkäufer ihm gestellt haben. Die Fülle von Beispielen für ökonomischen Machtmissbrauch und professionelles Rosstäuschertum macht aus diesem Buch eine kritische Schule für Verbraucher; dargestellt u.a. anhand der Bereiche Nahrungsmittel, Kraftfahrzeuge und Arzneimittel.

Buchvorstellung im Magazin DER SPIEGEL 41/1971: hier bitte weiterlesen

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Werbung schadet – Manipulierte Jugendliche (2/2)

© coloniera2, stock.xchng

Dies ist Teil 2 meiner Übersetzung des Artikels „Manipulated kids“ von Roy Fox aus dem Stayfree-Magazin von 1995. Teil 1 findet Ihr HIER.


Ad Infinitum

Channel One benutzt auch die althergebrachte Technik der Wiederholung, um Produkte zu verkaufen. Den selben Werbespot immer und immer wieder zu sehen ist eine Erfahrung, die die meisten von uns niemals gemacht hätten und auch niemals machen möchten. Aber es ist der Alltag in den Schulen, die Channel One laufen lassen. Vor einigen Jahren liefen die „Be like Mike“-Werbespots mit NBA-Superstar Michael Jordan über Monate hinweg jeden Tag.

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Werbung schadet – Manipulierte Jugendliche (1/2)

© srbitchara, stock.xchng

Vor einigen Jahren, um genau zu sein bereits anno 1995, erschien im US-amerikanischen Stay free!-Magazine (einem konsum- und werbekritischen Heft; einer Art Pendant zum kanadischen Adbusters) ein hochinteressanter Artikel, der sich mit den Auswirkungen des Reklamebombardements auf Kinder und Jugendliche beschäftigte und zeigte, wie tief die Werbebotschaften in den jungen Geist einsickern und das spätere Konsumverhalten sowie eine unkritische Haltung gegenüber den werbenden Konzernen fördern. Ich will Euch den Text „Manipulated kids“ von Roy Fox hier in meiner Übersetzung vorstellen – wegen der Länge des Artikels habe ich ihn auf zwei Teile aufgeteilt. Wenn man einige der Äußerungen der Kinder so liest, kann einem ganz anders werden – dass Reklame wirklich so wenig als Verkaufspropaganda wahrgenommen wird, finde ich absolut erschreckend. Zumal man davon ausgehen darf, dass die Marketingfuzzis ihre Manipulationstechniken seither weiter verfeinert haben. Nun gut, hier also Teil 1:

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Surftipp: sniggle.net – The Culture Jammer’s Encyclopedia

Vor einer Weile stieß ich auf eine extrem interessante amerikanische Seite im Netz – sniggle.net. Wer den vielversprechenden Untertitel „The Culture Jammer’s Encyclopedia“ trägt, erregt natürlich sofort meine gesteigerte Aufmerksamkeit – und richtig, auf Sniggle hat der Autor eine geradezu erschlagende Menge an Beispielen, Ideen, Anleitungen u.v.m. für Culture Jamming-Aktionen versammelt. Das reicht vom klassischen Adbusting über „Hacktivism“ bis hin zu Streichen, die man im Kunstbetrieb umsetzen kann. Da ich davon ausgehe, dass nicht alle Leser mühelos die dortigen englische Texte verstehen, habe ich mir überlegt, die eine oder andere besonders gelungene Unterseite als Übersetzung hier im Konsumpf-Blog zu präsentieren, damit dieses gebündelte Subversionswissen auch jenseits des großen Teichs seine Verbreitung findet.

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Buchbesprechung: Ulrich Eicke „Die Werbelawine: Angriff auf unser Bewusstsein“

Ich möchte heute quasi eine Art Doppelposting vom Stapel lassen – denn zum einen will ich Euch eine sehr spannende Website vorstellen und ans Herz legen, die seit einigen Monaten im Netz steht und sich an alle richtet, die die derzeitige Entwicklung in Gesellschaft und Politik skeptisch sehen. „Kritisches Netzwerk“ heißt das Projekt, und der Untertitel „Das Netzwerk mit Forum für kritische Geister und konstruktive Gesellschaftsreformer“ zeigt schon an, dass es sich nicht um ein softes Social Network wie Utopia handelt, sondern um ein Austauschmedium für Menschen mit durchaus fundierter Grundsatzkritik. Natürlich finden auch konsumkritische Themen dort ihren Platz, so das das Kritische Netzwerk perfekt zum Themenkatalog meines Blogs passt:

Das KRITISCHE NETZWERK ist ein neues Internetprojekt und wurde im Dezember 2010 öffentlich. Durch die Zusammenführung von Menschen mit netzpolitischem Interesse, engagierter Aktivisten, Netzwerke, Bürgerinitiativen, Nichtregierungsorganisationen und Verbände wird es in der Lage sein, gemeinsame Nenner für eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen zu finden.

Wir sind sicher, daß bei den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes große Schnittmengen an Themen und Inhalten vorhanden sind, die im KRITISCHEN NETZWERK gebündelt werden sollten. Unsere Motivation ist es, auf einer Ebene der gemeinsamen Nenner Mitstreiter aus unterschiedlichsten Bereichen (politisch-, ethisch-, sozial- und / oder umweltorientiert) zu finden, die sich unter Ausklammerung egomanischer Interessen für gemeinsame Ziele einsetzen. Auf der Basis eines humanistischen Weltbilds wollen wir mit dazu beitragen, den Weg zu einer neuen solidarischen Gesellschaft zu ebnen. Nur gemeinsam sind wir stark!

Mit Helmut Schnug, einem der Initiatoren des Netzwerks, habe ich vereinbart, dass einige meiner Konsumpf-Beiträge auch dort erscheinen werden, und im Gegenzug werde ich passende Artikel von dort auch hier vorstellen. Den Auftakt macht die folgende kurze Buchrezension von Helmut zu einem mir bis dato unbekannten werbekritischen Werk, das es leider nur noch antiquarisch gibt:

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Ulrich Eicke – Die Werbelawine: Angriff auf unser Bewusstsein.

Verlag: Knesebeck und Schuler (1991) / Knesebeck Von Dem GmbH (1999)
ISBN: 3-926901-38-1 / ISBN 978-3-926901-38-5
gebunden, 279 Seiten, für wenige Euros gebraucht zu bekommen!

Ständig werden wir auf irgendeine Weise durch Werbung beeinflußt. Ursprünglich sollte die Markenartikelwerbung dem Verbraucher durch zusätzliche Informationen zur Orientierung bei der Kaufentscheidung dienen, doch, laut Ulrich Eicke, einem Insider der Branche, „wird Werbung heute mehr und mehr im Stil des Show-Business betrieben.“

Er setzt sich in diesem Buch kritisch mit den Methoden der Werbebranche auseinander und geht unter anderem folgenden Fragen nach:

  • Wieso liefert die Werbung dem Verbraucher immer weniger Sachinformationen?
  • Was bedeutet die ständige Werbeberieselung durch das Fernsehen?
  • Was geschieht mit Kindern, denen die Markenartikelwerbung ihre Symbole ins Gehirn “einpflanzt”?
  • Wo verläuft die Grenze zwischen Suggestion und Lüge?
  • Welche Auswirkungen hat die Werbeindustrie auf die Freiheit der Presse, der Print-, Funk- und visuellen Medien?
  • Was bedeuten Product Placement und Kultursponsoring?
  • Welche Zusammenhänge gibt es zwischen Werbung und Politik?

Diese und andere Fragen untersucht Ulrich Eicke, weil Werbung unseren Alltag beeinflußt und tief in unser Bewußtsein eindringt.

Textzitat:
„Werbung bestimmt die Tagesordnung, d. h. sie kann mit riesigen Geldsummen den Konsum als einzigen Tagesordnungspunkt auf die Tagesordnung setzen. In der Schlacht um einen Anteil am öffentlichen Bewusstsein läuft das darauf hinaus, dass alles nicht Kommerzielle und alles nicht Beworbene nicht behandelt, sprich: ignoriert wird. Bereiche ohne Kommerz und Werbung, die den Musen und der Entspannung dienen, werden nicht respektiert. Werbung macht es sich mit zunehmender Macht in der Privatsphäre bequem, so dass die Stimme des Kommerzes zur dominierenden Ausdrucksweise in der Gesellschaft wird.“

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Lesetipps: Die neue Nachhaltigkeit von H&M und Co. | Der Preis der Sicherheit | Die Legende der Discounter | Werbung beim Wort genommen

© velma, stock-xchng

Nachhaltigkeit ist ja seit einigen Jahren ein „buzzword“, ein schwerst angesagter Begriff, mit dem sich Konzerne gerne zu schmücken versuchen, egal wie zerstörerisch ihr Geschäftsmodell eigentlich ist. So bemühen sich auch die großen Kleidungsketten, ihrem Treiben den Eindruck von Nachhaltigkeit zu verleihen, z.B. durch vermehrten Einsatz von (vermeintlicher) Biobaumwolle. Dass dies aber keineswegs immer so schön ist, wie es auf den ersten Blick klingt, erklärt uns Ilona Dyck auf Utopia – „Die neue Nachhaltigkeit von H&M & Co.“:

Die Preise für Baumwolle sind dieses Jahr auf dem Weltmarkt gestiegen wie noch nie. Das hat Konsequenzen. Nicht nur für H&M und Co. Einige Unternehmen setzen jetzt auf ‘Better Cotton’. Klingt nach Bio, ist es aber nicht. (…)

Die Better Cotton Initiative
Dieser Ansatz, also moderat höherpreisig zu verkaufen, mit der Rechtfertigung “guter Stoff”, zeichnet sich momentan ab. Die “Better Cotton Initiative” (BCI) wurde 2005 unter anderem von H&M, Ikea, Migros, Adidas und dem WWF gegründet und zielt auf einen nachhaltigeren und sozialeren Baumwollanbau. Für BCI sollen weniger Pestizide eingesetzt, durch sinnvollere (aber teurere) Bewässerungsmethoden der Wasserverbrauch reduziert, der Boden im Vergleich zum konventionellen Baumwollanbau geschont und ein besseres Sozialwesen für die Farmarbeiter geschaffen werden. Bis 2015 sollen vier Prozent der Weltproduktion an Baumwolle aus der BCI kommen.

Umstieg auf nachhaltigere Baumwolle bei Adidas, H&M und C&A
Adidas hat im Frühjahr bekannt gegeben, dass sie bis 2018 komplett auf Better Cotton umgesteigen wollen, was auch bedeuetet, dass es ab 2018 kein Bio-Segment mehr geben soll. H&M möchte bis 2020 in Gänze zu nachhaltigerer Baumwolle wechseln. Bei H&M bedeutet dies vermutlich einen Hauptanteil Better Cotton, ein wenig Recyclingstoff und eine Produktnische für Bio-Baumwolle.
Kirsten Brodde, die Autorin des Buches “Saubere Sachen” sieht im Voranpushen von Better Cotton “einen schleichenden Ausstieg aus der Biobaumwolle”. Und tatsächlich lässt sich fragen, wieso eigentlich nicht gleich der Anbau von Biobaumwolle gefördert wird. Denn auch wenn die Maßnahmen der BCI sinnvoll sind, grüßt doch wieder nur der Einäugige unter den Blinden und versucht sich als Adlerauge zu verkaufen.

Als Konsument die Trendwende vorantreiben
Letztlich bleibt der Baumwollanbau ein invasives Geschäft, das sich so nicht rechtfertigen lässt. Allein in Deutschland sortieren wir etwa 1,5 Milliarden Textilien aus, selbstredend nicht, weil die Löcher an den Jeansknien schon zu groß geworden sind, der Stoff der Bluse an den Ellenbogen durchscheint oder aufgrund sonstiger irreparabler Verschleißerscheinungen. Höchste Zeit für eine Trendwende von wöchentlichen Shoppingtouren hin zum gelegentlichen Kauf von zeitlos schönen Kleidungsstücken. Das höhere Budget pro Teil lässt sich dann auch in tatsächlich hochwertige Ökotextilien mit GOTS-Siegel investieren. Völlig ökorrekt lassen sich hemmungslose Einkaufsräusche aber auch im Secondhandladen ausleben.

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