Moral an der Ladentheke

Also dieses Radiofeuilleton von Deutschlandradio Kultur passt ja nun wirklich perfekt sowohl zu meinem Blog wie auch zum aktuellen KonsumWeihnachtsfest – „Wie steht es um unsere Moral an der Ladenkasse?Teil 1 als mp3, Teil 2 als mp3

Weihnachten naht und damit die Konsumschlacht schlechthin. Die Geschäfte fahren in dieser Zeit ihre höchsten Gewinne ein. Aber Weihnachten ist nur ein Beispiel für unsere auf Konsum ausgerichtete Welt: Wir shoppen in jeder Lebenslage, Einkaufscenter und Discounter boomen. Gleichzeitig wächst die Zahl derer, die sich den Billigprodukten verweigern und auf Nachhaltigkeit setzen.

“Grundsätzlich ist jeder Einkaufsakt politisch. Jeder Konsument stimmt an der Kasse ab, ob moralisch oder nicht”, sagt der Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Ludger Heidbrink. Auch, wenn man nicht darüber nachdenke, wo und was man kaufe – die Folgen seien letztlich politisch – denn sie gipfelten in der Frage, welche Geschäfte überleben, bis hin zu den Herstellungsbedingungen der Waren.

Dem Direktor des Center for Responsibility Research am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen geht es nicht darum, den totalen Konsumverzicht zu predigen, sondern “von einem quantitativen zu einem qualitativen Konsum zu kommen. Wenn man sich diese Malls anschaut, was die Leute dort anstellen: Sie konsumieren nicht, sie kaufen. Wir leben in einer Kaufgesellschaft!”  (…)

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22 Kommentare

  1. Es bleibt dabei: Die “Moral an der Ladentheke” bleibt einem immer größer werdenden Teil der Bevölkerung aufgrund staatlich bzw. politisch verordneter Zwangsverarmung schlichtweg verwehrt. Kein “Aufstocker”, Niedriglohnausgebeuteter oder Hartz-Terroropfer kann sich diesen Luxus der Moral leisten – und solange das nicht endlich korrigiert wird, bleibt ebenjene Moral nichts als Makulatur.

    Ich empfinde es schon als zynisch, wenn angesichts dieser sich krebsartig ausbreitenden Armut (nicht nur in Deutschland, vgl. hier: http://narrenschiffsbruecke.blogspot.com/2011/12/usa-im-teufelskreis-der-armut.html ) im DLR von einer “Konsumschlacht” nicht nur zu Weihnachten die Rede ist. Das betrifft doch nur noch privilegierte Teile der Bevölkerung und einen immer größer werdenden Teil nicht mehr. Offenbar besteht “die Bevölkerung” aus Sicht dieser Medien nur noch aus eben dieser privilegierten Schicht – alle anderen Menschen kommen in diesem abstrusen Weltbild, das eine “Konsumschlacht” postuliert, offenbar nicht mehr vor.

    Es ist wunderbar, wenn Teile dieser privilegierten Schicht nun endlich die Moral entdecken und an der “Konsumschlacht” nicht mehr so hemmungslos teilnehmen wie zuvor (was ich allerdings für einen Mythos halte) … an der Wirklichkeit in Deutschland und der Welt geht das indes vollkommen vorbei.

    Einmal mehr fällt mir dazu ein Text Tucholskys ein, der 1931 in “Die Herren Wirtschaftsführer” schrieb:

    “Wer soll sich denn das noch kaufen, was sie da herstellen? Ihre Angestellten, denen sie zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel geben, wenn sie sie nicht überhaupt auf die Straße setzen? Die kommen als Abnehmer kaum noch in Frage. Aber jene protzen noch: dass sie deutsche Werke seien, und dass sie deutsche Kaufleute und deutsche Ingenieure beschäftigten – und wozu das? »Um den Weltmarkt zu erobern!« / So schlau wie die deutschen Kaufleute sind ihre Kollegen jenseits der Grenzen noch alle Tage. Es setzt also überall jener blödsinnige Kampf ein, der darin besteht, einen Gegner niederzuknüppeln, der bei vernünftigem Wirtschaftssystem ein Bundesgenosse sein könnte.”

    http://www.textlog.de/tucholsky-herren-wirtschaft.html

    Die Moral müsste also weniger von den Menschen im Lande, dafür um so mehr von den “Herren Wirtschaftsführern” – sprich: den Superreichen – entdeckt werden. Darauf können wir indes warten bis zum Jüngsten Tag. Ohne Systemänderung und Enteignung der Superreichen wird es keine ernsthafte Moral geben.

    Alles wie gehabt.

    • Mnja, zum einen hast Du natürlich Recht – zum anderen bin ich kein Verfechter dieses “die da oben”-Schimpfens, das den Einzelnen aus seiner moralischen Verantwortung entlässt (“wenn die prassen kann ich das ja ruhig auch tun!”). Klar gibt es viele Menschen, die aufgrund zu geringen Einkommens nicht in vollem Maße an der “Konsumschlacht” teilnehmen, aber den Drang zum überflüssigen Konsum verspüren doch viele – und würden noch mehr Leute ausleben, wenn sie nur mehr Geld zur Verfügung hätten. Ein grundlegendes kritisches Hinterfragen von Sinn, Unsinn und negativen Folgen des Konsums findet halt doch nur bei den wenigsten statt. Klar kann der Einzelne mit seinem Kaufen oder Nicht-Kaufen den Lauf der WElt nicht aufhalten und es muss sich auch etas an den Rahmenbedingungen ändern. Dennoch fängt Veränderung halt auch immer bei jedem selbst an…

  2. Ludwig der Träumer

    Bild Dir Deine Meinung!
    „ Bild hat mich erst zur Schnecke gemacht und dann zum „TITAN“ ! Wer in Deutschland was werden will, muß da durch!“
    von Thomas Gottschalk in einer ganzseitigen Werbeseite im neuen Spiegel.
    Ich will auch TITAN werden. Eine Frage an gscheide Leud:
    Habe ich mit einem IQ von 70 ct (kostet eine Bildzeitung, glaube ich) überhaupt eine Chance, wie Gottschalk über die Schnecke in kurzer Zeit zum Titan zu werden? Wie kann ich meinen IQ auf 70 ct reduzieren, um dabei zu sein? Wenn ja, wie viele Schnecken muß ich als Gottschnecke tottrampeln, um an mein Ziel zu kommen? Und wenn ich dort bin, wo soll ich wohnen? Ach ja, selbstverständlich in der TITAN-IC.

    Solange solche Botschaften noch wirken, brauchen wir hier nicht mehr über ein qualitatives Konsumverhalten mit den Verbrauchern diskutieren. Wir stimmen nicht an der Kasse ab, wir stimmen mit uns selbst ab.
    Lehnen wir uns zurück und warten den Untergang der Titanic ab. Sie nimmt ihren Lauf. Was wir jedoch tun können. Ist ein Rettungsboot oder eine Kammer mit den Überlebenden der Titanic zu teilen.
    Lassen wir uns nicht mehr verführen, auch nicht von uns selbst. Leben wir einfach Positives vor. Jesus hat es in der Wüste dem Verführer gezeigt, wer der Souverän ist, als Stellvertreter von uns allen. Auch ohne kirchentreu zu sein, bewundere ich seine Standhaftigkeit und wünsche Euch ein paar besinnliche Tage.
    Und wer die christliche Botschaft nicht mag, könnte sich an den Kantschen imperativ erinnern. Immanuel Kant hat das gleiche gesagt.

  3. @Charlie: Stimme voll und ganz zu. Bzgl. der “Mediensicht” handelt es sich eben um subjektive Darstellungen, die aus der Realität der Medienschaffenden stammen. Es ist nicht leicht, die Welt aus einem anderen Blickwinkel wahrzunehmen, als den, den man als gegeben ansieht. Was sagt aber die Darstellung der Realität über diejenigen aus, die sie abgeben?

  4. Zur Veranschaulichung nur mal eine Grafik, die die Verteilung von Vermögen in Deutschland zeigt (bezogen auf das Jahr 2007 – bis heute hat sich das weiter dramatisch nach oben verschoben):

    http://www.jjahnke.net/index_files/bild5.gif

    Unten sieht man nur eine rote Zahl (ein Negativ-Vermögen, also Schulden), dann folgt ein langer dünner Strich, der besagt, dass etwa 60% der Menschen in Deutschland kein oder nur ein extrem geringes Vermögen besitzen. Wenn eine “Konsumschlacht” also stattfindet, findet sie ganz oben statt. Außerdem kann doch nur derjenige überhaupt sein Konsumverhalten kritisch hinterfragen, der finanziell dazu in der Lage ist – das ist eine immer kleiner werdende Gruppe von Menschen.

    Es käme doch auch niemand auf den absurden Gedanken, einen Menschen in Afrika anklagen zu wollen, weil dieser auf dem dortigen markt vom letzten Geld Reis gekauft hat, der aus nicht-biologischem Anbau stammt. Wo will man denn da die Grenze ziehen – ab welchem Vermögen darf man jemanden anklagen? Das wäre doch eine arg willkürliche Grenze, finde ich.

    Außerdem bleibt das Grundproblem bestehen: Wenn das gesamte System, in dem ein Mensch lebt und arbeitet, auf einem kapitalistischen System des Wachstums durch Konsum begründet ist, beißt sich die Katze in den Schwanz, wenn man da Konsumkritik erwartet. In vereinzelten Nischen in noch besserverdienenden Kreisen mag das funktionieren – aber doch niemals in großem Maßstab. Verändern kann man so nichts. Veränderung fängt gerade nicht immer bei jedem selbst an – ganz besonders gilt das im Kapitalismus für die Armen. Vor kurzem hat Roland Rottenfußer dazu einen sehr erhellenden und aufklärerischen Text verfasst: “Die Verantwortungslüge”

    http://hinter-den-schlagzeilen.de/2011/12/16/die-verantwortungsluge/

    Er schließt mit diesen Worten, denen ich nichts hinzuzufügen habe: “Haben Sie sich schon einmal überlegt, warum es so beliebt ist, zu sagen: „Ich fange lieber mit kleinen Veränderungen bei mir selbst an“? Es ist einfach bequemer, die Fairtrade-Rosen für 3 Euro zu kaufen, als auf die Straße zu gehen und sich mit der Macht anzulegen. Das erstere verschafft ein wohliges Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen. Das letztere verursacht Angst, ist riskant. Es ist oft mit Selbstzweifeln verbunden oder bedeutet zähes Ringen mit Mitstreitern um den richtigen Weg. Gerade dies bedeutet aber wirkliche Eigenverantwortung, ein wirkliches politisches Erwachsenwerden ohne falsche Schuldgefühle und Größenfantasien. Ja, die Veränderung muss bei jeden Einzelnen anfangen. Aber sie darf nicht dort aufhören. Wir haben Verantwortung, aber sie besteht zunächst darin, zu erkennen, wo wir nicht verantwortlich sind.”

    • @ Charlie: Du hast natürlich Recht, aber gleichzeitig auch nicht so ganz. Denn viele Leute lassen sich ja mit dem Zeigen auf die da oben oder auf “das System” soweit ablenken, dass sie ihr eigenes Handeln gar nicht mehr betrachten und dort genauso ignorant sein können wie die von ihnen Beschuldigten. Das Lesen von Blogs wie Fefe oder das Rummeckern über “die Bonzen” ist in etwa so gewissensberuhigend wie der Kauf von Fairtrade-Rosen… und ändert vermutlich sogar noch weniger. Von daher gehört, wie ich es schon schrieb und worum es hier im Blog ja auch geht, neben dem Ändern des Systems auch ein Ändern des eigenen Kauf-und Denkverhaltens dazu. Und da (noch?) nicht alle Leute Hartz IV beziehen, sondern viele eben doch genug Geld hätten, um darüber nachzudenken, was sie damit anrichten, ist es m.E. unab dingbar, dass man parallel zu den grundlegenden Änderungen dafür sorgt, dass das vorhandene Geld nicht auch noch unnötig die vorhandenen Strukturen stärkt.

  5. changemaker

    Für Leute, die so wenig Geld haben, dass sie im Moment keine Wahl haben, wo und was sie einkaufen, sollte man sich einsetzen – und zwar dann, wenn es um Löhne geht.

    Gerade, WEIL ich sehr wenig Geld zur Verfügung habe, stelle ich mir – angesichts sehr wohlhabender ALDI-Shopper – immer wieder die Frage:

    Warum zahle ich für BIO, FAIR und regional MEHR als für Produkte, die unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen erzeugt wurden und für deren Erzeugung die Welt mit Umweltgiften versaut wird? Warum wird einer, dem die anderen komplett wurscht sind und der entsprechend handelt/einkauft, dafür de facto finanziell belohnt? Während ich, die ich ja der Allgemeinheit mit meinem gezielten Einkaufsverhalten etwas Gutes tue, finanziell draufzahle?

    Die Antwort lautet: Weil es an einer politischen Gestaltung fehlt, die das Wohl der Allgemeinheit im Auge hat. Umweltverschmutzung und Ausbeutung grassieren unter dem Deckmantel der “freien Marktwirtschaft”. Politik wird zuwenig dazu benutzt, Gesetze zu erlassen, die die Allgemeinheit und die Menschenrechte schützen. Politik wird von einer kleinen Elite für eine kleine Elite gemacht. Und die erlauben sich genau so viel, wie wir zulassen.
    Aber dass ich die auch noch finanziell bei ihren Ausbeutungsprojekten in armen Ländern unterstütze, indem ich unfair gehandelte Waren kaufe? Damit sie ihre Macht ausweiten … und mich dann eines Tages fragen: Warum soll ich dir mehr bezahlen als dem ollen Inder, du machst ja die gleiche Arbeit?

  6. idealistin

    Hallo Charlie,

    ich „verneine“, dass moralischer Konsum eine Frage des Geldes ist. Etwa 20% der Bevölkerung befinden sich monetär im / um den „Armutsbereich“.

    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/77154/umfrage/hartz-iv-fuer-vierkoepfige-familien/

    Der „Rest“ hätte also durchaus alle Möglichkeiten ökologische und menschrechtsspezifische Aspekte beim Einkauf zu berücksichtigen. Es wird aber kaum/nicht gemacht, da günstige Angebote fast jeden Menschen dazu verleiten diese zu nutzen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Werbung manipuliert und heile Welt Werbe-Spots sendet und zudem auf den Verpackungen mit Bildern arbeitet, die mit der Wirklichkeit nur im entferntesten Sinne etwas zu tun haben, etwa weidende Kühe auf Butter etc. Sie bedienen wieder dass, was die Menschen gerne sehen und denken.

    Ich muss auch eine vierköpfige Familie plus Hund und zwei Kaninchen, mit sehr wenig Geld ernähren und kaufe trotzdem nicht bei Lidl ein, bei Aldi nur Toilettenpapier und ansonsten sehen mich Discounter so gut wie nie. Das ganze Gelabere, Discounter seien günstiger als andere, ist ohnehin nur eine Täuschung in der Wahrnehmung – Untersuchungen und Probeeinkäufe beweisen/untermauern mein Statement. Aber auch aus eigener Erfahrung weiß ich das, ich kenne die Preise sehr genau. Man muss sich schon intensiv damit beschäftigen, um die Tricks zu durchschauen. Das tun aber die wenigsten und wollen es auch gar nicht – denn: Wer viel Wissen hat, der hat auch viel Verantwortung. Außerdem wird heute soviel Mist gekauft und gegessen, der vollkommen überflüssig ist – er „kitzelt“ lediglich die Gaumen. Gelegentlich ist das vielleicht okay, aber in Masse ungesund und teuer! Nicht nur beim Kauf- auch später für die Solidargemeinschaft der Krankenkassen, wenn die „ Ess-Sünden“ irgendwann zu Buche schlagen mit Bluthochdruck, Diabetes, Arteriosklerose u. a. Zivilisationskrankheiten.

    Da wir beim Thema Konsum sind- hier ist ein wahnsinniger Beitrag über die Machenschaften von Politik und (Banken-) Wirtschaft. Er geht über zwei Stunden- aber es lohnt sich. So glaubhaft und doch unglaublich in der Gesamtheit seiner Aussage…

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Q6RJ9ugFxP8

    Wünsche allen trotzdem eine frohe besinnliche Weihnachtszeit.

    Beste Grüße
    Idealistin.

  7. Theorem

    Ich glaube das es eine sehr effektive Möglichkeit gibt seine Moral an der Ladentheke (und nicht nur dort) unter Beweis zu stellen. In dem man Verzicht zum Prinzip erklärt. Hört sich einfachen an als es ist. Schließlich suggeriert uns unsere Umwelt ständig das man dies und jenes benötigt…

  8. super Beitrag von DRadio (genau mein Thema/Interesse) – danke für’s reinstellen und ein komsumfreies Fest & neues Jahr

  9. Zitate von Erich Fromm:

    “Die Gier ist immer das Ergebnis einer inneren Leere”

    “Wer bin ich, wenn ich bin, was ich habe und dann verliere, was ich habe? “Nichts als ein besiegter, gebrochener, erbarmenswerter Mensch, Zeugnis einer falschen Lebensweise.”

    „Unsere Konsum- und Marktwirtschaft beruht auf der Idee, dass man Glück kaufen kann, wie man alles kaufen kann. Und wenn man kein Geld bezahlen muss für etwas, dann kann es einen auch nicht glücklich machen. Dass Glück aber etwas ganz anderes ist, was nur aus der eigenen Anstrengung, aus dem Innern kommt und überhaupt kein Geld kostet, dass Glück das “Billigste” ist, was es auf der Welt gibt, das ist den Menschen noch nicht aufgegangen“.
    – Erich Fromm, Psychoanalytiker (1900-1980) aus seinem Buch „Authentisch leben“

    zum Thema Vermögensverteilung empfehle ich einen Beitrag auf unserer Seite: (bitte dort auch die Links und Downloads beachten)
    http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/einkommensmillion%C3%A4re-verm%C3%B6gensverteilung-milliard%C3%A4re-world-wealth-report

    Liebe Grüße an alle Mitleser_Innen

    H.S.

  10. @ charlie:

    also wenn ich mich in meiner stadt umsehe, dann scheint es mir als würden alle jeden tag mehrmals shoppen gehen und das nicht nur zur weihnachtszeit. niemals sind diese massen von menschen die kleine adlige oberschicht. niemals!

    ICH ERSTICKE IN WEIHNACHTSSCHEIßE!!!
    Den Kampf gegen den Konsumwahnsinn können wir nicht mehr gewinnen!

  11. @ charlie:

    \”we can´t afford the rich!\”

  12. @ changemaker:

    Stimmt genau: Die politische Gestaltung bzw. der fehlende Wille dazu ist einer der Schlüssel, der unsere absurde Situation erklärt. Weil “elitäre” Interessen von Superreichen uns regieren, ersäuft ein verschwindend geringer Teil der Menschheit in Superreichtum, während ein immer mehr wachsender Teil – zunehmend auch in den wohlhabenden Staaten des Westens – vor die Hunde geht. Ein wie auch immer geartetes “Allgemeinwohl” spielt da keine Rolle mehr. Allein deshalb macht eine individuelle “Moral an der Ladentheke” im Rahmen dieses Systems schon keinen Sinn. Über kurz oder lang gehören wir alle zu den Prekären.

    @ Peter:

    Dein Idealismus ist mir ja durchaus schon bekannt und er ehrt Dich. Allerdings bleibe ich dabei, dass es im Rahmen dieses Systems auch bezüglich der noch Besserverdienenden keinen Sinn macht, eine Änderung des Konsumverhaltens herbeiführen zu wollen – denn dieses Verhalten ist, wie beschrieben, systemimmanent. Es ist durchaus wünschenswert (um nicht zu sagen: zwingend notwendig), dass immer mehr Menschen sich Gedanken um dieses Thema machen und den Konsum kritisch in Frage stellen – aber die Konsequenz dieser Gedanken kann letztendlich doch nur die Überwindung dieses Systems sein. Als “Anschub” mag die Auseinandersetzung von noch Gutsituierten Menschen mit dem Thema sinnvoll sein – ich befürchte aber, dass weitergehende Gedanken, die logischer Weise dann folgen müssten, mit viel zu viel Angst besetzt sind, weil die eigenen Privilegiern, das eigene Bessergestelltsein damit ja auch in Frage gestellt wird. Nur so ist ja auch die eigentlich vollkommen groteske Existenz einer Partei wie der Grünen zu erklären, die sich im Kapitalismus prächtig eingerichtet haben.

    @ idealistin:

    Ich hätte auf Deinen Beitrag gern etwas erwidert – aber Dein Link auf diesen ominösen Esoterik-Film, der schon in den ersten Minuten im stirnklatschenden Stumpfsinn versinkt, macht das leider unmöglich. Tut mir leid, aber ich möchte gern faktenorientiert und seriös diskutieren … ein solcher Verweis verhindert das leider nachhaltig.

    @ Theorem:

    Dieses kapitalistische System, dem wir ausgesetzt sind, hat längst den Verzicht zum Prinzip erklärt – für den überwiegenden Teil der Menschen jedenfalls, nicht aber für die wenigen Profiteure. Wie und wo sollen Arme denn noch weiter “verzichten”? Nehmen wir mal Griechenland als Beispiel: Dieses ohnehin ausgeblutete Land wird von Merkel, Sarkozy und anderen systematisch weiter in die Rezession und Verarmung getrieben. Bereits jetzt gibt es dort 500.000 Menschen (das sind 5% der Bevölkerung – das entspräche 4 Millionen Menschen in Deutschland), die vollkommen ohne Einkommen und staatliche Unterstützung dastehen. Mit anderen Worten: Es sind nicht krankenversicherte Obdachlose, die um jeden Tag Leben zu kämpfen haben. Und dennoch wird Griechenland gezwungen, weiter zu kürzen. Wie pervers muss die Lage denn noch werden, bis da endlich die Mehrheit “Stopp” schreit? – Einen “Verzicht” kann sich auch nur der leisten, der ansonsten halbwegs gut situiert ist! Es gibt sicherlich noch eine Menge Menschen, von denen man guten Gewissens einen Verzicht fordern könnte – aber das sind wiederum diejenigen, denen das Geld aus allen Taschen quillt – und gewiss nicht die Armen, denn die haben schon mehr als genug verzichtet.

    @ Helmut S.:

    Erich Fromm wird mir immer sympathischer. Dieses Zitat sollte wieder einmal eine weite Verbreitung finden.

    @ Sidd:

    Deine Wahrnehmung in allen Ehren … aber frage Dich einfach mal, wie ein Mensch, der pro Monat 364 Euro zur Verfügung hat und davon alles – also nicht nur Lebensmittel, sondern auch Strom, Bekleidung, Medikamente, Hygieneartikel, eine soziale Teilhabe am “normalen Leben” usw. usf. – bezahlen muss, an einer “Konsumschlacht” teilnehmen soll? Nach meiner Rechnung ist da kein Spielraum übrig – es bleibt von allem Lebensnotwendigen das Billigste, und danch ist Schluss. Von “sozialer Teilhabe” keine Spur – von Wahlmöglichkeiten beim Kauf des Lebensnotwendigen ebensowenig.

    Das betrifft offiziell knapp 13 Millionen Menschen in diesem Land – inoffiziell dürften es weitaus mehr sein. Und ein nicht geringer Teil davon geht einer geregelten (oft Vollzeit-) Arbeit nach.

    Ein frohes, konsumfeindliches Fest wünsche ich allen Leserinnen und Lesern.

    • @ Charlie – danke, das ist nett, dass mich mein Idealismus ehrt. ;-) Dennoch denke ich, dass das Konsumismusproblem keinesfalls nur ein paar begüterte Eliten betrifft, sondern alle Bevölkerungsschichten durchzieht (weil der Konsumismus eben wichtiger Teil des Systems ist). Mal abgesehen davon, dass die von Dir genannten 13 Mio. Menschen, die am unteren Einkommensrand leben trotz allem immer noch nur eine Minderheit der 81 Mio. Menschen in diesem Land sind, so dass es völlig legitim ist, von einer weihnachtlichen “Konsumschlacht” im Land zu reden (und, wie ich schon schrieb, würden sicherlich viele der ärmeren Menschen an der Konsumschlacht genauso bedenkenlos teilnehmen, wenn nur mehr Geld da wäre – es geht also auch um eine grundlegende Geisteshaltung/Einstellung zum Materialismus).

  13. Theorem

    @Charlie
    Meine Vermutung liegt eher darin, das dieses Gesellschaftssystem jede Form der Autonomie bekämpft. Physisch wie psychisch. Es gar als Bedrohung empfindet. Diese Menschen sind an ihrer Lage selbst schuld. Das Prinzip “Individualismus” setzt allerdings diese autonome Denk- und Handlungsweise voraus sonst funktioniert es nicht. Konsumismus ist eine kollektive Handlungsweise.

  14. Idealistin

    @ charlie,

    dass liegt daran, dass du nicht weiter geschaut hast. Die Filmsequenz am Anfang mag ja esoterisch herüberkommen, wenn man aber am Ball bleibt und durchhält, geht es in Richtung Wirtschaft, Macht und Unterdrückung der Massen und es werden gewagte Spekulatonen angeführt, ob eine Minderheit die Weltmacht anstrebt. Im Übrigen ist Esoterik nicht gleich Esoterik – es gibt Aberglauben und mittlerweile wissenschaftliche Untersuchungen von unerklärlichen Dingen. Zudem sind in diesem Film keine Spinner am Werk, sondern studierte und Wissenschaftler die Untersuchungen vorgenommen haben, sowie Ex-Nasa-Mitarbeiter.

    Nur weil etwas ungewöhnlich ist und abseits von unserem rationalen Denken liegt, muss es deswegen noch lange nicht falsch sein. Einstein wird in diesem Streifen auch angeführt, der war bekanntlich genial.

    Ich denke du bist einfach noch nicht „reif“ dafür, zu erkennen, dass es wesentlich mehr gibt, als wir wahrnehmen. Vielleicht hast du auch einfach nicht verstanden, was für eine Aussage dieser Film macht. Eine, die übrigens auch „Realisten“ anerkennen. Alles Leben basiert auf energetischen Bausteinen. Photonen haben eine uns unbekannte Art von „Intelligenz“ vielleicht sogar Bewusstsein. Einstein sagte es bereits, alles ist in Bewegung – was nichts anderes heißt – im Grunde genommen gibt es keine Materie, wie wir sie begreifen, sondern nur ernergiegeladene Teilchen. Diese bewegen sich so schnell, dass wir sie nicht durchdringen können, weil wir viel zu langsam sind.

    Zum Thema Moral an der Ladentheke.

    Das ganze System ist falsch, Geldvermehrung ist falsch, weil wir für mehr Geld immer mehr Leistung erbringen müssen und somit ständig mehr Output an Warenströmen/ Dienstleistungen erzeugen müssen, um den Kapitalmarkt aufrecht zu erhalten. Marx hat das richtig erkannt, den Mechanismus aufgezeigt und seine Folgen, mit denen wir es übrigens heute zu tun haben. Ein anderer schwerwiegender Aspekt ist das menschliche Verhalten, Sammelwut, Gier, Machthunger, Egoismus, Gleichgültigkeit, Angst, Bequemlichkeit und die Tatsache, dass man die Schuld immer bei den anderen sucht, nur nicht bei sich selbst. Die Chefs, die Politiker, die Konzerne – aber warum können sie das machen? – Weil wir das tun was sie von uns wollen – somit tragen wir genauso viel Schuld! Wir verurteilen andere immer sehr schnell, weil wir unser Denken, unser Weltbild für das richtige halten.
    Zudem verlangen wir für alles und jedes eine logische Erklärung – was aber, wenn wir nicht die Mittel und Methoden haben eine solche zu erbringen? Dann leugnet man einfach und sagt, was wir nicht beweisen können, kann auch nicht sein!

    Schon mal gelesen was der Placeboeffekt alles auslösen kann – im negativen wie im positiven Sinne? Der Glaube versetzt Berge, kann sogar dazu führen, dass von den Ärzten aufgegebene Personen in nur wenigen Tagen vollkommen gesund werden.

    Da wir Weihnachten haben, siehe auch Jesus – er heilte Menschen, auch heute gibt es noch Personen die heilen. Niemand versteht was da genau vor sich geht – aber es passiert…
    Derselbe Effekt tritt auch bei Personen ein, die an der Sache glauben und die für sie kämpfen – sie haben oft Erfolg – wer aber von vornherein zweifelt verliert meistens.
    Manchmal ist Glauben besser als Wissen. Letzteres ist immer nur ein Bruchteil vom ganzen Universum!

    Frohe Weihnachten.

    Idealistin

  15. @ idealistin:

    nur weil etwas nicht mainstream ist und nicht direkt wahrnehmbar ist, heißt das noch lange nicht, dass es sinnvoller oder wahrer ist.
    also sei vorsichtig.
    ich finde in diesem von dir empfohlenen werk wird teilweise berechtigte systemkritik mit unsinn vermischt und dadurch wird von wirklich sinnvollen handlungsmöglichkeiten unsererseits abgelenkt. der film zeigt auch keine alternativen auf. er bietet keine ideen für lösungen. im film wird direkt auch gegen EU und UN gewettert, was ich für bedenklich halte. ich stimme auch nicht mit der aussage des films überein, dass das individuum über der gemeinschaft steht.
    und,
    nur eine vermutung von mir: die macher des filmes heißen “camble”. könnten die etwas mit dem global player “procter und camble” zu tun haben? wäre sicher interessant, wer hinter dem projekt steht. Übrigens tritt EINSTEIN in diesem Film nicht live auf, er hat mit nichten seine Zustimmung gegeben, er wurde einfach in den film reingemixt. heutzutage ist es möglich einen film aus interviewteilen zusammenzuschneiden und der zuschauer hat den eindruck alle äußern sich wohlwollend zu dem thema des filmes. bedenke dies.

    so nun gut

    sidd

    • “Könnten die etwas mit dem global player “procter und camble” zu tun haben?”

      Die heißen Procter & Gamble. ;-)

  16. @ Peter:

    Da beißt sich die Katze aber, wie gesagt, in den Schwanz – denn wie soll sich die Einstellung vieler Menschen zum Materialismus denn ändern, wenn das gesamte Leben dieser Menschen auf eben diesem Materialismus basiert? Vielleicht interessiert Dich ja mein persönlicher Weihnachtsbericht “aus dem Bürgertum” zu diesem Thema, den ich in diesem Beitrag als Nachtrag hinzugefügt habe – man muss etwas nach unten scrollen): http://narrenschiffsbruecke.blogspot.com/2011/12/deutsche-zustande-die-gesellschaft-ist.html

    Bedeutsam finde ich aber auch Deinen nachträglichen Hinweis auf den ZEIT-Bericht, der viele offene Fragen beantwortet. Für alle, die ihn lieber lesen als hören wollen – hier ist er zu finden: http://www.zeit.de/2011/52/DOS-Maria-und-Josef – Ich habe beim Lesen auch oft schlucken müssen … es scheint sich zu bewahrheiten, dass die Menschenfeindlichkeit mit zunehmendem Einkommen bzw. Vermögen stetig steigt. Wenn Du das mit meinem Weihnachtsbericht vergleichst – so gravierend sind die Unterschiede nicht.

    @ Theorem:

    Tut mir leid, aber ich fürchte, ich verstehe Dich nicht. Wenn Du tatsächlich der Meinung bist, die Armen und Hungertoten dieser Welt seien an ihrem Schicksal selber schuld, wäre das ein faschistisches, unsägliches Gedankengut, das ich aufs Schärfste verurteilen müsste. Wenn Du das jedoch anders gemeint haben solltest, bitte ich um Erklärung. – Im Kapitalismus gibt es für die überwältigende Mehrheit der Menschen keine Autonomie. Selbst die ausgestoßenen Obdachlosen sind nicht autonom, da sie ja weiterhin auf andere angewiesen sind, die ihnen gelegentlich Nahrung zukommen lassen. Ganz abgesehen davon finde ich es unhaltbar und bodenlos menschenverachtend, dass es in einem so reichen Land wie Deutschland überhaupt auch nur einen einzigen unfreiwillig Obdachlosen gibt.

    @ Idealistin:

    Ich habe mir nur die ersten Minuten dieses von Dir empfohlenen Machwerks angesehen, das stimmt. Das reichte aber auch aus, um den Wert dieses Beitrages zu beurteilen. – Es bedarf schlichtweg keiner esoterischer, hanebüchener Erklärungen, um das bestehende kapitalistische Katastrophenszenario zu verstehen. Dazu reicht fast schon die Kenntnis des Werkes des von Dir ebenfalls bemühten Marx’ aus.

    Es ist ein definitorisches Wesensmerkmal von sektenartigen Vereinigungen, dass Zweifler oder Kritiker als “noch nicht reif” für die “allumfassende Wahrheit” gebrandmarkt werden. Ich nehme Deine diesbezügliche Bemerkung also wohlwollend zur Kenntnis. :-) Gleichwohl empfehle ich Dir, Dich weniger mit esoterischen, dafür umso mehr mit gesellschafts- und sozialkritischen Themen und Autoren zu befassen – das wird Dich erheblich mehr erhellen. Und wenn Du dich mit den Naturwissenschaften beschäftigen möchtest, empfehle ich Dir ebenfalls die Publikationen von Naturwissenschaftlern und warne Dich vor den entsprechenden Verfälschungen mancher Esoteriker. Wenn Du Albert Einstein, Stephen Hawking oder Frank Tipler gelesen und verstanden hast, kannst Du deren Gedanken aber natürlich gerne weiterdenken und die Ergebnisse hier oder anderswo anderen Menschen mitteilen.

    Zur “Schuldfrage” siehe mein Kommentar zu Theorem oben. In einer hierarchischen, “elitegeführten” Gesellschaft wie der unsrigen trägt nicht das letzte Glied der Hierarchie die “Schuld”, sondern selbstverständlich die maßgebliche Führung. Es sind nicht “die anderen”, die die Schuld an unserer schrecklichen Situation tragen, sondern diejenigen, die am allermeisten davon profitieren und dadurch unermesslich reich und abgehoben geworden sind. Den ausgebeuteten Menschen kann man allenfalls den Vorwurf machen, dass sie die Situation, in der sie sich befinden, gar nicht erkennen und deshalb wiederum auf die nächst verfügbaren Minderheiten oder die “unter ihnen Stehenden” eintreten – geflissentlich begleitet und gefördert von elitärer Propaganda, die genau dieses Verhalten forciert. Im oben verlinkten Beitrag über die “deutschen Zustände” habe ich dazu Stellung genommen.

    Glauben ist niemals besser als Wissen. Der Glaube hat zu unendlichem Leid in dieser Welt geführt – ganz egal, ob es nun der christliche Glaube, der Glaube an “die Märkte” oder der Glaube an irgendwelche andere Götter oder “Wahrheiten” oder “Wirkungen” gewesen ist. Der Glaube sorgt doch gerade (wieder einmal) dafür, dass die Welt, wie wir sie kennen, im Chaos versinkt. Wieviele Beispiele muss die Geschichte denn noch produzieren, bis der “Glaube” endlich aus der Wirklichkeit der Welt getilgt wird?

    Was die Menschheit braucht, sind Visionen – progressive Visionen der Zukunft. Der “Glaube” gehört verbannt in die Geschichtsbücher der finsteren Zeitalter – und in genau einem solchen befinden wir uns derzeit.

  17. Idealistin

    Hallo Charlie,

    „Gleichwohl empfehle ich Dir, Dich weniger mit esoterischen, dafür umso mehr mit gesellschafts- und sozialkritischen Themen und Autoren zu befassen – das wird Dich erheblich mehr erhellen. Und wenn Du dich mit den Naturwissenschaften beschäftigen möchtest, empfehle ich Dir ebenfalls die Publikationen von Naturwissenschaftlern und warne Dich vor den entsprechenden Verfälschungen mancher Esoteriker“

    Also, ich stufe den Film als kritisch gegenüber der Wirtschaft und Gesellschaft ein. Er bemängelt die Umweltzerstörung, die Macht der weltbeherrschenden 5 Großkonzerne, sie „Versklavung“der arbeitenden Bevölkerung, sowie das Verhalten der Politiker – die eventuell sogar an Mordkomplotten beteiligt sind. Übrigens wurde er mittlerweile entfernt und ich habe versucht ihn zu kaufen – aber er war nirgends in der BRD zu finden, nur in den USA.

    Was Glauben anbelangt, so bin ich der Meinung, dass jeder glauben darf, was er möchte – so lange niemand unterdrückt und gezwungen wird an einem bestimmten Glauben festhalten zu müssen. Ich sehe jede Form von Unterdrückung und Verfolgung wegen Glauben (Täter und Opfer) als menschenfeindlich an. Es gibt keinen schlechten Glauben, nur falsche Auslegungen machen Glauben schlecht! Das ist etwas so, wie die verschiedenen Staatsformen – Demokratie und Diktatur – in der Religion ist es nicht anders.

    Ansonsten empfinde ich die Trennung zwischen Realität und spirituellen Leben als wenig sinnvoll an. Beide Gebiete sind Teil unseres Lebens, da wir spirituelle Wesen sind – ob man dass nun glauben mag oder nicht. Religionen sind auch nichts weiter als die Suche nach dem Grund unseres Daseins – nur auf einem anderem Wege. Vergleichbar ist das etwa wie der Unterschied zw. Sex und Liebe- du kannst Sex als sportliche Leistung, aus triebhaften Gründen und/oder wegen der ehelichen Pflichtgefühle ausüben. Ist aber Liebe die Haupttriebfeder – dann bekommt er einen ganz anderen Stellenwert in deinem Leben.
    Religion, wie sie einst gedacht war – basiert in allen Kulturen auf Nächstenliebe und Barmherzigkeit – nur der Mensch hat sie instrumentalisiert, als Machtwerkzeug missbraucht.

    Übrigens bin ich hier bei Peter, weil ich mich mit sehr wohl mit diesem Themen beschäftige, allerdings bin ich der Auffassung, dass wir viel zu wenige sind und die meisten sich sehr gut in den Industrienationen und deren Systemen arrangieren, da sie keine wirkliche Not erleiden müssen – nicht diese elementaren Nöte wie quälender Hunger, Kriege, Verfolgung und andere lebensfeindliche Bedrohungen/ Bedingungen. Nach wie vor geht dreht sich alles überwiegend nach dem eigenen Wohlergehen bzw. dass der eigenen Familie. Global sind wir zwar als Wirtschaftsnation – aber nicht als Mensch unter Menschennationen. Ich sehe es auch „ als sich selbst belügend an“ , wenn jemand sich aufregt über umweltzerstörerische wirtschaftliche Handlungen und dann beim nächsten Einkauf beim Discounter oder anderswo Einwegflaschen und Plastiktragetaschen und /oder anderen Müll kauft und versucht die Gesamtschuld/ Verantwortung auf Wirtschaftsbosse und Politiker gänzlich abzuwälzen denn was die Wirtschaft vorantreibt ist auch der eigene Konsum. Es ist die schlichte Wahrheit – auch wenn sie einem nicht gefällt. Die Selbstverantwortung kann niemand einem nehmen- wer kritisiert muss auch das eigene Leben so verändern, dass es der eigenen Kritik standhalten kann. Der Arzt, der seinen Patienten rügt, weil er raucht, und selbst zur Zigarette greift ist unglaubwürdig. So ist es auch mit allen anderen Kritiken / Kritikern. Für dieses Bewusstsein habe ich lange gebraucht und einige “Schläge“ einstecken müssen.
    Außerdem denke ich, dass wir Geld und die Wirtschaft mittlerweile zur Ersatzreligionen erhoben haben – besser fahren wir damit nicht…

    Im Prinzip waren viele Errungenschaften, die wir erzielt haben, zu Anfang ein Segen für die Menschheit. Nur der Missbrauch aus Gier- und Machtansprüchen hat dazu geführt, dass wir massive Probleme haben, die uns und den Planeten bedrohen – nicht alle Dinge sind von Grund auf falsch, sondern dass, was wir damit anstellen…
    Weiterhin habe ich erkannt, dass es nicht sinnvoll ist, irgendwelche Disziplinen zu verurteilen, oder ihre Existenzberechtigung anzuzweifeln, sei es die Religion, die Esoterik, die Wirtschaft oder das Geld. Alles was wir haben, um unser Leben sinnvoll und angenehm zu gestalten ist gut. Allerdings nur ein einem Rahmen, der allen zugute kommt, nachhaltig ist, die Ressourcen bewahrt, die Umwelt pflegt, nicht ausplündert und alles Leben schützt und erkennt das alles Leben eine Berechtigung hat – es gibt kein unwertes Leben und kein Unkraut – alles ist eingebettet in einem komplexen sich selbst regulierenden System – nur der Mensch stört es durch seine unsinnigen zerstörenden Handlungen.

    Lieben Gruß
    Idealistin

    PS: Realisten sind keine Träumer. Träume sind aber Hoffnungen, Hoffnungen treiben uns voran …

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