Okt
27
2010

André Gorz über unsere aufgeblasene Warenwelt

Vor einigen Tage entdeckte ich beim kopflast.net-Blog den ausgesprochen sehenswerten Beitrag „Wenn der Konsum kollabiert“, in dem der österreichische französische Philiosph und Kapitalismuskritiker André Gorz mit seinen Ideen vorgestellt wird. Der gesamte Beitrag der 3sat-Sendung Kulturzeit geht der Frage nach, ob unsere derzeitige Konsumgesellschaft, in der angefacht durch Marketing und Medien „immer neue Moden ein Veralten von Produkten suggerieren“ und so das Wegwerfen und Neukaufen von Produkten anregen, auf Dauer Bestand haben kann. Oder ob nicht ein einfacheres Leben mit geringerem externen Arbeitsdruck, höherer Selbstverwirklichung und niedrigerer Abhängigkeit von Trends und Marken (und dem damit verbundenen Konsumdruck) letztlich erfüllender sein kann.

NACHTRAG: In diesem Nachruf aus der Zeit aus dem Jahre 2007 erfährt man noch ein wenig mehr über André Gorz (und seinen Freitod) – „Über den Tod hinaus“.

Verwandte Beiträge:

Drucken Drucken

7 Kommentare »

  • Das Prinzip des ewigen Wachstums kann nicht funktionieren. Irgendwann ist ja entweder die Tonne voll und läuft dann nur noch über oder, was wahrscheinlicher ist, ist nichts mehr da, aus was man Wachstum generieren könnte.
    Also wird es immer wieder zu Crashs kommen, bei denen die Ärmsten auf der Strecke bleiben und die Finanzspritzen zur Aufrechterhaltung des Systems von der Gemeinschaft getragen werden müssen.

    Comment | 27. Oktober 2010
  • Geextah

    Sehr schöner Beitrag (und das sage ich nicht nur als Philosophenkollege^^).
    Ich sehe es ähnlich, das System so wie es jetzt zur Zeit ist, wird nicht mehr lange gut gehen. Auch wenn immer wieder Produkte entwickelt oder künstlich aufgeblasen werden, obwohl man sie nicht wirklich braucht.

    Wenn man sich mal die unglaublichen Mengen an Konsumgütern in den Läden anschaut, dann werden einem schnell einige Dinge klar:
    1. Da wo man sich gerade befindet, gibt es von allem reichlich.
    2. Sich zwischen diesem und jenen zu entscheiden ist gar nicht mehr so einfach, da man durch die vielfalt der Menge schnell den Überblich verliert.
    3. Da zwar viel von allem vorhanden ist, aber nicht alles sofort oder überhaupt gekauft wird, wandert fast abgelaufene Ware schnell in den Müll.

    Auch das künstliche aufblähen von Konsumgütern kann man immer wieder beobachten, wie zB beim I-Phone (es hat einen Touch-Screen und sieht gut aus… Grüße an c´t :D ).

    Alle wollten damals eines haben und die neue Generation dieses ach so tollen Spielzeugs muss natürlich auch gekauft werden. Ein normales Handy reicht da schon nicht mehr, sondern es muss genau dieses eine sein. In China hergestellt für so wenig Geld wie möglich, im Westen verkauft für so viel wie möglich.

    Dem Menschen wird es so noch viel schwieriger gemacht ware Werte zu erkennen. Man hat natürlich die Möglichkeit zu wählen, ob man sich jetzt diesen Monat ein neues Handy kauft oder ob man das Geld nicht lieber für eine Reise zu seinen Verwandten einsetzt.
    Genauso wird der Wert der eigenen Arbeit verzerrt, damit die Firma so wenig Kosten wie möglich hat.

    Man könnte da jetzt noch viele Beispiele und Ähnlichkeiten aufzählen. Ich finde es einfach nur traurig und arm, dass die Menschen ihren eigenen Wert nicht erkennen und sich somit immer wieder unter das Joch des Billiglohns und Konsumsklavens spannen lassen.

    Comment | 27. Oktober 2010
  • Ein wichtiger Wert für die Zukunft ist dann wohl BESCHEIDENHEIT …

    J.G.

    Comment | 28. Oktober 2010
  • andreas

    ich möchte nicht päpstlicher als der papsts ein, aber andré gorz als österreicher bzw. ‘österreichischen philosoph’ zu bezeichnen ist schwierig.
    zwar wurde er in österreich geboren (übrigens als gerhard hirsch) aber sein gesamtes intellektuelles schaffen, ist meiner meinung nach treffender als ‘französisch’ zu bezeichnen: im kreis der französischen existenzialisten und ihrer marxismus-interpretation wurde er der theoretiker, den wir kennen. er schrieb auf französisch – unter seinem neuen namen andré gorz wurde der zuvor staatenlose exilant 1954 französischer staatsbürger.
    bei wikipedia hat sich die bezeichnung “französischer sozialphilosoph österreichischer herkunft” durchgesetzt: http://de.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9_Gorz

    Comment | 28. Oktober 2010
  • Danke für den Hinweis – hab’s mal gleich geändert. :-)

    Comment | 28. Oktober 2010
  • Markus

    Ich hoffe es spricht sich langsam herum dass die Menschen nicht wegen der Maschinen weniger Geld haben sondern wegen der Inflation. Wenn alles billiger wird, wieso sinken dann die Preise nicht? Es ist eigentlich so dass Menschen weniger arbeiten und sich trotzdem nicht in Armut befinden müssten. Der Wertverfall des Schein(!)geldes ist der Grund warum wir alle verarmen und die Firmen wie blöd nach Profiten gieren. Wachstum allein ist hier auch ein Mittel um die Inflation auszugleichen, aber dafür wird neues Geld gedruckt. Überseht aber bitte nicht dass Wachstum auch durch technische Innovation entsteht und nicht nur durch neue Firmen oder Produkte. Wachstum ist nicht von sich aus schlecht, es muss differenziert werden! Wenn wir nicht so viele Produkte aus dem Ausland, vor allem China, hätten, könnten wir uns schon längst nix mehr kaufen.

    Comment | 28. Oktober 2010
  • christine

    Bescheidenheit und Glückseligkeit ist immer noch die beste Tugend. Der Trend kommt und geht aber die Bescheidenheit und Glückseligkeit bleibt uns erhalten.

    Comment | 8. Juni 2011

Kommentare per RSS Feed verfolgen. TrackBack URL

Hinterlasse einen Kommentar

*
To prove you're a person (not a spam script), type the security word shown in the picture. Click on the picture to hear an audio file of the word.
Anti-spam image

Konsumpf 2008 - Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes