Jun
11
2010

Genfood auf dem Tisch und die Folgen des Anbaus

In der letzten markt-Sendung des WDR gab es diesmal zwei bemerkenswerte Berichte, die sich mit der ungewollten Ausbreitung von genmanipulierten Futter- und Lebensmitteln befasste – „Genfood auf dem Tisch?“ und „Genfood: Die Folgen des Anbaus“. Wieder einmal wird deutlich – egal, wie die gesundheitlichen Folgen von solchen Lebensmitteln auch sein mögen –, dass hier Konzern- und Wirtschaftsinteressen vor den Wünschen der Bürger gehen, die mehrheitlich solche Nahrung ablehnen. Erschreckend an dem Film ist auch der Teil über die Folgen des vermehrten Gifteinsatzes für zB Monsanto-Mais, der direkt den Menschen in den jeweiligen Ländern schadet. Von den Folgen für die Regenwälder, die für den stetig wachsenden Futtermittelbedarf gerodet werden, mal ganz zu schweigen. Auch wenn das Rindfleisch von McDonald’s inzwischen aus deutschen Ställen kommen mag, so stammt das Futter eben doch wieder aus Übersee und sorgt dort für einen inakzeptablen Raubbau an der Natur – und das alles nur, damit hierzulande Leute schön billig und möglichst täglich ihre fettigen Burger essen können.

Zwei Drittel aller Deutschen wollen keine gentechnisch veränderten Nahrungsmittel. Doch haben sie überhaupt noch die Wahl? markt-Scanner durchleuchtet das Essen von heute auf Spuren von Gentechnik.

[...] Bei der Tierfütterung ist Gentechnik inzwischen Alltag, berichtet Alexander Hissting von Greenpeace: „Bei Milch, Eiern und Fleisch kann man in der Regel davon ausgehen, dass Gentechnik verfüttert wurde. Nur bei einer kleinen Menge von Produkten, zum Beispiel Bioprodukten oder solchen, die speziell gekennzeichnet sind, wurde auf Gentechnik verzichtet. Ansonsten ist Gentechnik der Regelfall in der Tierfütterung.“

Auch Anbieter von Milchprodukten, die sich besonders naturnah geben, wie Weihenstephan oder Bärenmarke, akzeptieren Gentechnik. Danone und Müllermilch wollen ebenfalls nicht auf Gentechnik verzichten, so das Ergebnis einer Umfrage von Greenpeace. Auch die Firma Kraft (Milka) achtet nicht darauf, dass Gentechnik in der Milch vermieden wird. Dr. Oetker hat nicht zugesichert, auf Gentechnik im Tierfutter zu verzichten. Auch die Hersteller von Lünebest haben bisher keine Anstalten gemacht, auf die Zulieferer entsprechend einzuwirken.[...]

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6 Kommentare »

  • Nanna

    da steckt mal wieder der fehler im system. kühe sollten gras fressen und nicht soja, egal ob genmanipuliert oder nicht. und ich würde lieber zwei euro mehr für ein kilo totes tier bezahlen, wenn ich wüßte, dass dann nicht der regenwald abgeholzt wird.

    Comment | 11. Juni 2010
  • Tja, da Kühe in der industriellen Landwirtschaft halt – wie alles andere – auf maximalen Ertrag getrimmt werden, müssen sie halt was fressen, mit dem sie schnell wachsen, viel Milch geben und was möglichst billig ist. Wäre schön, wenn die Kunden eben auch nicht nur auf den Preis schauen, sondern das so sähen wie Du. Aber immer noch laufen viele Leute zu Aldi & Co., um da den Dreck aus der Tiefkühltruhe zu kaufen – ist ja so schön billig, wie toll! :-/

    Comment | 11. Juni 2010
  • ben

    Ich kaufe lieber für 3€ mehr bio-zeug. Ich kann und möchte mir das leisten. Dumm nur, wenn man als hartz4-mensch kein geld für vernünftiges essen hat…

    Comment | 12. Juni 2010
  • Genfood auf dem Tisch und die Folgen des Anbaus…

    Von Peter Marwitz | Konsumpf | – In der letzten markt-Sendung des WDR gab es diesmal zwei bemerkenswerte Berichte, die sich mit der ungewollten Ausbreitung von genmanipulierten Futter- und Lebensmitteln befasste – „Genfood auf dem Tisch?“ und „Ge…

    Trackback | 12. Juni 2010
  • ich möchte nicht wissen, wieviel flug-gen-pollen in meinem bio-brot schon heute sind … und hat das einfluss auf die bienen …

    Comment | 17. Juni 2010
  • Ingo

    Um die Artenvielfalt zu erhalten sollten Gartenbesitzer Saatgut von alten Sorten anbauen (Arche,Dreschflegel oder verschiedenen Gemüsesortenprojekten), nur so haben wir eine Chance, uns von den Multis wie Monsanto ,Unabhängigkeit und eine Gentechnikfreie Umwelt zu erhalten.Will denn keiner merken was die Saatgut- und Chemieriesen erreichen wollen!??

    Comment | 25. Juni 2010

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