Mai
17
2010

BP – der grüne Lack ist ab

Reklame ist ja so eine Sache, vor allem, wenn kaum noch ein konkretes Produkt, sondern nur noch ein Firmen- oder Markenimage medial aufgebaut werden soll – nicht selten eines, das mit der Realität der Unternehmenspolitik wenig zu tun hat oder diesem sogar konträr entgegengesetzt ist. Da lassen Autofirmen ihre stinkenden und umweltzerstörerischen Vehikel durch grüne Landschaften rasen, um zu suggerieren, dass den Konzernen etwas an grüner Natur liegt. Discounter wie Lidl inszenieren sich als verantwortungsvolle Arbeitsgeber. Oder Atomkonzerne stellen in ihren Werbespots quasi als Feigenblatt ihre mickrigen Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien in den Vordergrund, um damit zu überspielen, dass ihr Hauptgeschäft ein gefährliches und dreckiges ist. Genauso geht es auch bei den Ölmultis zu – Abermillionen fließen hier in PR und Reklame, um die Öffentlichkeit Glauben zu machen, dass ihr Kerngeschäft völlig ungefährlich und eher ein Segen für den Planeten und die Menschen sei.

Selten ist dies so krachend nach hinten losgegangen wie derzeit bei BP. All die schönen hohlen Werbsprüche von „beyond petroleum“, all die teuren Werbespots und gekauften schönfärberischen Präsentationen in den Medien sind mit einem Schlag als die Makulatur und das Greenwashing entlarvt worden, die sie schon immer waren. Dies bringt auch das NDR-Magazin ZAPP in „Wie BP jahrelang ein grünes Image vortäuschte“ ganz klar auf den Punkt:


Man sollte diese Erfahrungen und Erkenntnisse dazu nutzen, NOCH kritischer all das zu betrachten, was einem Konzerne so via medialer Berieselung zu erzählen versuchen. Je größer der Konzern und je aufgeblasener und paradiesischer die Werbung, desto mehr Dreck dürfte das jeweilige Unternehmen am Stecken haben. Das Vorgehen von BP, das ZAPP aufzeigt, ist in dieser Hinsicht geradezu „mustergültig“, denn hier wird mehr Geld für das Erzeugen des Images als für tatsächliche Änderungen im Konzern ausgegeben. Man muss sich an der Stelle übrigens auch mal fragen, inwieweit die Medien, die solche Reklame und PR abdrucken/Senden nicht auch mitschuldig am Grünwaschen sind…

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8 Kommentare »

  • [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Christoph Harrach, konsumpf erwähnt. konsumpf sagte: BP – der grüne Lack ist ab http://bit.ly/abVJ1c [...]

    Pingback | 17. Mai 2010
  • [...] noch ein Link, bevor ich wieder weg bin, diesmal zu Konsumpf: BP – der grüne Lack ist ab. Hilft hoffentlich ein bisschen beim besseren Verstehen der überall herumstehenden [...]

    Pingback | 17. Mai 2010
  • Martin W.

    Habe ich es eigentlich nur nicht mitbekommen, oder gibt es zur aktuellen BP-Katastrophe keine Boykott-Aufrufe der Umweltschützer? Ich erinnere mich da dunkel an eine Geschichte, als Shell “nur” eine Plattform versenken wollte…

    Comment | 17. Mai 2010
  • Tja, ich weiß von keiner Boykott-Aktion. Aber gibt es BP überhaupt noch in Deutschland? Ich tanke eh, wenn ich es denn mal muss, nur an freien Tankstellen, denn ob Esso, Shell oder BP, die sind alle gleich große Verbrecher! Nachhaltig Benzin zu tanken geht eh nicht…

    Comment | 18. Mai 2010
  • ben

    Zitat Wikipedia:

    In Deutschland ist die Deutsche BP AG mit Sitz im Hamburg, mit dem inländischen Tankstellennetz und dem Schmierstoffmarkt führend, wobei sie unter den Marken Aral (Tankstellen, Schmierstoffe) und Castrol (Schmierstoffe) auftritt. 2008 verbuchte die Deutsche BP AG einen Jahresumsatz von mehr als 42 Mrd. Euro (knapp 30 Mrd. Euro ohne Energiesteuer). In Deutschland sind knapp 6.000 Menschen bei BP tätig. BP besitzt das zweitgrößte Raffineriesystem in Deutschland und ist viertgrößter Anbieter von Fast-Food nach McDonald´s, Burger King und Nordsee.[3] Zudem ist Deutschland einer von drei weltweiten BP-Forschungsstandorten. In Bochum forschen 70 Mitarbeiter z. B. an der Entwicklung neuer Kraftstoffe.

    Comment | 18. Mai 2010
  • Ah , okay, dass Aral zu BP gehört, wusste ich gar nicht – wieder was dazu gelernt. :-) Ein Grund mehr, diese Tankstellen zu meiden!

    Comment | 18. Mai 2010
  • BP – der grüne Lack ist ab…

    Von Peter Marwitz | Konsumpf | – Reklame ist ja so eine Sache, vor allem, wenn kaum noch ein konkretes Produkt, sondern nur noch ein Firmen- oder Markenimage medial aufgebaut werden soll – nicht selten eines, das mit der Realität der Unternehm…

    Trackback | 18. Mai 2010
  • Ein Koch

    Hallo, ich hab mir gerade in der Nordsee unsere sogenannte Energie der Zukunft angesehen. Erschreckend. Die Ingeneure meinten dass 10-15 schwere Lecks im Jahr gar nichts außergewöhnliches sind bzw. auf neue Sicherheitsvorkehrungen nicht einmal Ansatzweise eingegangen wurde. Des weiteren ist auch Interessant das z.B. in einer Stadt wie Aberdeen(GB) die Stadtgalerie oder ein Marinemuseum ganz offizell unter BP* Fahne läuft. Dass der Strand voller Öl ist, ist ja nicht so wichtig- hey Rohöl ist ein Naturprodukt und sorgt für eine geschmeidige Haut beim baden oder surfen. Man sollte es doch gleich als Tourismusprojekt aufmachen. (*Ich möchte damit die andern Firmen gar nicht ausnehmen) LG

    Comment | 26. Oktober 2011

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