Feb
09
2012

Werkverträge und Die Legende vom Strompreis

Die ARD-Sendung Monitor hatte in ihrer letzten Sendung gleich mehrere interessante Beiträge zu bieten, von denen ich Euch heute zwei kurz vorstellen möchte – beide zeigen, wie die Regierung(en) in diesem Land die Wirtschaft einseitig bevorteilen, zu Lasten der Menschen. Der erste, „Werkverträge: Das nächste Lohndumping-Modell der Arbeitgeber“ befasst sich ein wenig mit den Hintergründen des „Jobwunders“, das Deutschland gerade (vermeintlich) erlebt:

Kaum ist die Leiharbeit durch das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) zumindest etwas besser reguliert und damit für Unternehmen weniger lukrativ, da kommen Arbeitsgeber schon mit dem nächsten Billiglohn-Modell um die Ecke: Werkverträge. Sie versprechen Profit, denn teure Stammarbeitsplätze werden überflüssig, stattdessen kommt der Billigarbeiter. Von der Klassengesellschaft unter den Arbeitnehmern ganz zu schweigen. Die “Vorzüge” von Werkverträgen werden inzwischen sogar an deutschen Universitäten wissenschaftlich und fundiert propagiert, wie ein Beispiel aus Bayern zeigt.

Und im zweiten dreht es sich um ein Thema, das ich vor einer Weile auch schon mal aufgegriffen hatte – wie die Politik den Energiekonzernen ihre Profite sichert. „Die Legende vom Strompreis: Warum der Strom wirklich teurer wird“:

Das Jahr beginnt für viele mit einem Preisschock beim Blick auf die Stromrechnung. Einige Energieunternehmen erhöhen sogar bis zu zehn Prozent und begründen das mit erhöhten Kosten durch Fukushima, den Atomausstieg und die Energiewende. Und die Politik sekundiert: Besonders teuer sei der Ausbau der Photovoltaik. Tatsächlich aber senken die neuen Energien zur Zeit eher den Strompreis. In Wirklichkeit stecken hinter den Preiserhöhungen vor allem Subventionen für die Großindustrie.

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10 Kommentare »

  • Ed Saxum

    Es wird immer besser. Da war selbst der Kampf gegen Windmühlen erfolgreicher. Wo wohl unsere Reise hingeht?
    Samstag erstmal schön zur gegen ACTA Demo gehen. Mit ACTA wäre dein Blog ja auch nicht mehr lange da

    Comment | 9. Februar 2012
  • Kein Wunder wie wir Verbraucher an allen Ecken beschissen werden. Bei solchen käuflichen Lobbyisten der Regierung, vor allem der FDP.(fiese doofe Paviane)wird sich die Ausbeutung des kleinen Mannes rasant fortsetzen. Die grossen Dreckschleudern der Industrie werden um Milliarden entlastet,um es bei Otto Normalverbraucher abzuzocken.Wenn ich solche Arschgesichter wie Rösler,Niebel oder Döhring sehe,kommt mir das kotzen!

    Comment | 9. Februar 2012
  • Simsala

    Bei uns hat sich dieses Jahr folgendes zugetragen: Aufgrund unserer Einsparungen von über zehn Prozent trotzt Preissteigerung kann es vorkommen, das die Stadtwerke einem den Verbrauch nicht abnimmt und einen verdächtigt zu betrügen b.z.w. zu manipulieren. Um das zu überprüfen gibt es bei denen eine “Spezialeinheit”. Auch das zeigt, wie hochagressiv diese Konzerne vorgehen und man sollte sich hier unbedingt Rechtssicherheit verschaffen bevor man über alternative Energieversorgung nachdenkt.

    Comment | 9. Februar 2012
  • chapultepec

    s. auch:
    Pressemitteilung(Schönau, den 23.11.2011)
    EWS wehrt sich gegen neue Umlage
    Als Netzbetreiber und bundesweiter Ökostromanbieter wehren sich die Elektrizitätswerke Schönau gegen die Befreiung energieintensiver Unternehmen von den Netzkosten.

    http://www.ews-schoenau.de/ews/pressemitteilung.html
    http://www.ews-schoenau.de/fileadmin/content/documents/Mitwissen/Pressemitteilungen/111123_Pressemitteilung_EWS_gegen_neue_Umlage.pdf

    Comment | 10. Februar 2012
  • say yes

    Man muss schon Verständnis haben für die da oben. Die sind einen gewissen Lebensstandard gewohnt, der kostet eben. Irgendjemand muss dafür arbeiten, die Luxus-Güter für die Reichen müssen schließlich auch erzeugt werden, sogar das virtuelle Geld muss letztlich von jemanden in ganz reeller Arbeit hergestellt werden, anders geht es nun mal nicht.
    Ohne Verzicht und viel harte Arbeit können wir uns den überbordenden Reichtum unserer Eliten leider nicht mehr lange leisten. Das ist nun einmal Fakt. Reißt euch also zusammen, Leute! Der Kapitalismus braucht euch, eure billige Arbeitskraft und eure Bereitschaft, minderwertige Güter zu konsumieren, damit die Geldmaschine immer schön weiterläuft!
    Lasst uns weiterhin auf den totalen Endsieg des Kapitalismus hinarbeiten, den kompletten Kollaps eines offensichtlich minderwertigen Öko-Systems! Zeigen wir es der dummen Erde, in diesem Krieg ist der Mensch mit seinem überlegenen Wirtschaftssystem der Natur doch haushoch überlegen!

    Comment | 11. Februar 2012
  • changemaker

    Die meisten von uns sind doch nur Söldner in diesem alles entscheidenden Kampf. Wir tun das, um zu überleben, der Mensch ist schließlich immer in irgendeiner Form auf die soziale Gemeinschaft angewiesen. Die Manager, Politiker und Medienzaren sind unsere Generäle, denen wir folgen und gehorchen. Sie bezahlen wir dafür, dass sie uns die Verantwortung abnehmen. Weil es durchwegs gewissenlose Menschen sind (oder Blinde), kostet diese Verantwortung sie nicht einmal schlaflose Nächte. Eine ideale Lösung ist das, auf die Art und Weise wird das System reibungslos weiterlaufen bis zum bitteren Ende. Insbesondere deswegen, weil es keinen starken, ernst zu nehmenden Gegner gibt, kein Land und keinen Planeten, welche komplett außerhalb stünden und uns stoppen könnten.
    Alternativen: Desertieren, abtauchen in den Untergrund, Spaß haben, sich anlegen mit … fast allen…
    AAAAAaaaaaaaRGH! Sie haben mich…. dieses verdammte ACTA-Gesetz…. sie beschimpfen mich als Wirtschaftsverräter … es gelte der Ausnahmezustand, sagen sie, auf der Welt tobe ein Wirtschaftskrieg… wir müssten jetzt zusammenstehen…härtere Maßnahmen sagen sie… Verräter würden sozial erschossen, sagen sie …. NEEEeeeeeeiiiiiiiIIIIN!!!! AAAAAAAAakfjoewruögkharrf

    Comment | 11. Februar 2012
  • Düdum Didaı

    @changemaker:
    “Sie bezahlen wir dafür, dass sie uns die Verantwortung abnehmen.” Und dafür sind wir Ihnen auch noch ausgesprochen dankbar. Weil sie uns seit dem Beginn unserer bewussten Wahrnehmung eingetrichtert haben, dass wir die Verantwortung für uns selbst garnicht übernehmen können. Dafür sind wir nämlich erstens zu schwach, zweitens zu dumm, drittens…, viertens…, fünftens…,.
    Solange wir das bereitwillig glauben, werden sie so weiter machen. Wie lange noch? Es gibt da, neben allem anderen, auch noch den Trieb des Menschen nach Freiheit. Wenn die Zumutungen, derer, denen wir die Verantwortung für uns selbst verkauft haben, ein gewisses Maß überschreiten, überrennt der Trieb nach Freiheit die Angst davor. Das war und ist der Zündfunke einer jeden Revolution. Das Netz und seine Nutzer haben, das Potential an jedem neuen Tag eine Revolution zu starten. Das ist nicht mal was Neues. Das war und ist auch außerhalb des Netzes so. Das Neue am Netz ist, dass es die Revolution sehr schnell starten und auch zu einem erfolgreichen Ende führen kann. UND DAS GANZ UNBLUTIG! Das hält den Einsatz und die Verluste im überschaubaren Rahmen, was zur Folge hat, dass die Hemmschwelle für eine Revolution erheblich sinkt. Ein Albtraum für jeden Machthaber und sei er noch so “demokratisch”!

    Comment | 12. Februar 2012
  • changemaker

    @Düdum Didai
    Was du schreibst, ist erfreulich, leider trifft das aber nur teilweise zu.
    Das Fatale am Konsumterror (mein heutiges Anti-Spam Wort!) ist nämlich, dass es unter den gegebenen Umständen ziemlich leicht fällt, den Verlust an Freiheit nicht zu bemerken, weil die vielen kleinen “Freiheit-en” den Blick krass vernebeln.
    Immerhin wurde ich doch nicht sozial erschossen, sondern war auf einer Anti-ACTA-Demonstration, auch eine kleine Freiheit. So gesehen haben manche der kleinen Freiheiten dann doch wieder viel Gutes an sich.
    Allerdings glaube ich, dass es eine immer breiter werdende Masse von sozial benachteiligten Leuten gibt, die auf den tatsächlichen Verlust an Freiheit UND an Freiheiten (die sie im Konsum vermuten) mit Sprachlosigkeit und Gewalt reagieren. Unsere lieben Reichen begreifen nur noch nicht, dass die Anhäufung von Gütern a la longue ihre eigene Sicherheit nicht erhöht, sondern – wegen des sozialen Brennstoffs – die Sicherheit von uns allen gefährdet.

    Comment | 14. Februar 2012
  • Ed Saxum

    https://twitter.com/#!/bundesamtfvs/status/169502975633530880

    Hören Sie bitte sofort auf damit, EU-Politikern Centbeträge zu überweisen und “STOPP ACTA” auf den Verwendungszweck zu schreiben!

    Comment | 15. Februar 2012
  • Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Die Strompreise schnellen in die Höhe und Stromkonzerne versuchen uns immer wieder übers Ohr zu hauen. Wo wird der Weg hingehen? Lobbyisten bestimmten einfach sämtliche Gebiete der Wirtschaft. Öl, Benzin, Strom und Gas sind die besten Beispiele dafür. Der Verbraucher muss sparen können und das effektiv und sinnvoll.

    Comment | 16. Februar 2012

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