Jan
16
2009

Scroogle – Google ohne Kommerz und ohne Spuren im Netz zu hinterlassen

scrooge3Es gab einmal eine Zeit, da galt Google als das kleine, sympathische Außenseiterunternehmen, das angetreten war, den großen, marktbeherrschenden Suchmaschinen von Yahoo! (und MSN) das Fürchten zu lehren. Tatsächlich schaffte Google es in wenigen Jahren, Yahoo! vom Thron zu stoßen und sich damit selbst an die Spitze des Feldes zu setzen. Seitdem hat Google einen Marktanteil von an die 90% erreicht und besitzt damit quasi eine ähnliche Monopolstellung wie Micro$oft bei den Betriebssystemen. So viel Marktmacht löst nicht nur bei mir ein ziemliches Unbehagen aus, denn wenn ein Konzern die Spielregeln bestimmen kann, geht das in der Regel zu Lasten von Vielfalt und Freiheit (und im Falle von Microsoft-Produkten eindeutig auch zu Lasten der Qualität). Und so hört man immer öfter darüber, dass Google Daten der User beim Benutzen ihrer Dienste mit übertragen lässt und somit eine Art Surfprofil anlegen kann. Da klingeln natürlich auch beim Thema Datenschutz die Alarmglocken. Und nicht nur nur bei mir – Mehmet Toprak schrieb am Mittwoch in der eWeek EuropeGoogle: Der stille Skandal“:

An die Übermacht von Google hat sich die Internet-Branche weltweit gewöhnt. Das ist ein Fehler. Denn die Risiken sind beträchtlich. Auch für Unternehmen. (…)

(…)  Früher war eine Suchmaschine dazu da, das Internet nach Informationen zu durchsuchen. Heute hat sich das Verhältnis umgedreht. Das Internet ist zum Diener Googles geworden. Unternehmen, die von ihrer Web-Präsenz leben, sind darauf angewiesen, im Google-Ranking gut abzuschneiden. Wer da nicht mit allen Tricks arbeitet und unter den Top 10 bei den Suchanfragen landet, kann den Laden gleich dicht machen. Folglich werden auch die Inhalte mit Keywords, passenden Schlagzeilen und anderen Tricks immer mehr fürs Google-Ranking zurechtgebogen. Dabei bleiben Qualität und Unabhängigkeit vielfach auf der Strecke.

Das meistgehörte Wort in den Besprechungsräumen vieler Unternehmen ist heute »Google«. Als Unternehmen ist man praktisch gezwungen, seine Web-Präsenz auf dem Google-Marktplatz auszurichten. Dem weltweiten Marktplatz der Informationen, dessen Spielregeln von einem einzigen Unternehmen bestimmt werden. Wem da nicht gruselt …

Es gibt aber zum Glück neben den anderen kommerziellen Anbietern auch Alternativen – so z.B. Scroogle, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die eigene IP-Adresse bei der Suchanfrage an Google wegzufiltern. Zu den Vorteilen gehören: * ohne Werbung * ohne Übertragung der IP * ohne Platzierung eines Cookies * ohne langfristige Speicherung der Suchanfragen [via] / zur deutschen Suchmaske von Scroogle Wer nicht auf Googleverzichten mag, jedoch die GoogleAds ausblenden (und auch andere Dienste in seine Suche mit einbeziehen) möchte, kann dies übrigens mit der schönen kostenlosen Firefox-Erweiterung CustomizeGoogle tun.

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4 Comments

  • danke für den tipp. um scroogle bei firefox und IE zu den suchmaschinen hinzuzufügen: http://mycroft.mozdev.org/search-engines.html?name=Scroogle

    Comment | 16. Januar 2009
  • 2 gene weniger als der Bonobo

    Guter Artikel.
    Mir hat sehr dieser Blogartikel geholfen, auch etwas positives von der Datensammelwut abzugewinnen:
    http://www.kanzlerdaemmerung.de/67-0-Google-Ein-Lebewesen-aus-Silizium.html

    Comment | 16. Januar 2009
  • Und falls mal CustomizeGoogle nicht funktioniert (was durchaus passiert) dann empfehle ich zusätzlich noch das AddOn „NoScript“. Ist wirklich hilfreich und es funktioniert definitv kein Google Analytics mehr beim Besuch von Webseiten, da NoScript dies „trennen“ kann.

    Comment | 16. Januar 2009
  • es gibt noch die alternative: cuil.com, aber leider ist die für den europäischen sprachraum bedingt einsetzbar.

    Comment | 20. Januar 2009

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