Aug
16
2011

Ausbeutung beim Paketdienst GLS

© ba1969, stock.xchng

Glaubt man den „Gesetzen“ des freien Markts, so gibt es für die Menschen nichts Besseres, als wenn sich möglichst viele Konkurrenten auf einem Markt tummeln und somit durch permanenten Preis- und Kostendruck die Waren und Angebote für die Verbraucher immer günstiger werden. In der Theorie mag das auch prima klappen, in der Realität läuft dies aber leider oft genug anders. Zwar sinken durchaus die Preise, dies allerdings unter eigentlich nicht hinnehmbaren Kollateralschäden für die Umwelt oder das soziale Gefüge. Besonders hart umkämpft sind Dienstleistungssektoren wie beispielsweise Paketdienste. Hier liefern sich einige große und eine Reihe von kleinen Firmen einen gnadenlosen Verdrängungswettbewerb – auf dem Rücken der Angestellten.

Dabei bedienen sich besonders die großen Unternehmen eines Kniffs, mit dem sie alle Verantwortungen für aus ihrer Kostensenkungspolitik resultierende soziale Härten und sonstige negative Folgen leichter Hand auf Subunternehmer abwälzen – der Mutterkonzern wäscht seine Hände in Unschuld, während die Subunternehmen und ihre Mitarbeiter den Preisdruck durch unbezahlte Überstunden uvm. abfedern müssen. Die ARD-Sendung Plusminus brachte unlängst einen Beitrag, in dem es um unhaltbare Zustände beim Paketdienst GLS geht, der zum britischen Konzern Royal Mail gehört und einer der größten Anbieter am Markt ist. Wie dieser Erfolg (Gewinne von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr) zustande kommt, nämlich indem man die Fahrer bis hin zur Gefährdung von Leib und Leben arbeiten lässt und unter Druck setzt, wird in nachfolgendem Video deutlich. Wieder einmal zeigt sich, dass dieses Prinzip von Subunternehmen und Franchising (siehe auch Subway) Menschen in Abhängigkeiten führt und sie sogar in die Schudenfalle tappen lässt, weil diese Subunternehmer oft das alleinige Risiko tragen. Keine gute Entwicklung! „Paketdienste – Unwürdige Bedingungen für die Fahrer

Ein neues Kleid vom Versandhändler, ein neues Buch aus dem Online-Shop – der Internet-Handel boomt, und davon profitieren auch die Paketdienste. Wenn der Zusteller dann bei Ihnen klingelt und Ihnen Ihr Paket bringt, machen Sie sich Gedanken darüber, wie lange er schon arbeitet oder was er verdient? Zwischen den großen Paketdiensten herrscht ein heftiger Wettbewerb. Das führt zu erheblichem Kostendruck und häufig auch zu extrem langen Arbeitszeiten für die Fahrer bei geringer Bezahlung. PLUSMINUS zeigt drastische Beispiele.


Edit: Ich wurde bei YouTube darauf hingewiesen, dass es bei anderen Paketdiensten wie Hermes ähnlich zugeht. Von daher kann man wohl von einem systemischen Defekt in diesem Markt ausgehen…

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20 Comments

  • Bluntman

    Über die Zustände bei Hermes gab es vor Kurzem eine ARD Doku. Einfach nur katastrophal und unwürdig.

    Comment | 16. August 2011
  • Olaf

    Schade nur, dass es der Herr von der FH Koblenz nicht wirklich verstanden hat, schließlich bilden diese Hochschulen zu tausenden unkritische Studenten aus, die derartige Zustände herbeiführen.
    Allein ein zwingende Vorlesung Wirtschaftsethik mit entsprechend geprüften Inhalten könnte wenigstens ein kleines Stück helfen.

    Comment | 16. August 2011
  • Du

    Wenn die Post, genau wie die Deutsche Bahn, lange Zeit eine Monopolstellung hatte und somit gegenüber Konkurrenten einen imensen Vorsprung haben, bleibt den anderen Firmen eben oft nur die Unterbietung der Preise. Viele Wege den Preis zu senken gibt es dann aber auch nicht und Löhne sind da immernoch sehr flexibel.

    Comment | 16. August 2011
  • Zusteller

    Es ist echt ein harter Job als Zusteller angefangen von den unnormal frühen arbeitsbeginn 5.00uhr das heist 4.00uhr aufstehen im „Herbstgeschäft“ sogar arbeitsbeginn 4.00uhr
    die elend lange absortiererei der Pakete vom Rollband das einladen ins Fahrzeug man fasst jedes sorry „scheiss“ Paket
    mindestens 3 mal an wenn man das geschafft hat fährt man ca.
    8.30uhr mal 9.00uhr in das Zustellgebiet( nochmal 35 min)
    dann darfst du deine 80-100 kunden mit 120-200 paketen beliefern dieses variiert vor weihnachten erhöht es sich auf alle fälle das einzig schöne ist du bist auf tour dein eigener herr bist an der frischen luft und hast auch netten kundenkontakt(giebt auch unmögliche Kunden)
    fertig mit der arbeit ist man dann meistens 16-18 uhr
    es giebt auch mal tage die ruhiger sind so das man auch mal 14.00uhr fertig ist das ist aber eher die seltenheit
    ausserdem kommt es darauf an wieviel pakete und wie schwer die sind bürozeug z.B. ist echt der hass da wiegt 1 paket mit 10x 500 blatt kopierpapier 25 kg und manche kunden bekommen gleich 15 pakete davon und es giebt nicht überall einen fahrstuhl

    naja ist echt hart es muss etwas passieren endlich

    Comment | 16. August 2011
  • bernd

    Weiß zufällig jemand wie es bei DHL aussieht??Danke!!

    Comment | 16. August 2011
  • Besucher01

    Bei DHL ist es noch nicht so. Aber dem Vorstand liegen
    Pläne vor, die das vorsehen. Kostenoptimierung……

    Comment | 16. August 2011
  • Kashmir

    Rofl, wenn ihr dass schlimm findet schaut mal bei irgendeinem Presse Grosso vorbei

    Comment | 16. August 2011
  • @ Kashmir – interessant, dass Du solche Zustände zum „rofl“en findest. Nur weil es anderswo vielleicht noch schlimmer ist, wird das bei den Paketdiensten dadurch ja nicht besser…

    Comment | 17. August 2011
  • An diesem Beispiel wird doch deutlich sichtbar, wie unsinnig und geradezu gefährlich die neoliberale Ideologie des „Wettbewerbs“ ist: Wenn in einer Stadt nun nicht mehr nur ein Postauto die Straßen abfährt und Pakete zustellt, sondern zusätzlich noch weitere, ist das sowohl ökologischer, als auch ökonomischer Wahnsinnn. Das Aufkommen der zuzustellenden Pakete erhöht sich dadurch gewiss nicht – aber das vorhandene Aufkommen wird auf immer mehr Firmen verteilt, die darauf natürlich mit Lohnsenkungen und der Abwälzung von Risiken auf die Mitarbeiter reagieren müssen, wenn der Profit für die Firmeninhaber weiterhin stimmen soll.

    Es gibt viele Beispiele, die in geradezu entwaffnender Offensichtlichkeit die Absurdität des kapitalistischen „Wettbewerbes“ zeigen – neben den Paketdiensten kann man da z.B. die Bahn, Krankenhäuser, Energie-, Telekommunikations- oder auch Müllentsorgungsfirmen nennen. Das sind allesamt Bereiche, die selbstverständlich in die staatliche Hand gehören, da sie zur allgemeinen, öffentlichen Daseinsfürsorge zählen und in keinen privatwirtschaftlichen „Wettbewerb“ gehören. Ein „Wachstum“ ist durch einen „Wettbewerb“ nämlich nicht zu erreichen – ergo ist es logisch, dass dieser Wettbewerb auf Kosten der Qualität und/oder Quantität der Leistungen und natürlich auf Kosten der Kunden und der Beschäftigten erfolgen muss.

    Oder gibt es tatsächlich Aktenkofferträger, die behaupten wollen, dass irgendwer mehr Pakete verschicken / mehr Müll produzieren / mehr Energie verbrauchen / öfter krank werden / öfter mit der Bahn fahren (etc.) würde, wenn es denn mehr „unterschiedliche“ Angebote dazu gäbe? So dumm kann doch wohl nicht einmal ein Schlipsträger sein – oder?

    Wer also soll das verdoppelte, verdreifachte, vervierfachte … Profitinteresse der beteiligten Unternehmen in einem „Wettbewerb“ bezahlen, wenn es nicht die Qualität, die Quantität, die Kunden und die Beschäftigten (und natürlich, wie immer, die Natur) sind? – Logisches Denken hilft oft weiter. :-)

    Es gewinnt in diesem System (zumindest kurzfristig) stets nur einer, nämlich der Kapitalist. Langfristig verliert natürlich auch dieser – aber das begreifen er und seine Vasallen in der Politik und den Medien offensichtlich noch immer nicht.

    Comment | 17. August 2011
  • @ Charlie: Im Prinzip stimme ich Dir schon zu. Allerdings ist das Beispiel Telekommunikation eines der wenigen, wo die Privatisierung wirklich Vorteile gebracht hat, wenn man sieht, wie bezahlbar dadurch alles geworden ist. Der Service ist heue genauso mies wie bei der Bundespost damals ;-), aber man hat doch deutlich mehr Auswahl.

    Comment | 17. August 2011
  • Kunta Kinte

    @ Bluntman die Doku heißt „Das Hermes Prinzip“ ich habe die hier mal eingebunden.

    http://www.youtube.com/watch?v=n8aRD2tQcqE

    Der feine Herr Otto bekommt das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern, während seine Mitarbeiter für 60 cent das Paket arbeiten müssen. Da läuft doch irgendwas falsch in der Bannanenrepublik.

    Comment | 17. August 2011
  • Dirk

    @Charlie: Wie Peter schon sagt, so pauschal ist das Urteil nicht richtig, gerade im Bereich der Telekommunikation ist das Preis/Leistungsverhältnis doch jetzt viel besser. Und wenn man sich an die alten Postbeamten erinnert, dann finde ich jetzt auch den Kundenservice deutlich besser. Genausowenig wie es falsch ist, alles dem Wettbewerb zu überlassen, ist es auch falsch, alles in einem staatlichen Monopol zu lassen.

    Interessant bei den Paketdiensten finde ich vor allem 2 Aspekte: Die Scheinselbstständigkeit und das mangelnde wirtschaftliche Denken der Subunternehmer.
    Ich frage mich wirklich, inwieweit diese Machenschaften nicht auch durch die Gesetzte gegen die Scheinselbstständigkeit rechtswiedrig sind. Da treten doch selbstständige Leute auf, werden aber gezwungen die Betriebskleidung von GLS/Hermes/ wem auch immer zu tragen und sie haben auch nur diesen einen Auftraggeber. Das ist für mich ein klarer Fall von Scheinselbstständigkeit.
    Zum anderen finde ich, dass insbesondere in der ARD-Doku über Hermes klar wird, dass da vielen Leuten einfach simple betriebswirtschaftliche Kenntnisse fehlen. Der Mann, der dieses SAT-Lager betreibt sagt deutlich, dass er das überhaupt nicht wirtschaftlich betreiben konnte und jetzt 100T€ Schulden hat. Wenn ich aber ein selbstständiger Kaufmann bin und mein Auftraggeber zahlt mir Preise, die nicht für meine Kosten reichen, habe ich ein paar Möglichkeiten: Ich kann die Löhne drücken oder höhere Zahlungen verlangen. Ersteres ist offensichtlich nicht mehr möglich, ohne gegen Gesetze zu verstoßen und zweiteres wollen die Unternehmen nicht. Dann bleibt mir als Konsequenz über kurz oder lang einfach nichts anderes übrig, als den laden dichtzumachen und abzuwickeln. Es scheint mir aber so zu sein, dass man dem Prinzip Hoffnung unterliegt, so wie es der einzelne Fahrer macht: Man denkt es ist nur am Anfang, dabei kann es selbst bei einem positiven verlauf niemals sinnvolle Erträge liefern.
    Bei den selbstständigen Fahrer prangere ich das an, da werden einfach Menschen ausgenutzt (aus der Arbeitslosigkeit, etc. pp.) und meiner Meinung nach illegal als Scheinselbstständige beschäftigt. Die Betreiber der Zwischenlager sind aber im Normalfall wohl eher anders da rangekommen und da fehlt es scheinbar auch an dem Mut, irgendwann mal zu sagen dass es keinen Sinn mehr macht (VOR der nicht mehr abwendbaren Insolvenz).

    Im grunde wäre das doch ganz einfach zu regulieren: Alleine schon die Bezahlung pro Stück ist doch völlig lebensfremd. Es braucht einen garantierten flächendeckenden Stundenlohn, ZUSÄTZLICH kann man ja noch eine Lieferprämie einführen. Dann kann man da auch kein preisdumping mehr betreiben.
    Das bemerkenswerte finde ich übrigens: Die DP bzw. DHL macht gute Gewinne mit der Paketauslieferung und diese Leisten sich ganz normale Stundenlöhne (sogar sehr gute von 10€ und mehr): Warum klappt es also bei denen und bei Hermes/GLS/DPD soll es nicht klappen? Es ist ja auch nicht so, als ob DHL wirklich viel teurer wäre (jetzt aus meiner Konsumentensicht, verschicke natürlich zu selten pakete um einen sinnvollen Vergleich durchführen zu können).

    Comment | 17. August 2011
  • „auch durch die Gesetzte gegen die Scheinselbstständigkeit rechtswiedrig sind.“

    Ist die Scheinselbständigkeit nicht inzwischen schon wieder gestrichen worden? Mir war so, als wären die Gesetze vor einer Weile gekippt worden (vermutlich auch, um solche Zustände wie bei den Paketdiensten zu fördern…).

    Comment | 17. August 2011
  • „Und wenn man sich an die alten Postbeamten erinnert, dann finde ich jetzt auch den Kundenservice deutlich besser.“

    Das halte ich übrigens für ein Gerücht ;-) Wenn man zudem sieht, mit welchen grenzwertigen Methoden Telekommunikationsunternehmen so Kunden ködern, im Regen stehen lassen, ans Unternehmen ketten etc., hat sich da nicht wirklich was verbessert. Man hat halt jetzt die Auswahl, von welchem Anbieter man sich verarschen lassen will… Früher hatte die Post das Monopol drauf :-)

    Comment | 17. August 2011
  • ed.saxum

    Telekommunikation ist nur günstiger geworden durch die Regulierung. Zu anfang gab es keinen Wettbewerb da die Terrorkom richtig viel kohle für unsere Leitungen verlangte. Der börsengang war auch das letzte. Die Deutsche Bundespost hatte auch damit begonnen Glasfaser zu verlegen, aus privat kapitalistischer Sicht wurde die Leitungen liegen lassen und wieder zum billig Kupfer gegangen. so on. bestimmt hätten wir bis jetzt selbst auf den Lande FTTB bis FTTH nur eben halt alles ein wenig teurer dafür hätten alles etwas davon. Es gibt halt sachen die nicht Private Hand gehören.

    Comment | 17. August 2011
  • Dirk

    Wie, Scheinselbständigkeit gekippt? Also wenn dem so ist fände ich DAS mal einen interessanten Artikel wert. Denn die Gründe dafür können meiner Meinung nach wirklich nur darin liegen, Dumpinglöhne zu wollen.

    Und meine Postangestellten sind immer sehr nett zu mir :-) Aber das ist natürlich nur meine subjektive Sicht, für eine objektive Beurteilung bräuchte man natürlich eine richtige Studie.

    Comment | 17. August 2011
  • Lieber Dirk,

    ich habe ja kein „Pauschaulurteil“ abgegeben, sondern Beispiele genannt … und ich halte auch den Bereich der Telekommunikation für einen Wirtschaftszweig, in dem kapitalistischer „Wettbewerb“ vollkommen sinnfrei ist und einzig den Profitinteressen der Reichen dient. (Dass ich einen solchen „Wettbewerb“ generell in der vorherrschenden Form für katastrophal halte, ist an dieser Stelle eher uninteressant.)

    Wesentliche Verbesserungen für die Kundenseite kann ich da nicht erkennen – dafür aber massive Verschlechterungen für die Angestellten dieser Unternehmen. Wenn man einfach mal voraussetzt, dass ein staatliches Unternehmen nicht profitmaximierend ausgerichtet ist (was heutzutage leider nicht mehr der Fall ist, ich weiß), wären die Angebote auch weitaus preiswerter – und die Angestellten hätten eine gewisse berufliche Sicherheit.

    Da alle Telekommunikationsunternehmen nach wie vor (bezüglich des Festnetzes und des Internets) die Anschlüsse der Telekom benutzen und (bezüglich des Mobilfunkes) auch nicht alle eigene Funkmasten aufstellen, wird das Absurde daran doch offensichtlich.

    Zum „Service“ habe ich allerdings dieselbe Meinung wie Peter … ich hatte in den letzten Jahren mehrmals das Vergnügen, mich mit den Servicewüsten verschiedenster Anbieter von Mobilfunk- und Internetdiensten herumärgern zu müssen – die tun sich alle nichts. In zwei Fällen musste ich gar bis vors Amtsgericht ziehen, um unberechtigte Forderungen endlich abzuwehren … Das sagt doch eigentlich genug. ;-)

    Welche schrecklichen Folgen ein solcher „Wettbewerb“ am Beispiel der Krankenhäuser nun für uns alle hat, kann man in diesem Beitrag nachlesen, der tatsächlich 17.000 Tote pro Jahr aufgrund von Pflege- und Versorgungsmängeln in deutschen Kliniken benennt – ausgelöst durch Privatisierung und sinnfreien „Wettbewerb“:

    http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_11_08/tatort_krankenhaus0.html

    Comment | 18. August 2011
  • Dirk

    Also ich bin der Ansicht, das man da unterscheiden sollte. Ich bin prinzipiell der Meinung, dass kritische Infrastruktur (z.B. Telefonleitungen oder auch Stromnetze) in staatlicher Hand sein sollte. Weil z.B. bei der TK ist es so, dass z.B. Arcor auch über ein flächendeckendes Netz verfügt, was halt gebaut wurde weil die Telekom das eigentliche Netz besaß. Und das finde ich doch wirklich extrem unsinnig – Da wird zweimal die Erde in ganz Deutschland aufebuddelt, nur wegen zwei Unternehmen? Das ist schon äußerst fragwürdig und wenn man das wie in der TK machen würde, hätten wir bald überall doppelte und dreifache Wasserleitungen, Abwasser und Stromleitungen. Der Weg, der ja auch beim Strom gegangen wird, die Netze von den Betreibern zu lösen, ist der richtige.

    Im Übrigen gibt es 4 große Anbieter (Telekom, Vodafone, O2 und E-Plus), welche ein komplett eigenes Handynetz haben. Wieviel unsinnig Geld da rausgeblasen wird, um die vierfache Infrastruktur zu betreiben, ist kaum vorstellbar.

    Ich finde aber, wenn diese Infrastruktur dann zu gleichen Bedingungen allen Wettbewerbern zur Verfügung steht, dann kann da durchaus ein Wettbewerb geschehen. Weil der muss nicht nur über einen ruinösen Wettbewerb auf Kosten der Angestellten gehen, sondern gerade die TK wirbt ja auch viel mit ihren immer neuen Angeboten, z.B. Triple Play.

    Ich bin auch der Meinung, dass speziell bei der TK-Branche ein Wettbewerber fehlt, der das höherpreisige Segment anpeilt. Auch wenn Marcel Davids sein Gesicht in jede Kamera hält, das macht 1&1 nicht kundenfreundlicher… Und auch ich hatte schon das Vergnügen mit diversen TK-Firmen um Geld zu streiten und denke auch, dass diese sich alle nichts nehmen. Würde aber eine Firma einfach mal 10€ mehr im Monat verlangen, aber dieses Geld nutzen um einen tollen Service aufzubauen, ich würde es nutzen. Und ich denke auch viele andere. Momentan versuche alle, sich Kunden durch niedrigere Preise abzujagen. Aber ganz ehrlich: ich glaube ich bin nicht der einzige, der nicht extra seinen Anbieter wechselt, weil es bei jemand anderen 2,50€ teurer ist. Und wenn ich mir für ein bisschen mehr Geld im Monat erkaufen könnte, dass ich nicht immer so einen Stress mit den Unternehmen hätte (man denke daran, was ich in der Zeit anderes machen könnte), so wäre es mir das wert.

    Im Übrigen denke ich aber, dass die TK-Branche jetzt keine so schlechten Bedingungen für ihre Angestellten bietet. Die Gehälter dort sind ganz ordentlich auch soweit ich weiß auch alles Tarifverträge. Die von denen genutzten Callcenter sind natürlich ein anderes Thema…

    Und Krankenhäuser sind natürlich eine Grundversorgung und sollte niemals an private ausgelagert werden. Das ist aber schon grundverschieden: Wenn ich mir ein Bein breche, dann mache ich nicht erst einen Preisvergleich und schaue, welches Krankenhaus das beste Preis/Leistungsverhältnis bietet. Bei TK-Verträgen macht man das ja schon. Der Fokus bei Krankenhäuser muss die Heilung der Patienten sein, TK-Firmen dürfen von mir aus auch gerne Gewinne machen.

    Comment | 19. August 2011
  • „Würde aber eine Firma einfach mal 10€ mehr im Monat verlangen, aber dieses Geld nutzen um einen tollen Service aufzubauen, ich würde es nutzen. “

    Gibt’s – mein lokaler Anbieter in Kiel z.B. ist super. Kostet halt ein paar Euro mehr (aber keine 10), dafür kann man die quasi rund um die Uhr, auch am Wochenende kostenlos erreichen und wird persönlich beraten, statt abgewimmelt und an einen Kollegen verwiesen zu werden (Telekom-Prinzip). Deswegen lache ich all die Werbeanrufer von 1&1 etc. aus, wenn sie mich dazu bewegen wollen, wegen 3 Euro Ersparnis zu deren Verbrecherunternehmen zu wechseln.

    Comment | 19. August 2011
  • Anonymous

    Hey ich weis nicht warum keiner was dagegen tut . Ich bin seit 7 Jahre bei Gls depot 50 , und was da für Unmenschlichkeiten zugehen ist schon unter aller sau.
    Die Bezahlung ist schlecht , die Arbeitszeiten liegen bei c.a 10 bis 14 Stunden pro Tag . Ich weiß ehrlich nicht warum die Politiker oder Verdi nix dagegen tun . Hauptsache es geht den Politikern gut. Die wurden doch schon aufmerksam gemacht über das Fernsehen und die Medien was da alles abgeht und das stimmt zu 100%. Die deutsche Gesetze werden da doch garnicht war genommen tut mal endlich was da gegen , auf was warten die noch.

    Comment | 15. November 2014

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